Lese-Tablet für den bunten Teller: Weltbild Tablet PC 4 im Test

Alle Jahre wieder gibt es zur Weihnachtszeit ein neues Weltbild-Tablet – diesmal trägt der 8-Zoller den Namen „PC 4“. Das aktuelle Modellist zwar etwas teurer als die Vorjahresversion (180 Euro statt 160 Euro), dafür aber technisch deutlich optimiert worden: Mit einer Auflösung von 1024 mal 768 Pixel und blickwinkelflexibler IPS-Technologie eignet sich das Display weitaus besser für die Lektüre von E-Books, E-Mags oder Web-Content. Zugelegt wurde auch bei den inneren Werten – 1,2 Gigahertz DualCore-Prozessor und 8 Gigabyte Speicher bringen das Betriebssystem Android 4.0 auf Touren. Zugleich wurde außen kräftig abgespeckt: mit 9 Millimeter Durchmesser und einem Gewicht von 425 Gramm wirkt das Multimedia-Tablet weniger klobig als das 2011er-Modell. Vorinstalliert ist die Weltbild-Reader-App, über den Google Play Store steht dem Nutzer jedoch das gesamte Android-Universum zur Verfügung, inklusive Kindle-App. Alles Weitere zum neuen Weltbild-Tablet in unserem Testbericht.

Lese-Tablets immer multimedialer

Die „Lese-Tablets“ mit 7- und 8-Zoll-Display werden immer multimedialer. Umso besser, wenn dabei ein deutsches Unternehmen für das Konzept sorgt – im Fall des Weltbild-Gadgets der Potsdamer Elektronik-Spezialist CAT Sound. Erst im Herbst hatte CAT Sound eine neue Palette von soliden Android-Tablets an den Start gebracht (siehe unseren Testbericht von Kookee & Galactica), an deren Design sich auch das aktuelle Weltbild-Tablet orientiert: die dunkle, abgerundete Hülle macht einen stabilen Eindruck, die Rückseite liegt dank aufgerauhtem Kunststoff gut in der Hand. Das deutlich reduzierte Gewicht (425 Gramm statt 500 Gramm) wie die flachere Form machen sich ebenfalls sehr positiv bemerkbar. Als einzige analoge Button sind der Einschaltknopf sowie die Steuerung der Lautstärke übriggeblieben, alle anderen Bedienelemente sind auf das Touchscreen gewandert. Dafür gibt’s eine Menge Schnittstellen, vom MicroSD-Slot über Mini-USB sowie Mini-HDMI bis zur Kopfhörerbuchse. Zum Aufladen des Akkus hat das Weltbild-Tablet einen gesonderten Netzanschluss. Als waschechtes Multimedia-Tablet bringt das PC4 natürlich auch zwei Kameras, ein Mikrofon sowie (auf der Rückseite) einen externen Lautsprecher mit.

Zum Glück ein „offenes“ Android-Tablet

Die Android-4.0-Oberfläche zeigt nach dem Einschalten eine Reihe von vorinstallierten Apps. Neben den Android-typischen Apps wie Browser, E-Mail, Fotogalerie, Kalender etc. gibt’s auch Icons für den direkten Zugang zum Weltbild-Portal und zum Weltbild-Reader. Das Weltbild-Tablet ist anders als etwas das Kindle Fire ein „offenes“ Android-Tablet: Über den Google Play Store kann man also im Handumdrehen alle gewünschten Apps problemlos nachrüsten. Platz genug für jede Menge Anwendungen bieten die per Fingerwisch erreichbaren virtuellen Desktops allemal. Am unteren Bildschirmrand werden die zentrale Steuerungssymbole angezeigt, inklusive Back-Button. Das Einstellungs-Menü dagegen hat auf dem Home-Screen ein eigenes Icon bekommen. Die meisten Dinge werden also direkt mit dem Finger auf dem kapazitivem Multitouch-Display erledigt, das schnell und präzise auf die Eingabe reagiert.

Weltbild-Tablet als veritabler E-Reader

Die vorinstallierte E-Reader-App von Weltbild fällt sehr schlicht aus, und bietet leider nicht einmal In-App-Shopping, sondern leitet zur Webseite weiter. Sobald man jedoch gängige Lese-Anwendungen von der Kindle-App bis zu Bluefire oder Aldiko nachinstalliert hat, erweist sich das Weltbild-Tablet aufgrund der sehr guten Display-Auflösung als veritabler E-Reader. Noch besser als E-Books mit reinem Text wirken auf dem PC4 natürlich bunte E-Comic-Apps. Das Umblättern per Fingerwisch innerhalb der Apps geht rasant vonstatten, gleiches gilt innerhalb von E-Books für das Markieren von Sätzen oder das Antippen einzelner Wörter, etwa um die Lexikon-Funktion zu nutzen. Ein weiterer Vorteil bei der Lektüre ist im übrigen die Spannbreite bei der Einstellung der Bildschirmhelligkeit – sie lässt sich soweit herunterregulieren, dass man nicht nur Augenstress bei längerem Schmökern vermeidet, sondern auch den Akku entlastet.

