Echtes E-Ink für 60 Euro: Weltbild startet neuen Low-Cost-Reader („eBook Reader 4“)

Schon fast ein lokales Brauchtum: auch im Herbst 2012 bringt Weltbild/Hugendubel einen neuen Low-Cost-Reader auf den Markt. Als Nachfolgemodell des eBook Reader 3.0 schickt die Buchhandelskette mit dem eBook Reader 4 erstmals ein E-Ink-Lesegerät ins Rennen – wiedereinmal zum Kampfpreis von 59 Euro. Das ist immerhin 20 Euro günstiger als das aktuelle Basismodell von Amazons Kindle. Auf besondere Features wie WiFi oder Touch-Screen muss man beim neuen 6-Zoller im abgerundeten schwarzen Gehäuse allerdings verzichten. Produziert wird der eBook Reader 4 wie das Vorgängermodell vom hessischen Unternehmen Trekstor. Das Gerät wird online über weltbild.de bzw. hugendubel.de vertrieben, ist aber auch vor Ort in bundesweit mehr als 400 Filialen erhältlich.

„Unsere Marktforschung zeigt, dass die Kunden vor allem eine lange Akkulaufzeit und komfortables Lesen schätzen“, so Nina Hugendubel anlässlich der Reader-Premiere. Diese beiden Eigenschaften gehörten allerdings nicht gerade zu den Stärken des mit stromfressenden LCD-Display ausgestatteten eBook Reader 3.0 (siehe den E-Book-News-Testbericht) – trotzdem ging der Siebenzoller bis Ende 2011 bereits mehr als 500.000 mal über den Ladentisch. Der neue E-Ink-Reader ist nahezu baugleich mit dem von der Börsenvereins-Tochter MVB im Frühjahr 2012 gelaunchten Liro Ink (alias Trekstor Pyrus), der im Buchhandel bereits für 69 Euro angeboten wird (siehe den E-Book-News-Testbericht). Im Unterschied zum Liro Ink hat der neue Weltbild-Reader allerdings nur 2 Gigabyte Speicher (statt 4 Gigabyte) und ist mit 216 Gramm ein bisschen schwerer, die Akkuleistung von mehreren Wochen dagegen soll identisch sein.

Der Leser kann über die Bedientasten unter dem Display zwischen sechs verschiedenen Schriftgrößen wählen und das Gerät sowohl im Hoch- als auch im Querformat nutzen. Für mehr Lesekomfort sorgen zudem spezielle Umblätter-Tasten am linken und rechten Gehäuserand. Vorinstalliert sind auf dem Weltbild-Reader bereits 30 aktuelle Leseproben, wer mehr Lesestoff im epub- oder PDF-Format auf den Reader bringen will, muss diese via USB-Kabel vom PC oder Laptop übertragen. Weltbild selbst bietet auf dem eigenen Portal mehr als 280.000 E-Titel an, und das nicht ohne Erfolg: bereits 10 Prozent der Online-Buchumsätze werden mit elektronischer Lektüre gemacht, kürzlich wurde die Schwelle von zwei Millionen verkaufter E-Books überschritten.

Abb.: Weltbild

Verlagsgruppe Weltbild immer digitaler: E-Book-Umsatz bei 10%, Online-Anteil bei 40%

Der Strukturwandel in der Buchbranche bringt so manches Weltbild zum wanken – auch die Verlagsgruppe Weltbild musste im letzten Geschäftsjahr wieder kräftig Federn lassen: der Gesamtumsatz sank um einen zweistelligen Millionenbetrag. Belastet wurde das Ergebnis dabei nicht nur durch den Umbau des Filialnetzes, sondern auch durch kräftige Investionenen in den E-Book- und IT-Bereich. Die konsequente Digital-Strategie zeigt immerhin schon Folgen: 40 Prozent der Umsätze werden inzwischen im Internet gemacht – weit mehr als im Buchhandel üblich. Der GfK zufolge ist Weltbild (zusammen mit Hugendubel) nach Amazon und Ebay sogar Deutschlands wichtigster Online-Händler. „Wir haben den Klimawandel im europäischen Buchmarkt vorhergesehen und unsere Hausaufgaben frühzeitig gemacht. So stehen wir heute an der Spitze des Wandels zu Multichannel und E-Book“, kommentiert Carel Halff, Vorsitzender der Weltbild-Geschäftsführung, dieses Ergebnis.

Low-Cost-Strategie im Reader-Bereich

Zum Erfolg im E-Lese-Sektor beigetragen hat Weltbilds kompromisslose Low-Cost-Strategie in punkto Hardware: das Unternehmen setzt vor allem auf Trekstors eBook Reader 3.0, der zum Kampfpreis von 60 Euro angeboten wird. Obwohl das LCD-Gerät weder vom Kontrast noch von der Akku-Laufzeit mit klassischen E-Ink-Readern mithalten kann, ist es bei den Kunden außerordentlich beliebt – in den vergangenen zwölf Monaten wurden mehr als eine halbe Million Geräte verkauft. Das durch die breit gestreute Reader-Plattform angekurbelte Wachstum im E-Book-Geschäft macht sich inzwischen auch in der Bilanz bemerkbar: „Schon heute erwirtschaften wir deutlich mehr als zehn Prozent unseres Online-Buchumsatzes über eBooks, Tendenz weiter steigend“, so Halff. Die Tage des eBook Readers 3.0 zumindest sind aber gezählt: Zur Frankfurter Buchmesse im Oktober 2012 planen Weltbild und Hugendubel die Einführung eines neuen Lesegerätes.

