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Mach’s zum E-Book: Unglue.it befreit moderne Klassiker – mit Hilfe der Crowd

21 Mai 2012 2 Kommentare

Ob Huxleys „Schöne Neue Welt“, George Orwells „Farm der Tiere“ oder Douglas Adams „Per Anhalter durch die Galaxis“: viele moderne Klassiker stehen aus Kostengründen nicht zur Onleihe zur Verfügung oder sind schlicht noch gar nicht als E-Book-Version lieferbar. Eine neue US-Plattform namens Unglue.it will nun digitale Ausgaben solcher Werke weltweit verfügbar machen – kostenlos & gemeinfrei. Und zwar via Crowdfunding: Massenspenden aus dem Netz sollen den jeweiligen Rechteinhaber dazu bewegen, das Werk unter Creative Commons (CC-) Lizenz zu stellen. Analog zum „Street Performer Protocol“ wird eine Mindestschwelle gesetzt, die für die „Befreiung“ eines Titels erreicht werden muss. Sobald die Summe erreicht wurde, erscheint eine DRM-freie CC-Version des E-Books. Die weitere Verwertung wird dadurch nicht gestört. Die nicht-exklusiven Creative Commons-Lizenzen schließen kommerzielle Varianten eines Werkes nicht aus.

Bereits während der Alpha-Phase von Unglue.it wurden Vorschläge gesammelt, welche Titel befreit werden sollen. Auf der Hitliste ganz oben standen von Anfang an Bücher wie Stephen Hawkings „Kurze Geschichte der Zeit“, Douglas Adams „Per Anhalter durch die Galaxis“ oder Harper Lees „Wer der Nachtigall stört“. Die jeweilige Zahl der Befreiungs-Wünsche entscheidet dabei, welche Klassiker für eine Spendenkampagne in Betracht kommen. Eine Rolle spielt aber in der gerade angelaufenen Beta-Phase auch, wie teuer die jeweiligen Rechte sind. Gespendet werden kann vorerst nur für weniger prominente Titel wie Ruth H. Finnegan Sachbuch „Oral Literature in Africa“, Nancy Rawles Roman „Love like gumbo“ oder Michael Lases Kinderbuch „6-321“. Die Spendensummen liegen dabei zwischen 7.500 und 50.000 Dollar.

Für den notwendigen Crowd-Effekt sorgt auch die Möglichkeit, einzelne Buchprojekte via Widget in die eigene Website einbinden zu können. Wenn die Wishlist für klassische Bestseller weiter wächst, dürften es dann auch diese Werke bis zur aktiven Spendenkampagne schaffen. Denn das massenhaft bekundete öffentliche Interesse soll die Rechteinhaber davon überzeugen, den Schritt in die Creative-Commons-Welt zu wagen. Profitieren könnten vom Unglue-it-Modell vor allem öffentliche Bibliotheken, die immer mehr Geld in E-Book-Lizenzen stecken müssen. Oder ganz außen vor bleiben. In den USA weigern sich nämlich viele Verlage bereits, E-Books überhaupt noch für den Verleih zu lizensieren.

Abb.: Screenshot Unglue.it – Bei der Suche nach befreiungswürdigen Titeln hilft Google Books

2 Kommentare »

  • Unglue.it - ein digitales Lösungsmittelsevblog schrieb:

    […] Jahrzehnten großer Beliebtheit erfreuen, aber manchmal drohen in Vergessenheit zu geraten. Wie bei e-book-news.de nachzulesen ist, hat sich unter dem interessanten Namen unglue.it (“entkleb es”, […]

  • e-book-news.de: “Mach’s zum E-Book” « OnleiheVerbundHessen schrieb:

    […] e-book-news.de berichtet über die Beta-Phase der US-Plattform unglue.it, die via Crowdfunding moder… Sharen mit:E-MailDruckenFacebookTwitterGefällt mir:Gefällt mirSei der Erste, dem diese(r) Artikel gefällt. […]