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The Book is a Vook: Im Silicon Valley werden Buch und Video zum neuen Medium gekoppelt

22 Apr 2009

Das Buch der Zukunft wird nicht nur auf digitalem Papier gedruckt sein, es wird vielleicht auch Videos enthalten. Die New York Times berichtet über ein Projekt namens „vook.tv“, ins Leben gerufen vom Silicon-Valley-Unternehmer Bradley Inman. Zugleich ist der Mann auch Schriftsteller: im letzten Jahr schrieb er den Thriller „The Right Way to Do Wrong“. Parallel dazu liess er durch die Produktionfirma TurnHere ein Dutzend kurze Videos drehen, die einzelne Handlungsstränge illustrieren. Mit der Kombination Text-Film soll es gelingen, besser mit den Online-Medien zu konkurrieren.

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Mit dem Vook soll das Medium Buch im Zeitalter der Online-Videos wieder mehr Aufmerksamkeit bekommen

Deren Vorsprung wächst immer weiter: Vor kurzem prognostizierte eine Microsoft-Studie, im Jahr 2010 würden die Menschen erstmals mehr Zeit vor dem Computerbildschrim verbringen als vor dem Fernseher. Bradley Inman selbst ist sich der Schwierigkeit bewusst, alte und neue Medien möglichst nahtlos miteinander zu kombinieren:

Wenn man Videos in ein Buch integriert, müssen die Bilder sich so nahtlos in den Erzählfluss einfügen, dass die Leser den Medienwechsel gar nicht bemerken.

Ein schlechtes Gewissen hat der Schriftsteller-Unternehmer jedenfalls nicht:

Ich glaube nicht, dass wir das geschriebene Wort kompromittieren. Die Leute werden auch weiterhin lesen, aber auf andere Weise. Bücher gibt es ja jetzt schon als Online-Version, aber sie sind eben immer noch ein-dimensional. Deswegen sollen wir nach besseren Lösungen suchen.

Wird es im E-Book der Zukunft dank farbiger E-Ink-Displays auch Werbe-Videos geben?

Was für die Literatur noch etwas utopisch klingen mag — wenn man bedenkt, wie schwer es selbst Literaturverfilmungen in Deutschland lange Zeit hatten — dürfte in anderen Print-Bereichen sogar noch schneller Realität werden. Viele Online-Zeitungen haben längst Videos in ihren Web-Auftritt integriert. Da man in Zukunft auch Zeitungen per E-Book-Reader lesen wird, dürfte auf dem digitalen Papier der Zukunft das Medium Film mit dem Medium Schrift noch weiter verschmelzen. Zumindest, sobald farbige Displays auf dem Markt sind, die auch bewegte Bilder gut darstellen können. In einem Microsoft-Video zur medialen Umwelt des Jahres 2019 konnte man vor kurzem schon ein großes, flexibles E-Paper bestaunen, auf dem in einem kleinen Fenster per Finger-Berührung ein Video abgespielt wird. Da es sich dabei bei dem kleinen Fenster offenbar um eine Anzeige handelt, eröffnet sich gleich noch eine andere Zukunftsvision: Warum nicht auch Werbe-Videos in Büchern?