Filialnetz wird nach unten angepasst

Dem Wachstum im Online-Bereich steht die Ausdünnung des Filialnetzes gegenüber: mit Standortverlagerungen, Umbauten sowie Filialverkleinerungen und -schließungen hat das Unternehmen auf die sinkende Nachfrage im stationären Buchhandel reagiert. Multichannel lautet auch dabei die Parole – die verbleibenden Buchhandlungen sollen enger mit dem Internet-, Katalog- und Mobilhandel vernetzt werden. „Der Kunde denkt in Marken, nicht in Vertriebskanälen. Er erwartet ganz selbstverständlich, dass er uns überall erreicht: in der Stadt, im Internet und auf dem Smartphone“, so Weltbild-Chef Halff. Eine historische Besonderheit der Verlagsgruppe Weltbild wird jedoch auch in Zukunft weiterbestehen – sie bleibt mehrheitlich im Besitz der katholischen Kirche (was man zuletzt etwa bei der philisterhaften Produktbeschreibung des aktuellen Top-Sellers „Fifty Shades of Grey“ auf Weltbild.de merken konnte.) Die u.a. von 12 deutschen Bistümern gehaltenen Anteile sollen jedoch demnächst in eine Stiftung übergehen, die dann als alleiniger Gesellschafter auftritt.

Abb.: Screenshot Weltbild.de

17.500 E-Books pro Tag verkauft: Weltbild bilanziert Weihnachtsgeschäft

Weltbild hat im Weihnachtsgeschäft eine sechsstellige Zahl an E-Readern verkaufen können. Das massenhafte Verschenken von Lesegeräten führte dann unter deutschen Tannenbäumen zu fünfstelligen E-Book-Downloads innerhalb von 24 Stunden: „Allein am ersten Weihnachtsfeiertag beispielsweise zählte Weltbild.de 17.500 eBook-Kunden. Damit wurde erstmals die Schwelle von 10.000 eBook-Kunden am Tag überschritten“, berichtete Weltbild-Geschäftsführer Klaus Driever kurz nach Neujahr. Der Absatz liege damit um mehrere Hundert Prozent über dem Vorjahr. Auch Amazon berichtete über neue Download-Spitzen über die Weihnachtstage.

Zugleich gab Weltbild die Bestseller-Top 10 bekannt – an der Spitze der meistverkauften E-Books stehen mit Charlotte Links „Beobachter“, Andreas Frantz‘ „Eisige Nähe“ sowie Ken Folletts „Sturz der Titanen“ Titel, die 2011 auch als Hardcover und Paperback auf den Bestseller-Listen standen. Thriller-Autorin Karin Slaughter ist in den Top 10 von Weltbild sogar zweimal vertreten, ebenso das Münchner Autorenpaar Iny Klocke und Elmar Wohlrath alias Iny Lorentz, bekannt geworden durch die Wanderhuren-Reihe. Preislich rangieren die meistverkauften Weihnachts-Downloads zwischen 4,99 Euro und 19,99 Euro. Meist liegen die E-Book-Versionen ein paar Euro unter den Taschenbuch-Ausgaben, im Fall von Ken Follett kostet die elektronische Lektüre allerdings drei Euro mehr als das gedruckte Exemplar.

Insgesamt scheint sich Weltbilds Low-Cost-Strategie mit dem eBook Reader 3.0 ausgezahlt zu haben – das von TrekStor produzierte 6-Zoll-Gerät mit LCD-Bildschirm unterbietet mit 59 Euro preislich sogar noch die Basisversion des Kindle-Readers. Mit dem Weltbild-Tablet wird zudem ein vollwertiges Android-Gerät mit 8-Zoll-Touchscreen deutlich unterhalb von 200 Euro angeboten. Geholfen hat Weltbild bei den Verkaufsrekorden aber wohl auch die Präsenz vor Ort. Denn das Unternehmen ist nicht nur nach Amazon die Nr. 2 im Onlinebuchhandel und die Nr. 3 im deutschen Versandhandel. Anders als die Konkurrenz aus dem Web ist die Buchhandelskette auch mit mehr als 300 Filialen im deutschsprachigen Raum flächendeckend vertreten.

Weltbild-Bestseller Top 10

  1. Charlotte Link
    Der Beobachter (E-Book 8,99 Euro / Taschenbuch 9,99 Euro)
  2. Andreas Franz
    Eisige Nähe (E-Book 4,99 Euro / Taschenbuch 9,99 Euro)
  3. Ken Follett
    Sturz der Titanen (E-Book 19,99 Euro / Taschenbuch 16,99 Euro)
  4. Karin Slaughter
    Tote Augen (E-Book 15,99 Euro / 19,99 Euro)
  5. Christopher Paolini
    Eragon – Das Erbe der Macht (E-Book 19,99 Euro / Taschenbuch 24,99 Euro)
  6. Iny Lorentz
    Dezembersturm (E-Book 4,99 Euro /Taschenbuch 9,95 Euro)
  7. Dora Heldt
    Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt (E-Book 12,99 Euro / Taschenbuch 14,99 Euro)
  8. Sarah Lark
    Die Insel der tausend Quellen (11,99 Euro / Taschenbuch 16,99 Euro)
  9. Karin Slaughter
    Unverstanden (E-Book 5,99 Euro / Taschenbuch 6,95 Euro)
  10. Iny Lorentz
    Töchter der Sünde (E-Book 17,99 Euro / Gebunden 19,99 Euro)

Abb.: Weltbild

Weltbild-Tablet gibt Kindle kontra: 8 Zoll Android für 160 Euro

Nach dem Weltbild-Reader folgt nun das Weltbild-Tablet – der neue 8 Zoller von CAT Sound kommt für 160 Euro auf den Markt. Im Vergleich zum Low-Cost-LCD-Lesegerät aus dem Hause TrekStor ist das WiFi-fähige CAT Nova ziemlich luxuriös ausgestattet: Multitouch, relativ hohe Auflösung von 800×600 Pixel, 2 integrierte Kameras und ein GPS-Modul können sich sehen lassen. Ein 1,2 Gigahertz schneller Chip soll sogar 3-D-Spiele ermöglichen, der Arbeitsspeicher ist mit 512 Megabyte allerdings etwas schmal ausgelegt. Das 500 Gramm schwere Gerät ist ein funktionsfähiges Gingerbread-Tablet (Android 2.3), wird aber via Pressemitteilung zugleich als „vollwertiges Lesegerät für alle gängigen Formate“ gepriesen. Erhältlich ist das Weltbild Tablet ab heute in den Weltbild- und Hugendubel-Filialen oder online.

