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“Online-Texting neu erfinden”: Schafft Newsgrape das Youtube für Buchstaben?

14 Dez 2010 2 Kommentare

Nichts weniger als mediale Weltgeschichte schreiben will das deutsch-österreichische Startup „Newsgrape“: auf einer Youtube-ähnlichen Plattform sollen Autoren & Leser in neuer Form zusammenfinden – egal ob Journalisten, Blogger oder Slam-Poeten. Ein einfaches Interface ermöglicht das Erstellen, Teilen und Durchsuchen von Artikeln und Beiträgen. Ob Newsgrape wirklich kommt, hängt von der Web-Community ab: auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter sammeln die Macher bis Mitte Januar Spenden ein – benötigt werden mindestens 12.500 Dollar.

Das Youtube für Texte – made in Germany, bzw. Austria

Felix Häusler und Leo Fasbender haben einen anspruchsvollen Plan: „Wir wollen Online-Texting neu erfinden“. Reportagen und Essays, Kochrezepte, Gedichte oder Gedankensplitter sollen auf Newsgrape.com ihren Platz finden. Noch ist unter der Webadresse nicht viel zu sehen. Doch wenn alles klappt, versprechen die beiden studentischen Startup-Unternehmer für das Jahr 2011 nichts weniger als das Youtube für Texte: „Newsgrape revolutioniert die Art und Weise, wie Texte im globalen Rahmen gelesen und geteilt werden“, heißt es in der Projektbeschreibung auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Bei der Umsetzung ihres ambitionierten Projektes setzt das deutsch-österreichische Team von Newsgrape nämlich auf Spenden aus der Web-Community.

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11.000 Zeilen Code: Newsgrape Alpha 1.0 existiert schon

Benötigt werden mindestens 12.500 Dollar – bis zum 16. Januar können Unterstützer via Kreditkarten-Autorisierung Beiträge zur Verfügung stellen. Tatsächlich eingezogen wird das Geld nur dann, wenn die Mindestsumme zusammenkommt. Die Entwickler der Facebook-Alternative „Diaspora“ bekamen auf diesem Wege unlängst sogar 200.000 Dollar zusammen – geplant war lediglich die Hälfte davon. Ausgeben wollen die Newsgrape-Macher ihr vergleichsweise bescheidenes Startkapital vor allem für Web-Server und für die Weiterentwicklung der Software. Das Grundgerüst steht nämlich bereits. Mehr als 5000 Arbeitstunden hat das Team seit Anfang des Jahres in die Entwicklung von Newsgrape Alpha 1.0 gesteckt. Der Anspruch ist zwar global, zunächst stehen für den Launch jedoch zwei Länder im Vordergrund: Deutschland und Großbritannien. Allerdings existiert auch ein Plan B – kommen mehr als 50.000 Euro zusammen, sind auch die USA im Fadenkreuz.

Was Newsgrape den Lesern bringt

E-Publishing-Plattformen gibt es natürlich schon en masse – von E-Book-Communities bis hin zu Blogger-Netzwerken. Um sich vom Rest des Webs unterscheiden zu können, setzen die Macher von Newsgrape auf doppelte Nutzenmaximierung – sowohl für Leser wie auch Content-Produzenten. Über ein benutzerfreundlich gestaltetes Interface namens „E-Go“ werden die Inhalte organisiert: „Im sogenannten E-Go kann sich jeder User seine eigene Lieblings-Zeitschrift zusammenstellen: Auf dieser Seite werden ausschließlich die abonnierten Autoren und Magazine angezeigt“, heißt es auf der Projekt-Homepage. Was im „E-Go“ an prominenter Stelle angezeigt wird, entscheidet eine Art Content-Filter – einen wichtigen Einfluss für die Beurteilung der Qualität haben dabei die Bewertungen durch die Leserschaft insgesamt. Verschiedene Charts, Kategorien, Genres und Tags erleichtern die Suche nach dem richtigen Inhalt. Zusätzlich soll man auch externe RSS-Feeds importieren können.

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Was Newsgrape den Autoren bringt

Autoren werden auf Newsgrape ihre Inhalte einzeln oder auch gebündelt einstellen können. Ein spezielles Feature ist nämlich das kollaborative Schreiben: „Auf Newsgrape haben User die Möglichkeit, sich mit anderen Autoren zusammenzuschließen und ein eigenes ‘Magazin’ zu gründen. Sie veröffentlichen ihre Texte damit unter einem gemeinsamen Banner und profitieren so von steigenden Leserzahlen und Abonnenten.“ Und steigern zugleich auch ihren Profit – denn zu den Grundprinzipien von Newsgrape gehört die Monetarisierung über automatisch generierte Anzeigen und Affiliate-Links – bis zu 75 Prozent der Werbeeinnahmen sollen zukünftig an die Autoren fließen. Für Zeitungs-Verlage dürfte das Youtube für Texte aber auch von Interesses sein – über ein spezielles Partnerprogramm landen ihre Kurzfassungen und Teaser ihrer Artikel und Beiträge nämlich ebenfalls im Newsgrape-Universum.

Kickstart gelungen: Ein Drittel des Startkapitals ist bereits da

Damit Newgrape sich für die Contentproduzenten wirklich lohnt, müsste es natürlich nach dem Start möglichst rasch ein Millionenpublikum anlocken – und vorher schon mal genügend Spender überzeugen, via Kickstarter eine Handvoll Dollars vorzustrecken. Dabei helfen dürfte nicht nur das professionelle Seiten-Layout, das erste Screenshots vermitteln, sondern auch das sehr gut gemachte Promotion-Video, in dem neben Häusler und Fasbender ebenso Chef-Entwickler Gabor Guzmics zu Wort kommt. Außerdem haben sich die Deutschen ja mittlerweile – siehe etwa Flattr – als begeisterte Crowdfunder erwiesen. Das scheint auch Newsgrape zusätzlichen Auftrieb zu geben, denn bereits eine Woche nachdem Kickstarter für das Projekt grünes Licht gegeben hat, ist bereits ein Viertel der benötigten Summe zusammengekommen.

2 Kommentare »

  • Lars schrieb:

    Toller Post, ich komme ab jetzt oefter

  • Sandra schrieb:

    text-sharing im Stil von youTube? Klingt nach einer Seite, die man nicht aus den Augen verlieren sollte. Bleibt zu hoffen, dass das Startkapital zusammenkommt.