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VLB-Tix, ansonsten nix? Digitale Verlagsvorschau als Zwangsbeglückung erzürnt die Buchbranche

9 Mai 2018 0 Kommentare

vlb-tix-sonst-nixEine „vollständige Marktübersicht über nahe zu alle deutschsprachigen Novitäten“ will VLB-Tix bieten – und erleichtert zudem die Recherche, das Bestellen von Leseexemplaren und den „Novitäteneinkauf“. Das von der Börsenvereins-Tochter MVB bereitgestellte Angebot funktioniert so gut, dass große Verlage drauf und dran sind, die früher gewohnte gedruckte Programmvorschau abzuschaffen — doch als unlängst Random House tatsächlich „Digital Only“ für 2019 ankündigte, hagelte es postwendend Branchen-Protest. Kein Wunder…

Denn gehört zum Print-Buch nicht irgendwie auch die Print-Vorschau für Buchhändler, Journalisten und nicht zuletzt auch interessierte Leser? Welche Botschaft in punkto Wertigkeit/Wertschätzung transportiert man als „traditioneller“ Verlag, wenn man nur noch digital für Papierprodukte wirbt? In einer Buchreport-Umfrage lehnten fast drei Viertel der befragten Buchhändler den Vorstoß des Großkonzerns ab, der über 40 Verlagslabels betrifft. Aber auch mehr als 70 Prozent der Verlage wollen so weit zumindest jetzt noch nicht gehen.

Doch größere Verlage und auch Buchhandelsketten goutieren den Verzicht auf gedruckte Verlagsvorschauen durchaus. So hat Hugendubel gerade angekündigt, den Novitäteneinkauf ab Herbst 2018 ausschließlich über VLB-TIX durchzuführen — die Printvorschauen bei den Verlagen werde man abbestellen. Ein erster Schritt zur großen Wende? „Wenn Buchhändler VLB-TIX flächendeckend einsetzen, werden auch die Verlage nachziehen“, zitiert die dazu veröffentlichte MVB-Pressemitteilung den Vertriebsleiter eines mittelständischen Verlagshauses. Tatsächlich planen bereits viele Verleger die Umstellung auf VLB-Tix und sonst nix, auch wenn sie bisher ihre Frühjahrs- und Herbstprogramme noch“crossmedial“ promoten.

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