Von der Online-Enzyklopädie zum Knowledge Marketplace: Everipedia wird Wikipedia auf Speed, bzw. auf Blockchain

everipedia-wikipedia-on-blockchainDynamisch, crowdsourced, kostenlos, Wikipedia lässt gedruckte Enzyklopädien alt aussehen. Doch nun kommt Everipedia daher, und lässt das 2001 gestartete Wiki-Projekt selbst old-fashioned erscheinen: die vergleichsweise junge, social-media-affine Wissenscommunity will ab 2018 via Blockchain-Technik zum dezentralen Netzwerk werden, das via Krypto-Token als eine Art „Wissens-Marktplatz“ funktioniert. Passend zum Relaunch kündigte Ex-Wikipedianer Larry Sanger an, bei Evripedia zukünftig als Chief Information Officer zu firmieren.

Betriebskosten sparen, Zensoren abschrecken, Nutzer belohnen

Wird Everipedia an die Blockchain-Kette gelegt, ergeben sich diverse Konsequenzen: für Editiervorgänge etwa werden Krypto-Geld-ähnliche „Tokens“ ausgetauscht, zentrale Server für die Everipedia braucht es nicht mehr (genauer gesagt wird sowohl ein blockchain-basiertes Smart-Contracting-System namensEOS wie auch ein Peer-to-Peer-basiertes Netzwerkprotokoll namens IPFS genutzt). Die Peer-to-Peer-Enzyklopädie ist damit nicht nur kostengünstiger im Betrieb, sondern zugleich vor Zensoren geschützt. Weitere Effekt: da die Community für ihre Mitarbeit mit Everipedia-Coins belohnt wird, gibt es auch einen besonderen Anreiz zum Mitmachen.

Den braucht es allerdings auch unbedingt — denn die Everipedia hat zwar eine Menge Bots am Laufen, die Inhalte der Wikipedia in Richtung Everipedia schaufeln (alles im Rahmen der zugrundeliegenden CC-Lizenzen) — aber vergleichsweise wenige menschliche Aktive, nämlich nur ein paar tausend, verglichen mit hunderttausenden regelmäßigen Wikipedia-Autoren.

Wikipedia & die alten weißen Männer hinter sich lassen

Doch das soll ab 2018 anders werden, anders im doppelten Sinn. Denn die Everipedia-Macher um Sam Kazemian und Theodor Forselius kritisieren schon lange, dass Wikipedia eine Domäne alter weißer Männer in den USA und Europa sei. Everipedia auf Speed, will sagen auf der Blockchain, soll dagegen weiblicher, jünger und auch ethnisch/regional diverser sein.

Zugleich geht es aber auch, und das ist das eigentlich aufregende, vielleicht auch etwas verwirrende, um den Übergang von der Wissens-Allmende zur gemeinnützigen Wissens-Ökonomie. O-Ton Larry Sanger: “A knowledge marketplace, so that people are incentivized to contribute what they know.”

Von Citizendium lernen heißt … tja, was?

Sangers letztes Projekt namens Citizendium, eine Wikipedia-Abspaltung mit strengeren Editierregeln und Peer-Review, darf man mittlerweile getrost als gescheitert bezeichnen. Everipedia wiederum hat sich das andere Extrem zur Regel gemacht: „Contrary to other wiki sites, Everipedia allows anyone to create a page about any person, place, organization, or thing and populate it with interesting, relevant reference links/sources“, heißt es in den FAQs.

Außerdem nutzt Everipedia bereits jetzt ähnlich wie viele Web-Foren und Communites ein internes Belohnungssystem, in diesem Fall das „IQ-Ranking“. Die IQ-Punkte verwandeln sich ab 2018 dann „IQ-Tokens“, eine Art Bitcoin für den Wissens-Marktplatz. Muss sich Wikipedia jetzt warm anziehen? Bisher nehmen die Jünger von Jimmy Wales es gelassen — oder doch nicht ganz. Einen Everipedia-Artikel auf Wikipedia gibt es bis heute nicht, obwohl Everipedia bereits seit 2014 existiert.

