Trotz E-Book-Boom: Große Mehrheit in USA will öffentliche Bibliotheken erhalten

us-amerikaner-wollen-bibliotheken-erhaltenDie Buchhandlungen: abgeschafft zugunsten von Amazon, die Bücher: abgeschafft zugunsten von E-Books auf Smartphones. War da noch was? Ach ja, Bibliotheken. Nur: Die schöne neue Welt des elektronischen Lesens scheint zugleich eine schlechte Ausgangslage für das Fortbestehen der klassischen Bücherspeicher mit Ausleihtheke zu sein. Doch man sollte wohl zwei Dinge nicht unterschätzen. Zum einen die Wandlungs- und Anpassungsfähigkeit der öffentlichen Bibliotheken (bzw. der dort arbeitenden BibliothekarInnen). Zum anderen das „Benutzerkollektiv“ vor Ort — wie eine aktuelle Pew-Studie zeigt, ist die lesende Bevölkerung selbst in den digital-affinen USA noch eher pro-Library eingestellt.

Makerspaces etc: Mehr Platz gewünscht

Etwa jeder zweite US-Amerikaner nutzt die Biblos, und auf die E-Book-Gretchenfrage: „Gedruckte Bücher rauswerfen zugunsten anderer Raumnutzung?“ antworten nur ein Viertel der Befragten: „Auf jeden Fall“. Ein Drittel sagen dagegen „Auf keinen Fall“, und 40 Prozent sind unentschlossen. Mehr als die Hälfte wünschen sich allerdings mehr Platz für das Lesen, Arbeiten und Relaxen, und beeindruckende 80 Prozent möchten, das die Biblos die „Tech-Literacy“ etwa von Kindern und Senioren aktiv fördern (ein Trend, den auch die US-Buchhandelskette Barnes&Noble entdeckt hat). Jeder zweite kann sich in den Lesehallen auch die Einrichtung von „Makerspaces“ mit 3D-Druckern u.ä. Geräten vorstellen.

Bibliotheken wichtig für sozialen Zusammenhalt

Bisher nutzen zwei Drittel der Bibliotheksbesucher ihre Einrichtung übrigens ganz traditionell — sie leihen ein Printbuch aus. Wichtiger wurde in letzter Zeit aber auch die Möglichkeit, in der Biblo via WLAN im Web zu surfen und die vorhandenen PCs zu gebrauchen. Bibliotheksschließungen lehnen zwei Drittel der Amerikaner vehement ab. Sie befürchten in diesem Fall massive negative Auswirkungen auf das soziale Leben vor Ort. Wohl auch, weil die Biblos sich in Krisenzeiten als verlässlicher Partner beweisen, und — siehe den neuen Berufszweig des „Outreach Librarians“ — zunehmend Bevölkerungsschichten erreichen, die von sich aus nicht selbst vorbeikommen.

(via Teleread.org)

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

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