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THUMP THUMP THUMP: Frankenbot Shelley und eine Horde von Followern tweeten Horrorgeschichten

1 Nov 2017 0 Kommentare

shelley-horror-botShelley, was für ein passender Name für einen Bot, der aus im Web verwesenden Textleichen und Live-Tweets noch atmender Menschen monströse Horror-Stories komponiert. Schließlich steht bei dem KI-Projekt der MIT-Forscher rund um Pinar Yanardhag niemand anderes Pate als Mary Wollstonecraft Shelley, die Autorin von von „Frankenstein or The Modern Prometheus“. Mit Frankensteins Patchwork-Wesen fing der moderne Horror im Jahr 1818 ja auch an, also fast genau vor zweihundert Jahren. Der Frankenbot unserer Tage beschert uns nun gruselige Kurzgeschichten wie „ThumpThumpThump“, „Shadow in the Shadows“ oder „Look away“.

Du bist an der Reihe, Bot

Die Entstehung der hybriden Narrative kann man via Twitter in Echtzeit mitverfolgen: Einmal pro Stunde spuckt Shelley einen neuen Tweet aus, der den Auftakt zu einer neuen Horror-Geschichte legen soll. Dann liegt es an den Followern, die Geschichte unter dem Hashtag #yourturn fortzusetzen. Je nachdem, wie oft ein Follower-Fortsetzungs-Tweet geliket oder retweetet wird, baut Shelley ihn in die Geschichte ein, und fügt einen eigenen Tweet dazu, auf den dann wiederum die Follower reagieren können. Je nach Input werden dabei mehrere Erzählstränge bzw. Threads weitergeführt, so dass am Ende mehrere Varianten einer Geschichte nebeneinander stehen.

Shelley lernt von der Crowd

“Shelley ist die Kombination aus einem rekursiven neuronalen Netzwerk und einem Online-Algorithmus, der mit der Zeit aus dem Feedback der Nutzer lernt“, erklärt Projektleiter Pinar Yanardhag. “Je mehr Zuarbeit die Crowd leistet, desto gruseligere Geschichten wird Shelley schreiben“. Neben dem Feedback der User stützt sich der Bot auf die Analyse von mehr als 140.000 Horror-Stories, die aus dem Fundus der Reddit-Rubrik r/nosleep.

Fürchten machen macht Fortschritte

Mehr als 200 fertige Geschichten mit diversen Varianten wurden bereits auf der Projekt-Website http://shelley.ai veröffentlicht — und man merkt schnell: die Narrative sind ingesamt nur in wenigen Fällen einigermaßen überzeugend. Wer sich wirklich gruseln möchte, wird bei rein menschlichen Autoren immer noch deutlich besser bedient. Zugleich merkt man aber auch: eine gewisse Ahnung vom „Fürchten machen“ hat die KI dank Deep Learning sich eindeutig schon angeeignet. Das ist dann doch ein bisschen beängstigend…

(via Engadget & Fast.co.design)

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