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txtr-Killer aus Fernost? Boox-Reader von Onyx in Deutschland lieferbar

17 Dez 2009

onyx boox e-reader in deutschland lieferbar wlan epub webbrowser.gifNeue Konkurrenz für den txtr: ab sofort ist der Boox-Reader des chinesischen Herstellers Onyx in Deutschland lieferbar. Der 6-Zoller glänzt nicht nur mit edlem Design, sondern bringt auch beachtliche innere Werte mit: Touch-Screen, W-LAN und sogar ein Web-Browser ist mit dabei. Der Vertrieb des „Onyx Boox 60“ läuft über den niederländischen Anbieter „Ebook Reader Store„, der auch eine deutsche Webseite betreibt.

Ein E-Reader ist kein Surftablet? Bei Onyx sieht man das anders…


Lange Zeit konnte man den Onyx Boox für Vaporware halten: zur letzten CEBIT waren ein paar Geräte aufgetaucht, dann herrschte lange Zeit wieder Funkstille. Rechtzeitig vor Weihnachten hat nun der chinesische Hersteller doch noch den Schritt nach Mitteleuropa gewagt – vom niederländischen Venlo aus organisiert Onyx via Ebook Reader Store den Vertrieb in die Bundesrepublik. Besonders attraktiv macht das Gerät ein Feature, das beim txtr-Reader in letzter Minute wieder hinausgeworfen wurde: der WLAN-Anschluss. Die Macher des Berliner „Kindle-Killers“ waren der Meinung, ein E-Book-Reader sei nun mal kein Surf-Tablett. Bei Onyx sieht man das offenbar anders – schließlich spendierte man dem neuen Reader auch einen rudimentären Webbrowser, basierend auf der freien Webkit-Engine, ähnlich wie beim Crunchpad bzw. Joo Joo-Tablet.

Schneller Page-Refresh, guter Kontrast: Onyx schlägt Sony Reader Touch

onyx-ereader-browser-e-book.gifDie Tester von ereaders.nl haben bereits ein Gerät in die Hände bekommen: sie lobten vor allem den schnellen Page-Refresh sowie den guten Kontrast („vergleichbar mit dem Sony PRS 300“) des E-Ink-Displays, das mit 16 Graustufen glänzt. Durch den Einsatz der Touch-Screen-Technik von Wacom hat man offenbar von Sonys Fehlern bei der Touch Edition gelernt – dafür muss das Gerät allerdings auch mit einem „Stylus“-Stift bedient werden. Mit dem Stift lassen sich nicht nur handschriftliche Notizen machen, sondern auch Textpassagen markieren. Die Such- und Wörterbuchfunktion des Boox funktioniert über eine eingeblendete virtuelle Qwerty-Tastatur, deren Tasten ebenfalls per Stylus getippt werden (ein paar Screenshots gibts übrigens bei ebooktest). Voreinstellbar sind fünf verschiedene Schriftgrößen, zusätzliche Fonts lassen sich beim Hersteller downloaden. Netterweise gehört zum Lieferumfang auch eine weiße Ledertasche, in der sich Reader (und Stift natürlich) verstauen lassen. Der Speicher ist mit 512 MB nicht gerade großzügig ausgestattet, per SD-Karte kann aber kräftig nachgerüstet werden. Mit 290 Gramm ist das Onyx Boox 60 etwas schwerer als viele gängige Reader von Bookeen (170 Gramm) bis zum txtr (260 Gramm).

Kleines Manko: DRM-geschützte E-Books müssen vorerst noch am Desktop autorisiert werden


Wifi lässt sich mit einem speziellen Knopf an der Seite des Geräts an- und ausschalten. Der Benutzer kann jeweils aus verfügbaren Drahtlos-Netzen auswählen. Standardmäßig sind drei Webadressen als Favoriten voreingestellt: Die Hersteller-Homepage, Google und Wikipedia. Neue Favoriten lassen sich allerdings nicht anlegen, neue Webseiten lassen sich nur über die Suchfunktion von Google ansteuern. E-Books aus dem Public-Domain-Bereich lassen sich via Browser direkt auf das Gerät laden und lesen. DRM-geschützte E-Books müssen jedoch erst auf dem Desktop / Laptop mit Adobe Digital Editions authorisiert werden. Ein Firmwareupdate von Onyx soll dieses Problem jedoch ab Januar beheben. Insgesamt bewertete man bei ereader.nl den Onyx Boox wegen solcher Nachteile nur als „gemäßigt positiv“ – auf die Wunschliste kam neben dem komfortableren Online-Shopping bei kommerziellen Titeln auch ein verbesserter Browser. Wenn Onyx die Probleme schnell angeht, könnte der Boox-Reader wohl tatsächlich ein echter txtr-Killer werden. Preislich liegt der Onyx Boox 60 beim Ebook Reader Store zur Zeit bei 349 Euro (plus 5,20 Versandkosten), andere niederländischen E-Stores wie studon.nl verkaufen das Gerät aber auch schon ab 299 Euro (deutsche Kunden zahlen aber einen Aufschlag von ca. 28 Euro inkl. Versand).