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Taposé-App bringt Microsofts legendäres Courier-Konzept auf das iPad


Vom Post-it-Zettel über Textverarbeitung bis zum Multimedia-Skizzenblock: Taposé soll das iPad endgültig vom reinen Konsumobjekt zur Kreativ-Plattform machen. Die neue App mit Split-Screen-Effekt ermöglicht per Fingerwisch das Kombinieren von handschriftlichen Notizen, Bildern oder Videos – und erinnert dabei nicht ganz zufällig an Microsofts legendäres Courier-Konzept. Kurz vor dem iPad-Start war dieses vielversprechende Dual-Screen-Tablet in Redmonds Technologie-Mülleimer gelandet. Doch die Idee einer mobilen, digitalen Agenda blieb in der Luft. Das Entwickler-Duo Benjamin Monnig und Ricky Drake startete von Seattle aus Mitte 2010 ein App-Projekt im Courier-Style. Um Taposé zu finanzieren, sammelten sie über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter mehr als 25.000 Dollar ein (Motto: „Bringing the Courier to the iPad“). Unterstützung erhielten sie dabei auch von ehemaligen Courier-Entwickler J Allard.

Kreative Ideen mit dem Lasso einfangen

Fertig war Taposé bereits im letzten Herbst – doch Apple ließ sich mit dem OK für den App Store viel Zeit, ein Kritikpunkt war etwa die Aufteilung des Bildschirms in zwei Hälften. Die ist zum Glück auch immer noch dabei. Denn die Idee des Split-Screens gehört zu den Essentials des App-Gedankens (& steckt auch im Namen – Taposé ist die Kurzform von „juxtaposé“, also „gegenüber“). Ähnlich wie bei Microsofts Courier-Prototyp lassen sich viele Features von Taposé nicht nur mit dem Finger, sondern auch mit einem Stylus bedienen. Eine Handschriftenerkennung ist allerdings nicht integriert worden. Man kann also entweder Texte eintippen oder direkt auf das Display kritzeln. Die Organisation von Projekten wird durch Adressbuch, Karten- und Kalenderfunktionen, Checklisten sowie Haftnotizen erleichtert. In der Slidebar lassen sich einzelne Objekte ablegen, um sie später an anderer Stelle wieder einzufügen. Eine „Lasso“-Funktion erlaubt dabei auch das grobflächige Ausschneiden und Verschieben einzelner Dokumentenbereiche.

Kollaboratives Arbeiten dank Cloud-Speicher

Einzelne Projektmappen („Journals“) können innerhalb von Arbeitsgruppen geteilt werden, auch das Synchronisieren der erstellten Dokumente mit dem Desktop-PC ist möglich. Über das lokale WiFi leitet man bei Bedarf Taposé-Dokumente auch direkt an einen Netzwerk-Drucker weiter. Wer jetzt sein iPad zum Courier aufrüsten möchte, kann dies ab sofort im deutschen App-Store für 2,39 Euro tun – für viele Kreativarbeiter sicher eine gute Investition. Um die cloudbasierten Backup- und Synchronisierungsfunktionen voll nutzen zu können, muss man per In-App-Shopping ein Jahresabonnement für 30 Dollar eingehen. Immerhin 400 Megabyte gibt’s für jeden Nutzer aber auch umsonst. Ein ausführliches Tutorial der intuitiv zu bedienenden App findet man auf dem Taposé-Blog.

Über Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".