Weltbild gibt dem Kindle Fire kontra

Amazon lässt grüßen – das Tablet-Fieber in der deutschen Buchbranche greift weiter um sich. „Diese herausragende Preis-Leistung soll unseren Kunden zeigen, dass wir auch in der digitalen Welt die Nr. 1 sind“, so Geschäftsführerin Nina Hugendubel. Das war wohl nötig – schließlich wirft die Börsenvereins-Tochter MVB pünktlich zum Weihnachtsgeschäft bereits den Liro Color auf den Markt. Neben Amazons Fire-Tablet könnte zudem auch der Kobo Vox bald in Deutschland auftauchen. Ein wichtiges Problem vieler Low-Cost-Tablets haben Weltbild und Hugendubel zumindest umgangen – das CAT-Tablet kommt mit kapazitivem Touch-Screen, also derselben Technik, die auch beim iPad eingesetzt wird, und bietet somit komfortable Multi-Touch-Bedienung. Anders als bei Apple-Geräten lassen sich dank Flash-Unterstützung alle Web-Anwendungen im Browser problemos nutzen.

Von E-Books zu Non-Books

Freier Zugang zum Android-Market erhöht den Gebrauchswert eines solchen Gerätes natürlich ebenfalls. Dank GPS-Modul kann man das Weltbild-Tablet zudem als Navi einsetzen. Angeboten wird auch eine Menge Zubehör, neben einer Autohalterung etwa eine Ledertasche mit andockbarer Tastatur, die das Tablet zum vollwertigen Netbook macht. Vom Lesen ist interessanterweise auf der Promo-Seite bei Weltbild.de – anders als bei Hugendubel – gar nicht mehr die Rede. Was natürlich nicht heißen soll, dass der Lektüre-Einkauf im E-Store nicht erwünscht wäre. Doch ähnlich wie Amazon hat sich Weltbild mittlerweile zum Gemischtwarenladen gemausert – neben Büchern oder DVDs findet man dort auch ein wachsendes Sortiment für Haushalt & Garten, Fitness&Fahrrad, Gesundheit & Beauty. „Die digitale Revolution im Buchhandel beginnt“, heißt es vielleicht nicht ganz zufällig in der Pressemitteilung. Viel revolutionärer als E-Books könnten sich dabei am Ende die Non-Books erweisen.

Weltbild/Hugendubel Tablet (CAT Nova)


Display

8 Zoll Farbdisplay, 800 x 600 Pixel , Multitouch kapazitiv

Gewicht

500 Gramm

Schnittstellen

WiFi, Mini-HDMI, Mikro-USB, SD-Slot, Kopfhörerbuchse

Speicher

512 MB RAM, 4 GB ROM intern, max. 32 GB extern

E-Book-Formate

epub (DRM), PDF (DRM)

Multimedia-Formate

Audio-, Video- und Bilddarstellung

Features

2 Kameras (vorn 1,3, hinten 2,0 MP), G-Sensor, GPS-Modul

Apps

E-Reader, E-Mail, Browser, Android Marketplace

Preis

159,99 Euro (Weltbild/Hugendubel)

Farb-LCD für 60 Euro: Weltbild vermarktet TrekStor eBookPlayer 3.0

Sieben Zoll Farb-LCD für 60 Euro!? Eins muss man Weltbild lassen – das Unternehmen bleibt seinem Preisbrecher-Image treu. Mit dem TrekStor eBookPlayer 3.0unterbietet sich die Verlagsgruppe sogar selbst. Denn das Vorgänger-Modell wurde seit Mai 2011 bereits für 80 Euro angeboten. Außer dem Preisrutsch hat sich allerdings nicht so viel geändert. Wichtigste Neuerungen: Der Low-Cost-Reader ist schmaler und leichter geworden, und im Inneren tickt ein schnellerer Chip. Mitgeliefert werden 30 aktuelle Leseproben. Noch mehr Lesestoff wartet im E-Store von TrekStor oder Weltbild. Geshoppt wird dort allerdings nicht vom Reader aus, sondern via PC. Denn die einzige Verbindung des eBook Player 3.0 zur Außenwelt ist ein USB-Anschluss. Die Akkulaufzeit ist durch das stromfressende LCD-Display begrenzt: mehr als acht Stunden sind nicht drin.

Textfunktionen sind begrenzt

Die Textfunktionen des Weltbild-Readers sind eher begrenzt: neben 5 verschiedenen Schriftgrößen lassen sich Lesezeichen anlegen, einzelne Seiten direkt ansteuern und das automatische Weiterblättern aktivieren. Zusätzlich kann man im Menü Schriftfarbe, Hintergrundfarbe und Helligkeit wählen. Nicht nur epubs öffnet der eBook Player 3.0 problemlos, auch PDF-Dokumente werden angemessen dargestellt. Dank G-Sensor wechselt man bereits durch leichtes Drehen des Gerätes vom Hoch- in das Querformat. Ist der automatische Wechsel deaktiviert, kann man aber auch über das Menu hin- und herwechseln. Dank Umblättertasten am Rand des Displays kann man mit dem eBook Player 3.0 einhändig lesen, und das sogar weitaus besser als beim Vorgängermodell, das fast hundert Gramm mehr auf die Waage brachte. Ein echtes Leichtgewicht ist der eBookPlayer 3.0 mit knapp 280 Gramm natürlich immer noch nicht.

Multimedia-Abspielgerät mit E-Reader-Funktion

TrekStor selbst hat die Serie von Lesegeräten nicht zufällig als „eBook Player“ auf den Markt gebracht. Eigentlich handelt es sich eher um Multimedia-Abspielgeräte mit E-Reader-Funktion. Mit der gehobenen Variante der Vorgängerversion (Trekstor 7m) kann man dank erweiterter Firmware sogar Filme anschauen. Der neue eBookPlayer 3.0 ist dagegen analog zur alten Basisversion TrekStor 7 nur als MP3-Player und Foto-Viewer zu gebrauchen. Ist mehr Multimedia gewünscht, sollte man ganz einfach die Weltbild-App für Android auf Smartphone oder Tablet installieren. Wer zum möglichst niedrigen Preis mobil und vor allem in Farbe lesen möchte, ob nun illustrierte Kinderbücher, E-Comics oder E-Magazine, ist mit dem eBookPlayer 3.0 sicherlich ganz gut bedient. Wer auf Farbe verzichten kann und Wert auf möglichst lange, ermüdungsfreie Lektüre legt, wird wohl eher zum neuen, kompakten Kindle-Reader greifen. Der ist schließlich ab 12. Oktober auch schon für 99 Euro zu haben.

