USB-Stick statt Tragetasche: Libri testet E-Book-Verkauf im stationären Buchhandel

4163341972_30353334b1.jpgNach Libreka bringt nun auch Libri E-Books in die Buchhandlungen: mit Libri Digital sollen Kunden zukünftig direkt vor Ort elektronische Lektüre shoppen können und sich dabei vom Buchhändler beraten lassen. Direkt mitnehmen – etwa auf einem USB-Stick – kann man allerdings nur DRM-freie Titel. Ansonsten bekommt man per Mail einen Download-Link zugeschickt. Momentan wird Libri Digital in ausgewählten Buchhandlungen getestet.

E-Book-Verkauf als Chance für den stationären Buchhandel?


Bisher haben viele Buchhändler E-Books als Konkurrenzprodukt zum gedruckten Buch angesehen – schließlich drohten die Kunden nun erst recht zu den großen Online-Portalen abzuwandern. Doch der „stationäre Buchhandel“ hat durchaus seine Stärken – zum einen die Möglichkeit, sich rasch einen Überblick über das aktuelle Angebot zu verschaffen und ohne Einschränkung in vorrätige Titel hineinzulesen. Zum anderen natürlich auch die Beratung durch das Fachpersonal.
Für Libreka, die E-Commerce-Plattform des deutschen Buchhandels, war das ein wichtiger Grund, im letzten Jahr mit dem „Transfer-Tool“ den E-Book-Verkauf im Laden zu ermöglichen. Mit Libri Digital zieht nun auch der größte deutsche Buch-Großhändler nach. Der Kunde hat zukünftig die freie Wahl – man kann ein physisches Buch in die Tasche stecken, oder ein E-Book auf den USB-Stick ziehen. Zumindest theoretisch, denn die meisten aktuellen Titel sind schließlich mit Kopierschutz (DRM) versehen. So bietet auch das neue Programm „Libri Digital“ ähnlich wie das „Transfer Tool“ von Libreka in diesem Fall lediglich die Möglichkeit, sich einen Download-Link zuschicken zu lassen. Nutzen kann man die heruntergeladene Datei nur, wenn man bereits Adobe Digital Editions installiert hat und über eine gültige Adobe-ID verfügt.

Auch durch Online-Shopping kann man die Buchhandlung vor Ort unterstützen


Immerhin zeigen Modelle wie Libri Digital grundsätzlich, wie einfach der E-Book-Kauf sich auch vor Ort realisieren lässt, wenn Verlage auf DRM verzichten bzw. auf das digitale Wasserzeichen setzen würden. Technisch wird die bereits vorhandene Plattform Libri.Connect genutzt, über die sich schon jetzt neben Print-Büchern auch E-Books und Hörbücher recherchieren lassen. Zusätzliche technische Geräte wie etwa ein Cardreader sind nicht notwendig. Es bleibt den Buchhandlungen selbst überlassen, ob sie zusätzliche Recherche-Terminals speziell für ihre Kunden aufstellen. Ausprobieren kann man Libri Digital während der Testphase nur in einigen ausgewählten Buchhandlungen, wann der Service allgemein verfügbar sein wird, ist noch unklar. Um die lokale Buchhandlung zu unterstützen, muss man aber in Zukunft E-Books nicht unbedingt vor Ort kaufen – das zeigt beispielhaft das Libreka-Partnerprogramm. Wer online bei Libreka shoppt, kann dann die gewünschte Buchhandlung in einer Händlerliste auswählen. Libreka tritt nur als Vermittler auf, der eigentliche Kaufvertrag wird mit der Buchhandlung abgeschlossen. Viele Buchhändler haben über das Modul “libreka-linkup” den E-Book-Bestand von Libreka auch bereits in ihre eigene Website integriert.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

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