Amazon testet satellitengestütztes High-Speed-WLAN für Kindle-Nutzer

Amazon möchte der Kindle-Gemeinde in Zukunft offenbar mehr bieten als nur Whispernet: Bloomberg zufolge testet das Unternehmen in Cupertino/Kalifornien gerade ein neues High-Speed-WLAN, mit dem Kunden in Großstädten versorgt werden könnten. Der aktuelle Test soll im direkten Umfeld des legendären Lab126 stattinden, also Amazons geheimem Kindle-Entwicklungslabor. Das drahtlose Netz kommt bei diesem Experiment offenbar aus dem All – denn der Online-Händler arbeitet Bloomberg zufolge mit dem Satellitennetzwerk von Globalstar zusammen, einem Konsortium verschiedener Telekommunikations-Anbieter.

Deren Sendespektrum soll gegenüber konventionellen WLAN-Hotspots einige Vorteile bieten – darunter größere Geschwindigkeit und mehr Bandbreite, wodurch mehr Kunden gleichzeitig im Netz unterwegs sein könnten als bisher. Amazon selbst und Globalstar haben die Berichte zwar noch nicht bestätigt, doch die Sache klingt durchaus plausibel. Denn gerade Amazons Fire-Tablets saugen immer mehr Daten aus dem Netz, vor allem, weil die Nutzerbasis der Streaming-Angebote im Videobereich stark wächst. Für Premium-Kunden (Amazon Prime) werden solche Angebote in den USA umsonst zur Verfügung gestellt. Was natürlich voraussetzt, dass die Daten auch zum Nutzer gelangen können. Schaut man sich die „Ausleuchtzonen“ der Globalstar-Satelliten an (siehe Abb.), fällt sofort auf: Kalifornien, aber auch die Ostküste wird besonders gut abgedeckt – das WLAN aus dem All steht dort also in besonderer Qualität zur Verfügung.

Außerdem darf man natürlich nicht vergessen: schon die Erfolgsgeschichte des Kindle-Readers hat von Anfang an mit drahtlosem (Mobilfunk)-Netzzugang zu tun. Die erste Kindle-Generation galt als ein absolutes Novum, stellte sie doch eine Art hybride Mischung zwischen Mobiltelefon ohne Telefoniermöglichkeit und elektronischem Lesegerät dar. Amazons „Whispernet“ sorgt bei den 3G-Modellen bis heute in Kooperation mit Telekommunikations-Anbietern für den direkten Draht zum Kindle-Store. Die aktuell getestete WiFi-Variante scheint denselben Weg zu gehen: Statt für Milliarden Dollar eigene WLAN-Stationen in Großstädten aufzustellen, nutzt man lieber bereits bestehende Netzwerke.

Abb.: Ausleuchtzonen der Globalstar-Satelliten (Wikimedia Commons/Public Domain)

Neues vom Acer LumiRead: UMTS-Version jetzt lieferbar

acer-lumiread-test-e-reader-wifi-wlan-barcode-scannerDrahtlos mit dem E-Reader einkaufen kann man jetzt auch außerhalb von WLAN-Hotspots, denn die UMTS-Version des Acer LumiRead ist seit kurzem via Libri lieferbar. Diese Art der Kombination von E-Ink-Reader und drahtlosem E-Store mit reichhaltigem deutschsprachigem Content ist bisher in Deutschland einmalig. Netzpartner von Libri ist Tchibo-Mobil. Das drahtlose E-Book-Shopping über die Mobilfunk-Verbindung ist für den Nutzer deutschlandweit kostenlos. Übrigens: Die UMTS-Version zum Preis von 229 Euro kann auch bei E-Book-News bestellt werden.

UMTS-Version bringt die typischen LumiRead-Features mit

E-Books via UMTS-Verbindung einkaufen konnte man auf einem E-Ink-Reader in Deutschland bisher nur mit Amazons Kindle. Allerdings ist das deutschsprachige Angebot im Kindle-Store immer noch sehr dürftig. Auf dem LumiRead ist das anders – denn im integrierten E-Store warten mehr als 40.000 aktuelle E-Book-Titel im epub-Format, darunter viele aktuelle Bestseller. Allerdings ließ die UMTS-Version etwas auf sich warten, angekündigt war sie ursprünglich schon für die Weihnachtszeit, doch nun muss man nicht mehr länger warten. Abgesehen von der zusätzlichen Mobilfunk-Schnittstelle ist die neue Version des kontraststarken LumiRead baugleich mit der WLAN-Version (siehe den E-Book-News-Testbericht) – auch bei der UMTS-Version profitiert der Nutzer etwa von typischen Features wie der QWERTZ-Tastatur unter dem Display, von Umblätter-Tasten an beiden Seiten und einer externer Lautstärke-Regelung.

