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Vorhang auf zum 2. Leipziger Indie-Autor-Preis – die Gewinner stehen fest

11 Mrz 2014

Self-Publishing in Deutschland boomt – & die Message der Meister von morgen kommt nun auch auf der Leipziger Buchmesse an: zum zweiten Mal werden in den Messehallen während der #lbm14 selbstpublizierte Werke mit dem Indie-Autor-Preis prämiert (im letzten Jahr noch als autoren@leipzig-Award bezeichnet). Besonders erfreulich aus der Perspektive von E-Book-News: zu den diesjährigen GewinnerInnen gehören mit Vanessa Mansini alias Michael Meisheit („Nicht von dieser Welt“) und Catherine Shepherd („Kalter Zwilling“) auch zwei AutorInnen, die erst vor kurzem bei meinem Kollegen Klaus Seibel in der Indie-Lounge zu Gast waren. Mit Matthias Matting sitzt zudem ein weiterer Gast der Indie-Lounge in der fünfköpfigen Jury des Indie-Autor-Preises. Überzeugen ließen sich die JurorInnen im Bereich Belletristik auch von Nicholas Vega („Der Junge, der Glück brachte“). Den ersten Preis im Bereich Sachbuch ergatterte Anja Dostert („Die verrückte Geschichte der Diät: Schlankheitswahn und Schönheitskult“). Die Preisverleihung findet am 13.03. auf der Leipziger Buchmesse statt.

Passend zu den vielfältigen Anforderungen an die literarischen Ich-AGs des Self-Publishing-Zeitalters zählt zu den Auswahlkriterien nicht nur die Qualität der jeweils eingereichten Texte und des Endprodukts, sondern auch die gelungene Platzierung eines Titels am Markt. In diesem Bereich haben Deutschlands Indie-AutorInnen wahrlich einen guten Lauf: im Kindle-Shop, also Deutschlands umsatzstärkster E-Book-Plattform, konnten sie in den letzten Wochen klassische Verlage in den Top 100 deutlich unter die 50-Prozent-Schwelle drängen. Insofern wirkt ein Preisgeld von 3000 Euro in bar oder ein Buchtrailer-Gutschein im Wert von knapp 1.000 Euro für Selbstvermarktung-Profis wie Shepherd oder Mansini fast schon lächerlich – doch wie bei jedem Buchpreis ist natürlich der PR-Effekt das wertvollste Geschenk.

Michael Meisheit etwa darf nun sogar im Rahmen der Langen Leipziger Lesenacht in der Moritzbastion sein Werk dem Messepublikum vorstellen und wird prominent auf Wolgang Tischers literaturcafe.de gefeaturet. Umgekehrt profitieren natürlich auch die Veranstalter & Sponsoren vom Werbeeffekt innerhalb der auf E-Publishing-Dienstleistungen angewiesenen Indie-Szene – allen voran gilt das wohl für die zu Droemer-Knaur gehörende Selfpublishing-Plattform Neobooks, die sich selbst zwar (offenbar mit Verweis auf ihren Bekanntheitsgrad im Rahmen einer Umfrage?) als „Marktführer“ bezeichnet, aber von den nackten Zahlen her deutlich schwächer aufgestellt ist als KDP (Amazon) und Bookrix, die realen Marktführer in punkto Umsatz bzw. Community-Größe.