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Von Arc bis Breeze: Aktuelle Android Lesetablets im 7- und 8-Zoll-Format

6 Nov 2012 Ansgar Warner 0 Kommentare

In der letzten Weihnachts-Saison machten sich Lese-Tablets im 7- oder 8-Zoll-Format hierzulande noch rar – 2012 dagegen ist auf dem bunten Teller eine Menge los. Nicht nur, weil Amazon endlich das Kindle Fire ins Leseland gebracht hat. Die Konkurrenz schläft nicht: Kobo und Pocketbook werfen ebenfalls neue Android-Tablets in die Schlacht, mit dabei im bibliophilen Flachrechner-Segment sind zudem auch deutsche Anbieter wie Trekstor oder Cat Nova. Besonders erfreulich für potentielle Käufer: drei Geräte haben sogar schon deutlich die 100-Euro-Schwelle geknackt. Wer keine Enttäuschung erleben möchte, sollte aber genau darauf achten, was die Tablets wirklich können. Wichtig für entspannte Lektüre sind gute Prozessorleistung, hohe Pixeldichte sowie akzeptable Akkulaufzeit. Die Marktübersicht von E-Book-News zeigt, welche Gadgets sich lohnen…

SurfTab Breeze 7.0 (Trekstor)

Display: 7 Zoll kapazitives Touchscreen, 800×480 Pixel
Speicher: 4 Gigabyte
Gewicht: 337 Gramm
Schnittstellen: USB, WiFi, SD-Kartenslot, Kopfhörerbuchse
Preis: 80 Euro

Als preislich unerreicht darf auf jeden Fall Trekstors neues Mini-Tablet namens Breeze 7.0 gelten. Denn ein Pricing um die 80 Euromacht das Gerät mit 7-Zoll-Display mit kapazitivem Multitouch à la iPad zum günstigen Einsteigermodell. Die Displayauflösung ist zwar mit 800×480 Pixel an der unteren Grenze. Sehen lassen können sich jedoch der eingebaute 1,2 Gigahertz-Chip, 512 Megabyte RAM sowie 4 GB Flash-Speicher. Weniger wäre aber wohl ein Problem: Denn wie die teureren Varianten der neuen Trekstor-Tablet-Palette (Ventos 8.0/Ventos 9.0) läuft auch das Breeze mit Android 4.0 („Icecream Sandwich“). Die maximale Akkulaufzeit soll zwischen vier Stunden (WLAN eingeschaltet) und neun Stunden liegen.

Liro Color II

Display: 7 Zoll kapazitives Touchscreen, 800×480 Pixel
Speicher: 4 Gigabyte
Gewicht: 337 Gramm
Schnittstellen: USB, WiFi, SD-Kartenslot, Kopfhörerbuchse
Preis: ca. 90 Euro

Die MVB verstärkt ihr Engagement im E-Reader-Sektor: auf der Frankfurter Buchmesse präsentierte die Börsenvereins-Tochter die Nachfolgeversion des Liro Color. Der Liro Color II (bauähnlich zum Breeze 7) wird ebenfalls im unabhängigen Buchhandel verkauft und setzt neue Maßstäbe bei Preis und Performance: 89 Euro für ein echtes Android 4.0 Tablet mit immerhin 4 Gigabyte Speicher und 1,2 Gigahertz-Prozessor klingen durchaus verlockend. Via Play Store hat man nun sogar den direkten Zugang zu Googles App-Universum. Leider hat sich jedoch bei der Bildschirmauflösung nichts getan. Die verbauten 800×480 Pixel (vergleichbar dem Weltbild-Tablet von 2011) sind für komfortable Lektüre immer noch etwas wenig.

SurfPad (Pocketbook)

Display: 7 Zoll kapazitives Touchscreen, 800×480 Pixel
Speicher: 4 Gigabyte
Gewicht: 285 Gramm
Schnittstellen: USB, WiFi, SD-Kartenslot, Kopfhörerbuchse
Preis: ca. 90 Euro (Rakuten)

