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Tolino schwimmt sich frei: Pakt mit Libri wasserdicht, neuer Reader dito

9 Okt 2014

Die Tolino-Allianz bekommt Zuwachs: ab sofort ist auch das Online-Portal eBook.de mit an Bord, vormals unter dem Namen Libri.de bekannt. Für den unabhängigen Buchhandel eine gute Nachricht – denn dahinter steckt bekanntlich der gleichnamige Barsortimenter Libri. Die neuen Tolino-Tabs wie auch die wasserdichte Variante des Tolino-Vision-Readers werden somit über die von Libri bestückten White-Label-Shops kleinerer Buchhandlungen wie auch vor Ort selbst in den Handel gelangen.

„In den nächsten Jahren wird der eBook-Markt weiterhin stetig wachsen und in Deutschland, insbesondere im Bereich Belletristik, einen Anteil von über 15 Prozent am Konsumentenbuchmarkt ausmachen“, prognostiziert Per Dalheimer, Geschäftsführer der eBook.de NET GmbH. Diesen Wachstumsmarkt wolle man auch weiter maßgeblich mitgestalten. Der Marktanteil von eBook.de liegt bisher im niedrigen einstelligen Bereich – das Tolino-Label dürfte nun für neue Aufmerksamkeit sorgen.

Gerade rechtzeitig. Die Tolino-Allianz hatte zuletzt mit herben Rückschlägen zu kämpfen: der E-Store der Telekom (PagePlace) wurde nach knapp 12 Monaten wieder abgeschaltet, Bertelsmann gab das nahende Ende des Buchclubs bekannt. Nicht zuletzt hatte es im Vorfeld der FBM13 schon mal den Versuch gegeben, über einen Deal mit der Börsenvereins-Tochter MVB der Tolino-Modellpalette den Weg ins stationäre Geschäft zu bahnen. Der Versuch war jedoch krachend gescheitert, u.a. am Geld, denn das Tolino-Projekt verschlingt erhebliche Entwicklungskosten.

Damals hieß es, für das Entréebillet hätten die Indies eine sechsstellige Summe aufbringen müssen. Stattdessen lautete die Devise dann erstmal: Nolino statt Tolino. Regionale Ketten wie Osiander oder die Mayersche setzten faute de mieux auf Geräte von Drittherstellern, insbesondere von Pocketbook. Libri dagegen hatte schon seit 2009 mit Sony kooperiert – doch die Japaner möchten aus dem Reader-Geschäft aussteigen. Somit musste ohnehin Ersatz her. Unter den Barsortimentern in Deutschland ist Libri nach KNV die Nummer Zwei — und hatte offenbar anders als die MVB genügend Mittel flüssig, um die Einlasskontrolle zum Tolinoversum zu passieren.