TrekStor eBookPlayer 3.0 (Weltbild)


Display

7 Zoll TFT-Display, 800×480 Pixel, Farbdarstellung

Gewicht

282 Gramm

Schnittstellen

Mikro-USB, SD-Karteneinschub, Kopfhörerbuchse

Interner Speicher

2 GB, erweiterbar auf 32 GB (extern)

E-Book-Formate

epub (DRM), PDF (DRM), text

Multimedia-Formate

MP3, WMA etc. (Audio), JPG, GIF etc. (Bilder)

Text-Funktionen

5 Schriftgrößen sowie Zoom-Funktion

Weitere Features

Equalizer, Shuffle & Repeat-Funktion

Preis

59,99 Euro (Weltbild.de)

Weltbild vermarktet TrekStor-Reader: Farb-LCD für 79 Euro

Weltbild bleibt der Preisbrecher-Tradition treu: mit dem sieben Zoller von Trekstor wirft das Unternehmen wieder mal einen Low-Cost-Reader mit LCD-Display auf den Markt. Im Unterschied zum Aluratek-Reader verfügt der Trekstor 7 allerdings über Farbdarstellung, und eignet sich zudem als Foto-Viewer. Aufgestockt hat Weltbild auch das hauseigene Angebot an E-Books – mehr als 90.000 Titel sollen jetzt verfügbar sein. Für 79 Euro kann man natürlich keinen WiFi-Reader erwarten. Der Lesestoff muss via USB-Kabel übertragen werden. Begrenzt ist durch das stromfressende LCD-Display leider auch die Akkulaufzeit: mehr als acht Stunden Betrieb sind nicht drin. [Update: Seit 6. Oktober 2011 vermarktet Weltbild das Nachfolgemodell eBookPlayer 3.0 für 60 Euro].

Lohnt sich die Investition in den Weltbild-Reader?

„Günstiger können Sie nicht in die Welt der E-Books einsteigen“, lautet die PR-Botschaft für den neuesten Preisbrecher von Weltbild. Und tatsächlich gibt es zur Zeit in Deutschland keinen anderen E-Reader mit Farb-Display, der die 80 Euro-Schwelle unterbietet. Allerdings ist die Konkurrenz dem Buch-Discounter dicht auf den Fersen – denn viele Android-Tablets sind mittlerweile schon um 150 Euro zu haben, so etwa das IQ7 von Pocketbook. Die Tablets haben nicht nur Touch-Screen und WiFi-Verbindung ins Netz, sondern bieten auch weit mehr Funktionen. Lohnt sich also die Investition in den Weltbild-Reader? Das kommt wohl ganz auf die Art der geplanten Nutzung an: „Wer unterwegs von einem Gerät aus auf E-Books, Musik, Fotos und Filme zugreifen möchte, bekommt mit dem Trekstor eBook Player Multimedia für wenig Geld. Wer vor allem viel und lange lesen möchte, sollte aber lieber ein E-Ink-Gerät wählen“, heißt das Fazit im Testbericht von E-Book-News.

epubs & PDF werden problemlos angezeigt

Die Textfunktionen des Weltbild-Readers sind eher begrenzt: neben 5 verschiedenen Schriftgrößen – direkt über die Zoom-Taste zu erreichen — lassen sich Lesezeichen anlegen, einzelne Seiten direkt ansteuern und das automatische Weiterblättern aktivieren. Zusätzlich bietet das Menü unter „Display-Einstellungen“ die Möglichkeit an, Schriftfarbe, Hintergrundfarbe und Helligkeit zu wählen. Nicht nur epubs öffnet der eBook Player problemos, auch PDF-Dokumente werden dank Reflow-Funktion anständig umgebrochen. Dank G-Sensor wechselt man bereits durch leichtes Drehen des Gerätes vom Hoch- in das Querformat. Ist der automatische Wechsel deaktiviert, kann man aber auch über das Menu hin- und herwechseln. Dank Umblättertasten am Rand des Displays kann man mit dem eBook Player einhändig lesen, das Gewicht von immerhin 373 Gramm lässt dabei jedoch die Hand rasch ermüden.

Der Reader ist eher ein Multimedia-Abspielgerät

Trekstor selbst hat die Geräte im letzten Jahr nämlich nicht zufällig als „eBook Player“ auf den Markt gebracht. Eigentlich handelt es sich eher um Multimedia-Abspielgeräte mit E-Reader-Funktion. Die gehobene Variante des Siebenzoller von Trekstor (7m) kann durch eine erweiterte Firmware sogar Filme anschauen. Auch das Abspielen von MP3s ist möglich, entweder über die mitgelieferten Kopfhörer oder über die eingebauten Lautsprecher. Der momentan beworbene Weltbild-Reader für 79 Euro lässt sich zwar ebenfalls als MP3-Player verwenden, zeigt aber statt Filmen nur Fotos an. Wer vollen Multimedia-Genuss möchte, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen: die 7m-Version gibt’s bei Weltbild für 149 Euro. Da drängt sich eine besser Alternative auf: nämlich die neue gestartete Weltbild-App für Android auf Smartphone oder Tablet zu installieren.

