Ballon geplatzt, Kunden sanft gelandet: txtr wird zu juke, Media-Saturn übernimmt

txtr-wird-zu-jukeSchlusspunkt unter eine lange (Miss-)Erfolgsstory: das Berliner E-Reading-Startup txtr wird nach der Insolvenz im letzten Jahr nun zu juke. Neuer Betreiber der Plattform ist mit „Juke Entertainment“ eine Tochter der Media-Saturn-Holding, sie hatte die Reste des Berliner Ventures aufgekauft, das vom Kindle-Killer („txtr-Reader“) über eine E-Reading-App bis zu einer Flatrate („Blloon“) zwischen 2008 und 2015 so einiges ausprobiert hatte.

E-Books & Nutzerdaten bleiben erhalten

Anders als bei anderen E-Lese-Pleiten landen die Kunden diesmal aber nicht vor der Tür: In einer E-Mail an die bisherigen txtr-Nutzer teilte juke Anfang der Woche mit, dass Bestandskunden ihre Accounts inklusive der bei txtr geshoppten E-Books in wenigen Schritten auf die neue Plattform übertragen können. Juke zufolge bleiben dabei auch „Notizen, Markierungen und Lesestände“ der LeserInnen erhalten. Persönliche Dokumente dagegen müssen bis 24. Oktober auf die eigene Festplatte heruntergeladen werden, um die Dateien nicht zu verlieren.

Digitale Goodies motivieren zum Wechsel

Wer jetzt zu Juke wechselt, erhält zudem zwei digitale Goodies: das E-Book „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ sowie einen von drei Kino-Streifen – zur Auswahl stehen neben der Film-Version des „Hundertjährigen“ auch „Der Geschmack von Apfelkernen“ sowie „Melancholia“. Das Angebot der neuen Plattform umfasst neben Büchern und Filmen auch Musik, Games und Software. Genau nach diesen Bereichen ist auch die Account-Übersicht aufgeteilt.

Ohne Vokale, ohne Kohle: txtr – dr kndl kllr s brln st nslvnt

txtr-macht-mobil-txtr-app-f.giftxtr ist Pleite, berichtete gestern Deutsche Startups.de – nach dem Abgang von Readmill und der Ocelot-Krise droht damit erneut einem E-Reading-Pionier aus Berlin das baldige Aus. Das vokallose Startup aus der Hauptstadt hatte von Anfang an große Pläne: Als txtr 2008 an den Start ging, wollte das Unternehmen „zentrale Anlaufstelle für alle lesenswerten Dokumente im Netz” sein und elektronische Lektüre auf Kindle & Co bringen.

txtr-Reader – der gekillte Kindle Killer

Kurz darauf wurde mit dem Projekt txtr-Reader sogar ein veritabler „Kindle Killer“ mit beachtlichen technischen Features in Stellung gebracht. Schon im Jahr 2009, lange vor Oyo und Tolino, sollte dieses E-Ink-Gadget Amazons Mega-Seller Paroli bieten. Doch haarscharf vor dem Marktstart wurde der Kindle Killer selbst gekillt – die Erfolgsaussichten waren den Investoren offenbar zu gering.

Mit Blloon platzte die letzte Hoffnung

txtr selbst blieb in Sachen E-Reading am Ball, zum Beispiel mit der txtr-App und E-Reading-Dienstleistungen im Business-to-Business-Bereich. Zwischendurch gab’s auch noch mal einen Mini-Hype um einen Low-Cost-Reader namens Beagle, der allerdings schnell wieder verpuffte. Mit der Plattform Blloon (sprich: Balloon) wagten die Berliner zuletzt den Einstieg in die umkämpfte Flatrate-E-Lesezone. Nun könnte durch die Insolvenz auch die letzte Hoffnung geplatzt sein.

Hotdog oder kalter Hund? txtr Beagle im freien Verkauf – für 59 Euro

Hundstage für E-Leser: Beagle ist da, der kultige Low-Cost-Reader von txtr – seit gestern kann man den E-Ink-Begleiter für das Smartphone in Deutschland bestellen. Vom einstigen „Zehn-Euro“-Reader ist jedoch keine Rede mehr. Das aktuelle Modell kostet 59 Euro, inklusive Versandkosten und 10-Euro-Gutschein für den E-Book-Kauf im txtr-Store. Preislich liegt der schick designte Fünfzoller damit Nase an Nase mit dem Vierzoller Pyrus Mini, der je nach Anbieter zwischen 49 und 59 Euro kostet. txtr Beagle (Leergewicht) und Pyrus Mini (mit Akku) bringen zudem beide exakt 111 Gramm auf die Waage.

Wuffi-Faktor: Beagle braucht Smartphone-Begleiter

Doch eins sollte man vor dem Kauf wissen: einen normalen Reader bekommt man mit txtrs Lesegerät nicht. Beim Konzept hat das Unternehmen nämlich „die Dinge möglichst einfach“ gehalten: „Es gibt kein WLAN, Kabel, Ladegerät oder SD-Karteneinschub“. Auf das Ladegerät wurde zugunsten von AAA-Batterien verzichtet (die das Gewicht dann auf 128 Gramm erhöhen), die E-Books gelangen über Bluetooth auf den Reader, als „Bodenstation“ dient das Smartphone. Wobei „E-Books“ nicht ganz stimmt – zur Lektüre dienen lediglich via Smartphone-Prozessor gerenderte Seitenabbilder, denn mehr als bloße Bilder anzeigen kann der Beagle nicht.

Mobilfunkpartner zwecks Vermarktung gesucht

So erklärt sich auch der hohe Preis im Einzelverkauf – denn ursprünglich sollte txtrs Beagle als Goodie für Mobilfunkkunden in Umlauf gebracht werden, die Kosten wären also über die Netzgebühren quersubventioniert worden. Doch bisher hat txtr offenbar keinen Mobilfunkpartner gefunden – aber die Hoffnung auch noch nicht aufgegeben. Auf der txtr-Seite heißt es aktuell: „“Wir befinden uns im Gespräch mit Mobilfunkanbietern und werden Details zu diesen Angebotspaketen bald ankündigen“. Die Telekom dürfte dabei wohl nicht in Frage kommen, denn Deutschlands größter Anbieter setzt bekanntlich auf den cloudbasierten Tolino-Reader.

Abb.: Screenshot

txtr-Reader wiederbelebt: als Lowest-Cost-4-Zoller schon ab 20 Euro?

Lowest-Cost-Reader im Mini-Format könnten zum Schlager der Frankfurter Buchmesse werden: nachdem Trekstor bereits einen günstigen 4-Zoll-Reader angekündigt hat, trat nun das Berliner Startup txtr auf den Plan. In den Messehallen soll nach Informationen von buchreport nämlich eine abgespeckte Version des legendären txtr-Readers vorgestellt werden. Nur wenige Millimeter dünn, kaum größer als eine Handfläche, und womöglich zu einem Kampfpreis zwischen zehn und zwanzig Euro. Dafür allerdings – ähnlich wie bei den Trekstor-Geräten – ohne WLAN/3G-Schnittstelle. Vorgestellt werden soll der txtr-Reader am 9. Oktober in Frankfurt am Main. Wenn nichts dazwischen kommt, sollte man hinzufügen.

E-Reader-Legende mit Vaporware-Image

Denn dem txtr-Reader eilt mittlerweile ein ziemliches Vaporware-Image voraus. Ursprünglich startete das Lesegerät als deutscher Kindle-Killer – schon in der Weihnachtssaison 2009 machte das Gadget eine Menge Schlagzeilen, lange vor der Eröffnung des hiesigen Kindle-Stores. Zum Preis von zunächst 319 Euro, später 299 Euro wurde den Kunden ein 6 Zoll großes E-Ink-Display versprochen, mit 600 mal 800 Bildpunkten, 16 Graustufen sowie 1 Gigabyte Flash-Speicher. Wirklich ausgeliefert wurden vom txtr jedoch nur eine Handvoll Exemplare, denn technische Schwierigkeiten beim Übergang zur Serienfertigung sorgten im Dezember 2009 für ein vorläufiges Aus.

txtr-Apps wurden tatsächlich realisiert

Danach tauchte der txtr-Reader immer mal wieder auf internationalen Messen auf (& manchmal sehr schnell wieder ab), eine überarbeitete Version war 2011 sogar mal für eine kurze Zeit für Firmenkunden lieferbar. Im Endkundenmarkt kam jedoch auch diese Version nie an – was wohl auch an kräftig purzelnden Preisen für technisch vergleichbare Lesegeräte von Amazon & Co. lag. Die ebenfalls geplanten txtr-Apps für Apple- und Android-Geräte wurden dagegen tatsächlich realisiert, und sind genau wie der normale Web-Store durchaus konkurrenzfähig. Den Wettbewerb anheizen dürfte die Lowest-Cost-Version des txtr-Reader natürlich erst recht – via Quersubventionierung über Abo-Gebühren könnte man das Gerät sogar an die Kunden verschenken.

