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Verlegen im Digitalen: Transkript der „E-Book-Code/Global & Beta“-Diskussion jetzt online

3 Mrz 2017 0 Kommentare

global-und-betaIn Berlin hat sich eine erstaunliche Anzahl von Vertretern des digitalen Publizierens angesiedelt. Ihre gemeinsame Sprache ist der E-Book-Code. Doch was heißt digitales Publizieren für die E-Book-Coder eigentlich konkret? Darüber wurde in der Berliner Blogfabrik anlässlich des Stadtsprachen-Festivals ausführlich diskutiert, mit dabei waren Kathrin Passig, Nikola Richter, Ansgar Warner und Gregor Weichbrodt. Jetzt ist der Wortlaut des Gesprächs vom November 2016 (siehe die folgende Leseprobe) bei Mikrotext erschienen, und zwar als Anhang der zweiten Auflage von „Global & Beta – E-Book-Code Berlin“. Das E-Book enthält darüberhinaus kurze Essays der obigen Diskutanten wie auch literarischen Interventionen zum Thema von vier jungen AutorInnen mit Berlinbezug.

Nikola Richter: Ich fange an, ich schmeiße den Ball in die Runde. Die Frage ist kurz und hoffentlich nicht zu schwierig: Was bedeutet für euch heute Verlegen im Digitalen?

Kathrin Passig: Du hast mich jetzt als erste aufgerufen, weil ich als erste gezuckt habe. Ich habe nur gelacht, weil ich erst im Vorfeld dieser Veranstaltung gemerkt habe, dass ich da als Verlegerin gefragt bin. Das liegt daran, dass es das Techniktagebuch gibt: Das ist ein Blog, das seit zweieinhalb Jahren existiert. Es hat inzwischen ungefähr 50 regelmäßige und ungefähr 300 gelegentliche Autorinnen und Autoren. Davon gibt es auch E-Book-Fassungen, und das qualifiziert mich jetzt dazu, über das Verlegen zu reden, weil vorher hatte ich das auch noch nie gemacht.

Ansgar Warner: Ich habe vorher schon für Zeitungen geschrieben, aber das war eher Print. Irgendwann habe ich angefangen zu bloggen, das hat sich zum Verlegen ausgeweitet. Weil ich auch über E-Books gebloggt habe, habe ich angefangen, E-Books zu machen: Ein E-Book über die Geschichte des E-Books stand am Anfang. Wenn man irgendwann nicht nur eigene Bücher verlegt, sondern auch von Fremden, dann ist man eben nicht nur Selbstverleger sondern auch Verleger oder Fremdverleger. Irgendwann macht man auch Print: Dann merkt man, dass sich ein Kreis geschlossen hat.

Nikola Richter: Die Grundthese meines Verlags ist ungefähr: „Ausgedrucktes Internet“. Weil es noch weitergeht: Viele Texte, die bei mikrotext erscheinen, wurden zuerst im Netz geschrieben. Was ich mit E-Book-Code meinte – denn ich bin für diesen Satz verantwortlich – war: Die Herstellungswege waren schon elektronisch, aber die Art und Weise, dass ein Code, der drumherum gestrickt wird, der weltweit auslesbar ist und auch durch das Netz verteilbar ist als Datei; dass Text sozusagen als standardisierte Datei – sei es auch auf einem Blog mit HTML und CSS – eingepackt und verteilt wird.

Gregor Weichbrodt: Mario Sixtus hat einen Artikel im Buchreport geschrieben. Er sagt, dass das E-Book vielleicht nichts anderes ist als ein „Metapherngerüst für eine digital vermarktbare Datei“. Ich habe eigentlich keine Erfahrung mit dem Verlegen und bei Frohmann – ich habe zwei Titel bei Frohmann („I Don’t Know“ und „Code und Konzept“) – ist es auch nur so schnell möglich, weil sie total schnell reagieren kann. Ich habe also eine Idee, erzähle es ihr, und das wird innerhalb von einer Woche umgesetzt – das funktioniert super! (…)

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