Valentins-Aktion im Kindle-Shop: Elf Herzschmerz-Romane à 99 Cent

Wer sich zum Valentinstag selbst etwas schenken möchte, wird jetzt bei Amazon fündig: im Kindle-Store gibt’s bis zum 17. Februar ein knappes Dutzend Herzschmerz-Romane zum Preis von 99 Cent. Alle E-Books stammen von Amazons hauseigenem Label „Amazon Crossing“, das sich auf die Übersetzung und internationale Vermarktung erfolgreicher Self-Publishing-Bücher spezialisiert hat. Wirklich sparen kann man bei den Titeln wie „Rettung der Highlanderin“, „Alison Wonderland“ oder „Freiwillig Fräulein“ aber nicht – denn zuvor wurden sie zum Preis von 1,02 Euro angeboten. Die Ersparnis beträgt also schlappe 0,03 Cent, bzw. 3 Prozent.

Doch nicht nur die minimale Senkung erscheint merkwürdig, auch das ursprüngliche Preisschild. Wie kann man so knapp am vernünftigen Schwellenpreis vorbei schrammen? Möglicherweise hat Amazon mit der Valentins-Aktion ganz einfach einen Kalkulationsfehler behoben – denn 1,02 Euro ergeben sich, wenn man auf einen Nettopreis von 99 Cent noch drei Prozent Umsatzsteuer hinzurechnet, die im Kindle-Store anfallen. Amazons Firmensitz befindet sich schließlich in Luxemburg, und die Umsatzsteuer für E-Books beträgt dort seit 2012 nur noch drei Prozent. In Amazons KDP-Interface muss man aber (anders etwa als bei Kobo Writing Life) den Nettopreis angeben, der jeweils geltende Umsatzsteuersatz wird automatisch hinzugerechnet.

Vergisst man das, ergeben sich krumme Summen wie eben die 1,02 Euro. Vielleicht sind auch Amazon-Mitarbeiter vor einem solchen Irrtum nicht gefeit? Die Valentins-Promotion wäre in diesem Fall natürlich eine prima Gelegenheit gewesen, das Mystery-Pricing optisch zu korrigieren, von der willkommenen Werbung für Amazon Crossing mal ganz abgesehen (viele der Valentins-Romane wurden bereits in die Top 10 des Kindle Shops katapultiert). Nach dem Ende der Aktion dürfte dann zwar wieder ein etwas höherer Preis gelten, diesmal aber wohl mit einer 9 in der letzten Ziffer.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".