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„Trump Bump“ treibt Digitalerlöse der NYT: 275.000 neue Digi-Abos in drei Monaten

7 Feb 2017 0 Kommentare

nyt-profitiert-vom-trump-bumpErfolgreich sein heißt ja nicht, dass man schon das Optimum erreicht hätte: zehn Millionen Digital-Abonnenten hat sich die New York Times als Ziel gesetzt, um endgültig vom Print-Geschäft unabhängig zu werden. Klingt total unrealistisch? Nun ja: Die erste Million wurde bereits vor zwei Jahren erreicht. Und schwupps, jetzt sind es schon 1,6 Millionen Digital-Only-Subskribenten. Schuld ist vor allem der „Trump Bump“ seit dem Herbst 2016, also der heißen Phase des US-Wahlkampfs. Im vierten Quartal kamen dem aktuellen Geschäftsbericht zufolge 275.000 neue Digi-Leser hinzu. Im Jahr 2016 ingesamt mehr als 500.000 neue Abonnenten.

„Real journalism. Like nowhere else.“

Zahlen, die man sich mal auf der Zunge zergehen lassen muss, denn das sind mehr Digital-Leser, als viele andere große Tageszeitungen überhaupt bisher erreichen konnten. Im Zeitalter von „Fake News“ und „Alternative Facts“ — siehe „Bowling Green Massacre“ — hat seriöse Berichterstattung in den USA offenbar deutlich an Mehrwert gewonnen, und viele Leser vertrauen am Ende des Tages vor allem dem Traditionsblatt am East River. Die Onlineausgabe wirbt mittlerweile auch explizit mit ihrem Image: „Real journalism. Like nowhere else“ heißt es zum Beispiel derzeit auf der Titelseite der Online-Ausgabe.

Digital-Boom gleicht Printverluste zum Teil aus

Das Pringeschäft der NYT dagegen ist immer noch mächtig auf Talfahrt, im letzten Jahr gingen die Anzeigenerlöse mit der gedruckten Ausgabe dem Unternehmen zufolge um 16 Prozent zurück. Das konnte auch durch das starke Wachstum im Digital-Bereich nur zum Teil ausgeglichen werden — insgesamt knickten die Werbeeinnahmen im letzten Jahr um 9 Prozent ein. Ein internes Memo (der „2020 Report“) forderte jetzt schon Umstrukturierungen im Redaktionsbereich, insbesondere die noch stärkere Fokussierung auf die digitalen Ausgaben.

(via Meedia)

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