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Tagesspiegel wird zum Berliner „Tut uns leid“-Medium: Paywall für Premium-Content angekündigt

8 Feb 2018 0 Kommentare

tagesspiegel-plant-paywallDie Berliner Morgepost hat sie kürzlich abgeschafft, der Tagesspiegel führt sie jetzt ein: mit Hilfe einer Bezahlschranke für Online-Angebote will das schwächelnde „Leitmedium“ der Hauptstadt wieder profitabler werden. Das Holtzbrinck-Blatt hält sich dabei an das Vorbild der Schwestergazetten Handelsblatt und Zeit. „Die erfolgreiche Entwicklung und stetige Steigerung der E-Paper-Auflage zeigt, dass bei den Leserinnen und Lesern des Tagesspiegels die Bereitschaft vorhanden ist, für digitale Inhalte Geld zu bezahlen“, hofft jedenfalls Florian Kranefuß, Sprecher der Geschäftsführung. Konkret heißt das bisher: Der Tagesspiegel hatte im letzten Quartal knapp 23.000 zahlende E-Paper-Abonnenten, die verkaufte Auflage insgesamt lag bei 113.000 Exemplaren.

Metered-Modell auf dem Vormarsch

Wie die große Mehrheit unter den laut BDZV knapp 200 Paid-Content-Nachrichtenseiten hierzulande will offenbar auch der Tagesspiegel auf des „Metered Modell“ setzen, sprich: Freemium. Mit einer solchen Mischung aus kostenlosen Inhalten und Premium-Angeboten haben inzwischen u.a. die SZ („SZ Plus“), die Zeit („Z+) und der Spiegel („Spiegel Plus“) gute Erfahrungen gemacht. Allesamt allerdings Publikationen mit überregionaler Leserbasis, im Unterschied zum Berliner Blatt, das jenseits der Hauptstadt kaum wahrgenommen wird.

Wie hält man die Leser bei der Stange?

Damit das Paid Content-Modell auf dem hart umkämpften Berliner Zeitungsmarkt tatsächlich aufgeht, müsste das Premium-Angebot spannendes regionales Storytelling enthalten – ganz unmöglich scheint das ja nicht. Allerdings sind ja Konkurrenz-Titel wie Morgenpost, Berliner Zeitung, Neues Deutschland und taz auch nicht untätig, und größtenteils unbeschränkt zu konsumieren, von eigeblendeten Appellen an die Zahlungs- und Verantwortungsbereitschaft der Leser mal abgesehen.

(via Meedia & Tagesspiegel(http://www.tagesspiegel.de/medien/journalismus-im-netz-die-gunst-des-geldverdienens/20929548.html)

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