Touch-Screen plus Farbe: Neue E-Ink-Displays kommen Ende 2010 auf den Markt

e-ink-farb-display-pearl-technologie-e-readerE-Ink-Displays werden bunt, vielleicht sogar noch dieses Jahr. Dem Fachblatt Digitimes zufolge will Hanvon als eines der ersten Unternehmen weltweit im Winter einen E-Reader auf den Markt bringen, der Touch-Screen-Funktionalität und Farbdarstellung kombiniert. Grundlage dafür sind schwarz-weiße Displays mit kontraststarker Pearl-Technologie, über die ein Farbfilter gelegt wird. E-Ink-Chef Scott Liu zufolge könnte im Jahr 2011 sogar bereits jedes zehnte elektronische Lesegerät ein solches Farb-Display besitzen. Gleichzeitg kündigte das Unternehmen an, die Display-Produktion hochzufahren.

Farbe & Touchscreen: Die Distanz von E-Ink zur Multimedia-Welt schwindet

Nachdem sich jahrelang recht wenig getan hat, holt das elektronische Papier jetzt schnell auf. Kaum sind die ersten E-Ink-Displays mit der besonders kontraststarken Pearl-Technologie auf dem Markt, kündigt sich bereits der nächste Schritt an. Technisch könnten E-Reader damit die Distanz zu Multimedia-Tablets wie iPad oder (demnächst) WeTab deutlich verkürzen. Der taiwanesische Display-Hersteller E-Ink arbeitet nämlich laut Digitimes parallel an zwei Fronten: Farbe und Touch-Screen-Funktionalität. Getestet werden momentan zwei Varianten farbiger Displays, einmal kapazitiv wie beim iPad, also mit dem Finger zu bedienen, und dann elektromagnetisch, zu bedienen mit einem Stylus. Die Farbwirkung selbst entsteht durch einen speziellen Filter, der über das schwarz-weiße E-Ink-Display gelegt wird. Weil der Filter den Kontrast verschlechtert, die neuen E-Ink-Displays mit Pearl Technologie aber zugleich 50 Prozent mehr Kontrast bieten, soll die Lesbarkeit des elektronischen Papiers ingesamt genauso mindestens gut sein wie zuvor. Die schwarz-weiße Version der neuen Displays findet u.a. in Amazons neuem Kindle 3 Verwendung. Tatsächlich berichteten Kindle-Tester bereits von einer deutlichen Verbesserung des Leseerlebnisses. Grundsätzlich steht mit den neuen Displays nun auch Amazon die Farb-Option offen – bisher scheint jedoch Unternehmens-Chef Jeff Bezos mit der Qualität der Color-Variante nicht zufrieden zu sein.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".