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txtr-Reader startet ohne WLAN – dafür Preissenkung auf 299 Euro

30 Nov 2009 Ansgar Warner 7 Kommentare

txtr-reader-ohne WLAN nur mit UMTS.gifAb morgen ist er vorbestellbar – der neue txtr-Reader des gleichnamigen Berliner Startups. Allerdings ohne WLAN – in letzter Minute nahmen die Entwickler das Feature aus dem Programm. Grund: man wollte statt 319 Euro doch lieber den Schwellenpreis von 299 Euro erreichen. Nun gibt es zwar die Möglichkeit, sich per UMTS mit dem E-Book-Store zu verbinden – der Kontakt mit dem eigenen PC läuft aber nur per USB-Kabel.

“Wir haben das etwas sperrige Feature WLAN geopfert”

Eine gute und eine schlechte Nachricht verkündete heute txtr-Mitgründer Ronnie Vuine via Firmen-Blog. Zuerst die gute: “Der txtr-Reader wird zwanzig Euro weniger kosten als angekündigt.” Also 299 Euro statt zuvor 319 Euro. Die Preissenkung in letzter Minute hat jedoch auch ihren Preis. Die schlechte Nachricht lautete deswegen: “Um den Preis zu erreichen, haben wir das etwas sperrige Feature WLAN geopfert.” Der Schwellenpreis 299 Euro scheint für E-Reader eine magische Grenze zu sein – tatsächlich liegen die meisten aktuellen Modelle darunter, selbst die europäische Version des Kindle 2. “Wir sind in den Wochen seit der Buchmesse wieder und wieder gefragt worden: Warum ist das Ding so teuer?”, klagt Vuine ganz in diesem Sinne. Bei der Festsellung “Die Funkschnittstellen kosten nun mal Geld” wollte man es aber offenbar nicht belassen. So kam die WLAN-Karte auf die Abschussliste: “Da wir Mobilfunk in jedem Fall machen wollen blieb nur, WLAN zu opfern.” Allerdings ist die Entscheidung riskant – txtr droht damit viele Kunden zu verärgern, die sich bereits auf der Vormerk-Liste eingetragen haben – natürlich für ein Gerät mit WLAN. Andere werden sich jetzt noch mal reiflich überlegen müssen, ob mittelfristig nicht ein Kindle doch die bessere Lösung ist, auch wenn noch keine deutschen E-Books für Amazons Gadget erhältlich sind.

“Wir glauben nicht daran, dass Reader ein PDA-Ersatz sein können”

Argumentativ ging Vuine auf dem Firmenblog schon mal kräftig in die Defensive – WLAN sei für Laien ja ohnehin äußerst schwer zu konfigurieren, bei einem Gerät ohne Tastatur wären öffentliche Hotspots außerdem ohnehin unzugänglich geblieben. Das dürfte vielen “normalbegabten” Netbook-Besitzern nur ein müdes Lächeln entlocken. Auch das Argument “Wir glauben nicht an Webbrowser auf Readern und nicht daran, daß ein Reader ein PDA-Ersatz sein können sollte”, klingt nicht sehr überzeugend. Die künstliche Trennung zwischen E-Reader, Smartphone und Netbooks verschwindet ohnehin immer mehr – und was spricht gegen ein Multifunktionsgerät mit dem Nutzungsschwerpunkt E-Lektüre? Immerhin konnte txtr in Sachen Bluetooth Entwarnung geben – diese Schnittstelle wird auch weiterhin mit dabei sein. Übrigens sprach Ronnie Vuine ausdrücklich davon, dass die WLAN-Kürzung nur für die “1. Generation” des txtr-Readers gilt. In nicht allzu ferner Zukunft könnte also eine DeLuxe-Version herauskommen, die auch im lokalen Netz eine Verbindung bekommt. Hoffen wir, dass sie dann zumindest für 319 Euro zu haben sein wird…

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