Abb.: Screenshot corporate.txtr.com

„txtr-Reader wird geliefert, wenn er fertig ist“ – Berliner Startup kämpft mit Problemen bei Serienfertigung

txtr e-reader start verzoegert sich probleme bei serienfertigung.pngKein txtr weit und breit: Unter deutschen Christbäumen war das „Berliner Kindle“ rar gesät. Denn das Startup txtr kämpft mit technischen Problemen bei der Serienfertigung des E-Readers. Die Auslieferung wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Kleiner Trost: die iPhone-App funktioniert – auch bei DRM geschützten Titeln, die nicht im txtr-Store gekauft wurden.

„Wir haben mögliche Chaos-Szenarios unterschätzt“


Eins ist sicher: der txtr-Reader wird kommen. Nur mit dem Datum ist man sich beim gleichnamigen Berliner Startup nicht mehr so sicher. Eigentlich hatten die Macher um Ronnie Vuine auf das Weihnachtsgeschäft gepokert. Vorbestellungen waren angenommen worden, seit Anfang Dezember sollte geliefert werden. Doch am Ende kamen nur wenige Lesegeräte bei den Kunden an. Der Übergang zur Massenproduktion bereitet offenbar Schwierigkeiten: „Was in der Kleinserie funktioniert, sieht in der Großserie oft ganz anders aus“, heißt es dazu auf dem txtr-Blog. Mit dem Einsatz neuer Maschinen und veränderten Produktionsabläufen wuchs die Ausschuss-Quote: „Vor allem beim Verlöten des größten Bauteils, der Mobilfunkkomponente, gab es regelmäßig Probleme, die manuelle Nacharbeit verlangen“. Auch die Schulung der Fabrikarbeiter läuft offenbar nicht optimal. „Wir haben das Chaos-Szenario unterschätzt“, entschuldigt sich txtr bei seinen Kunden. Manche machten ihrem Ärger gleich per Kommentarfunktion Luft („Was für ein Laden!“), andere gaben sich eher verständnisvoll („Wird schon!“)

Das Vorführgerät auf der CES war nach einem halben Tag plötzlich verschwunden…


Die Verzögerung ist jedenfalls ein weiterer Dämpfer für die txtr-Community. Kurz vor dem anvisierten Start im Dezember hatte txtr bekanntgegeben, den E-Reader ohne WLAN-Karte zu produzieren, um den Schwellenpreis von 299 Euro erreichen zu können. Auch das hatte bereits für deutliche Verstimmungen gesorgt. Zu wilden Spekulationen gab auch die txtr-Präsentation Anfang Januar auf der CES einigen Raum: denn in Las Vegas war das Startup mit nur einem Gerät präsent, das dann nach einem halben Tag plötzlich wieder verschwand – es soll gestohlen worden sein.

Mysteriöse Videos & gute Nachrichten über txtrs iPhone-App


Aufgetaucht ist dafür ein mysteriöses Video aus China: es zeigt den „Head of Hardware“ Milosch Meriac bei einen Gerätetest im Rahmen der txtr-Produktion. Bei Youtube wurde es von einem Benutzer namens „DerGastAusDerZukunft“ eingestellt. Das Video wurde dann aber von txtr als authentisch bestätigt – und fand kurz darauf für ein Posting im offiziellen txtr-Blog Verwendung. Dort ist inzwischen auch mal wieder eine gute Nachricht zu lesen: die neueste Version der txtr-app für das iPhone ist da. Sie ermöglicht nun endlich auch die Lektüre von DRM-geschützten E-Books, die nicht im txtr-Store gekauft wurden. Bisher erfolgte die Authentifizierung beim ersten Bezahlvorgang. Über die Option “DRM verwenden” kann man jetzt auch unabhängig davon AdobeID und Paßwort bei Bedarf eingeben – die App dürfte damit für alle Anwender attraktiv sein, die ihre E-Books nicht nur auf dem E-Reader, sondern auch auf dem iPhone oder iPod Touch lesen möchten. Und für alle, die speziell auf den txtr-Reader warten, ist die App zumindest ein kleines Trostpflaster.

txtr-Killer aus Fernost? Boox-Reader von Onyx in Deutschland lieferbar

onyx boox e-reader in deutschland lieferbar wlan epub webbrowser.gifNeue Konkurrenz für den txtr: ab sofort ist der Boox-Reader des chinesischen Herstellers Onyx in Deutschland lieferbar. Der 6-Zoller glänzt nicht nur mit edlem Design, sondern bringt auch beachtliche innere Werte mit: Touch-Screen, W-LAN und sogar ein Web-Browser ist mit dabei. Der Vertrieb des „Onyx Boox 60“ läuft über den niederländischen Anbieter „Ebook Reader Store„, der auch eine deutsche Webseite betreibt.