(via Wired.com & TheNextWeb)

Freie Weisheit für die Massen: 15 Jahre Online-Enzyklopädie Wikipedia

wikipedia-wird-15-jahre-altKaum jemand kann sich das Web heute noch ohne Google, Youtube, Facebook oder Wikipedia vorstellen – trotzdem ist keine dieser Adressen älter als zwei Jahrzehnte. Die Online-Enzyklopädie bleibt dabei auch im 15. Jahr ihres Bestehens ein Sonderfall: in der Top Ten der weltweit meistbesuchten Websites brilliert sie als das einzige Non-Profit-Projekt. Während anderswo mit User Generated Content oder passiven Nutzerdaten immenses Geld für anonyme Aktionäre gescheffelt wird, grünt und blüht bei Wikipedia der Baum des Wissens, und der steht in diesem Fall auf der Allmende, neudeutsch: den „Commons“.

„Unmögliche Idee verwirklicht“

Dass dieser Begriff in aller Munde ist, hat viel mit 15 Jahren Wikipedia zu tun –– im Jahr 2001 war das noch ganz anders: „Wikipedia seemed like an impossible idea at the time—an online encyclopaedia that everyone can edit. However, it has surpassed everyone’s expectations over the past 15 years, thanks to the hundreds of thousands of volunteers around the world who have made Wikipedia possible“, schrieb Wikipedia-Gründer Jimmy Wales dem Mitmach-Lexikon zum aktuellen Jubiläum ins Stammbuch. Derzeit umfasst die Online-Enzyklopädie mehr als 37 Millionen Artikel, erstellt von mehr als 80.000 freiwilligen AutorInnen in mehr als 300 Sprachen.

Brockhaus- & Britannica-Killer

In der Geschichte des elektronischen Lesens ist die Wikipedia gleichfalls ein entscheidender Meilenstein – sie läutete das Ende der gedruckten Enzyklopädien von Britannica bis Brockhaus ein, ironischerweise aber auch das Ende von vermeintlich fortschrittlichen Multimedia-Lexika auf CD-Rom wie etwa Microsofts Encarta. Eine Form von digitaler Disruption avant la lettre – und zugleich auch ein Vorbote von Crowdsourcing, Crowdfunding und nicht zuletzt Krautpublishing: seit den Nuller Jahren ist eine ganze Generation von Web-Autoren und Aktivisten herangewachsen, die selbstbewusst die Möglichkeiten von kollaborativen Online-Tools nutzen und deren technische Grundlagen fördern.

Stiftungskapital soll freies Wissen sichern

Oft stehen im Hintergrund solcher Projekte nicht nur gut organisierte Communites, sondern veritable Stiftungen. Das ist bei Wikipedia selbst so (Wikimedia Foundation), aber auch etwa bei Firefox (Mozilla-Foundation), dem GNU-Projekt (Free Software Foundation) oder bei archive.org (Kahle Austin Foundation). Woher das Geld im Fall der Wikipedia stammt, wissen die Nutzer sehr gut, schließlich werden sie im Rahmen von Spendenkampagnen per Browser-Einblendung regelmäßig zu finanziellen Beiträgen aufgerufen. Das Von der Hand in den Mund-Fundraising könnte zukünftig ein Ende haben: bis 2025 soll mit dem Wikimedia Endowment ein nachhaltiger Vermögensstamm von 100 Millionen Dollar aufgebaut werden.

Frage-Antwort-Maschine als Zukunft?

