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Von Read-only bis Glowlight – E-Ink-Neuheiten für die Herbstsaison 2012

22 Okt 2012 Ansgar Warner 3 Kommentare

Die Herbstsaison 2012 zeigt ganz deutlich: E-Reader haben endgültig den Durchbruch zum Massenmarkt geschafft. Von simplen E-Ink-Geräten im Smartphone-Format bis zu komfortablen HD-Readern mit Glimmerlicht-Feature ist alles dabei – und das zu sehr günstigen Preisen. Immer mehr Hersteller mischen mit im Lowest-Price-Segment, das in Zukunft bereits ab zehn Euro beginnt. So viel bzw. so wenig kostet nämlich der neue txtr-Reader „Beagle“, ein federleichter 5-Zoller, der via Bluetooth mit dem Smartphone verknüpft wird. Ansonsten setzt das erstmals auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellte Gerät auf bewährte Elemente: E-Ink-Display statt LCD, und Bedientasten statt Touch-Screen. Der USB-Port wurde dagegen weggelassen – als Schnittstelle zur Außenwelt dient ausschließlich das Smartphone des Users. Der Smartphone-Prozessor muss dem „dummen“ Chip des Readers auch bei der Formatierung der E-Book-Seiten unter die Arme greifen. „Beagle“ ist also kein Standalone-Gerät, sondern muss mit dem smarten Begleiter Gassi gehen. Nicht umsont wird txtrs „Beagle“ voererst nur als Gimmick für die Kunden von Mobilfunk-Anbietern vermarktet.


txtr Beagle

Display: 5 Zoll E-Ink, 600×800 Pixel
Speicher: 4 Gigabyte
Gewicht: 128 Gramm (inkl. AAA-Batterien)
Schnittstelle: Bluetooth
Preis: ab zehn Euro (in Verbindung mit Mobilfunk-Vertrag)

Die anderen Reader-Neuheiten im Niedrigpreis-Sektor setzen auch weiterhin auf den USB-Port als Nabel zur Welt. Trotzdem gibt es echte Hingucker – vor allem Trekstors 4-Zoll-Reader „Pyrus Mini“, der bereits ab 50 Euro zu haben ist. Der Winzling im Smartphone-Format dürfte der erste Reader sein, der tatsächlich in die Hosentasche passt. Mit 111 Gramm bringt der der „Mini“ gerade mal soviel wie ein iPhone auf die Waage. Nur wenig teurer, dafür aber im 6-Zoll-Standarformat daher kommt Trekstors „Pyrus“, via Weltbild (alias „ebook Reader 4“) bereits ab 59 Euro erhältlich. Mit etwas mehr Speicher (4 Gigabyte statt 2 Gigabyte) bekommt man dieses Gerät für 69 Euro unter dem Namen „Liro Ink“ auch über den unabhängigen Buchhandel.

Pyrus Mini

Display: 4,3 Zoll E-Ink, 600×800 Pixel
Speicher: 2 Gigabyte
Gewicht: 111 Gramm
Schnittstelle: USB
Preis: 50 Euro

Pyrus / eBook Reader 4 / Liro Ink

Display: 6 Zoll E-Ink, 600×800 Pixel
Speicher: 2 Gigabyte (Liro Ink: 4 GB)
Gewicht: 216 Gramm
Preis: 60 Euro (Liro Ink: 70 Euro)

Sparsame E-Lese-Novizen sollten mal bei Libri.de vorbeischauen – dort bekommt man nämlich die überarbeitete Version des 6-Zollers Pocketbook Basic („Basic 613“) momentan bereits ab 69 Euro. Vom Bedienkomfort und grafischer Benutzeroberfläche her ist bereits dieser günstige Tastenreader den Trekstor-Modellen deutlich überlegen. Wie bei Pocketbook schon Tradition, werden serienmäßig ein paar Extras mitgeliefert, so etwa eine Taschenrechner-App, Features wie Wörterbuch, Kalender und Uhr sowie Spiele wie Schach oder Sudoku. Vom Preis-Leistungsverhältnis dürfte der mit 2 Gigabyte Speicher ausgestatte Basic das ideale Einsteigergerät in der unvernetzten 6-Zoll-Kategorie darstellen.

Pocketbook Basic (613)

Display: 6-Zoll E-Ink 600×800 Pixel
Speicher: 2 Gigabyte
Gewicht: 180 Gramm
Schnittstelle: USB
Preis: 69 Euro (Libri.de)

Allerdings sind die WiFi-Geräte mit Touch-Screen den unvernetzten Tasten-Readern bereits deutlich auf den Fersen. Für knapp zehn Euro mehr kommt der 5-Zoller „Kobo Mini“ in den Handel. Neben dem direkten Draht zum E-Store und der komfortablen Bedienung glänzt der Reader im Midi-Format mit schön anzusehender Benutzeroberfläche sowie Kobos cleverer Social-Reading-App („Reading Life“). Für noch mehr Lesekomfort sorgen 7 Schriftarten mit 24 Schriftgrößen und optionale Einstellungen für Stärke und Schärfe. Bei nur 134 Gramm Gewicht kann sich Kobos Taschen-Reader locker mit den meisten Smartphones messen.


