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Thalia trotzt dem Trend: Weihnachtsgeschäft bringt Plus bei E-Book & Print

15 Jan 2014

Der Unterschied könnte kaum größer sein: die Gesamtbranche stagniert, Weltbild befürchtet die Pleite, aber: „Thalia steht gut da“. Nach einem erfolgreichen Weihnachtsgeschäft sei insgesamt ein Plus von 7 Prozent gegenüber 2012 zu verzeichnen, so meldete das Unternehmen diese Woche. Zumindest auf „vergleichbarer“ Grundlage – also wenn man die inzwischen abgewickelten Filialen nicht berücksichtigt. Zum Umsatztreiber entwickelte sich der erst im März 2013 gestartete E-Reader Tolino Shine: das Lesegerät brillierte als Topseller, der Umsatz mit E-Books stieg in der Weihnachtsaison sogar um 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Zur strategischen Neuausrichtung gehört bei Thalia neben gezielten Filialschließungen wie auch Investitionen etwa in die E-Commerce-Infrastruktur die Schaffung spezieller Shop-in-Shop-Formate für die Tolino-Vermarktung vor Ort, „eReading Welten“ genannt. Ganz wurden die Gesetze der Gutenberg-Galaxis allerdings auch bei Thalia noch nicht aus den Angeln gehoben: „Das Buch ist und bleibt eines der beliebtesten Geschenke“, so Thalia-Geschäftsführer Michael Busch. Was natürlich auch daran liegt, dass man zwar Tolinos verschenken kann, E-Books jedoch nicht, oder nur sehr indirekt über den Umweg eines Geschenkgutscheins.

Was der beschleunigte Strukturwandel, angetrieben durch das Kindle, aber auch den erfolgreichen Tolino, ansonsten im Jahr 2013 in der Branche angerichtet hat, zeigt der aktuelle „Branchenmonitor Buch“, herausgegeben vom Börsenverein: so waren bei den am direktesten mit E-Books konkurrienden Taschenbüchern deutliche Einbrüche zu verzeichnen (minus 4,2 Prozent). Auffälligerweise gab es gerade im Bereich Belletristik Einbrüche (minus 3,2 Prozent) – dort verläuft schließlich in Sachen Genres ebenfalls die Hauptkampflinie zwischen gedruckt und digital.

Insgesamt konnte das gedruckte Buch mit plus 0,2 Prozent gerade mal eine schwarze Null schreiben, nach deutlichen Verlusten in den Jahren zuvor. Zu den Bereichen, die spürbaren Aufwind erleben, gehört dagegen das Hardcover und insbesondere das Genre Ratgeber- und Reiseliteratur. Gerade bei solchen aufwändig farbig illustrierten Werken scheint offenbar die Lektüre auf dem Tablet noch keine echte Alternative zu sein, oder mangels elektronischer Versionen ganz einfach auch noch zu fehlen.