Tchibo-Mobil spendiert ein Startguthaben

Ähnlich wie bei Amazon soll auch für Libri-Kunden das drahtlose Shopping kostenneutral bleiben. Bei der Inbetriebnahme steht jedem Kunden ein kostenloses Datenvolumen von 50 MB zur Verfügung. Dieses reicht aus, um bis zu 20 E-Books herunterzuladen. Und wer nicht nur stöbert, sondern auch kauft, muss sich auch nach dem Aufbrauchen der 50 MB keine Gedanken über anfallende Mobilfunkgebühren machen, denn für jedes so gekaufte E-Book wird ein verbrauchsabhängiges Volumen gutgeschrieben. Zusätzlich bietet sich die Möglichkeit, über den im Reader integrierten Webbrowser das Internet nach Informationen zu durchsuchen oder z. B. RSS-Feeds zu nutzen. Bei Bedarf kann hierfür über Tchibo mobil Zusatzvolumen gebucht werden – ohne Mindestumsatz, Grundgebühr oder feste Vertragslaufzeit.

Thalias Oyo-Reader im Test: Drahtlos zum E-Book, rund um die Uhr

oyo-testbericht-readerKurz vor dem Oyo-Start hat E-Book-News Thalias neuen Reader getestet. Mit dem intuitiv bedienbaren Touch-Screen-Gerät setzt Deutschlands zweitgrößte Buchhandelskette auf Multichannel: Bücher überall und jederzeit. Bei der Basisversion für 139 Euro sorgt eine WLAN-Karte für bequemes Shopping im E-Store. Gehäuse-Design und grafische Benutzeroberfläche machen mächtig Lust auf’s elektronische Lesen, egal ob epub oder PDF. Einziges echtes Manko ist der Kontrast des E-Ink-Displays – hier fällt der Oyo gegenüber Sony, Kindle & Co. deutlich ab.
(Update 28.10.: Der Oyo-Reader kann jetzt online bestellt werden. )

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Eins bietet der Oyo leider nicht: kontrastreiches Pearl-E-Ink

Wer bisher in Deutschland drahtlos E-Books kaufen wollte, brauchte neben dem E-Reader mindesten Laptop, Tablet oder Smartphone. Thalias neuer Oyo-Reader macht dank WLAN-Funktion den Leser unabhängig -- so lange man in der Nähe eines Hot-Spots ist, stehen Tag und Nacht mehr als hunderttausend deutsche Titel zur Verfügung. Der Preis ist außerdem heiß: Mit 139 Euro liegt der Oyo-Reader leicht unter dem Import-Preis von Amazons neuem Kindle 3. Vom äußeren her setzt Thalia noch stärker auf Einfachheit als die amerikanische Konkurrenz. Nur vier Bedienknöpfe zieren den Oyo, neben dem Einschaltknopf ein Home-Button und zwei Umblätter-Tasten. Durch die Platzierung am rechten Rand des Displays ist der Oyo insgesamt nicht höher als viele 5-Zoll-Lesegeräte – durch die Konzentration auf das Touch-Screen-Display sieht der Oyo auf den ersten Blick fast aus wie ein Tablet. Das Oyo-Display bietet mit 16 Graustufen und 600x800 Pixeln Auflösung soliden E-Ink-Standard, kann allerdings vom Kontrast her nicht mit der neuesten Pearl-Technologie mithalten, wie man sie vom Kindle 3 oder Sonys neuesten E-Readern kennt. Die Lesequalität ist eher vergleichbar mit Touch-Screen-Geräten der ersten Generation wie etwa dem Onyx Boox oder dem Pocketbook 302.

Der Oyo-Reader liegt wie ein Taschenbuch in der Hand

An der unteren Gehäusekante finden sich drei externe Schnittstellen: ein Einschub für SD-Karten, eine 3,5-mm-Kopfhörerbuchse und ein Mikro-USB-Anschluss. Letzterer dient nicht nur zum Aufladen, sondern auch zum Übertragen von epubs, PDFs oder anderen Dateien auf den Reader. Auf der gummierten Rückseite des Oyos findet man darüberhinaus noch einen kleinen, versenkten Reset-Knopf. Da das Gehäuse mit 11 mm etwas dicker ist als bei anderen Readern, liegt die 240 Gramm schwere Basisversion des Oyo fast wie ein dünnes Taschenbuch in der Hand. Wie bei jedem akkubetriebenen Gerät sollte auch der Oyo-Reader vor dem ersten Einschalten vollständig aufgeladen werden. Das Einstöpseln des USB-Ladekabels quittiert der Reader zunächst mit dem Aufleuchten einer roten LED an der Unterkante. Kurz darauf erscheint ein Batterie-Symbol auf dem E-Ink-Display. Beim ersten Einschalten bootet der Oyo-Reader in etwa 15 bis 20 Sekunden, während dieser Zeit erscheint auf dem Display das Thalia-Logo und ein Ladebalken.