Bis dahin wird sich auch die Wikipedia als solche weiterentwickeln –– der Trend geht weg von der „traditionellen“ Online-Enzyklopädie zur Google-ähnlichen Frage-Antwort-Maschine (Wikipedia-intern ist dafür die Abteilung „Discovery“ zuständig). Vielleicht geschieht das ja auch mit noch stärkerer Einbindung des Suchmaschinen-Riesen: ohnehin zeigt Google bei vielen Anfragen automatisch aufbereitete Datensätze aus der Wikipedia an, und viele Suchergebnisse verweisen gleich an erster Stelle auf einen Wikipedia-Eintrag. Dass „Frag Google“ immer auch „Frag Wikipedia“ impliziert, war schon bisher einer der größten Erfolgsfaktoren des Projekts…


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Mach‘ ein E-Book draus: Wikipedia ermöglicht jetzt epub-Export

Die Online-Enzyklopädie Wikipedia ist schon seit längerem auch in verschiedenen Offline-Versionen erhältlich – dafür sorgt der sogenannte „Buchgenerator“ mit verschiedenen Export-Optionen etwa in Richtung PDF-Dokument. Die Zusammenarbeit mit PediaPress ermöglicht es dem Nutzer sogar, eine individuelle Auswahl an Artikeln via Print-On-Demand auf Papier zu bringen. Eins fehlte bisher allerdings noch: eine spezielle Exportmöglichkeit, um Wikipedia-Artikel auch bequem auf dem E-Reader lesen zu können. Eine Lücke, die sich zum Glück in dieser Woche geschlossen hat. Denn der Wikipedia-Buchgenerator bietet jetzt neben PDF, OpenDocument und Kiwix endlich auch das epub-Format an. Das neue Feature steht sowohl für die deutsche wie für die englische Wikipedia zur Verfügung – mit wenigen Schritten kann man sich so ein Themen-Dossier zusammenstellen und herunterladen, das auch fern von WLAN-Hotspots und Mobilfunk-Masten zur Verfügung steht.

So funktioniert der „Buchgenerator“

Die Buchgenerator-Funktion findet man in der Wikipedia-Seitenleiste unter der Rubrik „Drucken/Exportieren“. Klickt man auf „Buch erstellen“, öffnet sich eine Spezialseite, auf der man dann noch einmal die grün unterlegte Schaltfläche „Buchfunktion starten“ anklicken muss. Nun ist der Buchgenerator „scharfgestellt“: Über jedem aufgerufenen Wikipedia-Artikel wird ab jetzt ein hellblau unterlegtes Widget angezeigt, mit dem sich die aktuelle Seite zum gewünschten Buch hinzufügen lässt. Ist genügend Material beisammen, führt das Widget via „Buch zeigen“ direkt zum Export-Menü. Hier kann man dem Wikipedia-Dossier noch einen Titel hinzufügen und die Reihenfolge der einzelnen Artikel im Buch per Drag-and-Drop verändern. Der eigentliche Export findet über „Buch herunterladen“ statt, sobald man das entsprechende Format ausgewählt hat. Die Erstellung dauert je nach Umfang einige Sekunden, schließlich wird ein Download-Link angezeigt.

Bequeme Offline-Lektüre via epub

Die fertige epub-Datei enthält nicht nur sauber formatierten Text, sondern auch ordentlich eingebettete Artikel-Fotos. Hyperlinks bleiben aktiv, so dass man Verweisen folgen kann, sofern das Lesegerät während der Lektüre online ist und eine Browser-Funktion besitzt. Gerade bei längeren Wikipedia-Artikeln lohnt sich der epub-Export auf jeden Fall, die Lektüre via E-Lese-App oder E-Reader ist deutlich angenehmer als beim raschen Überfliegen am Desktop oder Laptop, was natürlich auch an der geringeren Zeilenbreite etwa auf einem 6-Zoll-Display liegt. Netterweise werden am Ende des Wikipedia-E-Books nicht nur die Lizenzbedingungen der Dokumente angezeigt, sondern auch eine Liste der Artikel-Quellen und vor allen Dingen die Namen der jeweiligen BeiträgerInnen (bzw. deren Wikipedia-Benutzernamen).

