Web-Kultur im Abo: Crowdpublishing via Patreon als dauerhafte Lösung?

wormworld-saga-crowdpublishing-via-patreonPlattformgestütztes Crowdpublishing funktioniert prima, doch bisher liegt der Schwerpunkt meist auf einmaligen Funding-Kampagnen, etwa um einen neuen Titel vorzuvermarkten und ganz oder teilweise vorzufinanzieren. Manche Verlage — z.B. der Berliner E-Book-Publisher Mikrotext — crowdfunden auch schon mal ein ganzes Jahresprogramm, das man dann quasi vorweg zum Subskriptionspreis abonniert.

Wormworld-Saga als „Patron“ unterstützen

Als einer der ersten Self-Publisher hierzulande (mal abgesehen von einigen Youtubern) nutzt Webcomic-Zeichner Daniel Lieske („Wormworld-Saga“) nun mit Patreon eine ganz besondere Crowdfunding-Plattform. Das Mission Statement der US-Website: „We want to help every creator in the world achieve sustainable income.“ Wobei „nachhaltig“ hier auch „regelmäßig“ heißt — denn bei Patreon legt man als „Patron“ einen regelmäßigen Spendenbetrag von einem Dollar aufwärts fest.

Auf den Spuren von Flattr & Kachingle

Der geht dann entweder im monatlichen Rhythmus oder für jede neue Veröffentlichung an den jeweiligen Autor, wohlgemerkt für Inhalte, die im Web frei zugänglich sind. Das Modell ist natürlich nicht ganz neu: regelmäßige Spenden für kostenlose Inhalte gab’s z.B. schon bei Kachingle oder als Feature bei den zeitweise mal sehr angesagten Flattr-Buttons, was manchen Kreativen (hier in Deutschland z.B. Tim Pritlove) eine ganze Weile durchaus ernstzunehmende Einnahmen bescherte.

Plattform-Modell als bessere Lösung?

Die große Frage war bisher natürlich: wie hält man die „1000 true fans“, die man als Kreativer dem Diktum von Kevin Kelly zufolge (nur) braucht, um im Zeitalter von Internet & Direktvermarktung seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, dauerhaft bei der Stange? Das Plattform-Modell von Patreon könnte hier einen Weg bahnen: um die Website herum ist bereits eine große Community entstanden, für die Unterstützer eines Projekts winken crowdfunding-typische Belohnungen.

Premium-Content als Belohnung

Im Fall der „Wormworld-Saga“ winken zum Beispiel der Zugang zu Premium-Content auf der Wormworld-Website, sowie weitere Aktionen wie ein Q&A mit dem Comic-Schöpfer, die regelmäßige Verlosung von exklusiven Zeichnungen, etc. Ein erstes Funding-Ziel von 250 Dollar pro Monat hat Wormworld schon fast erreicht. Wobei man natürlich betonen sollte: Wormworld-Saga gibt’s nicht nur auf deutsch, sondern auch auf englisch, die gesamte Vermarktung ist international ausgerichtet…

Krautpublishing-Rekord: Wormworld Saga Vol. 2 sammelt mehr als 43.000 Dollar ein

wormworldsagaHeute startet die deutsche Version von Kickstarter. Welches Crowdpublishing-Potential hinter der Plattform steckt, zeigt ein englischsprachiges Kickstarter-Projekt made in Germany, das heute endet: die Paperback-Version von „The Shelter of Hope – Wormworld-Saga Volume 2“ hat mit mehr als 800 Vorbestellungen knapp 43.000 Dollar eingesammelt. Die vom deutschen Comic-Zeichner Daniel Lieske ursprünglich als E-Comic entwickelte Fantasy-Serie begeistert international so viele LeserInnen, dass solche Zahlen sogar schon mehrmals erreicht wurden: „The Journey begins – Wormworld-Saga Volume 1“ sammelte im letzten Jahr 45.000 Dollar ein, zwei weiterer Kampagnen zur Finanzierung der Online- bzw. App-Version brachten jeweils mehr als 20.000 Dollar.

Print-Version erscheint bei Tokyopop

Damit dürfte die „Wurmwelt“, ein magisches Paralleluniversum, in das ein kleiner Junge namens Jakob hineingezogen wird, zu den weltweit erfolgreichsten Indie-Projekten im Comic-Sektor gehören. Typisch für solche onlinebasierten Vermarktungsformen ist die Kombination von kostenlosem Web-Comic und Monetarisierung via Merchandising und von der Crowd vorfinanziertem Print-Verkauf. Sowohl die deutschen wie auch die englischsprachigen Print-Versionen der Wormworld-Saga erscheinen bei Tokyopop bzw. Tokyopops neuem Label POPCOM – und wartet mit Hardcover und hochwertigem Kunstdruckpapier auf. Wer möchte, kann via Kickstarter aber auch eine in Leinen gebundene De-Luxe-Version mit Goldprägung bestellen.

Prinzip der „unendlichen Leinwand“

Ein besonderer Hingucker bleibt natürlich die elektronische Version – jedes der inzwischen sieben Kapitel lässt sich komplett durchscrollen, es gibt keine Seitenaufteilung. Wer dieses beeindruckende Lese-Erlebnis noch nicht gemacht hat, sollte es unbedingt mal auf wormworldsaga.com nachholen. Für die Print-Version musste das Prinzip der „unendlichen Leinwand“ natürlich durchbrochen werden – das scheint die Fans der Wormworld-Saga aber nicht zu stören. Die deutschsprachigen Bände 1 („Die Reise beginn“) und 2 („Hort der Hoffnung“) kann man zum Preis von 12 bzw. 14 Euro bestellen, z.B. in Lieskes Wormworld-Webshop.

[Aktuelles Stichwort] Web-Comics – Reichweite gibt’s online, Rendite via Print-Version


[Dieser Artikel ist eine Preview aus: „das große e-book & e-reader abc“, das mehr als 200 aktuelle Stichwörter von Adobe-ID bis Zweifinger-Zoom enthält. Es ist digital und gedruckt im Oktober 2014 bei ebooknews press erschienen – Tipp: zum Einführungspreis bestellen und vier Euro sparen!]

Webcomics sind eine besondere Form von >>E-Comics, die von Anfang an über das World Wide Web veröffentlicht werden, also sich direkt im Browser lesen lassen. Viele Webcomics erscheinen mehrmals in der Woche bzw. im Monat als Serie, in Deutschland z.B. „Das Leben ist kein Ponyhof“ oder „Ahoi Polloi“. Kapitelweise in größeren Abständen erscheint ein Webcomic wie „Wormworldsaga“.

Webcomics kann man in der Regel kostenlos lesen. Die Monetarisierung findet durch freiwillige Spenden (>>Crowdfunding), den Verkauf von Print-Versionen (z.B. via >>Crowdpublishing) oder Merchandizing statt. International erfolgreiche Beispiele für die Kombination von Gratis-Webcomic und Print-Verkauf sind „Zahra’s Paradise“, „Sailor Twain“ oder „A.D. New Orleans after the Deluge“.

Oft wird zur internationalen Vermarktung die Crowdfunding-Plattform Kickstarter genutzt. Mit einer >>Pre-Order-Kampagne gelang es 2014 dort auch erstmals einem deutschen Comic-Zeichner, die englischsprachige Print-Version eines populären Webcomics erfolgreich zu vermarkten („Worworld-Saga“).

Zu den ältesten noch existierenden Webcomics gehören „Rogues of Clwyd-Rhan“ (1994), „The Polymer City Chronicles“ (1995) sowie „Eric Monster Millikin“ (1995). Nicht selten werden Webcomics von unabhängigen Zeichnern selbst auf einer eigenen Website präsentiert. Ähnlich wie Blogs nutzen Webcomic-Betreiber oft die Blogging-Software WordPress, erweitert durch spezielle Plugins wie Comicpress.

Kommerzielle E-Comic-Anbieter wie ComiXology oder Maddog Comics ermöglichen mit speziellen >>HTML5-Apps neben der Lektüre auf Smartphone oder Tablet ebenfalls die browserbasierte Lektüre auf dem Desktop. Auf diese Weise lassen sich sowohl Leseproben anschauen wie auch (wenn man eingeloggt ist) gekaufte Inhalte betrachten.


[Dieser Artikel ist eine Preview aus: „das große e-book & e-reader abc“, das mehr als 200 aktuelle Stichwörter von Adobe-ID bis Zweifinger-Zoom enthält. Es ist digital und gedruckt im Oktober 2014 bei ebooknews press erschienen – Tipp: zum Einführungspreis bestellen und vier Euro sparen!]

Vom leeren Screen zum fertigen E-Comic – Video-Tutorials mit Daniel Lieske („Wormworld Saga“)

Vergleichbar dem Weg vom Word-Manuskript bis zum fertigen E-Book hat sich auch die Comic-Produktion komplett vom Medium Papier emanzipiert – gezeichnet wird am PC-Monitor, publiziert immer öfter digital in Form von E-Comics, die via App oder Browser gelesen werden. Zu den wichtigsten Instrumenten der Comic-Künstler gehören dabei Photoshop und die Grafiktabletts von Wacom – auf diese Weise entsteht auch Daniel Lieskes erfolgreicher Web-Comic „Wormworld Saga„, über den E-Book-News schon öfters berichtet hat. Wie solche Comics in der Praxis entstehen, zeigt Lieske jetzt in ausführlichen How-To-Trainingsvideos, die für die Plattform video2brain entstanden sind.

