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Thalia trotzt dem Trend: Weihnachtsgeschäft bringt Plus bei E-Book & Print

Der Unterschied könnte kaum größer sein: die Gesamtbranche stagniert, Weltbild befürchtet die Pleite, aber: „Thalia steht gut da“. Nach einem erfolgreichen Weihnachtsgeschäft sei insgesamt ein Plus von 7 Prozent gegenüber 2012 zu verzeichnen, so meldete das Unternehmen diese Woche. Zumindest auf „vergleichbarer“ Grundlage – also wenn man die inzwischen abgewickelten Filialen nicht berücksichtigt. Zum Umsatztreiber entwickelte sich der erst im März 2013 gestartete E-Reader Tolino Shine: das Lesegerät brillierte als Topseller, der Umsatz mit E-Books stieg in der Weihnachtsaison sogar um 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Zur strategischen Neuausrichtung gehört bei Thalia neben gezielten Filialschließungen wie auch Investitionen etwa in die E-Commerce-Infrastruktur die Schaffung spezieller Shop-in-Shop-Formate für die Tolino-Vermarktung vor Ort, „eReading Welten“ genannt. Ganz wurden die Gesetze der Gutenberg-Galaxis allerdings auch bei Thalia noch nicht aus den Angeln gehoben: „Das Buch ist und bleibt eines der beliebtesten Geschenke“, so Thalia-Geschäftsführer Michael Busch. Was natürlich auch daran liegt, dass man zwar Tolinos verschenken kann, E-Books jedoch nicht, oder nur sehr indirekt über den Umweg eines Geschenkgutscheins.

Was der beschleunigte Strukturwandel, angetrieben durch das Kindle, aber auch den erfolgreichen Tolino, ansonsten im Jahr 2013 in der Branche angerichtet hat, zeigt der aktuelle „Branchenmonitor Buch“, herausgegeben vom Börsenverein: so waren bei den am direktesten mit E-Books konkurrienden Taschenbüchern deutliche Einbrüche zu verzeichnen (minus 4,2 Prozent). Auffälligerweise gab es gerade im Bereich Belletristik Einbrüche (minus 3,2 Prozent) – dort verläuft schließlich in Sachen Genres ebenfalls die Hauptkampflinie zwischen gedruckt und digital.

Insgesamt konnte das gedruckte Buch mit plus 0,2 Prozent gerade mal eine schwarze Null schreiben, nach deutlichen Verlusten in den Jahren zuvor. Zu den Bereichen, die spürbaren Aufwind erleben, gehört dagegen das Hardcover und insbesondere das Genre Ratgeber- und Reiseliteratur. Gerade bei solchen aufwändig farbig illustrierten Werken scheint offenbar die Lektüre auf dem Tablet noch keine echte Alternative zu sein, oder mangels elektronischer Versionen ganz einfach auch noch zu fehlen.

„Kindle 3 schlägt Harry Potter 7“: Weihnachtliches Bestseller-Bulletin von Amazon

Same procedure as every year: Wiedereinmal hat sich der Kindle-Reader im Weihnachts-Vorfeld so gut verkauft wie noch nie, und in nur fünf Monaten seit Verkaufsstart hat Amazons neuester Reader einen neuen All-time-Record gebrochen – selbst Harry Potter Teil 7 („Heiligtümer des Todes“) wurde nämlich zahlenmässig vom „K3“ überholt. Das führte dann wiederum zur nächsten Rekord-Marke:

On Christmas Day, more people turned on new Kindles for the first time, downloaded more Kindle Buy Once, Read Everywhere apps, and purchased more Kindle books than on any other day in history.

Beim Download unterm Christbaum avancierte dabei Stieg Larsson zum Publikumsliebling – „The Girl with the Dragon Tattoo“ („Verblendung“) war aber zugleich auch das Kindle-E-Book, das in den Wochen davor via „Give-as-a-gift“-Funktion am häufigsten verschenkt wurde.

Das Tablet-Fieber hat also den Erfolg von Amazons Lesegerät nicht ausbremsen können – ganz im Gegenteil. In vielen US-Haushalten scheint sich eine Art „friedlicher Koexistenz“ von Kindle und iPad herauszubilden. Jeff Bezos sagt jedenfalls:

We’re seeing that many of the people who are buying Kindles also own an LCD tablet. Customers report using their LCD tablets for games, movies, and web browsing and their Kindles for reading sessions.

Und verschweigt natürlich nicht, woran das liegt – wer die komplette Aufzählung von Vorteilen gegenüber Apples Tablet lesen möchte, dem sei Amazons Pressemitteilung ans Herz gelegt. Besonders stichhaltig ist natürlich das Preis-Argument: das „K3“ ist mit 139 Dollar für die Amerikaner so günstig, dass viele sich gar nicht zwischen Reader & Tablet entscheiden müssen, sondern einfach beides anschaffen.

