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txtr Beagle: batteriebetriebener 10-Euro-Reader dockt via Bluetooth beim Smartphone an

10 Okt 2012 3 Kommentare

Wau! Selten gab es wohl bei einer Reader-Premiere soviele Überraschungen auf einmal – vom Preis über die Netzanbindung bis zur Stromquelle. Doch dann dann kam Beagle: Von außen mag der von txtr jetzt auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellte Lowest-Cost-Reader anderen Lesegeräten gleichen, die technischen Daten jedoch lassen aufhorchen: statt USB-Anschluss oder WiFi-Verbindung bringt der 5-Zoller eine Bluetooth-Schnittstelle mit. E-Lesestoff soll drahtlos via txtr-App vom Smartphone herübergebeamt werden, wobei sich neben gekauften E-Books auch persönliche Dokumente übertragen lassen. Ambitioniert zeigt sich txtr auch bei der drahtlosen Stromversorgung – die liefern nämlich zwei handelsübliche AAA-Batterien, mit denen das E-Ink-Gerät 12 Monate lang läuft (solange man nicht mehr als 12 bis 15 Bücher liest). Geradezu utopisch klingt der Preis: für nur knapp zehn Euro soll der txtr Beagle zu haben sein.

Literarische Dia-Show auf dem E-Ink-Display

Um das Lowest-Price-Segment zu erreichen, geht txtr allerdings auch bei der verbauten CPU einen bemerkenswerten Kompromiss ein – ein vergleichsweise langsamer Prozessor muss reichen. Damit trotzdem eine lesefreundliche Performance erreicht wird, gelangen die E-Books nicht im ursprünglichen epub- oder PDF-Format, sondern nur als Seite für Seite „gerenderte“ Grafiken auf das Lesegerät. Die eigentliche Rechenleistung übernimmt dabei das Smartphone. Letzlich bekommt man also auf dem E-Ink-Display eher eine Art literarischer Dia-Show zu sehen. Da die Seiten-Abbilder weitaus mehr Speicherplatz fressen als normale Text-Dateien, reicht der Speicherplatz von 4 Gigabyte nur für vier bis fünf Titel. Preisdämpfend wirkt sich aber auch die geplante Vertriebsstruktur aus: der neue Reader ist vorerst nur als quersubventioniertes Zusatzangebot für die Kunden von Mobilfunk-Anbietern gedacht.

Beagle geht mit dem Smartphone Gassi

Mit anderen Worten: Beagle wird explizit als „begleitender“ E-Reader vermarktet, der quasi mit dem Smartphone Gassi geht. Für die Branche ein absolutes Novum: „Bis jetzt haben die Netzwerkbetreiber das eReading-Geschäft nicht aktiv betrieben“, so txtr-CCO Thomas Leliveld. „Aus unserer Sicht liegt das daran, dass es bis jetzt kein passendes Produkt gab, das die wichtigsten Grundbedingungen des Telekommunikations-Businessmodells erfüllt“. Und das lautet vor allem: Keep it simple, stupid. Wobei „simple“ hier auch klein und leicht heißt. Der neue Smartphone-Begleiter soll nun Millionen Handy-Kunden davon überzeugen, erstmals voll ins elektronische Lesen einzusteigen – und dabei die Netzwerkbetreiber an den E-Book-Erlösen beteiligen. Perspektivisch kann man sich bei txtr jedoch auch den Vertrieb über den eigenen E-Store vorstellen.

Mehr Lesefläche als auf dem Smartphone

Auswechselbare Rückseiten wie auch farblich an das Corporate Design anpassbare Vorderseiten ermöglichen kundenseitige Individualisierung wie auch Wiedererkennbarkeit der jeweiligen Marken. Auffällig ist zudem eine Besonderheit beim Formfaktor: um den Batterien Platz zu bieten, hat der ansonsten nur 5 mm flache Beagle eine kleine Ausbuchtung an der Unterkante. Dem Hersteller zufolge soll das nicht nur optisch einen „eleganten Schwung“ erzeugen, sondern auch ergonomische Vorteile bieten. Nicht ganz unwichtig in Sachen Formfaktor ist natürlich auch die Wahl eines 5-Zoll-Displays – denn damit bietet der Reader spürbar mehr Lesefläche als ein normales Smartphone. Der kleinste und leichteste E-Reader der Welt (wie von txtr behauptet) ist dabei allerdings nicht herausgekommen. 128 Gramm inklusive Batterien mögen nicht schlecht klingen. Doch Trekstors neuer 4-Zoller namens „Mini“ wiegt noch 17 Gramm weniger – inklusive Akku.

Abb.: txtr

3 Kommentare »

  • walfischbucht schrieb:

    Ein Lob für den Artikel. Eine der wenigen ausgewogenen umfassenderen Meldungen zum Thema, abseits von der reinen PR.

    Für mich persönlich wäre das nichts. Die Anbindung an einen Shop/Provider und der Umstand, dass das Gerät selbst letztlich nur ein digitaler Bilderrahmen ist machen mir die Sache unattraktiv.

  • Auf einen Blick: E-Reader-Neuheiten von der Frankfurter Buchmesse » neuerdings.com schrieb:

    […] und das beginnt in Zukunft bereits ab 10 Euro. So viel bzw. so wenig kostet nämlich der neue txtr-Reader „Beagle“, ein federleichter 5-Zoller, der via Bluetooth mit dem Smartphone verknüpft wird. Ansonsten setzt […]

  • Txtr: E-Book-Reader für 10 Euro? Wohl eher ein digitaler Bilderrahmen. [Update] | Oberlehrer schrieb:

    […] das Gerät verfügbar ist, werden wir einen entsprechend kritischen Blick drauf werfen… (außer Amazon haben aber bisher alle anderen Anbieter in Sachen […]