“txtr” vs. Kindle: Neuer E-Book-Reader aus Berlin

Der Name klingt wie ein Lautgedicht von Ernst Jandl: “txtr”! Doch dahinter verbirgt sich kein Nonsens, sondern ein veritabler E-Book-Reader, den das gleichnamige Berliner Start-up am 24. Januar für diesen Sommer angekündigt hat (Nachtrag: jetzt ist Sommer 2008, mittlerweile ist die Rede von einer Einführung im Oktober). Die Eckdaten klingen gar nicht mal so schlecht. Txtr bietet ein 6 Zoll großes Monochrom-Display von E-Ink, das mit 600 mal 800 Bildpunkten und 16 Graustufen auch bei direkter Sonneneinstrahlung problemlos ablesbar sein soll, 1 Gigabyte Flash-Speicher, und vor allen Dingen: W-Lan-Fähigkeit. Denn die beiden Gründer Andreas Steinhauser and Frank Rieger haben offenbar einen medialen Präventivschlag gegen Amazon’s Kindle vor: parallel zum Reader geht eine Download-Plattform ans Netz, von der aus man nicht nur virtuelle Schmöker “renommierter deutscher Verlage” erwerben kann, sondern auch auf Gratis-E-Books Zugriff hat. Ausserdem setzen die Kindle-Herausforderer auf volle -Fähigkeit: man kann gemeinsam mit Freunden auf Texte und Dokumente zugreifen, kommentieren und bewerten sowie Internetseiten aufrufen können. Die deutschen Leser könnten also in ein paar Monaten direkt aus der Gutenberg-Galaxis mitten in das drahtlose Zeitalter katapultiert werden…doch erstmal haben im März auf der Leipziger Buchmesse Sony und Amazon das Wort.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".