Ein E-Reader ist kein Surftablet? Bei Onyx sieht man das anders…


Lange Zeit konnte man den Onyx Boox für Vaporware halten: zur letzten CEBIT waren ein paar Geräte aufgetaucht, dann herrschte lange Zeit wieder Funkstille. Rechtzeitig vor Weihnachten hat nun der chinesische Hersteller doch noch den Schritt nach Mitteleuropa gewagt – vom niederländischen Venlo aus organisiert Onyx via Ebook Reader Store den Vertrieb in die Bundesrepublik. Besonders attraktiv macht das Gerät ein Feature, das beim txtr-Reader in letzter Minute wieder hinausgeworfen wurde: der WLAN-Anschluss. Die Macher des Berliner „Kindle-Killers“ waren der Meinung, ein E-Book-Reader sei nun mal kein Surf-Tablett. Bei Onyx sieht man das offenbar anders – schließlich spendierte man dem neuen Reader auch einen rudimentären Webbrowser, basierend auf der freien Webkit-Engine, ähnlich wie beim Crunchpad bzw. Joo Joo-Tablet.

Schneller Page-Refresh, guter Kontrast: Onyx schlägt Sony Reader Touch

onyx-ereader-browser-e-book.gifDie Tester von ereaders.nl haben bereits ein Gerät in die Hände bekommen: sie lobten vor allem den schnellen Page-Refresh sowie den guten Kontrast („vergleichbar mit dem Sony PRS 300“) des E-Ink-Displays, das mit 16 Graustufen glänzt. Durch den Einsatz der Touch-Screen-Technik von Wacom hat man offenbar von Sonys Fehlern bei der Touch Edition gelernt – dafür muss das Gerät allerdings auch mit einem „Stylus“-Stift bedient werden. Mit dem Stift lassen sich nicht nur handschriftliche Notizen machen, sondern auch Textpassagen markieren. Die Such- und Wörterbuchfunktion des Boox funktioniert über eine eingeblendete virtuelle Qwerty-Tastatur, deren Tasten ebenfalls per Stylus getippt werden (ein paar Screenshots gibts übrigens bei ebooktest). Voreinstellbar sind fünf verschiedene Schriftgrößen, zusätzliche Fonts lassen sich beim Hersteller downloaden. Netterweise gehört zum Lieferumfang auch eine weiße Ledertasche, in der sich Reader (und Stift natürlich) verstauen lassen. Der Speicher ist mit 512 MB nicht gerade großzügig ausgestattet, per SD-Karte kann aber kräftig nachgerüstet werden. Mit 290 Gramm ist das Onyx Boox 60 etwas schwerer als viele gängige Reader von Bookeen (170 Gramm) bis zum txtr (260 Gramm).

Kleines Manko: DRM-geschützte E-Books müssen vorerst noch am Desktop autorisiert werden


Wifi lässt sich mit einem speziellen Knopf an der Seite des Geräts an- und ausschalten. Der Benutzer kann jeweils aus verfügbaren Drahtlos-Netzen auswählen. Standardmäßig sind drei Webadressen als Favoriten voreingestellt: Die Hersteller-Homepage, Google und Wikipedia. Neue Favoriten lassen sich allerdings nicht anlegen, neue Webseiten lassen sich nur über die Suchfunktion von Google ansteuern. E-Books aus dem Public-Domain-Bereich lassen sich via Browser direkt auf das Gerät laden und lesen. DRM-geschützte E-Books müssen jedoch erst auf dem Desktop / Laptop mit Adobe Digital Editions authorisiert werden. Ein Firmwareupdate von Onyx soll dieses Problem jedoch ab Januar beheben. Insgesamt bewertete man bei ereader.nl den Onyx Boox wegen solcher Nachteile nur als „gemäßigt positiv“ – auf die Wunschliste kam neben dem komfortableren Online-Shopping bei kommerziellen Titeln auch ein verbesserter Browser. Wenn Onyx die Probleme schnell angeht, könnte der Boox-Reader wohl tatsächlich ein echter txtr-Killer werden. Preislich liegt der Onyx Boox 60 beim Ebook Reader Store zur Zeit bei 349 Euro (plus 5,20 Versandkosten), andere niederländischen E-Stores wie studon.nl verkaufen das Gerät aber auch schon ab 299 Euro (deutsche Kunden zahlen aber einen Aufschlag von ca. 28 Euro inkl. Versand).