WLAN-Konfiguration und E-Store-Formalitäten

Als erster Schritt kann nun die WLAN-Verbindung konfiguriert werden. Aktive Netzwerke vor Ort werden automatisch erkannt. Über eine eingeblendete virtuelle Tastatur lässt sich via Touch-Screen das Passwort eingeben. Ist der Oyo online, erscheint am oberen Display-Rand ein kleines WLAN-Symbol. Jetzt fehlt natürlich noch der elektronische Lesestoff. Um den E-Store von Thalia nutzen zu können, muss deswegen im nächsten Schritt ein Benutzerkonto anlegt werden. Zur vollständigen Registrierung ist zudem die Eingabe einer existierenden bzw. die Erstellung einer neuen Adobe-ID notwendig – nur dann lassen sich schließlich kopiergeschützte E-Books auf dem Oyo-Reader lesen. (Die E-Books müssen nicht aus dem Thalia-Store stammen -- per USB-Kabel lassen sich problemlos E-Books auf den Oyo übertragen, die etwa per Laptop oder Desktop bei Anbietern wie etwa Libri.de gekauft wurden.) Wer möchte, gibt im letzten Registrierungschritt auch schon seine Kreditkarten-Daten ein. Für völlige E-Reader-Neulinge dürfte die gesamte Prozedur auf dem Oyo etwas undurchschaubar erscheinen. Thalia bietet jedoch in den Filialen einen speziellen Beratungsservice an – die Oyo-Reader können ja dort auch direkt erworben werden.

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Per Fingertipp durch das persönliche Bücherregal zappen

Sobald der Oyo-Reader fertig eingerichtet ist, landet man nach dem Einschalten direkt auf der sogenannten „Startseite“, einem Miniatur-Desktop. Mit dem Finger kann man auf fünf verschiedene Bereiche tippen: Bücherregal, zuletzt gelesene E-Books („Letzte Bücher“), Thalia-Shop, Extras und Einstellungen. Die „Extras“ sind in diesem Fall Webbrowser, Bildbetrachter und Audio-Player. Hinter den „Einstellungen“ verbergen sich Menüpunkte wie Ausrichtung, Energiesparfunktionen, WLAN, Geräteinfo etc. Tippt man nach dem Einschalten auf eines der E-Books unter der Rubrik „Letzte Bücher“, kann man direkt mit der Lektüre fortfahren, der Oyo-Reader öffnet automatisch die zuletzt aufgeschlagene Seite. Die Leseansicht ist äußerst schlicht gehalten: eine Kopfzeile zeigt den aktuellen Titel an und informiert über WLAN-Verbindung und Ladezustand des Akkus. Eine Fußzeile zeigt die Seitenzahl an und die Schaltfläche „Menü“. Zum Umblättern kann man die Pfeiltasten an der rechten Geräteseite nutzen, das ist besonders komfortabel, wenn man den Reader zum Lesen in der rechten Hand hält. Das Touch-Screen ermöglicht nicht nur Linkshändern eine noch viel elegantere Variante – intuitives Umblättern per „Fingerwisch“. Ganz so nah an das realistische Umblätter-Gefühl von iBooks kommt der Oyo als E-Ink-Gerät allerdings nicht heran – zum einen gibt es keinen animierten Seitenwechsel, zum anderen reagiert das Touch-Screen erst mit einer gewissen Verzögerung.

Der Leser hat die Wahl: Fontart, Schriftgröße, Orientierung

Nicht nur epub-Dokumente lassen sich mit dem Oyo gut lesen, dank Reflow-Funktion wird auch der Inhalt von PDFs umgebrochen, so dass der Text auf die Seite passt. Das Aussehen der E-Book-Seiten lässt sich über die „Menü“-Schaltfläche den eigenen Vorlieben anpassen. Zur Auswahl stehen sechs Schriftgrößen sowie fünf Schriftarten von Bookman Oldstyle bis Stempel Garamond. Weitere Layout-Optionen wie variablen Zeilenabstand oder einstellbare Zeilenbreite bietet der Oyo-Reader leider nicht. Ähnlich wie beim Kindle ist über die (hier natürlich virtuelle) Tastatur immerhin eine Stichwortsuche im Text möglich. Allerdings ist das Eintippen auf dem Touch-Screen gewöhnungsbedürftig, die lange Reaktionszeit führt schnell zu falschen oder doppelten Eingaben. Auch Lesezeichen kann man übrigens mit der Touch-Screen-Tastatur mit kleinen Anmerkungen versehen. An der entsprechenden Stelle im E-Book „klebt“ dann im Text ein kleines Symbol, die darunter liegenden Wörter oder zumindest Buchstaben kann man dadurch allerdings nicht mehr lesen. Lesen mit dem Oyo-Reader ist auch eine Frage der Haltung: Hat man unter „Einstellungen“/“Ausrichtung“ die automatische Seitenausrichtung aktiviert, bringt der G-Sensor die Seitenansicht beim Drehen des Oyos nach ein paar Sekunden in das Quer- oder Hochformat.

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Keep it Simple: Thalias E-Store kommt auf den Oyo

Mit besonderer Spannung dürften viele auf den integrierten E-Store des Oyo-Reades warten. Wie hat Thalia die Aufgabe gelöst, auf einem schwarz-weißen 6-Zoll-Display das Frontend einer elektronischen Buchhandlung mit mehr als hunderttausend E-Books zu präsentieren? Ganz einfach: Mit der Methode Keep it Simple. Auf der Startseite sind drei Coverbilder von Bestsellern zu sehen (u.a. Letale Dosis von Andreas Franz) und drei Mini-Werbebanner, die auf weitere Titel verweisen (aktuell etwa „Die Perspektive des Gärtners“ von Hakan Nesser). Ansonsten führen Links zu „weiteren Bestsellern“ und „Top-Kategorien“. Außerdem gibt es eine Suchfunktion für die gezielte Recherche im virtuellen Büchertempel. Übersichtlich organisiert ist auch die Detailansicht zu einzelnen E-Book-Titeln. Neben bibliographischen Informationen gibt es drei, vier Zeilen zum Inhalt und soweit vorhanden „Buchhändler-Tipps“ von Thalia-Mitarbeitern und/oder Kundenrezensionen. Will man in das Buch hineinschnuppern, kann man eine Leseprobe herunterladen. Sie wird automatisch im persönlichen Bücherregal gelistet – inklusive des Buttons „Kaufen“.