Fit für Multimedia- & Office-Anwendungen

Brillieren kann das Weltbild-Tablets jedoch auch im mobilen Multimedia- und Office-Bereich, und natürlich beim Gaming – dafür sorgt ein Dual-Core-Prozessor mit 1,5 Gigahertz sowie ein Quadcore-Grafikchip. Video-Konferenzen via Skype sind dank Front-Kamera und integriertem Mikrofon kein Problem. Webseiten werden auf dem 8-Zoll-Display sehr gut dargestellt, scrollen und zoomen verläuft rasant und ohne Ruckeln, ebenso das Abspielen von Videos oder Animationen. Sehen lassen können sich ebenfalls Nachrichten-Apps von Tagesschau oder Spiegel Online – schließlich haben die Informationen mehr Platz auf dem Screen als bei 7-Zoll-Tablets wie dem Kindle Fire. Beeindruckend ist auch die taz-App, im Querformat mit Dreispaltensatz noch ein Stückchen näher am Original aus Papier. Über die virtuelle Tastatur kann man zudem sehr gut Office-Dokumente bearbeiten, E-Mails schreiben oder Facebook- und Twitter-Profile pflegen. Empfehlenswert ist zudem die Installation der DropBox-App, um Dokumente zwischen PC und Tablet hin- und herschieben zu können. Noch besser läuft das mobile Arbeiten, wenn man das von Weltbild angebotene Tablet-Case mit integrierter Qwertz-Tastatur nutzt.

Fazit: Deutlich besser als Vorgänger-Version

Insgesamt ist das Weltbild-Tablet von 2012 deutlich besser gelungen als das Vorjahresmodell. Bei Design, Display-Qualität und Rechengeschwindigkeit kann das PC4 durchaus mit der Konkurrenz mithalten. Erfreulicherweise ist auch die WLAN-Verbindung weniger störungsanfällig, was insbesondere beim Video-Streaming zum Tragen kommt. Auch bei der Akkulaufzeit hat sich etwas getan, sie lag bei unseren Testgeräten bei vier bis fünf Stunden (aktives WLAN inklusive). Zugleich ist nun auch mal zwei, drei Tage Standby-Betrieb möglich, ohne dass der Akku sich komplett entleert. Noch mehr Performance wäre natürlich trotzdem wünschenswert – gerade in punkto Energie-Ausdauer muss sich das Weltbild-Tablet mit der mächtigen 7-Zoll-Konkurrenz von Apple, Amazon oder Kobo messen. Was Lese-Komfort und Multimedia-Apps betrifft, dürfte das aber keine Probleme bereiten.

Weltbild-Tablet („PC4“)


Display

8 Zoll Farbdisplay, 1024 x 768 Pixel , Multitouch kapazitiv

Gewicht

425 Gramm

Schnittstellen

WiFi, HDMI, Mikro-USB, SD-Slot, Kopfhörerbuchse

Speicher

1 GB RAM, 8 GB ROM intern, max. 32 GB extern

E-Book-Formate

epub (DRM), PDF (DRM)

Multimedia-Formate

Audio-, Video- und Bilddarstellung

Features

2 Kameras (vorn 1,3, hinten 2,0 MP), G-Sensor, Bluetooth

Vorinstallierte Apps

E-Mail, Browser, Google Maps, Android Marketplace etc.

Preis

179,99 Euro (Weltbild/Hugendubel)

Ice-Cream-Sandwich gefällig? Weltbild-Tablet läuft ab 2012 mit Android 4.0

Bisher sind Tablets mit der aktuellen Android-Version 4.0 alias Ice-Cream-Sandwich rar gesät. Ausgerechnet im Low-Cost-Bereich könnte sich das im nächsten Jahr ändern: „Die Tablets Cat Nova (aka Weltbild Tablet) und der Cat StarGate sowie der Cat StarGate Epic werden ein Update auf Android 4.0 erhalten“, teilte der brandenburgische Hersteller CAT Sound jetzt mit. Das Weltbild-Tablet überholt damit sogar Amazons Kindle Fire – denn das in den USA zum Verkaufsschlager gewordene Gerät läuft bisher ebenfalls auf Android 2.3-Grundlage. Zwar wurden bereits erste 4.0-Hacks ausgeführt, doch eine stabile Benutzeroberfläche mit dem Ice-Cream-Sandwich existiert für das Fire noch nicht.

Für das Weltbild-Tablet dürfte das offizielle Update auf Android 4.0 zusätzliche Nachfrage erzeugen. Bereits zum Weihnachtsgeschäft hatte die Buchhandelskette mit dem Cat Nova einige mediale Aufmerksamkeit verbuchen können – denn für 159 Euro bekommt man ein vollwertiges 8-Zoll-Tablet mit kapazitivem Touch-Screen und freiem Zugang zum Android-Marketplace (siehe auch den E-Book-News-Testbericht). So lassen sich etwa die Kindle- oder Kobo-App problemlos installieren, gleiches gilt für unabhängige Varianten wie Bluefire Reader oder Aldiko. Über eine separat angebotene USB-Tastatur kann das Weltbild-Tablet zudem auch für Office-Anwendungen genutzt werden.