Gesamter Workflow via Photoshop

Im 7,5 Stunden langen Videokurs „Comics in Photoshop“ etwa wird der gesamte Workflow vorgeführt, der beim Entwerfen einer Comic-Seite notwendig ist. Schritt für Schritt kann man erfahren, wie der Comiczeichner vorgeht – von der groben Skizzierung der Seitenaufteilung über eine Vorzeichnung und Outlines der Figuren bis zur Kolorierung und dem Einsetzen der Sprechblasen und dem „Lettering“. Grundlage ist dabei die Captain Orion-Illustration „Saving the Alien Girl“ – wie man am Original sehen kann, gehören zu Lieskes Arbeitsschwerpunkt neben Comics auch das Artwork von Computerspielen.

Techniken und Werkzeuge en detail

Eine allgemeiner gehaltene Einführung bietet „Zeichnen und Malen in Photoshop“ – hier führt Lieske die grundsätzlichen Techniken und Werkzeuge vor, mit denen sich Illustrationen auf die digitale Leinwand bringen lassen. Der Zugang zu den Einzeltrainings kostet jeweils 39,95 Euro, video2brain bietet jedoch auch eine Flatrate zum Preis von 19,95 Euro pro Monat an, mit der man Zugriff auf mehr als 800 Video-Trainings bekommt. Mit im Abo-Paket ist u.a. auch Lieskes exklusives Trainingsvideo „Die Stadt am Rubinberg“ – in diesem knapp zweistündigen Kurs kann man dem Zeichner dabei zuschauen, wie quasi from scratch eine komplexe Illustration am Bildschirm erscheint. Natürlich entstehen auf diese Weise nicht nur E- bzw. Web-Comics, sondern auch Comic-Bücher – doch die Richtung hat sich inzwischen oft umgedreht. Lieskes „Wormworld-Saga“ etwa ist im Web gestartet, und erscheint erst nachträglich auch als Folge für Folge als Printversion…

Wormworld-Saga Teil 3: Deutschlands erfolgreichster Web-Comic geht in die nächste Runde

Für die Fans von „Wormworld-Saga“ hat das Warten ein Ende – gerade ist mit „Ein ungeheuerlicher Wald“ („A monstrous Forest“) das dritte Kapitel von Daniel Lieskes Webcomic erschienen. Mehr als eine Million Besucher machten Wormworld-Saga seit Ende 2011 zum erfolgreichsten Webcomic Deutschlands. Der ungewöhnlichste ist er ohnehin schon: denn Lieske setzt auf das Prinzip der „unendlichen Leinwand“, die digitale Bildergeschichte lässt sich komplett durchscrollen. Im zweiten Kapitel „Die Reise beginnt“ war Jonas, der Held der Geschichte, durch ein Gemälde in die titelgebende Fantasiewelt eingetreten. Nun steht die Wurmwelt selbst im Mittelpunkt: „Finally we will now follow Jonas on his first steps beyond the magic canvas and find out more about this mysterious place and its inhabitants“, so Lieske auf seinem Blog über den dritten Teil.

Was als Self-Publishing-Experiment begann, hat mittlerweile zum Sprung in die Selbständigkeit geführt, denn Daniel Lieske arbeitet inzwischen full time an Wormworldsaga. Die Fertigstellung von Kapitel 2 dauerte unter den verbesserten Arbeitsbedingungen 3 Monate, das dritte Kapitel ein paar Wochen länger: „Chapter 3 was a huge challenge for me as I wanted the first impression of the Wormworld to be a lasting one. This chapter is the longest chapter so far and it is full of elaborate full scale backgrounds.“ Insgesamt, so Lieske, habe er knapp 400 Stunden für den gesamten Workflow gebraucht. Das tatsächlich beeindruckende Ergebnis kann man sich direkt im Browser anschauen: Die Web-Version von Wormworldsaga finanziert sich über Spenden aus der Community und ist frei zugänglich. In der iPad-App sowie der vor kurzem gestarteten Android-App kostet jedes Kapitel 2,99 Euro. Dafür werden die In-App-Shopper allerdings auch mit einigen Extras belohnt.