txtr macht mobil: neue iPhone-App liest DRM-geschützte E-Books

txtr-macht-mobil-txtr-app-f.gifGute Neuigkeiten für alle iPhone-Besitzer: sie können dank der neuen txtr-App nun auch DRM-geschützte E-Books auf ihrem Gadget lesen. Bis zu 20.000 kommerzielle Titel im epub-Format sind im txtr-Store verfügbar. Amazon-Kunden blieb ein solcher Service bis auf weiteres vorenthalten: Die Kindle-App für das iPhone funktioniert offiziell nur in den USA. Die neue txtr-App läuft auch auf dem iPod Touch.

Vor dem Lesevergnügen steht die Synchronisation zwischen iPhone und Desktop


Wer bisher E-Books auf iPhone oder iPod Touch lesen wollte, dem stand nur eine eingeschränkte Auswahl zur Verfügung: einige Verlage stellen E-Books direkt im App-Store zur Verfügung. Man konnte aber auch über Umwege die iPhone-App von Amazon installieren – doch deutsche Titel für das Kindle gibt es fast gar nicht. So kommt die iPhone-App von txtr genau zur richtigen Zeit – denn dank der Integration von Adobe ADEPT lassen sich nun auch DRM-geschützte E-Books mobil lesen. Einzige Voraussetzung ist die einmalige Authentifizierung mit der persönlichen Adobe-ID. Dank Features wie Wahl der Schriftgröße oder Lesezeichen liegt die App in punkto Benutzerfreundlichekeit irgendwo zwischen der von Libreka und dem Klassiker Stanza. Direkt shoppen im txtr-Store kann man mit der neuen App allerdings noch nicht. Vor dem Lesevergnügen steht deswegen die Synchronisation zwischen iPhone und dem Desktop-Rechner. Im Online-Store von txtr sind zur Zeit etwa 20.000 Titel zu haben – das Angebot ist also vergleichbar mit Online-Portalen wie libri.de oder libreka.

Die txtr-App liest bald auch E-Books, die in anderswo geshoppt wurden


Da die ersten txtr-Reader ohnehin erst in den nächsten Tagen ausgeliefert werden, ist die App eine gute Möglichkeit, schon mal das Angebot im txtr-Store auszuprobieren. Theoretisch lassen sich auch DRM-geschützte E-Books lesen, die auf anderen Portalen gekauft wurden. Laut txtr-Blog soll in Kürze ein How-To erscheinen, das auch „fremde“ epubs via txtr-App auf das iPhone bringt. Für das E-Book-Business dürfte txtrs jüngster Coup einen neuen Schub bedeuten. Denn spätestens mit der txtr-App sind E-Books im epub-Format nun auch für diejenigen interessant, die keinen „echten“ E-Reader besitzen. Schon seit ein paar Wochen macht die „Kindle-für-PC„-Anwendung die Lektüre auf Desktop oder Laptop möglich. Doch erst mit der neuen iPhone-App wird das E-Book richtig mobil – und zwar auf breiter Front: immerhin gibt es bereits mehr als drei Millionen dieser Gadgets in deutschen Händen. Außerdem plant txtr die Ausweitung der App für den Blackberry- und Symbian-Kosmos. Eigentlich hätte das elektronische Lesen ja schon längst viel komfortabler sein können – zur Lektüre geeignete mobile Gadgets gibt es eben tatsächlich in Hülle und Fülle. Doch leider haben die Verlage in Sachen DRM bisher keine besonders kundenfreundliche Strategie eingeschlagen.

txtr-Reader startet ohne WLAN – dafür Preissenkung auf 299 Euro

txtr-reader-ohne WLAN nur mit UMTS.gifAb morgen ist er vorbestellbar – der neue txtr-Reader des gleichnamigen Berliner Startups. Allerdings ohne WLAN – in letzter Minute nahmen die Entwickler das Feature aus dem Programm. Grund: man wollte statt 319 Euro doch lieber den Schwellenpreis von 299 Euro erreichen. Nun gibt es zwar die Möglichkeit, sich per UMTS mit dem E-Book-Store zu verbinden – der Kontakt mit dem eigenen PC läuft aber nur per USB-Kabel.

