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Orbanism – Remix-Festival für Berlin & ditt janze Web da draußen

11 Jun 2015

orbanism-remix-festival-berlinEs findet am 29. und 30. August in Berlin statt, und zugleich im Netz, also überall, urbi et orbi treffen sich im Glokal. So passt auch der Name irgendwie: „Orbanism“. Ausgedacht haben sich das Festival für Sound-, Bild- und Text-Remix auf Grundlage der Creative-Commons-Lizenz zwei prominente Berliner Book People, nämlich Digital-Verlegerin Christiane Frohmann und Branchen-Berater Leander Wattig.

Verliebt ins Material

Seit Anfang Juni kann man bereits künstlerische Inhalte zum diesjährigen Festival-Thema „Falling in Love“ einreichen, ab Juli dürfen sie dann wiederum selbst künstlerisch weiterbearbeitet werden. Der Material-Pool aus Remixen, Text- und Wortbildcollagen, Filmen u.ä. dient dann Ende August für Online- und Lokal-Events, etwa Konzerte, Lesungen, Performances, Ausstellungen, Screenings oder Projektionen.

Urheberrecht als Hochzeits-Crasher

Hinter den Kulissen geht’s natürlich um weitaus mehr als nur Boy-meets-Boy-meets-Girl-meets-Girl-Geschichten: „Jeder Remix erzählt vom Sichverlieben: Es war einmal ein Künstler (Ich), der einem fremden Werk (Du) begegnete und sich verliebte“, so das Mission Statement der Veranstalter. Das traditionelle Urheberrecht wirkt da leider bisher allzu oft als Hochzeits-Crasher. Doch nicht nur das: auch die Frage nach dem Lebensunterhalt macht den Künstlern zu schaffen.

Remix soll Ka-Tsching machen

Die Orbanism-Macher haben beides im Blick: „Wir wollen mit dem Orbanism Festival ausloten, wie sich größtmögliche kreative Freiheit und größtmögliches Einkommen für Künstler kombinieren lassen“, so Leander Wattig. Parallel arbeite man derzeit daran, ein das Konzept für ein Remix-Abrechnungssystem zu entwickeln, wer möchte, kann schon während des Festivals an Modellversuch zur kommerziellen Auswertung der Remixe teilnehmen.

„Kreativwirtschaft beweglich halten“

Geld verdienen mit einem geistreichen Tweet, einem per Handykamera abfotografierten Graffiti, oder einem Traumprotokoll nach der Pilzpfanne Ling Chi? Das wäre wirklich eine schöne neue Welt, immer noch sexy, aber nicht mehr ganz so arm. Soviel zum Maximalziel. Das Minimalziel formuliert Christiane Frohmann so: „Es geht darum, Berlin und überhaupt die Kreativwirtschaft beweglich zu halten“.