Abb: Screenshot Wikipedia

Exitus nach 244 Jahren: Encyclopaedia Britannica gibt Print-Ausgabe auf

“When in doubt, look it up in the Encyclopaedia Britannica”, heißt es in einer alten Reklame für das traditionsreiche Nachschlagewerk. Obwohl man heute längst sagt: Schau nach bei Wikipedia, oder besser noch: Frag Google, wurde das Lexikon bisher regelmäßig alle zwei Jahre neu gedruckt. Doch jetzt ist endültig Schluss. Eine weitere Auflage wird es nicht mehr geben: „Über diese Entscheidung haben wir jahrelang nachgedacht. Wir haben uns entschieden, sie jetzt bekanntzugeben, denn es wäre ja nun Zeit für eine neue Printversion gewesen“, so EB-Chef Jorge Cauz gegenüber ABC News. Die erste Ausgabe der wohl berühmtesten Enzyklopädie der Welt erschien 1768, insgesamt erlebte die „EB“ 15 komplette Neuauflagen. Schon einige Jahre vor dem Siegeszug von Wikipedia kam das Unternehmen in die Bredouille – in den Neunziger Jahren wurde das Unternehmen verkauft und später in zwei Bereiche aufgesplittet, neben der eigentlichen Encyclopedia Britannica entstand mit Britannica.com eine selbständige digitale Sparte.

Wiegt 120 Pfund, kostet 1195 Pfund

Die finale Version der 15. Auflage von 2010 umfasst 32 Bände, wiegt 120 deutsche Pfund & kostet 1195 englische Pfund. Dafür bekommt man 65.000 Artikel, 24.000 Fotos und ingesamt 44 Millionen Worte. Doch Papier & Druckerschwärze konnten schon seit längerem nicht mehr über den Medienwandel hinwegtäuschen – mehr als zwei Drittel des Umsatzes macht das Unternehmen Encyclopaedia Britannica online, etwa mit dem Premium-Zugang der Internetversion. Wer sich die EB noch ins Haus bestellt, wählte meistens die DVD-Version, die es bereits ab 39 Pfund gibt und ähnlich umfangreich ist wie die Print-Ausgabe. Mit der iPhone- und iPad-App konnte man zudem schon seit 2010 eine gekürzte Version des Lexikons mobil mit sich herumtragen. Ein ähnliches Schicksal wie der EB könnte übrigens der Brockhaus Enzyklopädie drohen. Die letzte gedruckte Neuauflage erschien 2005 und bescherte satte Verluste, der Verlag ging 2009 im Bertelsmann-Konzern auf. Auch in diesem Fall wird die Zukunft wohl ausschließlich in Apps und Online-Angeboten bestehen.

Abb.: Shishberg/flickr

Crowdfunding-Tipp: Wikipedia via KachingleX unterstützen

Die Online-Enzyklopädie Wikipedia wäre ohne die Kraft der Crowd gar nicht vorstellbar – alleine die deutsche Version zählt bereits weit mehr als eine Millionen Artikel. Beim Fundraising setzt die Wikimedia-Foundation bisher allerdings eher auf Direktspenden und regelmäßige, großangelegte Kampagnen, bei denen sich Wikipedia-Gründer Jimmy Wales persönlich an die Community wendet. Bei der deutschen Wikipedia hat man zwar schon mal diskutiert, Crowdfunding-Dienste wie Flattr oder Kachingle zu nutzen, letztlich wurde aber erst einmal darauf verzichtet. Alles, was bisher ging, war das Flattern von einzelnen Wikipedia-Autoren, die ihre Arbeit auf dem externen WikTTri-Blog vorstellen. Doch es gibt ja zum Glück noch das Browser-Plugin KachingleX. Das funktioniert seit ein paar Tagen auch direkt auf der Wikipedia-Seite, sobald man es installiert hat. Die englischsprachige Wikipedia hat schon mehr als 30 Kachingler, die deutsche knabbert noch am ersten Dutzend. Das Potential dürfte groß sein – denn schließlich gehört Wikipedia zu den am meisten genutzen Web-Portalen, und die Arbeit der vielen Freiwilligen wird von der Community hoch geschätzt. Rein technisch wäre es ja in Zukunft sogar möglich, die persönlichen Profile der Wikipedia-Autoren über KachingleX laufen zu lassen, denn in der Browser-Adresszeile steht dann ja der jeweilig Nutzername. So ähnlich läuft das seit einiger Zeit schon bei Youtube-Profilen, wenn man den jeweiligen Nutzernamen bei Kachingle vorschlägt.