Komfort oder Kontrast? Der Kunde muss entscheiden

Wer möchte, kann über den mitgelieferten Mini-Browser auch Internet-Seiten aufrufen, voreingestellt sind Links auf Wikipedia und Google. Allerdings ist das Eintippen von Suchwörtern oder Adressen mit der virtuellen Tastatur ziemlich mühselig, ein wirkliches Surf-Gefühl kommt auf dem Oyo nicht auf. Das liegt aber auch am wohl wichtigsten Manko des vom Gesamtkonzept her durchaus gelungen Lesegerätes: der Kontrast ist für einen aktuellen E-Reader nicht ausreichend. Der Verzicht auf Pearl-E-Ink in Verbindung mit einer kapazitiven Touch-Screen-Lösung, die zusätzlich den Kontrast vermindert, lässt den Oyo vom Lesekomfort deutlich hinter die Konkurrenz zurückfallen. Sonys neue E-Reader Serie (PRS 350 und PRS 650), die ebenfalls in diesen Tagen an den Start gehen, zeigen dabei, dass Touch-Screen und ein gutes Kontrastverhältnis wie beim Kindle 3 sich nicht ausschließen müssen (siehe unseren Bericht von der IFA 2010). Allerdings haben diese Geräte keine WLAN-Funktion, um den Preis im verträglichen Rahmen zu halten (179 bzw. 229 Euro). Thalia hat offenbar für den Oyo-Launch andere Prioritäten gesetzt – zentral waren der direkte Draht zum E-Store und ein niedriger Einstiegspreis. Pikanterweise werden die kontraststärkeren Sony-Geräte nun wohl auch in den Thalia-Filialen verkauft, denn zumindest bisher gab es im E-Reader-Bereich eine Kooperation zwischen beiden Unternehmen. Die Kunden werden sich entscheiden müssen – bequemes E-Book-Shopping per E-Store oder bessere Lesequalität.

Oyo-Reader Specs:


Abmessungen

124x154x11mm

Display

6-Zoll E-Ink Touch-Screen,
800*600 Pixel bei 16 Graustufen
Automatische Ausrichtung Hoch/Querformat (G-Sensor)

Textfunktionen

Virtuelle Tastatur, Erstellung von Notizen
und einfaches Setzen von Lesezeichen,
6 Schriftgrößen, 5 Fonts

Anschlüsse

MicroUSB,
MicroSD, 3,5 mm Kopfhörerbuchse

Gewicht

240 g

E-Book-Formate

Epub (mit/ohne DRM), PDF, TXT, HTML

System-Kompabilität

PC/MAC

Speicherkapazität

2 GB, davon ca. 1,5 GB nutzbar

Akkulaufzeit

8000 x Umblättern, bis zu 2 Wochen

Preis

139 Euro (Basisversion WLAN, online bestellen bei Thalia.de )

WiFi-only für 146 Euro: Neue Basisversion von Amazons Kindle-Reader startet Ende August

kindle-wifi-only-fuer-146-euroVorhang auf zur nächsten Kindle-Generation: Neben einer verbesserten Version des 3G-Modells für 189 Dollar bietet Amazon ab 27. August auch ein WiFi-only-Kindle an, das noch einmal 50 Dollar günstiger ist. Deutsche Kunden können den WLAN-fähigen Reader für knapp 146 Euro vorbestellen. Die neuen Lesegeräte sind von Gewicht und Abmessungen her verschlankt worden, das E-Ink-Display bietet 50 Prozent mehr Kontrast. Kleiner Haken bei der Version für’s WLAN: Vorerst gibt es sie nur in Schwarz („Graphite“).

Schlanker Kindle: “Lighter than a paperback and thinner than a magazine“

Alle Jubeljahre schreibt der Amazon-Chef offene Briefe an die Kundschaft. Jetzt ist es mal wieder soweit – direkt auf der Startseite kündigte Jeff Bezos die dritte Generation des Kindle-Readers an. Die WiFi-Only-Basisversion ist sicherlich eine Überraschung, doch der Zeitpunkt der Verlautbarung nicht, denn das Kindle 2 war in Amazons E-Store bereits seit einigen Tagen ausverkauft. Das aktuelle Promotion-Foto weist bereits deutlich auf die größten Vorzüge der neuen Kindle-Generation hin: Eine junge, schlanke Frau mit Sonnenbrille liest mit dem Kindle am Strand. Nicht nur der Kontrast des E-Ink-Displays hat sich deutlich verbessert. Tatsächlich sind die neuen Kindles nach Angaben von Amazon 21 Prozent schmaler und 17 Prozent leichter („lighter than a paperback and thinner than a magazine“), das Gerät wiegt mittlerweile nur noch 240 Gramm. Verbessert wurde auch der Page Refresh, das Umblättern geht jetzt 20 Prozent schneller. Die Speicherkapazität hat sich verdoppelt, Amazon zufolge passen nun etwa 3500 E-Books auf das Gerät. Gespannt sein darf man wohl auch auf den integrierten Web-Browser – kann Amazon mit der zu Grunde liegende WebKit-Engine auf dem E-Ink-Display wirklich so etwas wie ein Surf-Erlebnis bieten?