PS: Wie üblich hat Amazon natürlich keine konkreten Verkaufs-Zahlen zum Kindle 3 genannt…

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Elektronisch ist Bestseller: Online-Buchhhandel im Weihnachtsgeschäft vorn

weihnachten-ebooks-online-handel-zuwachs-2010Santa Claus kommt per Schlitten, die Geschenke über die Datenautobahn. Die Weihnachtssaison hat den Online-Buchhändlern in diesem Jahr satte Zuwächse beschert. Das gilt für E-Books ebenso wie für den Versand gedruckter Bücher. So melden etwa Weltbild.de und buch.de insgesamt plus 30 Prozent gegenüber der Vorjahres-Saison, bei Thalia gelangte der Oyo-Reader in die Top 5-Bestsellerliste. Der stationäre Buchhandel muss dagegen darben – vielerorts sind Rückgänge im zweistelligen Prozentbereich zu verschmerzen.

Kindle als Bestseller: Amazon nennt konkrete Zahlen

Nicht nur der Winter hat dieses Jahr früher begonnen, auch das Weihnachtsgeschäft: die großen deutschen Buchhandels-Portale melden vorab Rekorde sowohl für den Versand von Büchern wie auch den Download von E-Books. Die spektakulärsten Zahlen kommen allerdings aus den USA: dort nannte Amazon erstmals konkretere Zahlen zum Erfolg des Kindle-Readers. Im letzten Quartal 2010 habe man „Millionen“ Exemplare des neuen Kindle 3 verkaufen können. Das wurde in der Branche einhellig im Sinne von „mehr als 2 Millionen“ verstanden. Mehr Lesegeräte im Umlauf verursachen auch mehr Nachfrage nach E-Books. Schon im Oktober hatte Amazon mitgeteilt, der E-Book-Absatz habe sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifacht. Im Bereich der Top-1000-Bestseller wurden bereits zu diesem Zeitpunkt mehr Kindle-E-Books abgesetzt als Hardcover- und Taschenbuch-Ausgaben zusammen.

Oyo & Co.: Das Leseland geift zum Lesegerät

Etwas gemächlicher verläuft die Entwicklung in Deutschland – überhaupt erst gegen Ende des nächsten Jahres erwarten Analysten mehr als eine Million E-Reader in Kundenhänden. Doch den Weg in diese Richtung wird wohl das diesjährige Weihnachtsgeschäft ebnen. E-Reader verkaufen sich so gut wie nie, was vor allem daran liegen dürfte, das Thalia und Libri pünktlich zum vierten Quartal 2010 ihre WiFi-fähigen E-Reader mit integriertem E-Store an den Start gebracht haben. Wie erfolgreich das war, zeigt ein Blick auf Libris Bestseller-Liste – an Platz eins steht seit Wochen kein Buch, sondern ein E-Reader – nämlich der Acer LumiRead. Doch auch der Low-Cost-Reader Aluratek Libre von Weltbild schlägt sich überraschend gut, gerade soll das Unternehmen die vierte Charge geordert haben. Ungeschlagener E-Book-Bestseller bei Libri, buch.de und Libreka ist übrigens nicht mehr Thilo Sarrazin, sondern Ken Follet – der historische Roman „Sturz der Titanen“ hat es unisono an die Spitze geschafft. Das Leseland zumindest hat sich also noch nicht abgeschafft.

In den USA wird Shopping per Handy zum Trend

In den USA zeichnet sich derweil ein weiterer neuer Einkaufs-Trend ab: immer mehr Waren werden unterwegs per Handy oder Smartphone geshoppt. Bereits fünf Prozent der Online-Einkäufe von US-Kunden fanden in diesem Jahr mobil statt. Das Shopping via Ebay-App für das iPhone etwa hat sich verdreifacht, in diesem Jahr will das Unternehmen damit mehr als 1,5 Milliarden Dollar umsetzen. Beim drahtlosen Einkauf geht’s nicht nur um alltägliche Dinge, sondern auch um Luxusgüter – selbst edle Geschmeide für fünstellige Beträge gingen schon über den mobilen Ladentisch. Bei E-Books ist der Kauf per Smartphone fast schon zum Alltag geworden, woran natürlich Amazon einen großen Anteil hat. Die Kindle App wird mittlerweile nicht nur für das iPhone, sondern auch für Android- und Blackberry-Geräte angeboten. Das wiederum dürfte auch Auswirkungen auf das Schenk-Verhalten haben. Denn dank des neuen „Give as a gift“-Features wird so manches E-Book unterm Weihnachtsbaum landen.