Weltbild-Reader Trekstor 7


Display

7 Zoll TFT-Display, 800x480 Pixel, Farbdarstellung

Gewicht

373 Gramm (7 & 7m)

Schnittstellen

Mikro-USB, SD-Karteneinschub, Kopfhörerbuchse

Interner Speicher

2 GB, erweiterbar auf 32 GB (extern)

E-Book-Formate

epub (DRM), PDF (DRM), text

Multimedia-Formate

MP3, WMA etc. (Audio), JPG, GIF etc. (Bilder)

Text-Funktionen

5 Schriftgrößen sowie Zoom-Funktion

Weitere Features

Equalizer, Shuffle & Repeat-Funktion

Preis

79 Euro (Weltbild)

Aluratek Libre Air: Deutschlands erster WiFi-Reader für 99 Euro?

aluratek-libre-air-germanys-next-99-euro-readerWenn es einen Kandidaten für den ersten Wifi-Reader zum Preis von 99 Euro gibt, dann wohl diesen hier: Aluratek hat den Libre-Reader weiterentwickelt, also jenes 6-Zoll-Lesegerät mit LCD-Display, das Weltbild letzten Herbst zum PR-trächtigen Schwellenpreis unter die Leute brachte. Nun eignet sich der Low-Cost-Reader auch zum drahtlosen E-Book-Shopping, was den Markt für WiFi-Geräte in Bewegung bringen könnte. Präsentiert wurde der Aluratek Libre Air erstmals auf der CES in Las Vegas.

Surfen im E-Store ist dank LCD bequemer

Wie der Vorgänger hat auch der Libre Air ein schwarz-weißes LCD-Display ohne Hintergrundbeleuchtung, was bei der Weltbild-Version merkwürdigerweise auf der Verpackung als „E-Paper“ bezeichnet wurde (siehe den E-Book-News-Testbericht). Der neue Libre Air bringt nun zusätzlich noch eine WiFi-Schnittstelle mit, man kann also drahtlos E-Books shoppen und beim Surfen im E-Store von schnellen Seitenwechseln profitieren. Immerhin reagieren LCD-Displays ja weitaus schneller als E-Ink. Fragt sich natürlich, wie lange man online bleiben kann: Die Akkulaufzeit war schon bisher sehr begrenzt, mehr als 12 bis 24 Stunden dürften bei WLAN-Betrieb kaum drin sein. Auch Reflexive LCD-Technik schluckt schließlich weitaus mehr Strom als echtes E-Ink. Ansonsten bringt das Gerät die gewohnten Features mit, insbesondere epub-Unterstützung. An Lesestoff mangelt für Alurateks Low-Cost-Reader mangelt es also zumindest nicht.

Kobo als Content-Partner in den USA

Die Promo-Fotos zeigen auf dem Display des Libre Air den E-Store von Kobo – in den USA & Kanada war Kobo/Borders auch bereits der Content-Partner für die Basisversion des Aluratek Libre. Ausgeliefert wird der neue Aluratek Libre Air ab Februar zum Preis von 129 Dollar. Könnte also durchaus sein, dass Weltbild-Chef Klaus Driever demnächst wieder auf großformatigen Anzeigen zu sehen ist – mit Deutschlands erstem WiFi-Reader für 99 Euro in der Hand. Allerdings hat Aluratek auch schon Geräte mit Farb-Display zu bieten. Der Libre Color kam Ende 2010 mit 7-Zoll hintergrundbeleuchtetem LCD in den Handel und spielt nicht nur Musik, sondern auch Filme ab, ähnlich wie Trekstors eBook Player 7. Nicht zufällig sehen beide Geräte sich sehr ähnlich – beide stammen aus der Hardware-Schmiede von Gajah International (Singapur). Trekstors Reader gab’s kürzlich ja sogar schon für 67 Euro in den Mediamarkt-Filialen. Die übernächste Herausforderung für Weltbild steht damit eigentlich auch schon fest: ein Wifi-Farb-Reader für deutlich unter 99 Euro.

LCD statt E-Ink: Aluratek Libre – der 99-Euro-Reader von Weltbild im Test

aluratek-testbericht-weltbild-e-reader-lcd-99-euroEin E-Reader für 99 Euro – mit dem Aluratek Libre macht Weltbild dem Preisbrecher-Image alle Ehre. Aber Vorsicht: Ein echtes E-Ink-Gerät bekommt man dafür nicht, sondern lediglich monochromes LCD. Das wiederum sorgt bei dem 5-Zoll-Gerät für vergleichsweise kurze Betriebsdauer, maximal 24 Stunden Lesen ist mit einer Akkuladung drin. Wirklich preiswert ist der Aluratek Libre nicht, denn selbst WiFi-fähige E-Ink-Geräte gibt es ja mit Oyo & Kindle auch schon unter 150 Euro.

Weltbild eröffnet eine neue Schwellenpreis-Offensive

Weltbild rührt mal wieder die Werbetrommel – nicht nur im Internet: zur Einführung des „Aluratek Libre“ startete das Unternehmen nach eigenen Angaben eine „massive Anzeigenkampagne in der meinungsbildenden Presse“. Aufmerksamkeit dürfte dem „99-Euro-Reader“ auf jeden Fall gewiss sein, denn die aktuellen E-Reader-Modelle von Konkurrenten wie Thalia, Libri oder Amazon sind von dieser strategischen Preissschwelle noch etwas entfernt. Vom Äußeren her ähnelt der Aluratek Libri einem anderen gelungen Coup von Weltbild – nämlich dem Hanvon N516, der im Frühjahr 2010 in einer Sonder-Edition für 149 Euro auf den Markt geworfen wurde. Mit dem Aluratek hat man nun offenbar noch größeres vor – das Gerät soll nicht nur online verkauft werden, sondern wird flächendeckend in den etwa 300 Weltbild-Filialen angeboten.

Aluratek Libre als kompaktes Einsteiger-Paket

Das Einsteiger-Paket geizt nicht mit Inhalt: Der Reader wird komplett mit Steckdosen-Ladegerät, USB-Kabel, Ohrhörer und Schutzhülle ausgeliefert. Dazu kommt eine ausführliche Bedienungsanleitung sowie ein ausfaltbarer Quickstart-Guide, der nicht nur die wichtigsten Funktionen erklärt, sondern auch das Shoppen und Herunterladen von E-Books auf der Weltbild.de-Webseite. Neben Mikro-USB-Port und Kopfhörerbuchse hat der Aluaratek Libre auch einen Einschub für SD-Karten, so kann der Speicher von internen 100 MB auf insgesamt 32 GB erweitert werden. Die Bedienung des Lesegerätes setzt auf verschiedene gängige Methoden: es gibt einen Bedienring mit Richtungs- und Funktionstasten unter dem Display, links daneben eine Umblätter-Taste, am rechten Display-Rand Zifferntasten von 0 bis 9, und schließlich am linken Displayrand eine „Slider-Taste“, die ebenfalls zum Umblättern genutzt werden kann.