Mit der Basis-Version des Kindle rückt Amazon weiter vor in Richtung Massenmarkt

Mit der besonders günstigen Basis-Version des neuen Kindle ist Amazon für die kommenden Preiskämpfe im E-Reader Business nun auf jeden Fall bestens gerüstet. Schon die kürzlich erfolgte Preissenkung für den Kindle2 war eine strategisch kluge Entscheidung. Amazon zufolge hatte sich dadurch nicht nur der Geräteveabsatz verdreifacht. Erstmals wurden auch insgesamt mehr E-Books als Print-Titel verkauft. Als einer der ersten Autoren erreichte Stieg Larsson mit der elektronischen Version seiner Millenium-Trilogie nun sogar Millionenauflage. Rückt Amazon mit der neuen Preispolitik weiter in den Massenmarkt vor, dürften bald weitere Bestseller-Meldungen folgen. Apropos Pageturner: Wer sich die Nächte mit spannender Kindle-Lektüre um die Ohren schlägt, muss nun übrigens nicht mehr befürchten, den Partner oder die Partnerin zu wecken. Denn Amazons Ingenieure konnten beim neuen Kindle die Geräuschentwicklung beim Drücken des Umblätter-Knopfs deutlich reduzieren.

Mit WLAN & Touch-Screen ins Leseland: E-Reader Pocketbook 302 im Test

Pocketbook-302-E-Reader-Test E-Book.gifMit dem neuen Modell „302“ stößt Pocketbook nun in die obere Liga vor: Touch-Screen und WLAN-Funktion machen das Lesegerät zu einer echten Konkurrenz für Amazon, Sony und das Berliner Startup txtr. Der Lesestoff kommt drahtlos aus Pocketbooks E-Store „Bookland.net“ – bisher allerdings nur Public Domain. E-Book-News hat den neuen Reader getestet – einen Live-Eindruck vermittelt zudem unser Youtube-Video.

Mit dem 302 stößt Pocketbook in die Erste Liga vor

„E-Books sind die Taschenbücher des 21. Jahrhunderts2, behauptete vor kurzem der Chef von Penguin Books. Wenn das stimmt, ist der E-Reader-Hersteller Pocketbook schon vom Namen her voll im Trend. Mit günstigen 5- und 6-Zoll-Lesegeräten hat das ukrainische Unternehmen seit letztem Jahr auch zahlreiche deutsche Kunden gewinnen können. Äußerlich ähneln die von Netronix gefertigten Reader der Cybook-Serie aus Frankreich. Doch bei der Software geht Pocketbook eigene Wege – und bietet etwa PDA-ähnliche Features wie Kalender, Notizblock und einige Spieleprogramme wie Schach oder Sudoku. Mit dem neuen Modell „302“ stößt Pocketbook nun in die erste Liga vor: Touch-Screen und WLAN-Funktion machen das Lesegerät zu einer echten Konkurrenz für Amazon, Sony und das Berliner Startup txtr.

Anti-Reflexfolie macht das Display fast blendfrei

Zum Lieferumfang gehören Netz- und USB-Kabel, 4GB-Micro-SD-Karte sowie ein Lederetui. Komplettiert wird das Ganze durch Kurzanleitung und Garantiekarte – die Gewährleistungdauer beträgt übrigens bei den zur Zeit vertriebenen Geräten drei Jahre. Auch sonst zeigt sich Pocketbook spendabel: In den Einführungswochen gibt’s außerdem noch eine Anti-Reflexfolie für das Display dazu. Die wichtigsten Schnittstellen des Pocketbook 302 kann man von außen gar nicht sehen: nämlich WLAN- und Bluetooth-Karte. Auffällig ist aber: Neben dem Einschub für Mikro-SD-Karten, Netzanschluss und 3,5 mm Kopfhörerbuchse besitzt das Pocketbook 302 gleich zwei USB-Schnittstellen – darunter einen Mini-USB-Port. Die inneren Werte liegen auf einer Linie mit vergleichbaren Geräten: Im Innern werkelt eine Samsung-CPU mit 400 Mhz, das E-Ink-Display kommt allerdings nicht von E-Ink Corp., sondern von Vizplex. Wie üblich sollte man das Gerät vor der Inbetriebnahme ersteinmal gründlich aufladen – das kann entweder über den USB-Port geschehen oder über das Netzkabel. Sobald Spannung anliegt, leuchtet während des Ladezyklus eine rote LED auf der Frontseite – wenn sie erlischt, hat der Akku seine volle Kapazität erreicht.

