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Vom Oligarchen zum Hedgefonds: Britische Buchkette Waterstones wechselt erneut Besitzer

10 Apr 2018 3 Kommentare

waterstones-schliesst-ebook-storeWaterstones ist Nummer zwei im britischen „Brick & Mortar“-Buchhandel, was die wechselhafte und zugleich kurze Geschichte des Unternehmens angeht, aber wohl unangefochten Nummer eins: erst in den 1980er Jahren von Tim Waterstones gegründet, in den Neunzigern an Branchenführer WHSmith verkauft, seit Ende der Neunziger zwischengeparkt bei der HMV-Holding, am Ende 2011 zum Schnäppchenpreis von 53 Millionen Pfund beim russischen Oligarchen Alexander Mamut gelandet.

Mamut macht ein Millionengeschäft

Stimmen die Gerüchte, hat Mamut damit ein gutes Geschäft gemacht – denn offenbar steht der Weiterverkauf an den US-Hedgefond Elliot Advisors kurz bevor, für einen dreistelligen Betrag irgendwo zwischen 100 und 250 Millionen Pfund. Das arithmetische Mittel beider Marken — also 175 Millionen Pfund — würde ungefähr dem Preis entsprechen, den Amazon-Chef Jeff Bezos in Dollar für den Erwerb der Washington Post gezahlt hat. Tja, Print-Unternehmen sind mittlerweile so eine Art Brilliantbrosche, die man sich ans Revers heftet.

Waterstones hat E-Book-Business aufgegeben

Als Multimilliardär Mamut sich 2011 die Buchkette schnappte, waren Waterstones Boomjahre längst vorbei. Nicht zuletzt wegen der harten Online-Konkurrenz: Im britischen E-Book-Business hatte längst Amazon die Zügel übernommen, kurzzeitig gab es dann auch eine Kooperation, inzwischen ist Waterstones komplett aus dem Geschäft mit elektronischen Bücher ausgestiegen. Das Filialgeschäft dagegen hat sich konsolidiert, mit derzeit 281 Ladengeschäften werden landesweit wieder Gewinne eingefahren. Was ja zumindest eine gute Nachricht in dieser Nachricht ist: das Kerngeschäft namens stationärer Buchhandel lässt sich mit dem richtigen Konzept immer noch profitabel betreiben.

(via The Digital Reader & The Bookseller)

3 Kommentare »

  • KPS schrieb:

    Kurzer Hinweis: Jeff Bezos hat nicht die New York Times sondern die ebenso renommierte Washington Post.

  • KPS schrieb:

    …gekauft. :-)

  • Ansgar Warner (author) schrieb:

    Ja, stimmt, schon korrigiert ;-)

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