„Wir haben das etwas sperrige Feature WLAN geopfert“

Eine gute und eine schlechte Nachricht verkündete heute txtr-Mitgründer Ronnie Vuine via Firmen-Blog. Zuerst die gute: „Der txtr-Reader wird zwanzig Euro weniger kosten als angekündigt.“ Also 299 Euro statt zuvor 319 Euro. Die Preissenkung in letzter Minute hat jedoch auch ihren Preis. Die schlechte Nachricht lautete deswegen: „Um den Preis zu erreichen, haben wir das etwas sperrige Feature WLAN geopfert.“ Der Schwellenpreis 299 Euro scheint für E-Reader eine magische Grenze zu sein – tatsächlich liegen die meisten aktuellen Modelle darunter, selbst die europäische Version des Kindle 2. „Wir sind in den Wochen seit der Buchmesse wieder und wieder gefragt worden: Warum ist das Ding so teuer?“, klagt Vuine ganz in diesem Sinne. Bei der Festsellung „Die Funkschnittstellen kosten nun mal Geld“ wollte man es aber offenbar nicht belassen. So kam die WLAN-Karte auf die Abschussliste: „Da wir Mobilfunk in jedem Fall machen wollen blieb nur, WLAN zu opfern.“ Allerdings ist die Entscheidung riskant – txtr droht damit viele Kunden zu verärgern, die sich bereits auf der Vormerk-Liste eingetragen haben – natürlich für ein Gerät mit WLAN. Andere werden sich jetzt noch mal reiflich überlegen müssen, ob mittelfristig nicht ein Kindle doch die bessere Lösung ist, auch wenn noch keine deutschen E-Books für Amazons Gadget erhältlich sind.

„Wir glauben nicht daran, dass Reader ein PDA-Ersatz sein können“

Argumentativ ging Vuine auf dem Firmenblog schon mal kräftig in die Defensive – WLAN sei für Laien ja ohnehin äußerst schwer zu konfigurieren, bei einem Gerät ohne Tastatur wären öffentliche Hotspots außerdem ohnehin unzugänglich geblieben. Das dürfte vielen „normalbegabten“ Netbook-Besitzern nur ein müdes Lächeln entlocken. Auch das Argument „Wir glauben nicht an Webbrowser auf Readern und nicht daran, daß ein Reader ein PDA-Ersatz sein können sollte“, klingt nicht sehr überzeugend. Die künstliche Trennung zwischen E-Reader, Smartphone und Netbooks verschwindet ohnehin immer mehr – und was spricht gegen ein Multifunktionsgerät mit dem Nutzungsschwerpunkt E-Lektüre? Immerhin konnte txtr in Sachen Bluetooth Entwarnung geben – diese Schnittstelle wird auch weiterhin mit dabei sein. Übrigens sprach Ronnie Vuine ausdrücklich davon, dass die WLAN-Kürzung nur für die „1. Generation“ des txtr-Readers gilt. In nicht allzu ferner Zukunft könnte also eine DeLuxe-Version herauskommen, die auch im lokalen Netz eine Verbindung bekommt. Hoffen wir, dass sie dann zumindest für 319 Euro zu haben sein wird…

„Mythos Kindle“ – ist der txtr-Reader wirklich besser als Amazons Lesegerät?

mythos-kindle-ist-txtr-ereader-wirklich-besser-als-amazon-kindleBald ist er da, der txtr-Reader aus Berlin – ab 1. Dezember kann man ihn bestellen, die Auslieferung beginnt vierzehn Tage später. Die Konkurrenz war aber schneller: pünktlich zur Frankfurter Buchmesse hatte schließlich Amazon angekündigt, den Kindle2 nun auch in Deutschland zu verkaufen. Grund für txtr, noch mal kräftig zu trommeln – unter dem Titel „De-Mystifying the Kindle“ werden auf dem Firmenblog Argumente aufgelistet, warum der Kindle schlechter ist als sein Ruf.