Drei Knöpfe, drei Millionen Artikel: WikiReader macht die Wikipedia mobil

Drei Knöpfe und drei Millionen Artikel - Wikipedia offline lesen mit WikiReader.gifWikipedia macht mobil: Mit einem handlichen WikiReader lassen sich von nun an alle 3 Millionen Einträge der englischsprachigen Internet-Enyzklopädie bequem offline lesen. Das Gerät mit Touch-Screen-Display wird im Online-Shop von openmoko für 99 Dollar angeboten. Regelmäßige Updates auf einer Speicherkarte werden für 29 Dollar per Post verschickt, der Download ist kostenlos. Wann eine deutsche Version erscheint, ist noch nicht bekannt.

Suchbegriffe werden auf dem WikiReader per Touch-Screen eingegeben

Pünktlich zum Beginn der Frankfurter Buchmesse gibt es eine Weltpremiere der besonderen Art: der WikiReader ist da, präsentiert von openmoko. Der Termin dürfte jedoch eher Zufall sein – denn das handliche Lesegerät mit 4-Zoll-Display haben die Design-Experten speziell für die englischsprachige Ausgabe der Wikipedia konstruiert. „With 3 simple buttons and 3 million topics, WikiReader brings the iconic Wikipedia to all generations“, versprechen Designer Thomas Meyerhoffer und Produktmanager William Lai. Tatsächlich enthält das Gerät in der Größe eines Pagers den kompletten Textbestand der Online-Enzyklopädie und verfügt nur über drei Knöpfe: „Search“, „History“, „Random“. Zum Eingeben eines Suchbegriffs wird – ähnlich wie beim iPhone – eine Miniatur-Tastatur auf dem Touch-Screen eingeblendet.

So wertvoll wie ein gutes Buch: Vom E-Dictionary zum WikiReader

Das Gerät erinnert nicht ganz zufällig an mobile E-Dictionarys – denn diese Gadgets standen bei der Entwicklung ganz offensichtlich Pate: „Beim Besuch eines Herstellers für elektronische Wörterbücher kam die plötzliche Eingebung: lasst uns statt E-Dictionary mal die Wikipedia in Angriff nehmen“, sagen die WikiReader-Macher zur Entstehung des Projekts. Dabei ging man bewußt nicht den Weg eines Multifunktionsgerätes, sondern strebte nach größtmöglicher Einfachheit: „Wir wollten ein simples Offline-Gerät, ohne Kabel, überall einsetzbar, im Flugzeug, am Strand, in stillen Stunden – es sollte wie ein gutes Buch einfach überall benutzbar sein.“ Bekannt geworden war openmoko – der Name steht für Offene Mobile Kommunikation – zuvor bereits durch das OpenSource-Handy FreeRunner, das zugleich ein Paradebeispiel in Sachen Social Design darstellt.