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Das Touch-Screen wird mit dem Stylus oder den Fingern bedient

Zum Starten drückt man den Einschaltknopf an der Oberkante des Lesegerätes – was der Reader mit einer grün aufleuchtenden LED und einem Splashscreen quittiert. Nach etwa acht Sekunden erscheint der Desktop. Auf dem oberen Viertel werden die beiden zuletzt geöffneten Dokumente angezeigt. Den meisten Raum nehmen Icons ein, die zu den wichtigsten Funktionen führen. Neben allgemeinen „Einstellungen“ sowie Hilfsprogrammen und Spielen unter „Software“ geht es hier vor allem zum Content: über „Bücher“, „Bilder“ oder „Musik“ kommt man zu den gewünschten Dateien, mit „Nachrichten“ sind in diesem Fall RSS-Feeds gemeint.
Bedient wird das Pocketbook 302 vor allem über das Touch-Screen – die meisten Funktionen kann man direkt mit den Fingern nutzen, für besonders kleine Schaltfelder – etwa die virtuelle Tastatur – empfiehlt sich allerdings der Stylus. Dieser spezielle Bedienstift sitzt ähnlich wie beim Onyx Boox an der linken oberen Gehäusekante, ist allerdings recht kurz geraten. Nicht ganz unwichtig ist aber auch der runde Druckknopf direkt unter dem Display – er ist die „Escape“-Taste, mit der man Anwendungen, aber auch Untermenüs wieder verlassen kann. Am linken und rechten Geräterand gibt es außerdem noch je zwei Funktionstasten, die u.a. zum Umblättern genutzt werden.

Kommerzielle Titel gibt’s bei Pocketbooks E-Store „Bookland“ leider noch nicht

Im normalen Lesealltag lässt sich das Pocketbook jedoch ebenso einfach bedienen, wie man es von iPhone oder iPod Touch gewohnt ist. Das Umblättern etwa erledigt man mit einem „Finger-Swipe“ von rechts nach links bzw. umgekehrt. Die Fontgröße kann mit einer Fingerbewegung von oben nach unten geändert werden. Für den Lesekomfort empfiehlt es sich, über „Einstellungen“ den serifenlosen Standardfont gegen einen Font mit Serifen zu wechseln – Auswahl gibt es genug. Ausgeschaltet ist im Lieferzustand übrigens der G-Sensor, der für die automatische Seitenausrichtung sorgt. Wer öfter im Querformat lesen möchte, sollte den Sensor über „Einstellungen/Aussehen/Bildschirmorientierung“ aktivieren. Der größe Vorteil eines WLAN-Readers ist natürlich: der Lesestoff kommt drahtlos direkt aus dem Netz. Vorher muss allerdings das Netzwerk konfiguriert werden. Die notwendigen Angaben lassen sich über das Menü Einstellungen/Verbindungen machen. Im WLAN-Modus kann z.B. die Art der Verschlüsselung ausgewählt (WEP oder WPA) und der Netzwerkschlüssel eingegeben werden. Dann geht’s los: Pocketbooks E-Store Bookland.net ist bereits integraler Bestandteil der Bibliothek. Ruft man den Menüpunkt „Bücher“ auf, steht „Bookland“ an oberster Stelle. „In-App-Shopping“ wird hier jedoch nicht geboten – kommerzielle Titel gibt es für deutsche Kunden nämlich bisher noch nicht. Das Angebot beschränkt sich auf Public Domain-Bücher in zahlreichen Sprachen. Kauft man im Internet bei Libri oder anderswo ein DRM-geschütztes E-Book, muss man es also per USB-Kabel auf den E-Reader übertragen.

Ob Austattung, Nutzerfreundlichkeit oder Preis: Pocketbook ist eine ernsthafte Konkurrenz für Amazon & txtr

Die Internet-Fähigkeiten des Pocketbook 302 halten sich ansonsten in Grenzen. Der mitgelieferte „Minibrowser“ hat im Vergleich zum Onyx Boox deutliche Schwächen. Gut nutzen lässt sich dagegen der RSS-Feedreader – bei den aktuellsten Nachrichten und den Trends der Blogosphere bleibt man somit auch per E-Reader immer auf dem Laufenden. Zumindest, soweit das WLAN reicht. Überhaupt machen neben der leichten Bedienbarkeit die zahlreichen Zusatzprogramme den eigentlichen Reiz der Pocketbook-Reihe aus. Auch beim „302“ kommen neben einigen Spielen wie Schach, Patiencen oder Sudoku noch der Taschenrechner, das Wörterbuch sowie ein Kalender dazu. Insgesamt kann Pocketbooks neuer Reader locker in der Oberliga der elektronischen Lesegeräte mithalten – nicht nur bei Austattung und Nutzerfreundlichkeit, sondern auch beim Preis. Mit 295 Euro ist das Pocketbook 302 auf Augenhöhe mit Kindle, txtr und Onyx Boox. Sobald Pocketbook kommerzielle Titel in seinem E-Store anbietet, dürfte das Gerät auch auf dem deutschen Markt zu einem ernsthaften Konkurrenten werden.

