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Terms & Conditions als Meisterwerk: Robert Sikoryaks großartige Comic-Version der iTunes-AGBs

7 Apr 2017 3 Kommentare

terms-and-conditions-itunes-als-comicPreisfrage: welchem Kontrakt haben alle Menschen zugestimmt, ohne ihn jemals gelesen zu haben – nur um am Ende was auf die Ohren zu bekommen? Nein, nicht dem Gesellschaftsvertrag von Monsieur Rousseau, hehehe, viel schlimmer: dem iTunes Nutzungsvertrag von Mr. Steve Jobs, bzw. den „iTunes Terms and Conditions“.

„Please read the Agreement carefully“

Tja, so sieht’s aus: (fast) alle von uns haben wohl schon des öfteren per Mausklick oder Fingertipp auf Nachfrage des diensthabenden Systems bestätigt, die AGBs für Apples Multimedia-Universum gelesen zu haben. Haben wir das aber wirklich? Wahrscheinlich quälen sich in Gänze durch diese Buchstabenwüste nur Medienrechtler, Linguisten oder Performance-Künstler auf der Suche nach unverbrauchtem Material.

„To confirm your acceptance, click Agree.“

Apropos: Die beliebte Ausrede: „So etwas lese ich nicht, da sind ja gar keine Bilder drin“ fällt ab jetzt definitiv weg. Der US-Comic-Zeichner Robert Sikoryak hat die mehr als 20.000 Wörter der (englischsprachigen) iTunes-AGBs nämlich sukzessive erst via Tumblr in eine Web-Comic-Serie, und am Ende dann in ein Comic-Buch verwandelt. Eine Art Biblia Pauperum für Digital Natives.

„A surreal record of our modern digital age“

Das wirklich großartige an diesem leicht dadaistisch anmutenden Projekt: Jede der insgesamt 96 Seiten dieser exotischen „Graphic Novel“ ist im Stil klassischer Comic-Künstler gehalten, z.B. Calvin & Hobbes, Simpsons, Jack Kirby, Marjane Satrapi u.a. Nur eine Figur ist als eine Art schurkisch-schelmischer Conférencier durchgehend präsent: Steve Jobs, wenn auch manchmal in der Haut von Dritten, z.B. Homer Simpson.

„Halte dich an das, was ich dir auftrage“ (2. Mose 34)

Als „Gesprächspartner“ tauchen in den 96 Szenarien diverse Figuren auf – natürlich kommt aber kein Gespräch zu stande, denn die iTunes Geschäftsbedingungen sind ein endloser Monolog, ein Monolith der Verlautbarung, der dem sprachlosen Nutzer vor die Füße geworfen wird, wie weiland Moses die Steintafeln mit den zehn Geboten auf dem Berg Sinai.

(via t3n.de)

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