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Tschüss B2C: Telekom macht PagePlace dicht – & setzt die Kunden vor die Tür

22 Jan 2014

„PagePlace packt ein – und Ihre E-Books ziehen um!“ – in einer Rundmail bereitet die Telekom derzeit die Nutzer ihres E-Book-Shops auf den finalen Shutdown vor. Nach gerade mal drei Jahren zieht das Unternehmen am 31. März 2014 bei elektronischen Büchern den Stecker, zumindest gegenüber dem Endkunden. Zukünftig wird man sich nur noch dem Business-to-Business-Bereich widmen. Damit folgt der Telekommunikations-Riese einem Branchentrend – denn auch das Börsenvereins-Projekt Libreka oder der von Bertelsmann & Co. angeschobene Digital-Kiosk Pubbles haben im Endkundengeschäft das Handtuch geworfen, und bieten ihre Distributions-Dienste lieber anderen Unternehmen an.

Hauptkunde für die Telekom ist und bleibt Tolino – schließlich stellt man die Cloud-Technologie für die gesamte Tolino-Allianz zur Verfügung. Für zehntausende Nutzer, die ihren Tolino bei der Telekom gekauft haben und/oder die PagePlace-App auf Tablet oder Smartphone nutzen, ist das eine gute Nachricht in der schlechten. Denn sie können ihre in der Rechnerwolke gespeicherten E-Books, Comics und E-Mags recht einfach zu einem anderen Tolino-Partner übertragen. Lange warten sollten sie damit aber nicht. Denn der rettende Anbieterwechsel ist nur bis Ende März möglich.

Voraussetzung für die Migration der E-Lektüre ist ein Kundenaccount bei den Partnern Weltbild, Thalia, Buch.de oder Bertelsmann. Wobei sich der Wechsel zu Weltbild wohl nicht lohnen dürfte – denn schon bald könnten die Nutzer dort vor einem ähnlichen Problem stehen. Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, kann (und sollte!) ohnehin den bei PagePlace gekauften Content auch auf die heimische Festplatte downloaden, und im Fall von DRM-geschützten Titeln in Adobe Digital Editions importieren.

Und was ist mit den bei der Telekom gekauften Tolino-Readern mit integriertem E-Store, der an PagePlace und die PagePlace-Cloud gekoppelt ist? Keine Sorge, auch die Lesegeräte lassen sich umstellen – und zwar, indem man sie auf die Werkseinstellungen zurücksetzt. Bei der in diesem Rahmen notwendigen Neukonfigurierung lässt sich der Tolino dann mit dem gewünschten Alternativ-Anbieter aus der Tolino-Allianz verbinden. Vorher sollte man bereits den Cloud-Content zum selben Anbieter verschoben haben.

Die verbliebenen Partner können sich also in den kommenden Wochen über zehntausende neue Nutzer freuen. Grund zum Jubeln haben sie aber wohl nicht. Die Frontbegradigung innerhalb der Tolino-Allianz ist PR-technisch der Super-GAU für das gesamte Projekt. Während noch über die Weltbild-Pleite geredet wird, vertreibt man die mühsam akquirierten PagePlace-Kunden in alle Winde, und zwingt sie mit der Drohung des Datenverlustes zum kurzfristigen Anbieterwechsel. Ohne zu wissen, wie lange sie dort dann zu Hause sein werden, bevor der nächste Shutdown droht. Das größte Vertrauen im E-Book-Bereich dürfte in Zukunft wohl Amazon genießen…