Das Display erinnert eher an ältere PDAs oder Laptops

Das Aluratek Libre ist von Abmessungen und Gewicht (210 Gramm) vergleichbar mit anderen 5-Zoll-Geräten von Sony oder Bookeen. Das Display bietet 16 Graustufen, die Auflösung ist ist aber etwas geringer als bei der Konkurrenz (640x480 Pixel), was das Layout ingesamt etwas pixeliger macht. Größter Unterschied ist allerdings die Display-Technologie: das monochrome LCD erinnert stärker an die Displays von alten PDAs oder Laptops als an elektronisches Papier. Der Hintergrund ist nicht grau, sondern hat einen beige-goldenen Glanz. Je nachdem, in welchem Winkel man den Aluratek Libre hält, reflektiert der Hintergrund stärker oder schwächer. Bei längerem Lesen stört das dann doch erheblich, denn man muss das Gerät auf der Suche nach der richtigen Position immer wieder mal hin und her schwenken. Genau aus solchen Gründen wurde ja E-Ink u.a. auch entwickelt – ähnlich wie bei bedrucktem Papier ist der Betrachtungswinkel egal. Besonders stromsparend ist LCD natürlich auch nicht – nach ein bis zwei Tagen muss der Aluratek Libre neu geladen werden, längere Bücher wird man also nicht ohne Unterbrechung lesen können.

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Kopiergeschützte epubs & PDFs werden problemlos angezeigt

Nach dem ersten Einschalten gelangt man nach etwa einer Minute in das Hauptmenü. An oberster Stelle des Hauptmenüs stehen die Einträge „Zuletzt gelesene Dateien“ sowie „E-Books“. Es folgt die Menüpunkte „Bilder“ und „MP3-Player“. Mit letzterer Funktion werden auch die gespeicherten MP3-Dateien angezeigt. Konfiguriert werden kann der Aluratek Libre über den Punkt „Einstellungen“. Über den Menüpunkt „Hilfe“ schließlich wird die PDF-Version der Bedienungsanleitung geöffnet. Hat man das Gerät erst einmal in Betrieb genommen, ist der Start übrigens weitaus komfortabler: beim Einschalten zeigt der Aluratek Libre dann automatisch die zuletzt gelesene Buchseite. Im normalen Betrieb dauert das Hochfahren auch nur ein paar Sekunden. Sowohl kopiergeschützte epubs wie auch PDFs lassen sich problemlos auf den Aluratek Libre übertragen und lesen, wenn man auf dem Desktop Adobe Digital Editions installiert hat. Im E-Store von Weltbild (www.weltbild-ebooks.de) etwa gibt es mittlerweile rund 40.000 kommerzielle E-Book-Titel im Angebot, man kann die digitale Lektüre für den Aluratek Libre natürlich auch anderswo shoppen.

Umblättern per automatischem Seitenwechsel

Die E-Book-Ansicht kann an die individuellen Wünsche angepasst werden. Mit der Zoom-Taste lassen sich insgesamt sieben Schriftgrößen auswählen. Die Schriftart kann über das Einstellungen/Benutzereinstellungen/Schrift bestimmt werden. Zur Verfügung stehen allerdings nur Arial und Verdana. Über eine Spezialtaste am Bedienring kann man zudem direkt zwischen Hoch- und Querformat wechseln. Das Umblättern kann über die oben beschriebenen Tasten per Hand geschehen, es gibt aber auch die Möglichkeit, automatischen Seitenwechsel zu aktivieren. Über die Menütaste kann das gewünschte Zeit-Intervall (zwischen 5 und 60 Sekunden) eingestellt werden. Lesezeichen lassen sich ebenfalls über die Menütaste erstellen, sie heißen allerdings „Textmarken“. In der Kopfzeile des jeweiligen Dokumentes erscheint dann ein Büroklammer-Symbol. Mit Hilfe der Zifferntasten kann man nicht nur zu einer bestimmten Seite springen, sondern auch eine rudimentäre Wortsuche („Inhaltssuche“) starten.

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E-Paper? Erst in der Bedienungsanleitung ist von „LCD“ die Rede

Der Aluratek-Reader ist laut Klaus Driever, New-Media-Chef bei Weltbild, ein „einfach zu bedienendes und preiswertes Gerät, um das E-Book-Lesen einfach mal auszuprobieren“. Das stimmt wohl – doch wer mehr möchte als nur probelesen, wird sich schnell ein echtes E-Ink-Gerät wünschen. Im Vergleich zum Aluratek Libre war die Weltbild-Edition des Hanvon 516 wirklich ein echtes Schnäppchen, das man als Einsteiger-Gerät unbedingt empfehlen konnte. Den Kauf des Aluratek Libre sollte man sich dagegen sehr gut überlegen. Übrigens wäre es mehr als fair von Weltbild, etwas deutlicher auf die spezielle Display-Technik des Aluratek Libre hinzuweisen. Die Produktfotos im Internet wie auch die Produktbeschreibung lassen nicht erkennen, dass es eigentlich um LCD geht, und nicht um E-Ink. Auch auf der Originalverpackung ist nur von einem „E-Paper“-Display die Rede. Erst in der Gebrauchsanweisung stößt man darauf, was sich hinter dieser Bezeichnung verbirgt: „Das LIBRE-Lesegerät schont die Augen mithilfe der LCD-Technologie mit elektronischer Tinte.“

Aluratek Libre (Weltbild.de)


Abmessungen

11,5x15,3 cm

Display

5-Zoll monochromes LCD,
640*480 Pixel bei 16 Graustufen
Hoch/Querformat (manuell)

