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Von Kindle zu Tolino: Hauptkonkurrent von Amazon.de punktet im Kampf um die Köpfe

17 Jul 2015

Birgit-Hagmann-Tolino-Media

Pressemitteilungen vom Stil „Manager X wechselt von Firma Y zu Firma Z“ sind zwar häufig, haben aber meist nur geringen Nachrichtenwert. Beim Wechsel von Birgit Hagmann von Amazon zu Tolino Media ist das aber etwas anderes. Denn die neue Geschäftsleiterin des zentralen Content-Partners für die Tolino-Allianz war zuvor „Senior Vendor Manager Kindle“ beim deutschen Ableger des Online-Händlers, also zuständig für Einkauf, Lieferanten-Beziehungen und Vermarktung.

„Dynamik im Medienmarkt aktiv gestalten“

„Die Dynamik im digitalen Medienmarkt nicht nur mitmachen, sondern aktiv gestalten“, genau das sei die Stärke der neuen Geschäftsleiterin, und das könne nun auch Tolino voranbringen, verkündete anlässlich dieses gelungen Coups Maximilian Hugendubel im Namen der Tolino-Gesellschafter Thalia, Hugendubel, Weltbild und Bertelsmann.

Nach dem Launch von Kindle-ähnlichen Readern, Tablets und zuletzt auch noch einer KDP-ähnlichen Self-Publishing-Plattform geht die Tolino-Allianz damit einen weiteren Schritt in die derzeit wohl einzig mögliche Richtung: um mit Amazon zu konkurrieren, muss man Amazons Erfolgsstrategien kopieren – am besten geht das natürlich mit direktem Know How.

Strategie der Klon-Krieger

Dass so etwas gut funktioniert, zeigt etwa der chinesische Smartphone-Hersteller Xiaomi, wegen gewisser Design-Ähnlichkeiten nicht ganz zu unrecht auch als „chinesisches Apple“ bekannt. Mit einer gezielten Imitationsstrategie gelang in nur fünf Jahren sogar der Aufstieg zum weltweit wichtigsten Smartphone-Hersteller nach Apple und Samsung. Der bisher größte Coup gelang aber wohl schon Ende 2013: man warb den Vizepräsidenten von Googles Android-Sparte ab – betrieben werden die iPhone-Klone ohnehin mit dem mobilen Betriebssystem des Suchmaschinen-Riesen.