Kobo Mini

Display: 5-Zoll Touch-Screen E-Ink 600×800 Pixel
Speicher: 2 Gigabyte
Gewicht: 134 Gramm
Schnittstelle: USB, WiFi
Preis: 80 Euro

Nicht so ganz mithalten kann da die WiFi-Version von Trekstors Standard-Reader Pyrus, der neben dem drahtlosen E-Store auch immerhin auch ein integriertem MP3-Player verpasst wurde. Rein rechnerisch wäre dieses robuste, technisch aber eher schlichte Gerät vor wenigen Wochen mit 89 Euro noch der günstigste WiFi-Tasten-Reader im 6-Zoll-Format gewesen– doch nach der letzten Preissenkungs-Runde gibt’s Amazons deutlich überlegenes Kindle 4 nun bereits ab 79 Euro. Dass Trekstor mit der WiFi-Version des Pyrus zu lange gewartet hat, zeigt sich aber zugleich an der preislichen Nähe zum High-End-Bereich.


Pyrus WiFi

Display: 6 Zoll E-Ink, 600×800 Pixel
Speicher: 4 GB
Gewicht: 216 Gramm
Preis: 89 Euro

Für Pearl-E-Ink plus Touch-Screen plus WiFi muss man nun nicht mehr als 100 Euro auf den Tisch legen. Dafür bekommt man dann nicht nur den bewährten 6-Zoller Kobo Touch, sondern via ebook.de den auf der Buchmesse präsentierten Sony-Reader PRS-T2. Dabei handelt es sich um eine nur wenig überarbeitete Version des Vorgängermodells PRS-T1. Technisch scheint das Gerät aber ziemlich ausgereift, was man etwa am noch schnelleren Seitenaufbau oder rasantem Text-Zoom mit Zweifinger-Geste sehen kann. So richtig konsequent vermarktet Sony sein bestes Pferd im Stall aber immer noch nicht – ein deutscher Sony Store ist nicht in Sicht. Integriert wurde faute de mieux für den hiesigen Markt deswegen der E-Store von ebook.de (so heißt übrigens Libri.de seit dem Relaunch).


Sony Reader PRS T2 (ebook.de)

Display: 6-Zoll Touch-Screen E-Ink 600×800 Pixel
Speicher: 2 Gigabyte
Gewicht: 164 Gramm
Schnittstelle: USB, WiFi
Preis: 99 Euro

Wer das schnellste E-Ink der Welt erleben möchte, liegt beim neuen Cybook Odyssey richtig, den man für 99 Euro bei Thalia.de bekommt. Der französische Hersteller Bookeen setzt ein spezielles High-Speed-E-Ink (HSIS) ein, mit dem sogar kleine Animationen möglich werden. Dank echtem Multi-Touch macht damit dann selbst Web-Surfen mit dem integrierten Browser mal so richtig Spaß. Noch mehr Tablet-Gefühl in schwarz-weiß kommt wohl nur noch bei den neuen Glowlight-Modellen von Amazon und Kobo auf: mit 1024×768 Pixel Auflösung und einer stromsparenden Glimmerlicht-Beleuchtung bietet Kobo Glo bzw. Kindle Paperwhite für 130 Euro nicht nur iPad-ähnliche Auflösung, sondern erlauben dank spezieller LED-Lichtführung auch die Lektüre im Dunkeln. Eins ist dabei jetzt schon klar: hier etabliert sich ein neuer E-Reader-Standard, wobei Kobo um eine Nasenlänge vorn liegt, zumindest bei der Lieferbarkeit. Den Kobo Glo kann man nämlich schon bestellen, Amazons Paperwhite wird erst ab Ende November ausgeliefert.


Cybook Odyssey (Thalia.de)

Display: 6-Zoll Touch-Screen E-Ink 600×800 Pixel
Speicher: 2 Gigabyte
Gewicht: 195 Gramm
Schnittstelle: USB, WiFi
Preis: 99 Euro


Kobo Glo

Display: 6-Zoll Touch-Screen E-Ink 1024×758 Pixel
Speicher: 2 Gigabyte
Gewicht: 185 Gramm
Schnittstelle: USB, WiFi
Preis: 130 Euro


Kindle Paperwhite

Display: 6-Zoll Touch-Screen E-Ink 1024×768 Pixel
Speicher: 2 Gigabyte
Gewicht: 212 Gramm
Schnittstelle: USB, WiFi
Preis: 130 Euro

Autor&Copyright: Ansgar Warner

Abb. Halloween-Kürbis: Pedro J. Ferreira/Flickr
E-Reader: Hersteller

3 Kommentare »

  • LCNR schrieb:

    Hallo!

    Eigentlich kommt auch im November (allerdings in Frankreich) eine überarbeitete Version des CyBook Odyssey von Bookeen, der auch einen HD-Schirm und Glimmerlicht haben wird, und dies auch für 129 €, wenn ich mich nicht irre. Somit sollen es nicht zwei (Kobo Glo + Kindle PW) sondern drei (+ Bookeen Odyssey) vergleichbare Geräte sein (und der Bookeen hat zudem HSIS…).

    LCNR

  • LCNR schrieb:

    Ach, den Link wollte ich noch hinzufügen:

    http://bookeen.com/blog/cybook-odyssey-hd-frontlight/

    LCNR

  • Blogs & News fuer Autoren « EbookAutorenPublizieren schrieb:

    [...] 5-Zoller, der via Bluetooth mit dem Smartphone verknüpft wird.” Der Artikel von Ansgar Warner  vergleicht die neuesten e-Reader und zeigt zehn Geraete im Bild. [...]