Textfunktionen

Setzen von Lesezeichen, Stichwortsuche,
7 Schriftgrößen, 2 Fonts (Arial/Verdana)

Anschlüsse

MicroUSB,
MicroSD, 3,5 mm Kopfhörerbuchse

Gewicht

210 g

E-Book-Formate

Epub (mit/ohne DRM), PDF, TXT, HTML

System-Kompabilität

PC/MAC

Speicherkapazität

100 MB intern, bis zu 32 GB extern (SD-Karte)

Akkulaufzeit

24 Stunden (2 Wochen Stand-By-Betrieb)

Preis

99 Euro (Weltbild.de)

Weltbild-Chef: Online-Versandhandel bedroht Buchbranche stärker als E-Book-Hype

online-versandhandel-bedroh.gifOnline bedroht Offline – der Internet-Versandhandel nimmt dem stationären Buchhandel immer mehr Marktanteile ab. Vierzig Prozent der Buchhandels-Flächen könnten in den nächsten fünf Jahren verschwinden, so Weltbild-Chef Carel Halff in einem Interview mit Buchreport. E-Books werden daran seiner Meinung nach aber nur einen geringen Anteil haben – „die tatsächlichen Umsatzperspektiven“ elektronischer Bücher seien nämlich begrenzt.

Online bedroht Offline – „Im Buchvertrieb der Zukunft gibt das Internet den Takt vor“

„Online bedroht Offline“ heißt es auf dem Titelbild der Kundenzeitschrift von Weltbild. Daneben prangt das Gesicht von Weltbild-Chef Carel Halff. Das ganze ist allerdings nur eine Fotomontage von Buchreport. Doch die Message stimmt. In einem aktuellen Interview mit dem Branchenportal schätzt Hallf nämlich, dass bis zum Jahr 2015 bis zu 40% der Flächen im stationären Buchhandel aufgegeben werden könnten. Grund dafür ist der steigende Anteil des Versandhandels. Tatsächlich meldete die GfK vor kurzem, der Umsatzanteil des Internet-Buchhandels habe 2009 bereits bei 21 Prozent gelegen – gegenüber nur 14 Prozent im Jahr zuvor. Nimmt man noch den klassischen Versandhandel hinzu, entstehen sogar mehr als dreißig Prozent aller Umsätze außerhalb von Buchhandlungen. „Im Medien- und Buchvertrieb der Zukunft gibt das Internet den Takt vor“, so Halff gegenüber Buchreport. „Auch in den nächsten Jahren wächst dieser Kanal mit zweistelligen Raten, Weltbild.de wächst aktuell um 30%“. Weltbild ist allerdings Gewinner und Verlierer zugleich. Denn die Verlagsgruppe ist nicht nur ein wichtiger Player im Versandhandel – sowohl über das Online-Portal weltbild.de wie auch via Versandkatalog – sondern betreibt zahlreiche Filialen, ob sie nun Weltbild, Hugendubel, Weiland oder Habel heißen. Dort wird bereits jetzt Personal abgebaut: Im letzten Jahr geriet Weltbild in die Schlagzeilen, weil mehr als 300 Mitarbeiter betriebsbedingte Kündigungen erhielten.

Nicht E-Books, sondern Multichannel ist die Zukunft: viele Waren an vielen Orten

Seit 2009 ist Weltbild auch in das E-Book-Geschäft eingestiegen. Neben zahlreichen elektronischen Titeln verkauft das Portal Weltbild.de auch E-Reader, darunter mit dem 5-Zoll-Reader Hanvon N516 sogar ein Gerät für knapp 150 Euro. Mehr als 10.000 Lesegeräte will Weltbild im Jahr 2009 bereits abgesetzt haben. Den Einfluss des E-Book-Business auf den Strukturwandel der Branche schätzt Calff gegenüber Buchreport allerdings eher gering ein: „Der Distanzhandel gewinnt, aber nicht wegen der E-Book-Angebote. Das ist ein großer Medienhype, die tatsächlichen Umsatzperspektiven sind begrenzt“. Halff zufolge darf sich der Buchandel ohnehin nicht auf eine bestimmte Absatzsparte konzentrieren: „Das Zukunftsmodell heißt Multichannel-Handel.“ Darunter versteht der Weltbild-Chef nicht nur die Kombination von Online & Offline, sondern auch die Ergänzung typischer Sortimente durch „Non-Books“. Neben CDs und DVDs dürften sich dabei wohl vor allem Games in den Regalen behaupten – immerhin versucht sich die Spielebranche ja mittlerweile auch an „Serious Games“.

Nicht nur für Taikonauten: Hanvon N516 „Weltbild-Edition“ im Test

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Mit dem Hanvon N516 hat Weltbild als erster deutscher Anbieter einen E-Reader unter 150 Euro auf den Markt gebracht. Besondere Features des 5-Zoll-Readers sind ein seitliches Trackwheel zum bequemen Umblättern und ein eingebautes Mikrophon für Audio-Memos. Das 170 Gramm leichte Gerät wird komplett mit Lederetui, 2 Gigabyte Speicherkarte und Kopfhörern geliefert. E-Book-News hat den N516 getestet.

Mit dem Hanvon N516 positioniert sich Weltbild im Low-Price-Segment

Weltbild gehört zu den fünf größten Adressen im deutschen Online-Buchhandel. Um sich im E-Book-Business zu positionieren, bietet das Portal seit letztem Jahr auch E-Reader an, darunter Geräte von iRiver, Bookeen wie auch Hanvon. Die meisten rangieren im Bereich zwischen 239 und 299 Euro -- mit der „Weltbild Edition“ des Hanvon N 516 für 149 Euro ist Weltbild seit April 2010 nun aber preislich sogar Sonys EinsteigermodellPRS-300 alias Reader Pocket Edition um eine Nasenlänge voraus. Das Unternehmen Hanvon hat seinen Hauptsitz in Peking und ist vor allem im Bereich von Handschriftenerkennung und Fingerabdruck-Scans bekanntgeworden. Seit 2008 ist Hanvon nun auch auf dem E-Reader-Markt aktiv -- nicht nur im absoluten Low-Price-Segment. Mit dem ebenfalls von Hanvon produzierten Hexaglot N518 hat Weltbild auch eine etwas luxuriösere 5-Zoll-Variante mit Touch-Screen im Angebot.

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Die „Weltbild-Edition“ wird auch unter dem Namen „Wise eReader“ vermarktet

Die Grundversion von Hanvons N516-Reader kam bereits vor zwei Jahren auf den Markt -- und war sogar schon im Weltraum. Die „Taikonauten“ der Shenzhou 7-Mission hatten das Lesegerät nämlich dabei, als sie im September 2008 die Erde umkreisten. Doch zurück zum irdischen Lesen: Die „Weltbild Edition“ -- international auch als „WiseReader“ vermarktet -- wird nicht nur zusätzlich mit einer 2 Gigabyte-Speicherkarte geliefert, sondern bietet neben einer Audio-Buchse auch einen integrierten Lautsprecher sowie ein Mikrophon. Zum Lieferumfang gehören neben Kopfhörern, USB-Ladekabel und Steckdosenadapter auch ein schwarzes Lederetui. Mit nur 170 Gramm ist der Hanvon N516 deutlich leichter als Sonys 5-Zoll-Lesegerät und liegt wegen der leicht aufgerauhten Kunststoffoberfläche auch angenehmer in der Hand. Mit den seitlich angebrachten Nummerntasten tritt Hanvon deutlich in Sonys Fußstapfen, ähnlich wie beim PRS-300 befinden sich zudem unter dem Display verschiedene Richtungs- und Funktionstasten. Größter Unterschied zu allen hier bisher reviewten Geräten dürfte das sogeannte „Trackwheel“ an der linken Kante des Hanvon N516 sein, ein kleines Hebelchen, das zum bequemen Umblättern nach oben oder nach unten bewegt werden kann. WLAN oder Bluetooth kann man für 150 Euro natürlich nicht verlangen: Der Lesestoff gelangt über die Mikro-USB-Schnittstelle auf den E-Reader.

Drei Zoomstufen sind nicht genug -- vor allem nicht bei epub-Dateien

Nach dem Einschalten erscheint ein Splash-Screen, das Hanvon N516 braucht dann knapp 25 Sekunden, um komplett hochzufahren. Das Hauptmenü ist sehr übersichtlich -- neben dem Eintrag „Weiterlesen“ findet man dort die „Bibliothek“, die Audio-Funktionen, die Systemeinstellungen sowie das Handbuch (sehr gute Idee!). Sehr viel einstellen lässt sich beim Hanvon N516 nicht, abgesehen von der gewünschten Sprache. Also auf zu den E-Books -- die Bibliothek lässt sich am schnellsten über den mit „Menü“ bezeichneten Knopf unter dem Display erreichen. Eingeteilt ist die E-Bibliothek bei der „Weltbild Edition“ in deutsche und englische Titel sowie DRM-geschützte E-Books. Das Gerät liest alle gängigen Formate (EPUB, PDF, TXT, HTXT, HTML und Word-Docs), sowie in Verbindung mit Adobe Digital Editions kopiergeschützte epub- und PDF-Dateien. Dank einer aktivierbaren Reflow-Funktion (über die „Null“ bei den Nummerntasten) lassen sich auch mehrspaltige PDF-Dokumente angenehm lesen. Ein Menübalken in der untersten Zeile zeigt jeweils die aktivierte Option an. Erst auf den zweiten Blick findet man den Knopf für Lesezeichen: er ist direkt unter den Nummerntasten eingefügt worden. Direkt wählbar ist mit einem Extraknopf unter dem Display das Hoch- bzw. Querformat. Mit dem Zoom-Knopf direkt daneben lassen sich drei Fontgrößen einstellen -- ähnlich wie bei Sonys PRS-300. Wie bei Sony dürfte hier gelten: fünf Zoomstufen wären besser. Immerhin klappt es bei normalen Textdateien wie auch bei PDFs ganz gut. Schwierig wird es bei bestimmten epub-Dateien, in unserem Fall Henning Mankells neuer Krimi „Feind im Schatten“. Dort ist die kleinste Zoomstufe bereits so groß, dass nur wenige Zeilen auf das Display passen. Das dürfte an der Formatierung der E-Books selbst liegen -- manchmal werden bei der Konvertierung von Word-Dateien o.ä. in epub wohl unbeabsichtigt feste Fontgrößen festgelegt. Theoretisch sollte sich die Software eines E-Readers über eine solche Einschränkung aber auch hinwegsetzen können.

Zu viel direktes Sonnenlicht verträgt das E-Ink-Display leider nicht

Das E-Ink-Display des Hanvon N516 kann vom Kontrast her mit dem Sony PRS-300 locker mithalten, nur der Screen-Refresh dauert ein bisschen länger. Besonders hitzeempfindlich scheint das Display des Hanvon N516 aber nicht zu sein, die maximale Umgebungstemperatur beträgt 40 Grad Celsius (normalerweise eher 50 Grad). Das Handbuch warnt deswegen auch davor, mit dem Hanvon N516 zu lange in direktem Sonnenlicht zu lesen. Sieht man mal von solchen kleinen Unzulänglichkeiten ab, ist der Hanvon N516 als zur Zeit konkurrenzlos günstiges Einsteigergerät durchaus zu empfehlen. Vor allem das geringe Gewicht und das Trackwheel machen das Lesen unterwegs äußerst komfortabel. Hier schlägt das Hanvon N516 sogar den Konkurrenten Sony, dessen Einsteigermodell PRS-300 satte 50 Gramm mehr auf die Waage bringt.

Specs: Hanvon N516 E-Reader „Weltbild-Edition“

  • Display: 5-Zoll E-Ink-Display mit 8 Graustufen, 800x600 Pixel
  • Unterstützte Formate: EPUB (DRM), PDF (DRM), TXT, HTXT, HTML, Microsoft Word
  • Lieferumfang: USB-Netzadapter, USB-Kabel, Ohrhörer, Lederetui, 2 GB SD-Karte
  • Speicher intern: 512 MB (64 MB RAM)