Wenn die Kaufentscheidung im Bereich der Low-Cost-Lesetablets schwerfällt, so ist auch das SurfPad von Pocketbook schuld. Denn das Multifunktions-Gerät mit 7-Zoll großem kapazitivem Touch-Screen ist ebenfalls für knapp 90 Euro zu haben. Der Gigahertz-Prozessor, 512 Megabyte RAM und 4 Gigabyte Flash-Speicher mit Android 4.0 („Ice Cream Sandwich“) sollte für Anwendungen wie Web-Surfen, Videos oder Games ausreichen. Die vorinstallierte Office Suite Pro erlaubt zudem das Bearbeiten von Word-Dokumenten, während die Cool-Reader-App das SurfPad zugleich zum E-Reader macht. Mit nur 285 Gramm ist das SurfPad deutlich leichter als das Breeze bzw. der Liro Color II. Letzlich steht und fällt der Nutzwert natürlich auch mit der Akkuleistung – die soll laut Pocketbook für 7 Stunden Mischnutzung und für 6,5 Stunden Video reichen.

Kookee (Cat Nova)

Display: 7 Zoll kapazitives Touch-Screen, 1024×768 Pixel
Speicher: 8 Gigabyte
Gewicht: 300 Gramm
Schnittstellen: USB, WiFi, Mini-HDMI, SD-Kartenslot, Kopfhörerbuchse
Preis: 119 Euro (Amazon.de)

Wirklich spannend wird es kurz oberhalb der 100-Euro-Schallmauer. Mit dem Kookee legt Cat Nova für 119 Euroeinen echten Leckerbissen auf den bunten Teller: denn mit einer Auflösung von 1024×768 Pixeln bietet der Sieben-Zoller von der Pixeldichte her iPad-Qualität. Besonders auffällig am Kookee ist das rückseitige Griffprofil an den Querseiten – so lässt sich das Tablet komfortabel in beiden Händen halten. Im Hochformat dagegen kommt eher klassisches E-Reader-Feeling auf. Lese-Apps mit Zweispalten-Option kann man aber auch gut im Querformat nutzen, die Seitenhöhe ist dann durch das multimediafreundliche 16:9-Format etwas geringer als gewohnt. Weiterer Vorteil des Kookee ist die große Spannbreite bei der Einstellung der Bildschirmhelligkeit – sie lässt sich sehr weit herunterregulieren, was nicht nur Augenstress vermeidet, sondern auch den Akku entlastet. Die Akkulaufzeit liegt zwischen vier und acht Stunden.

Liro Tab

Display: 8 Zoll kapazitives Touch-Screen, 1024×768 Pixel
Speicher: 16 Gigabyte
Gewicht: 438 Gramm
Schnittstellen: USB, WiFi, Mini-HDMI, SD-Kartenslot, Kopfhörerbuchse
Preis: ca. 150 Euro

Neben dem Einsteigermodell Liro Color II bietet MVB über den unabhängigen Buchhandel auch ein 8-Zoll Modell mit einer Display-Auflösung von 1024 x 768 Pixeln an. Das „Liro Tab“ wird zum Preis von 150 Euro angeboten. Dank blickwinkelflexibler IPS-Technologie und hoher Pixeldichte dürfte es deutlich besser für die E-Book-Lektüre geeignet sein als der Sieben Zoller Liro Ink II. Dank 1,6 Gigahertz CPU, schnellem Graphikchip und 16 Megabyte Flash-Speicher steht aber auch der Nutzung als Multimedia- und Surftablet nichts im Wege. Nicht zu verachten sind auch die Front- und Rückseitenkamera. Das Gewicht von immerhin 438 Gramm dürfte den Komfort allerding etwas einschränken.

Kindle Fire Basisversion

Display: 7 Zoll kapazitives Touch-Screen, 1024×600 Pixel
Speicher: 8 Gigabyte
Gewicht: 400 Gramm
Schnittstellen: USB, WiFi, Kopfhörerbuchse
Preis: 159 Euro (Amazon.de)

Die Basisversion des Kindle Fire startet hierzulande in einer überarbeiteten Version mit schnellerem Prozessor und mehr Arbeitsspeicher. Für 159 Euroerhält man ein solides 7-Zoll-Tablet mit hoher Auflösung (1024×600 Pixel), kapazitivem Multitouch und einer angepassten Android-4.0-Oberfläche, das weitaus mehr ist als nur ein Lesegerät. Denn neben E-Books aus dem Kindle-Store versorgt Amazon den Kunden auch mit Musikfiles, Streaming-Videos, Spielen und sonstigen Apps. Die Performance auf dem LCD-Touchscreen ist beeindruckend. Allerdings ist das über Amazons App-Shop verfügbare Angebot an Programmen deutlich kleiner als im Google Play Store. Anwendungen wie Dropbox oder Bluefire (zur epub-Lektüre) lassen sich aber über Umwege direkt aus dem Web downloaden. Eine kritische Größe bleibt natürlich die Akkulaufzeit – mit bis zu neun Stunden bei vollem Betrieb muss man beim Kindle Fire keine Kompromisse eingehen.

