Riethmüller-Doktrin, oder: Verlage, die mit Amazon kooperieren, werden ausgelistet?

illuminati-via-kindle-appWar da was!? Bastei Lübbe hat in den letzten Wochen mal wieder E-Books verschenkt – in Form von kostenloser, vorinstallierter Lektüre auf E-Readern bzw. innerhalb von E-Lese-Apps. Soweit, so gut. Die Aktion wurde kurz vor Weihnachten in Kooperation mit der Tolino-Allianz (Sebastian Fitzek, Joshua-Profil) durchgeführt, seit 8. Januar (& noch bis morgen, also 14. Januar) läuft eine Kooperation mit Amazon (Dan Brown, Illuminati). Oder sollte man vielleicht eher sagen: Kollaboration mit Amazon?

Denn die Gratis-Illuminati via Kindle-App haben für erheblichen Ärger im Totholz-Spiralarm der Gutenberggalaxis gesorgt: der Sortimenter-Ausschuss im Börsenverein sieht die Partnerschaft zwischen Buchhändlern und Verlagen bedroht, die bundesweite Fachhändler- Initiative BuyLocal kündigte nun gar an, die seit 2012 bestehende Förderpartnerschaft mit Bastei Lübbe aufzukündigen.

Auch einzelne Buchhändler wollen den Kölner Publikumsverlag boykottieren, darunter Michael Riethmüller (RavensBuch, Ravensburg/Friedrichshafen) — letzterer ist in der Branche kein Unbekannter. Schon als Bastei Lübbe letztes Jahr ein wenige Millimeter großes Kindle-Logo auf das Cover von Phillipp P. Petersons Sci-Fi-Bestseller „Paradox“ druckte (das Buch hatte zuvor den Kindle-Storyteller-Wettbewerb gewonnen), listete der Ravensburger Buchhändler und Buy-Local-Vorsitzende den Titel in seinen Geschäften kurzerhand aus.

Wird die Riethmüller-Doktrin jetzt etwa zur branchenweiten Ächtungs-Policy im Umgang mit Amazon, quasi als Buchhandels-Version der Hallstein-Doktrin? Wahrscheinlich nicht. Denn die von Bastei Lübbe vorgebrachten Kooperations-Argumente (z.B. neue Leserschichten ansprechen, Aktivierung der Backlist, Wachstum in einem stagnierenden Markt generieren) gelten auch für viele andere großen Verlage. Ohne deren Bestseller wie auch Longseller aber wäre das stationäre Geschäft kaum mehr rentabel zu betreiben…

Von High Fantasy bis Horror: Nautilus-Shortlist benennt zwölf Indie-Finalisten

Langer Titel, kurze Liste: Der „Self-Publisher-E-Book-Leseproben“-Wettbewerb von Nautilus geht in die zweite Runde – zwölf deutschsprachige Indie-AutorInnen haben es in die Shortlist geschafft, darunter Susanne Gerdom („Der Blaue Tod“), Markus Tillmanns („Teufel“) und Simone Keil („Patient Zweiundvierzig“). Die eingereichten Leseproben wurden anonymisiert und allein auf der Basis der Qualität der Texte von einer Experten-Jury aus Fantasy-Autoren, Büchermachern, Journalisten und Bloggern bewertet. Im nächsten Schritt werden nun drei Sieger ausgewählt, deren Leseproben dann in den kommenden Ausgaben des Magazins für Abenteuer und Phantastik veröffentlicht werden.

Das Who is Who der deutschen Indie-Phantastik

Das Spektrum der Shortlist (komplette Liste siehe unten) reicht von Fantasy, High Fantasy, Weird Fantasy und Steampunk bis zu Mystery und Horror: „Die Romane belegen damit die Vielfalt und Eigenständigkeit der deutschsprachigen Independent-Phantastik“, so Nautilus-Chefredakteur Jürgen Pirner, der den Wettbewerb organisiert hat. „Unabhängig von den Programmen der etablierten Buchverlage und des Mainstreams zeigen hier zwölf Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ihren Mut, neue und frische Geschichten zu erzählen“, so Pirner. Neun der zwölf Shortlist-Titel sind bereits veröffentlicht und via Kindle Shop lieferbar.

Nautilus-Magazin liebt’s crossmedial

Das vom Abenteuer Medien Verlag herausgegebene Magazin „Nautilus“ möchte nicht nur inhaltlich das gesamte Phantastik-Genre abdecken, auch medial wird von Kino/DVD über Roman und Hörbuch bis zu Online-Rollenspielen der gesamte Markt berücksichtigt. Die monatlich erscheinende Zeitschrift gibt es klassisch auf Papier, daneben kann man via Nautilus-App für Apple und Android die Inhalte auf Tablet und Smartphone konsumieren. Das jeweils aktuelle Heft lässt sich zudem auch online durchblättern.

Hier die komplette Nautilus-Shortlist: