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Thalias neue Trumpfkarte heißt Cybook Odyssey – Start am 20. Juni

12 Jun 2012 Ansgar Warner 2 Kommentare

Thalia stellt sich im E-Reader Geschäft neu auf – in Zukunft setzt die Buchhandelskette auf das Cybook Odyssey. Für 119 Euro kommt der 6-Zoller mit WiFi und Touch-Screen ab 20. Juni in den Handel, gab das Hagener Unternehmen jetzt bekannt. Der vom französischen Hersteller Bookeen produzierte Reader glänzt mit High-Speed-E-Ink (HSIS-Technologie), so dass sich auch Animationen und sogar Videos einigermaßen flüssig darstellen lassen. Mit 2 Gigabyte internem Speicher liegt das Cybook im Mittelfeld vergleichbarer Geräte. Anders als beim ebenfalls von Thalia angebotenen Sony-Reader PRS-T1 ist beim Cybook Odyssey der hauseigene eBook-Store bereits auf dem Gerät vorinstalliert, komfortablem E-Book-Shoppen via WLAN steht also nichts mehr im Weg. Mit dem neuen Star im Team scheint zugleich das Ende von Thalias Eigenentwicklung namens Oyo näherzurücken – die WiFi-Version der zweiten Generation (Oyo II) wird jetzt bereits für 79 Euro verramscht (vorher: 119 Euro).

Die eigentliche Konkurrenz heißt längst Amazon

Der fliegende Wechsel in der Angebotspalette findet laut Thalia „im Zuge der unternehmerischen Neuausrichtung“ statt – es gehe darum, die „Nutzungsvielfalt der digitalen Leseangebote“ auszubauen und ein möglichst „breites, auf individuelle Kundenbedürfnisse abgestimmtes eReader-Sortiment“ anzubieten. Was Thalia tatsächlich fehlte, war ein neues Zugpferd – denn Sonys Reader ist mit 149 Euro immer noch etwas teuer, die technisch schon überholten Oyo-Modelle kamen auch nach einem Relaunch nicht mehr so richtig bei den Kunden an. Die eigentliche Konkurrenz, das scheint mittlerweile klar, sind zudem längst nicht mehr deutsche Online-Portale, sondern Amazon, Kobo & Co. Die Reader der Konkurrenz aus Übersee sind gut designt, erfreulich günstig und bieten ein nahezu perfektes Kundenerlebnis. Mit dem Cybook Odyssey könnte es Thalia tatsächlich gelingen, in diese Liga vorzustoßen.

E-Book-Verkauf in den Buchhandlungen

Mit der eingeschlagenen „Multichannel“-Strategie hat Thalia ohnehin eine Trumpfkarte im Ärmel – nämlich die Präsenz vor Ort. Verkauft wird die gesamte E-Reader-Palette somit nicht nur online, sondern auch in den knapp 300 Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Beratung und Nähe sieht man bei Thalia tatsächlich als entscheidenden Vorteil gegenüber den „Online Pure Playern der Branche“: so sind zum einen Buchempfehlungen und Rezensionen zukünftig auch über die eReading-Apps abrufbar, für deren Weiterentwicklung das von Thalia übernommene Berliner Startup textunes sorgt. Die Buchhandlungen um die Ecke werden zugleich für Neueinsteiger zur Anlaufstelle für elektronischen Lesestoff – dafür sollen spezielle „eBook-Boxen“ sorgen. Die analogen Schachteln beinhalten Booklets und Wertgutscheinen mit einer Anleitung zum digitalen Lesen sowie Lesetipps von Thalia-Buchhändlern.

Abb.: Bookeen

2 Kommentare »

  • Ralf schrieb:

    Das bedeutet wohl, dass an den Gerüchten der letzten Wochen, Thalia würde mit Barnes and Noble kooperieren und den Nook nach Deutschland bringen, nichts dran ist. Ich persönlich bedaure das, da ich den Nook Simple Touch with GlowLight sehr interessant finde.

  • Ansgar Warner (author) schrieb:

    Naja, mal abwarten, B&N hat dank Microsoft jetzt soviel Geld in der Kriegskasse, die werden sich schon irgendwo einkaufen…