Pocketbook 302 Specs:

  • Display: 6-Zoll E-Ink-Vizplex mit 16 Graustufen, Touch-Screen, 800×600 Pixel
  • Speicher: 512 MB (SD-Card bis 32 GB möglich)
  • Gewicht: 280 Gramm
  • Unterstützte Formate: EPUB (DRM), PDF (DRM), TXT, HTXT, HTML, Microsoft Word
  • Lieferumfang: USB-Netzadapter, USB-Kabel, Lederetui, 4GB-Micro-SD-Karte
  • Schnittstellen: USB, WLAN- und Bluetooth
  • Besondere Features: G-Sensor, Touch-Screen, Internet-Browser
  • Preis: 295 Euro (Digital Readers.de)

txtr-Killer aus Fernost? Boox-Reader von Onyx in Deutschland lieferbar

onyx boox e-reader in deutschland lieferbar wlan epub webbrowser.gifNeue Konkurrenz für den txtr: ab sofort ist der Boox-Reader des chinesischen Herstellers Onyx in Deutschland lieferbar. Der 6-Zoller glänzt nicht nur mit edlem Design, sondern bringt auch beachtliche innere Werte mit: Touch-Screen, W-LAN und sogar ein Web-Browser ist mit dabei. Der Vertrieb des „Onyx Boox 60“ läuft über den niederländischen Anbieter „Ebook Reader Store„, der auch eine deutsche Webseite betreibt.

Ein E-Reader ist kein Surftablet? Bei Onyx sieht man das anders…


Lange Zeit konnte man den Onyx Boox für Vaporware halten: zur letzten CEBIT waren ein paar Geräte aufgetaucht, dann herrschte lange Zeit wieder Funkstille. Rechtzeitig vor Weihnachten hat nun der chinesische Hersteller doch noch den Schritt nach Mitteleuropa gewagt – vom niederländischen Venlo aus organisiert Onyx via Ebook Reader Store den Vertrieb in die Bundesrepublik. Besonders attraktiv macht das Gerät ein Feature, das beim txtr-Reader in letzter Minute wieder hinausgeworfen wurde: der WLAN-Anschluss. Die Macher des Berliner „Kindle-Killers“ waren der Meinung, ein E-Book-Reader sei nun mal kein Surf-Tablett. Bei Onyx sieht man das offenbar anders – schließlich spendierte man dem neuen Reader auch einen rudimentären Webbrowser, basierend auf der freien Webkit-Engine, ähnlich wie beim Crunchpad bzw. Joo Joo-Tablet.

Schneller Page-Refresh, guter Kontrast: Onyx schlägt Sony Reader Touch

onyx-ereader-browser-e-book.gifDie Tester von ereaders.nl haben bereits ein Gerät in die Hände bekommen: sie lobten vor allem den schnellen Page-Refresh sowie den guten Kontrast („vergleichbar mit dem Sony PRS 300“) des E-Ink-Displays, das mit 16 Graustufen glänzt. Durch den Einsatz der Touch-Screen-Technik von Wacom hat man offenbar von Sonys Fehlern bei der Touch Edition gelernt – dafür muss das Gerät allerdings auch mit einem „Stylus“-Stift bedient werden. Mit dem Stift lassen sich nicht nur handschriftliche Notizen machen, sondern auch Textpassagen markieren. Die Such- und Wörterbuchfunktion des Boox funktioniert über eine eingeblendete virtuelle Qwerty-Tastatur, deren Tasten ebenfalls per Stylus getippt werden (ein paar Screenshots gibts übrigens bei ebooktest). Voreinstellbar sind fünf verschiedene Schriftgrößen, zusätzliche Fonts lassen sich beim Hersteller downloaden. Netterweise gehört zum Lieferumfang auch eine weiße Ledertasche, in der sich Reader (und Stift natürlich) verstauen lassen. Der Speicher ist mit 512 MB nicht gerade großzügig ausgestattet, per SD-Karte kann aber kräftig nachgerüstet werden. Mit 290 Gramm ist das Onyx Boox 60 etwas schwerer als viele gängige Reader von Bookeen (170 Gramm) bis zum txtr (260 Gramm).

Kleines Manko: DRM-geschützte E-Books müssen vorerst noch am Desktop autorisiert werden


Wifi lässt sich mit einem speziellen Knopf an der Seite des Geräts an- und ausschalten. Der Benutzer kann jeweils aus verfügbaren Drahtlos-Netzen auswählen. Standardmäßig sind drei Webadressen als Favoriten voreingestellt: Die Hersteller-Homepage, Google und Wikipedia. Neue Favoriten lassen sich allerdings nicht anlegen, neue Webseiten lassen sich nur über die Suchfunktion von Google ansteuern. E-Books aus dem Public-Domain-Bereich lassen sich via Browser direkt auf das Gerät laden und lesen. DRM-geschützte E-Books müssen jedoch erst auf dem Desktop / Laptop mit Adobe Digital Editions authorisiert werden. Ein Firmwareupdate von Onyx soll dieses Problem jedoch ab Januar beheben. Insgesamt bewertete man bei ereader.nl den Onyx Boox wegen solcher Nachteile nur als „gemäßigt positiv“ – auf die Wunschliste kam neben dem komfortableren Online-Shopping bei kommerziellen Titeln auch ein verbesserter Browser. Wenn Onyx die Probleme schnell angeht, könnte der Boox-Reader wohl tatsächlich ein echter txtr-Killer werden. Preislich liegt der Onyx Boox 60 beim Ebook Reader Store zur Zeit bei 349 Euro (plus 5,20 Versandkosten), andere niederländischen E-Stores wie studon.nl verkaufen das Gerät aber auch schon ab 299 Euro (deutsche Kunden zahlen aber einen Aufschlag von ca. 28 Euro inkl. Versand).