txtr über Kindle: „vernagelt, ohne deutsche Bücher, undurchsichtige Kosten“


Offenbar sind die txtr-Macher langsam genervt von all den Zeitgenossen, die ihr Reader-Projekt mit Amazon vergleichen: „Das ‚Aber Amazon‘-Argument: Das amüsiert uns immer ein bisschen. Ja doch, Amazon. Wir werden sehen, was passiert, wenn Amazon ein echtes deutsches Angebot hat“, heißt es auf dem Blog. Denn schließlich sei der Kindle zwar „ein gutes Gerät mit globalem Roaming und tollem englischsprachigem Angebot“, zugleich aber „,vernagelt, ohne deutsche Bücher und mit etwas undurchsichtigen Kosten“ sowie nur aus den USA bestellbar. Amazon behauptet, das Gerät koste 259 Dollar – stimmt nicht, sagen die txtr-Macher zu recht. Mit Zollgebühren und Versandkosten landet man schnell bei 280 … nicht Dollar, sondern Euro. Nun gab’s aber auch Diskussionen in der Blogosphäre über die „wahren Kosten“ des txtr-Readers, der ja nicht nur drahtlos mit dem txtr-Store verbindet, sondern auch den Zugang zu Blogs etc. ermöglicht. “Folgekosten” — das ist ein Mißverständnis“ – heißt es dagegen bei txtr. „Wer den Reader kauft, kriegt ein voll funktionsfähiges Gerät und schließt keinen weiteren Vertrag ab.“ Nur wer „von unterwegs auf eigene Dokumente oder freie Inhalte zugreife“, zahle etwas drauf, und zwar, anders als beim Kindle, nicht als „pay per use“, sondern über ein Abo-Modell. Damit auch niemand mehr zweifelt, wird das auf der offiziellen Startseite von txtr noch mal klargestellt: Preis 319 Euro, „keine weiteren Kosten/Gebühren!“

Der eigentliche Clou sind die Social Media-Funktionen des txtr-Readers

Gute Argumente hat txtr natürlich in punkto Preis und Verfügbarkeit deutscher Titel – die gibt’s für den Kindle bisher nicht, und selbst wenn es sie gäbe, würde ja die Buchpreisbindung auch für Jeff Bezos gelten. Doch auch die Kampfpreise für englische Titel kann die txtr-Leute nicht beeindrucken – „in vielen Fällen werden englische Bücher bei uns genauso preiswert sein“ verspricht man den deutschen Kunden. Soweit, so gut. Bei allen Vorteilen des txtr-Reader ist es allerdings verwunderlich, dass txtr an dieser Stelle hauptsächlich sagt, was man besser kann, aber nicht, was man völlig anders macht als Amazon. Thorsten Köster von ereaderwelt.de weist zu recht auf die „Social Media-Funktionen“ des txtr hin, die andere Wettbewerber eben bisher überhaupt nicht bieten können. Webbasierte Dienste wie BookGlutton haben ja schon gezeigt, was das „vernetzte Lesen“ leisten kann, nämlich die Kombination von Web 2.0 und E-Books – in Zukunft gibt es das nun auch mobil. Die txtr-Community ist ja tatsächlich auch schon im Aufbau. Eins darf man gerade für den deutschen Markt natürlich auch nicht vergessen: der txtr ist ein durch und durch deutsches Produkt – sowohl die Produktion des Readers wie auch der Betrieb des E-Bookstores und natürlich auch der Kundendienst werden von Berlin aus gemanagt. Dagegen sind Sony, Bookeen oder Amazon im Zweifelsfall dann doch sehr weit weg.

Drahtlose Konkurrenz für Kindle: WiFi-Reader von Sony, txtr & Irex starten bis Ende 2009

WiFi für E-Reader-Sony txtr und Irex bringen neue Geraete auf den Markt_Pixelio_Heinrichs-Noll.gifLange Zeit war Amazons Kindle in der Liga der WiFi-fähigen Reader allein auf weiter Flur. Das ändert sich nun schlagartig: Sony präsentierte diese Woche mit dem „Reader Daily Edition“ einen drahtlosen E-Reader mit 7-Zoll-Display, das Berliner Startup txtr kündigte für seinen 6-Zoller die Kooperation mit E-Plus an, und Irex ließ verlauten, sein WiFi-fähiger 8-Zoll-Reader werde mit Content von Barnes&Noble versorgt. Die drei Geräte sollen bis Ende 2009 in den Handel gelangen.

Mit Sonys „Reader Daily Edition“ Tag für Tag drahtlos einkaufen- ohne zusätzliche Kosten?

