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Tolino-Allianz zieht erste Bilanz: Mehr als 50.000 verkaufte Geräte

17 Jun 2013

Knapp 100 Tage ist der neue Tolino Shine im Handel – jetzt zogen Weltbild/Hugendubel und Thalia eine erste, positive Bilanz. „Der neue Reader verkaufte sich bereits im hohen fünfstelligen Bereich“, so berichtet etwa Weltbild/Hugendubel. Mit den mehr als 50.000 Geräten liege man deutlich über den optimistischen Erwartungen. Plansoll überfüllt meldet zugleich auch Thalia: die Verkäufe hätten „die bereits hohen Absatzzahlen von E-Readern im vergangenen Weihnachtsgeschäft weit überholt“, heißt es. Angekurbelt wurde mit der rasch wachsenden Reader-Plattform auch der E-Book-Absatz. Ein großer Teil des eBook-Umsatzes erfolgt bei Weltbild/Hugendubel offenbar bereits über den Direkteinkauf direkt vom Tolino Shine. Besonders deutlich werde dies am Beispiel von Dan Brown Thriller „Inferno“: „Bereits jedes zweite verkaufte Exemplar des aktuellen Nr. 1-Bestsellers ist ein eBook“, so Nina Hugendubel.

Low-Price plus offenes Ökosystem

Entscheidend für viele Kunden dürfte der Preis des Tolino Shine sein: Mit 99 Euro wird der Glowlight-Reader deutlich günstiger angeboten als vergleichbare Geräte von Amazon oder Kobo. Als Grund für den Erfolg nennt Weltbild insbesondere das „offene Ökosystem“ von Reader und dahinter stehendem Cloud-Speicher. „Der Tolino sperrt Kunden nicht in einen goldenen Käfig“, so Weltbild-Chef Carel Halff. Für den Kunden ist es letztlich egal, bei welchem Buchhandelsportal DRM-geschützte E-Books im epub-Format gekauft werden – sie lassen sich in der Telekom Cloud kostenlos und dauerhaft speichern und von überall abrufen. Für Amazon-Kunden jedoch bleibt das Tolino-Universum verschlossen.

Erfolgreich trotz Anlaufschwierigkeiten

Die „Gran Tolino Koalition“ war erst Anfang März 2013 gestartet: damals hatten die Deutsche Telekom, Thalia, Weltbild/Hugendubel und der Bertelsmann-Buchclub angekündigt, in Zukunft gemeinsame Sache zu machen. Anfangs hatte der Tolino Shine allerdings mit einigen Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen: es gab Software-Macken etwa bei der Helligkeitsregulierung, außerdem fehlten wichtige Features wie etwa das Markieren von Textpassagen. Im Mai folge dann ein Firmware-Update, mit dem die Probleme behoben werden sollten. Noch vor dem Update attestierte die Stiftung Warentest dem Glowlight-Reader das Potential zum Kindle-Killer – bei einem deutlich besseren Preis-Leistungsverhältnis komme das Gerät technisch nahe an den Branchenprimus heran. Im E-Book-News-Test wurde der Tolino Shine mit „Gut“ (2,0) bewertet.

Abb.: Screenshot