Uuups! Kurzes Blackout bei Amazon.com kostet bis zu 5 Mio. Dollar

Wer gestern Amazon.com besuchen wollte, bekam statt der üblichen Startseite nur eine Fehlermeldung zu sehen: „Oops! We are very sorry, but we’re having trouble doing what you just asked us to do“. Wie lange genau der Server-Blackout für Kunden aus den USA und Kanada gedauert hat, bleibt zwar unklar, doch es waren wohl mindestens zwanzig, möglicherweise sogar bis zu 45 Minuten. Für einen reinen Online-Händler wie Amazon können jedoch auch kurze Aussetzer mitten an einem Wochentag ordentliche Verluste bescheren – schließlich gibt’s kein Filialnetz als „Fallback“. Eine reale Buchhandlung oder ein Warenhaus verschwindet nicht so einfach im Nirvana…

Amazon macht pro Minute 117.000 Dollar Umsatz

Aktuellen Schätzungen zufolge (siehe die Infografik von 500Friends) soll das Unternehmen im Durchschnitt 117.882 Dollar pro Minute umsetzen – 45 Minuten Blackout würden somit knapp 5 Mio. Dollar Verlust entsprechen. Wenn man bedenkt, dass alleine bei Amazon.com mehr als 150 Millionen aktive Kundenaccounts existieren sollen, klingt das auch plausibel. Letzlich lassen sich die realen Verluste natürlich schwer berechnen, denn manche Einkaufsaktivitäten wurden wohl nur etwas hinausgezögert. E-Book-Käufer, die schon im Kindle-Universum unterwegs sind, haben in den meisten Fällen ohnehin gar keine Alternative. Europäische Domains wie Amazon.de, aber auch Tochterunternehmen wie Zappos oder diapers.com waren vom aktuellen Ausfall übrigens nicht betroffen – hier herrschte Business as Usual.

Im allgemeinen gilt Amazons hauseigener Serverpark als äußerst zuverlässig. Im letzten Jahr wurden jedoch auch externe Partner kalt erwischt, die auf Amazons Cloud-Dienstleistungen angewiesen sind – gleich zweimal waren große Player wie Instagram, Netflix oder Reddit längere Zeit offline. Neben extremen Wetterereignissen wurden damals als Ursache auch Hackerangriffe vermutet – was Amazon jedoch vehement dementiert hat.

(via Venturebeat.com)

Abb.: flickr/deiby

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".