Die Karten im E-Book-Geschäft werden bis Ende des Jahres neu gemischt: neben epub als Standard für E-Book-Formate wird es einen neuen Standard für High-End-Reader geben: WiFi. Bisher gab es nur zwei Möglichkeiten, drahtlos in E-Book-Stores zu shoppen – entweder musste man in den USA leben und einen Amazon Kindle besitzen, oder zur Gemeinde der iPhone und iPod-Touch-Fans gehören. Grundsätzlich kommt der kommerzielle Lesestoff für alle E-Reader
aus dem Internet. Bisher allerdings zumeist über die USB-Schnittstelle von PC oder Laptop. Sony will nun als erster Konkurrent die digitale Nabelschnur kappen: das diese Woche präsentierte Geräte namens „Reader Daily Edition“ wird über das UMTS-Netz von AT&T drahtlos mit Sony „eBook Store“ verknüpft. Der Name des 7-Zoll-Readers ist durchaus ernst gemeint. Da die User keine direkten Mobilfunk-Gebühren bezahlen müssen, können sie bequem nicht nur Bücher, sondern auch ihre Zeitung Tag für Tag online beziehen. Wer nicht kaufen will, kann aber auch leihen. Dank eines Features namens „Library Finder“ dürfen Sony-Kunden über den ebook Store E-Books aus ihrer lokalen Bibliotheken ausleihen. Erstmal müssen die WiFi-Freunde jedoch abwarten: Ausgeliefert wird Sonys neuer Reader ab Dezember.

In Deutschland gibt’s nicht umsonst: txtr-Kunden können aber auf eine WiFi-Flatrate hoffen

Ein echter Erlkönig ist bisher der txtr-Reader aus Berlin. Er wird zum ersten Mal auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober ins Rampenlicht gerückt. Doch wissen wir seit dieser Woche zumindest ein bisschen mehr. Denn txtr hat gegenüber der Presse den Mobilfunkanbieter Ecotel als Kooperationspartner für sein neues Lesegerät vorgestellt. Über das von Ecotel genutzte EDGE-Netz von E-Plus wird sich „txtr“ mit dem txtr-Onlineshop verbinden. Allerdings gibt’s an der Spree nichts umsonst: gegenüber heise online widersprach txtr anderslautenden Berichten aus der Blogosphäre. Die txtr-Nutzer sollen stattdessen zwischen unterschiedliche Gebührenmodellen wählen können, zum Beispiel Prepaid oder eine Flatrate. Das Angebot im txtr-Store soll von Comics bis zu PDFs und PowerPoint-Präsentationen reichen – und natürlich jede Menge E-Book-Belletristik. Die Berliner setzen ähnlich wie andere Wettbewerer auf die Kombination von freien E-Books und kommerzieller Ware. Dafür stehen Kooperationpartner wie libri und ciando ebenso wie gutenberg.org. Insgesamt verspricht txtr die „umfassendste Angebot kommerzieller epub-Titel in Deutschland“. Zumindest ab Ende 2009.

Nicht T-REX, sondern Irex: 8-Zoll-Reader mit WiFi

„Wir werden die Dynamik des Marktes verändern“, verspricht Kevin Hamilton, Nordamerika-Chef von Irex Technologies. Auch bei Irex weiß man nämlich, dass der direkte Draht vom Kunden zum E-Book-Store das A&O im Business ist. Der ebenfalls für Ende 2009 erwartete 8-Zoll-Reader von Irex wird deswegen die Leser mit dem Online-Store von Barnes&Noble verbinden. Das kündigte Irex diese Woche an. Nach PlasticLogic, deren Reader für 2010 angekündigt ist, wird Irex damit der zweite Geräte-Partner des größten US-Buchhändlers mit ingesamt fast 800 Filialen. Damit können Irex-Nutzer beim Online-Shoppen von B&N’s neuer Preispolitik profitieren – gerade erst hat man nach dem Vorbild von Amazon einen neuen Schwellenpreis für E-Books von 9 Dollar 99 eingeführt. Eine Klasse für sich sind der Irex Reader wie auch Sonys Daily Edition allerdings beim Bedienungskomfort. Denn die Lesegeräte kommen mit Touch-Screen in den Handel. Doch schon WiFi alleine hat natürlich seinen Preis: keines der Geräte dürfte bei der Markteinführung weniger als 299 Dollar kosten – soviel muss man für den aktuellen Kindle bezahlen.

(via heise.de, macworld.com, pcworld.com, prnewswire.com)

Bild: Pixelio/Heinrichs-Noll