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Verlagsgruppe Pearson: Umsätze mit digitalen Medien werden Print 2012 überholen

28 Feb 2012 Ansgar Warner 0 Kommentare

Nicht nur in den USA wird die Gutenberg-Galaxis von der elektronischen Konkurrenz abgehängt: die Londoner Verlagsgruppe Pearson – zu der neben Penguin auch die Financial Times gehört — konnte 2011 dank Apps, E-Books und Online-Angeboten ein Umsatzwachstum von 18 Prozent verzeichnen. In diesem Jahr könnte sogar ein historischer Wendepunkt erreicht werden: „Umsätze mit digitalen Gütern und Dienstleistungen werden wahrscheinlich die Umsätze im Printbereich überholen“, prognostizierte das Unternehmen bei der Vorstellung der Vorjahresergebnisse.

Maßgeblich beitragen werden dazu auch elektronische Schulbücher und Lernsoftware – denn Pearson ist mit einem Gesamtumsaz von mehr als 6 Milliarden Euro nicht nur der weltgrößte Publikumsverlag, sondern auch der größte Anbieter von Bildungsmedien. Doch die Ergebnisse der Pearson-Tochter Penguin können sich ebenfalls sehen lassen. Seit 2008 hat der mit seinen Taschenbuch-Klassikern berühmt gewordene Verlag bereits mehr als 50 Millionen Apps und E-Books verkauft. E-Books machen nun 12 Prozent der globalen Umsätze aus, in den USA sogar bereits 20 Prozent. Für 2012 wird ein weiteres kräftiges Wachstum erwartet. Wie bei anderen Verlagen – z.B. Simon&Schuster – stagnierte jedoch der Gesamtumsatz, da im Printbereich etwa durch die Pleite der zweitgrößten Buchhandelskette Borders bedeutende Verkaufsflächen wegfielen. Geringere Vertriebskosten im E-Book-Bereich sorgten interessanterweise zugleich für steigenden Gewinn.

Große Erfolge bei der Print-to-Online-Strategie vermeldet zudem die Financial Times. Ähnlich wie die New York Times setzt das Blatt auf eine Paywall nach dem „metered access“-Modell. Und das mit Erfolg: Die Zahl der digitalen Abos stieg im Jahr 2011 um 29 Prozent auf 267.000, in den USA ist die Zahl der digitalen Abonnenten mittlerweile größer als die der Print-Bezieher. Eine besondere Rolle bei dieser Entwicklung hat offenbar die Einführung des iPads gespielt – seit Mitte 2010 hat sich die Zahl der elektronischen Subskribenten fast verdoppelt. Die Bedeutung von Anzeigenerlösen ist dabei immer weiter zurückgegangen, die Financial Times erzielt fast zwei Drittel ihrer Umsätze mit dem Verkauf von Content, wobei Print und Digital hier schon fast gleichauf liegen.

Abb.: flickr/twobobswerver

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