Home » E-Bibliothek

Trotz E-Books & Internet: öffentliche Bibliotheken bleiben für die Mehrheit der Deutschen wichtig

1 Feb 2016 0 Kommentare

bibliothek-im-wandelWozu noch Bibliotheken, wo es doch E-Books gibt (und Amazon)? Ganz so einfach ist die Rechnung dann doch nicht – es gibt viele gute Gründe, das Netz öffentlicher Bibliotheken zu erhalten. Eine aktuelle Allensbach-Umfrage zeigt: Das sehen tatsächlich auch die meisten Deutschen so,– ob sie nun zu den regelmäßigen Nutzern gehören, oder nur sporadisch mal ein Buch auschecken. Anlaß für die Studie zur “Zukunft der Bibliotheken in Deutschland” bot die internationale Konferenz “Chancen 2016″ – Bibliotheken meistern den Wandel”, die am Wochenende im Münchner Goethe-Institut stattfand.

Je älter & gebildeter, desto pro Biblo

Gut zu wissen ist schon mal vorweg : Knapp jeder dritte Bundesbürger zwischen 16 und 75 (je nach Altersgruppe zwischen 26 und 36 Prozent) hat in den letzten 12 Monaten mehrmals eine Bibliothek besucht, der digitale Wandel hat also am grundsätzlichen Bedarf bisher nichts oder nicht viel verändert. 58 Prozent der Bundesbürger halten Bibliotheken für sehr wichtig bzw. wichtig, und diese Zustimmung verteilt sich relativ stabil über alle Altersgruppen, allerdings gilt auch weiterhin: je älter, desto pro Biblo, und auch je gebildeter, desto pro Biblo.

Angebot soll umfassend & multimedial sein

Lange Öffnungszeiten und Zugang zur Lektüre via Internet (siehe Onleihe) sind jedem zweitem Befragten wichtig, besonders stark ist der Bedarf bei den unter 30jährigen. Zwei Drittel wollen, dass die öffentlichen Büchereien nicht nur ein umfangreiches Angebot haben, sondern auch die aktuellsten Titel und Medien in ihrem Bestand bereit stellen, inklusive E-Books, Musik und Filmen. Und wenn man schon mal vor Ort ist, soll es auch gute fachliche Beratung und geschultes Personal geben, meinen ebenfalls zwei Drittel der Befragten.

3D-Drucker & Games kein Essential

Kaum jemand (16 Prozent) sieht die Bibliotheken als Ort medialer Exprimente, in denen besondere technische Geräte zur Verfügung stehen, etwa 3D-Drucker oder digitale Tonstudios. Auch Computerspiele und Spielekonsolen (ebenfalls 16%) vermissen die meisten in ihrer Bibliothek ebensowenig. Weitaus mehr (42 Prozent) finden dagegen, das in den Lesehalllen Beratung und Hilfe für elektronische Lesegeräte angeboten werden sollte, ewa E-Reader, Tablet oder Smartphone. Auch das man vor Ort genügend Arbeitsplätze und Schreibtische findet, um lernen oder lesen zu können, findet große Unterstützung.

Fragt man übrigens speziell die Gruppe der Bibliotheksnutzer nach ihren Erwartungen, sind wohl nicht ganz zufällig die Zustimmungsraten zu Ausstattung, Atmosphäre und Beratungsangebot nochmal deutlich höher (mal abgesehen von 3D-Druckern und Computerspielen…).

Abb.: wsilver/Flickr (cc-by-2.0)

Comments are closed.