Zeichnerisch ist der Webcomic deutlich am Manga-Stil geschult, aber auch an hochwertiger Videospiel-Ästhetik. Neben einer deutschen Version gibt es zahlreiche Übersetzungen. Wie bei anderen erfolgreichen Webcomics garantiert auch bei Worwormldsaga die kostenlose englische Web-Version eine möglichst weltweite Reichweite, während die eigentliche Monetarisierung auf anderen Ebenen stattfindet. Neben Spenden via flattr, PayPal oder Kachingle kann man im „Printshop“ etwa handsignierte Digitaldrucke erwerben. Die iPad-App ermöglicht neben dem Kauf einzelner Kapitel auch noch ein spezielles Upgrade, das den Zugang zu Autorkommentaren sowie exklusiven Artwork- und Making-of-Inhalten freigibt. Eine besondere Herausforderung für den Zeichner dürfte die angekündigte Papierversion der Wormworld-Saga werden, die beim Manga-Spezialisten Tokyopop erscheinen soll.

Abb.: Wormworldsaga.com

Wormworld-Saga geht weiter: zweites Kapitel des Webcomics jetzt online

Fast eine Million Besucher in den letzten 12 Monaten machen Wormworld-Saga zum erfolgreichsten Webcomic Deutschlands – der ungewöhnlichste ist er ohnehin schon: denn WWS-Zeichner Daniel Lieske setzt auf das Prinzip der „unendlichen Leinwand“, die digitale Bildergeschichte lässt sich komplett durchscrollen. Am ersten Weihnachtstag ist nun das lange erwartete zweite Kapitel erschienen: in „Die Reise beginnt“ tritt der Held der Geschichte durch ein Gemälde in die titelgebende Fantasiewelt ein. Zeichnerisch ist der Webcomic deutlich am Manga-Stil geschult, aber auch an hochwertiger Videospiel-Ästhetik. Neben einer deutschen Version gibt es zahlreiche Übersetzungen. Die Web-Version von Wormworldsaga finanziert sich über Spenden aus der Community und ist frei zugänglich, in der vor kurzem gestarteten iPad-App kostet jedes Kapitel 2,99 Euro. Dafür werden die In-App-Shopper allerdings auch mit einigen Extras belohnt.

Wormworld-Saga setzt auf internationales Publikum

„It’s been an unbelievable year for me. The Wormworld Saga Digital Graphic Novel started exactly a year ago and from that moment on it was a constant ride of surprises, disbelief, excitement, and a lot of hard work“, schreibt der Gütersloher Computerspiel-Gestalter und Zeichner auf seinem Blog. Was als Self-Publishing-Experiment begann, hat mittlerweile zum Sprung in die Selbständigkeit geführt, denn Daniel Lieske arbeitet jetzt full time an Wormworldsaga. Für die Fans könnte das vor allem bedeuten, dass sie nicht noch einmal 12 Monate auf das nächste Kapitel warten müssen – die Fertigstellung von Kapitel 2 hat unter den verbesserten Arbeitsbedingungen nämlich nur 3 Monate gedauert. Neben der grafischen Arbeit kann Lieske sich eine äußerst erfolgreich verlaufene Crowdfunding-Kampagne zur Finanzierung der Wormworld-Saga-App auf die Fahnen schreiben – die Sammelaktion auf der US-Plattform Kickstarter brachte 23.000 Dollar. Auch in diesem Fall machte sich eine strategische Entscheidung bezahlt – Wormworldsaga setzte von Anfang an auf ein internationales Publikum, bereits das erste Kapitel erschien parallel auf deutsch und englisch. Inzwischen gibt es mit Unterstützung aus der Community schon ein knappes Dutzend Sprachversionen.

Print-Version erscheint bei Tokyopop

Wie bei anderen erfolgreichen Webcomics garantiert auch bei Worwormldsaga die kostenlose englische Web-Version eine möglichst weltweite Reichweite, während die eigentliche Monetarisierung auf anderen Ebenen stattfindet. Neben Spenden via flattr, PayPal oder Kachingle kann man im „Printshop“ etwa handsignierte Digitaldrucke erwerben. Die iPad-App ermöglicht neben dem Kauf einzelner Kapitel auch noch ein spezielles Upgrade, das den Zugang zu Autorkommentaren sowie exklusiven Artwork- und Making-of-Inhalten freigibt. Eine besondere Herausforderung für den Zeichner dürfte die angekündigte Papierversion der Wormworld-Saga werden, die beim Manga-Spezialisten Tokyopop erscheinen soll. Denn auf dem Bildschirm gehen die einzelnen Szenen getreu dem Prinzip der „infinite canvas“ nahtlos ineinander über. Doch für die Verwertung des Comics dürfte die gedruckte Fassung letztlich wohl genauso wichtig werden wie die App, zumal gerade die englische Version hohe Auflagen erlaubt. Wie gut das funktioniert, haben zuletzt Beispiele wie etwa Zahra’s Paradise oder A.D. New Orleans after the Deluge gezeigt. Mit Wormworldsaga ist aber nun auch Deutschland in der globalen Champions League des Webcomics angekommen.

Abb.: Wormworldsaga.com