„Man darf nicht vergessen: 75 Prozent der Welt ist offline“

Soziale Nachhaltigkeit wird von den WikiReader-Designern tatsächlich groß geschrieben. Ähnlich wie beim 100-Dollar-Laptop soll das Low-End-Projekt dazu dienen, den digitalen Graben zu überwinden: „Man darf ja nicht vergessen, dass 75 Prozent der Welt offline ist, deswegen haben wir alle überflüssigen Teile weggelassen, um einen möglichst niedrigen Gerätepreis zu erzielen. Schließlich ist es ja die erklärte Absicht von Wikipedia ein offen zugängliches und kostenloses Lexikon für alle Menschen in allen Sprachen zu schaffen“. Die Touch-Screen-Tastatur trägt zur Anpassung bei – so lassen sich alle denkbaren Alphabete benutzen. Der Stromverbrauch ist äußerst niedrig – zwei Standard AAA-Batterien sollen für 12 Monate normalen Betrieb ausreichen. Verkauft wird das Gerät zum Preis von 99 Dollar über den E-Shop von openmoko.com sowie (ausgerechnet!) auf der us-amerikanischen Plattform von Amazon. Regelmäßige Updates gibt es in einem gesonderten Abonnement: für 29 Dollar bekommt man zwei Mal pro Jahr eine neue Speicherkarte zugeschickt. Alternativ kann man kostenlos die etwa 4 Gigabyte große WikiReader-Datei herunterladen.

„It tells you everything you need to know about anything“

Der Tech-Blog FastCompany zeigte sich bereits höchst begeistert von diesem Projekt: „Während sich im Moment alles um E-Reader dreht, geht der WikiReader quer zum Mainstream: eine Mischung aus E-Book und E-Reader, das man ganz einfach an- und ausschalten kann, und das zudem noch sehr preisgünstig zu haben ist.“ Und vielleicht ist es auch wieder kein Zufall, dass der Launch-Termin des Readers mit dem Beginn der Buchmesse zusammenfällt. Denn wie FastCompany anmerkt, gibt es ein literarisches Vorbild für den WikiReader: Douglas Adams‘ Beschreibung des Hitchhiker’s Guide to the Galaxy: „It’s a sort of electronic book, it tells you everything you need to know about anything. That’s its job.“ Allerdings hatte der Hitchhiker’s Guide nicht nur drei Knöpfe, sondern gleich hundert. Unter anderem deshalb steht auf seiner Rückseite wohl auch der Hinweis: „Don’t panic!“.

Wikipedia für’s iPhone: Mobile Site der Online-Enzyklopädie startet Dauerbetrieb

Die Zeiten der Beta-Phase sind endgültig vorbei: die mobile Wikipedia-Site ist auf einen neuen Server umgezogen und nun im Dauerbetrieb. Im Moment unterstützt die Unterwegs-Enzyklopädie neben iPhone und Kindle auch Android und Palm Pre. Bevorzugte Sprachen sind Englisch und Deutsch, an weiteren Sprachen wird gearbeitet. „Unser Ziel ist langsam zu wachsen und die Sache wirklich gut zu machen“, so der Wikimedia Chefentwickler für Mobile Anwendungen, Hampton Catlin. Die Seite hat bereits mehrere Millionen Benutzer pro Tag, darunter viele aus Deutschland. Wikipedia für’s iPhone: Mobile Site der Online-Enzyklopädie startet Dauerbetrieb weiterlesen

Wikipedia trifft Billy-Regal: Online-Lexikon mit Print on Demand-Service

wikipedia_jetzt-als-buch-im-regal-150x150Wer trotz aller Begeisterung für Online-Enzyklopädien das Rascheln von Papier vermisst hat, dem wird jetzt geholfen: “Mit Hilfe der Buchfunktion kann sich jeder Nutzer der nach seinen Wünschen ein Buch aus bestehenden Lexikonartikeln zusammenstellen”, verkündet die deutsche Wikipedia-Seite. Per Mausklick lassen sich ab jetzt nämlich -Seiten zu einem PDF-Dokument zusammenfassen, mit einem Titel bzw. Deckblatt versehen und abspeichern. Und per Print-on-Demand sogar drucken… Wikipedia trifft Billy-Regal: Online-Lexikon mit Print on Demand-Service weiterlesen