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Tolino Shine im Schnell-Check: Kindle-Killer oder Scheinriese?

1 Mrz 2013 Ansgar Warner 0 Kommentare

Um es gleich mal vorwegzunehmen: der neue Tolino Shine ist nicht wasserdicht! Wer also wie in den Promo-Bildern & dem Fernsehspot beim Lesen ein Schaumbad nimmt, sollte lieber eine transparente Schutzhülle nutzen. Ansonsten darf aber gelten: das von der Telekom, Weltbild, Thalia & Co. gestartete Lesegerät ist dank Touch-Screen, Glimmerlicht & XGA-Auflösung ein waschechter Vertreter der neuen High-End-Klasse. Mit einem Preis von 99 Euro wird der Tolino Shine zudem deutlich günstiger angeboten als die gesamte Glimmerlicht-Konkurrenz von Kindle bis Kobo. Offizieller Markstart ist am 7. März, vorbestellen kann man das Gerät aber schon jetzt -- und zwar in den Online-Stores aller beteiligten Partner. Dank gemeinsamer Cloud-Lösung kann auch der E-Book-Einkauf shopübergreifend stattfinden.

“Leichtigkeit des Lesens” -- mit 183 Gramm

Besonderes Augenmerk wurde beim Design auf die Haptik gelegt -- abgerundete Kanten wie auch die speziell beschichtete Rückseite lassen den Tolino Shine gut in der Hand liegen. Mit einem Gewicht von 183 Gramm bleibt der Tolino Shine zudem auch noch unterhalb vergleichbarer Konkurrenzprodukte. Besonderer Pluspunkt in Sachen Hardware ist der SD-Kartenslot: Amazon verzichtet bei den Kindle-Modellen leider auf diese Möglichkeit der Speichererweiterung. Bei der Touch-Screen-Technik wiederum wurde beim Tolino gespart: hier kommt Infrarot-Technik zum Einsatz, die nicht ganz so exakte Ergebnisse liefert wie das kapazitive Display des Kindle Paperwhite.

Benutzeroberfläche auf Android-Basis

Die auf einem Android-Kern basierende Benutzeroberfläche glänzt mit graphischem Understatement -- nicht nur das Homescreen, auch Menüs und Leseansicht wirken sehr aufgeräumt. Bei der Lektüre kann man wählen zwischen sieben Schriftgrößen und sechs verschiedenen Fonts, Zeilenabstand und Rand lassen sich dagegen nicht verändern. Die Helligkeit verändert man über einen virtuellen Schieberegler, je nachdem, wie hell das Licht glimmt (& wie oft das WLAN strahlt), soll der Akku bis zu 7 Wochen durchhalten. Im Schnellademodus -- sprich via Steckdosen-Adapter -- erreicht der Ladebalken schon nach 250 Minuten wieder die 100 Prozent-Marke.

Großer Nutzwert dank TelekomCloud

Zum veritablen Kindle-Killer taugt der insgesamt eher schlichte Tolino Shine selbst wohl nicht. Ein Scheinriese ist jedoch auch nicht -- denn aus der Nähe betrachtet wächst der Nutzwert der Telekom-Cloud beträchtlich: hier ist nicht nur jedes gekaufte Buch dauerhaft gespeichert und downloadbar, es lassen sich zudem auch gratis persönliche Dokumente im epub- oder PDF-Format in die Rechnerwolke hochladen, die zuvor via USB auf den Reader gebracht wurden. Wer schon bisher E-Books bei Thalia, Weltbild & Co. gekauft hat, wird zudem neue und alte E-Bibliothek problemos synchronisieren können, verspricht die Telekom. Für gekauften Content ist die TelekomCloud unbegrenzt, für private Dokumente gibt es ein Limit von 500 MB pro Datei bzw. von 25 Gigabyte insgesamt. Da nicht nur die knapp 1.500 Filialen der Tolino-Partner mit WLAN ausgestattet sind, sondern auch bundesweit mehr als 11.000 HotSpots der Telekom kostenlos genutzt werden können, ist zumindest im städtischen Umfeld der direkte Draht zum Content trotz fehlender 3G-Schnittstelle gesichert.

Tolino Shine Specs


Display

6 Zoll Touch-Screen E-Ink Display,
1024x758 Pixel (16 Graustufen)

Gewicht

183 Gramm

Schnittstellen

Mikro-USB, SD-Slot, WLAN

Speicher

4 GB intern (2 GB verfügbar)

E-Book-Formate

epub, PDF, etc.

Zus. Features

Glowlight-Funktion, Cloud-Up/Download

Betriebssystem

Android

Preis

99 Euro (z.B. via Thalia)

Abb.: tolino.de

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