txtr-Reader startet ohne WLAN – dafür Preissenkung auf 299 Euro

txtr-reader-ohne WLAN nur mit UMTS.gifAb morgen ist er vorbestellbar – der neue txtr-Reader des gleichnamigen Berliner Startups. Allerdings ohne WLAN – in letzter Minute nahmen die Entwickler das Feature aus dem Programm. Grund: man wollte statt 319 Euro doch lieber den Schwellenpreis von 299 Euro erreichen. Nun gibt es zwar die Möglichkeit, sich per UMTS mit dem E-Book-Store zu verbinden – der Kontakt mit dem eigenen PC läuft aber nur per USB-Kabel.

„Wir haben das etwas sperrige Feature WLAN geopfert“

Eine gute und eine schlechte Nachricht verkündete heute txtr-Mitgründer Ronnie Vuine via Firmen-Blog. Zuerst die gute: „Der txtr-Reader wird zwanzig Euro weniger kosten als angekündigt.“ Also 299 Euro statt zuvor 319 Euro. Die Preissenkung in letzter Minute hat jedoch auch ihren Preis. Die schlechte Nachricht lautete deswegen: „Um den Preis zu erreichen, haben wir das etwas sperrige Feature WLAN geopfert.“ Der Schwellenpreis 299 Euro scheint für E-Reader eine magische Grenze zu sein – tatsächlich liegen die meisten aktuellen Modelle darunter, selbst die europäische Version des Kindle 2. „Wir sind in den Wochen seit der Buchmesse wieder und wieder gefragt worden: Warum ist das Ding so teuer?“, klagt Vuine ganz in diesem Sinne. Bei der Festsellung „Die Funkschnittstellen kosten nun mal Geld“ wollte man es aber offenbar nicht belassen. So kam die WLAN-Karte auf die Abschussliste: „Da wir Mobilfunk in jedem Fall machen wollen blieb nur, WLAN zu opfern.“ Allerdings ist die Entscheidung riskant – txtr droht damit viele Kunden zu verärgern, die sich bereits auf der Vormerk-Liste eingetragen haben – natürlich für ein Gerät mit WLAN. Andere werden sich jetzt noch mal reiflich überlegen müssen, ob mittelfristig nicht ein Kindle doch die bessere Lösung ist, auch wenn noch keine deutschen E-Books für Amazons Gadget erhältlich sind.

„Wir glauben nicht daran, dass Reader ein PDA-Ersatz sein können“

Argumentativ ging Vuine auf dem Firmenblog schon mal kräftig in die Defensive – WLAN sei für Laien ja ohnehin äußerst schwer zu konfigurieren, bei einem Gerät ohne Tastatur wären öffentliche Hotspots außerdem ohnehin unzugänglich geblieben. Das dürfte vielen „normalbegabten“ Netbook-Besitzern nur ein müdes Lächeln entlocken. Auch das Argument „Wir glauben nicht an Webbrowser auf Readern und nicht daran, daß ein Reader ein PDA-Ersatz sein können sollte“, klingt nicht sehr überzeugend. Die künstliche Trennung zwischen E-Reader, Smartphone und Netbooks verschwindet ohnehin immer mehr – und was spricht gegen ein Multifunktionsgerät mit dem Nutzungsschwerpunkt E-Lektüre? Immerhin konnte txtr in Sachen Bluetooth Entwarnung geben – diese Schnittstelle wird auch weiterhin mit dabei sein. Übrigens sprach Ronnie Vuine ausdrücklich davon, dass die WLAN-Kürzung nur für die „1. Generation“ des txtr-Readers gilt. In nicht allzu ferner Zukunft könnte also eine DeLuxe-Version herauskommen, die auch im lokalen Netz eine Verbindung bekommt. Hoffen wir, dass sie dann zumindest für 319 Euro zu haben sein wird…

Gibt’s bald Google E-Books? Suchmaschinen-Riese fordert Amazon heraus

Der New York Times zufolge will Suchmaschinen-Riese Google in das E-Book-Geschäft einsteigen. Damit soll offenbar eine Marktposition gegenüber Amazon aufgebaut werden. Bisher werden bei Google Books Internet-Surfer auf die Verkaufsplattformen von Verlagen und Buchhändlern weitergeleitet. In Zukunft soll ein Direkt-Verkauf von digitalen Büchern stattfinden: „Google’s program would allow consumers to read books on any device with Internet access, including mobile phones, rather than being limited to dedicated reading devices like the Amazon Kindle“, wird Google-Manager Tom Turvey zitiert. Doch wird man die E-Books etwa nur im Browser lesen können? Und vor allen Dingen: was werden die Google E-Books kosten? (mehr …)