SurfTab Ventos 8.0

Display: 8 Zoll kapazitives Touch-Screen, 1024×768 Pixel
Speicher: 8 bzw. 16 Gigabyte
Gewicht: 438 Gramm
Schnittstellen: USB, WiFi, Mini-HDMI, SD-Kartenslot, Kopfhörerbuchse
Preis: für 180 Euro bzw. 210 Euro

Trekstor liefert sein neues 8-Zoll-Tablet nicht nur an MVB (siehe Liro Color II), sondern vermarktet das Gerät unter dem Namen Surftab Ventos 8.0 auch selbst. Dabei kann man zwischen zwei Versionen wählen: mit 8 Gigabyte Speicher gibt’s das Ventos 8.0 für 180 Euro, die 16 Gigabyte-Version kostet 210 Euro. Dank blickwinkelflexibler IPS-Technologie und hoher Pixeldichte dürfte das SurfTab deutlich besser für die E-Book-Lektüre geeignet sein als viele andere Low-Cost-Tablets. Dank 1,6 Gigahertz CPU, schnellem Graphikchip und 16 Megabyte Flash-Speicher steht aber auch der Nutzung als Multimedia- und Surftablet nichts im Wege. Nicht zu verachten sind auch die Front- und Rückseitenkamera. Das Gewicht von immerhin 438 Gramm dürfte den Komfort allerding etwas einschränken.

Kindle Fire HD

Display: 7 Zoll kapazitives Touch-Screen, 1280 x 800 Pixel
Speicher: 16 bzw. 32 Gigabyte
Gewicht: 395 Gramm
Schnittstellen: USB, WiFi, Mini-HDMI, Kopfhörerbuchse
Preis: 199 Euro (Amazon.de)

Spätestens bei 200 Euro beginnt im Tablet-Sektor der High-End-Bereich. Für besonderen Lesekomfort sorgt bei der HD-Version des Kindle Fireein 1280 x 800 Display, das dank Polarisationsfilter und Anti-Glare-Technologie satte Farben und scharfe Kontraste aus jedem Blickwinkel bietet. Allerdings ist das über Amazons App-Shop verfügbare Angebot an Programmen deutlich kleiner als im Google Play Store. Anwendungen wie Dropbox oder Bluefire (zur epub-Lektüre) lassen sich aber über Umwege direkt aus dem Web downloaden. Mit bis zu 11 Stunden Akkulaufzeit ist man auch bei Multimedia-Konsum auf der sicheren Seite, der Einbau von zwei WLAN-Antennen sorgt für den direkten Draht ins Internet.

Kobo Arc

Display: 7 Zoll kapazitives Touch-Screen, 1280 x 800 Pixel
Speicher: 16, 32, 64 Gigabyte
Gewicht: 364 Gramm
Schnittstellen: USB, WiFi, Kopfhörerbuchse
Preis: ab 200 Euro

Das klassische Kobo Vox-Tablet (in Deutschland nicht erhältlich) wird abgelöst durch ein 7-Zoll-Gadget mit HD-Auflösung (1200×800 Pixel), dessen Basisversion (16 Gigabyte Speicher) mit 200 Euro gleichauf mit Amazons Kindle Fire HD liegt. Auch von den sonstigen Leistungsdaten her sind sich beide Lese-Tablets ziemlich ähnlich, vom Prozessor bis zur Akkulaufzeit – die größten Unterschiede dürfte man auf der Benutzeroberfläche erleben. Abgesehen von den Kobo-typischen Elementen wie etwa der Social-Reading-Anwendung Reading Life bietet das Arc-Tablet den direkten Zugang zum Google Play Store – das ermöglicht es u.a., konkurrierende E-Reading-Apps direkt zu installieren (z.B. die Kindle-App).

Autor & Copyright: Ansgar Warner
Abb. Intro: flickr/mmortah
Abb. Tablets: Hersteller

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