Wie Amazon oder Barnes&Noble setzte auch das Weltbild-Tablet aus Performance-Gründen zunächst auf die ältere, eigentlich für Mobiltelefone entwickelte Android-Version 2.3 alias Gingerbread. Aus ähnlichen Gründen verzichtet CAT Sound nun offenbar auf Android 3.0 Honeycomb: „Wir werden Android 3.0 überspringen, da unsere momentanen Testläufe gezeigt haben, dass Android 3.0 zu leistungshungrig ist und somit die gesamte Nutzererfahrung zerstört. Android 4.0 ist ressourcenschonender und bietet viele tolle Neuerungen sowie eine spannende neue Oberfläche, welche die Bedienung nicht nur vereinfacht, sondern auch der Tabletgröße besser gerecht wird“

Weltbild-Tablet gibt Kindle kontra: 8 Zoll Android für 160 Euro

Nach dem Weltbild-Reader folgt nun das Weltbild-Tablet – der neue 8 Zoller von CAT Sound kommt für 160 Euro auf den Markt. Im Vergleich zum Low-Cost-LCD-Lesegerät aus dem Hause TrekStor ist das WiFi-fähige CAT Nova ziemlich luxuriös ausgestattet: Multitouch, relativ hohe Auflösung von 800×600 Pixel, 2 integrierte Kameras und ein GPS-Modul können sich sehen lassen. Ein 1,2 Gigahertz schneller Chip soll sogar 3-D-Spiele ermöglichen, der Arbeitsspeicher ist mit 512 Megabyte allerdings etwas schmal ausgelegt. Das 500 Gramm schwere Gerät ist ein funktionsfähiges Gingerbread-Tablet (Android 2.3), wird aber via Pressemitteilung zugleich als „vollwertiges Lesegerät für alle gängigen Formate“ gepriesen. Erhältlich ist das Weltbild Tablet ab heute in den Weltbild- und Hugendubel-Filialen oder online.

Weltbild gibt dem Kindle Fire kontra

Amazon lässt grüßen – das Tablet-Fieber in der deutschen Buchbranche greift weiter um sich. „Diese herausragende Preis-Leistung soll unseren Kunden zeigen, dass wir auch in der digitalen Welt die Nr. 1 sind“, so Geschäftsführerin Nina Hugendubel. Das war wohl nötig – schließlich wirft die Börsenvereins-Tochter MVB pünktlich zum Weihnachtsgeschäft bereits den Liro Color auf den Markt. Neben Amazons Fire-Tablet könnte zudem auch der Kobo Vox bald in Deutschland auftauchen. Ein wichtiges Problem vieler Low-Cost-Tablets haben Weltbild und Hugendubel zumindest umgangen – das CAT-Tablet kommt mit kapazitivem Touch-Screen, also derselben Technik, die auch beim iPad eingesetzt wird, und bietet somit komfortable Multi-Touch-Bedienung. Anders als bei Apple-Geräten lassen sich dank Flash-Unterstützung alle Web-Anwendungen im Browser problemos nutzen.

Von E-Books zu Non-Books

Freier Zugang zum Android-Market erhöht den Gebrauchswert eines solchen Gerätes natürlich ebenfalls. Dank GPS-Modul kann man das Weltbild-Tablet zudem als Navi einsetzen. Angeboten wird auch eine Menge Zubehör, neben einer Autohalterung etwa eine Ledertasche mit andockbarer Tastatur, die das Tablet zum vollwertigen Netbook macht. Vom Lesen ist interessanterweise auf der Promo-Seite bei Weltbild.de – anders als bei Hugendubel – gar nicht mehr die Rede. Was natürlich nicht heißen soll, dass der Lektüre-Einkauf im E-Store nicht erwünscht wäre. Doch ähnlich wie Amazon hat sich Weltbild mittlerweile zum Gemischtwarenladen gemausert – neben Büchern oder DVDs findet man dort auch ein wachsendes Sortiment für Haushalt & Garten, Fitness&Fahrrad, Gesundheit & Beauty. „Die digitale Revolution im Buchhandel beginnt“, heißt es vielleicht nicht ganz zufällig in der Pressemitteilung. Viel revolutionärer als E-Books könnten sich dabei am Ende die Non-Books erweisen.

Weltbild/Hugendubel Tablet (CAT Nova)


Display

8 Zoll Farbdisplay, 800 x 600 Pixel , Multitouch kapazitiv

Gewicht

500 Gramm

Schnittstellen

WiFi, Mini-HDMI, Mikro-USB, SD-Slot, Kopfhörerbuchse

Speicher

512 MB RAM, 4 GB ROM intern, max. 32 GB extern

E-Book-Formate

epub (DRM), PDF (DRM)

Multimedia-Formate

Audio-, Video- und Bilddarstellung

Features

2 Kameras (vorn 1,3, hinten 2,0 MP), G-Sensor, GPS-Modul

Apps

E-Reader, E-Mail, Browser, Android Marketplace

Preis

159,99 Euro (Weltbild/Hugendubel)