Abschussrampe für Ideen: Amazon Launchpad unterstützt jetzt auch deutsche Startups

amazon-launchpad-abschussrampe-fuer-startupsOb smartes WLAN-Küchenradio, App-gesteuertes Battle-Racing-Spielzeug oder vegane Trinkschokolade mit Guarana-Zusatz — Immer mehr Produktinnovationen landen – bzw. starten – direkt bei Amazon. Mit dem „Launchpad“-Programm unterstützt der Online-Händler nämlich die Vermarktung erfolgversprechender Geschäftsideen, in den USA schon seit letztem Jahr, in Deutschland seit Ende letzten Monats. Die Start-Ups profitieren von „maßgeschneiderten Produktseiten und Marketing-Unterstützung … sowie direkten Zugang zu Amazons globalem Logistiknetzwerk“.

Rasanter Start für neue Produkte

„Schnell viele potenzielle Kunden zu erreichen ist für Start-ups entscheidend“, so verkündet Francois Saugier, Director Amazon Seller Services in Europa. Die Launchpad verschaffe jungen Unternehmen einen einfachen und erfolgreichen Start, indem sie ihre Produkte Millionen Kunden auf internationaler Ebene vorstellen könnten. Nun eben auch hierzulande: Unter amazonlaunchpad.de wagen sich auch zahlreiche deutsche Newcomer auf die Abschussrampe, etwa mit einer Sonnenglas-Solarlaterne, kabellosen Kopfhörern oder einer Gingko-Brahmi-Rosenwurz-Mischung, die Konzentration und Gedächtnisleistung steigern soll.

Viele Crowdfunding-Projekte dabei

Wer sich auch ohne Brain-Doping noch gut erinnern kann, wird im Launchpad-Store auf manch prominentes Kickstarter-Projekt stoßen, über das u.a. hier auf E-Book-News schon zu lesen war: so ist etwa die aktuelle Version der Pebble Smartwatch mit dabei oder der edle Eingabestift „Pencil“ von Fifty Three. Auch mit Kapital von der Crowd ging der VertiPen an den Start, ein als Armband tragbare Kombination aus Kugelschreiber und Eingabestift.

Alexa-Accessoires für das Smarthome

An einem ebenfalls wie Launchpad angeschobenem Produkt wie dem WLAN-Küchenradio Triby sieht man zudem, wie pfiffig Amazons verschiedene Geschäftsfelder ineinander übergreifen können: denn Triby ist das erste Gerät eines Drittherstellers, das mit Amazons digitaler Assistentin „Alexa“ ausgestattet wird. Auch so manche Smartwatch mit Echo-Anbindung — wie aktuell die auf Indiegogo angetretene CoWatch — und weitere Gadgets für das Smarthome dürfte man zukünftig auf dem Launchpad finden.

Nicht alles ist elektronisch

Wobei Angebote wie etwa die „FlashSticks“ genannten Sprachlernkarten, die vegane Trinkschokolade „koawach“ oder auch transparente, wasserspeichernde Blumentöpfe namens „Boskke Cube“ zeigen: es ist auch einiges innovativ-anologes dabei, was völlig ohne App-Anbindung und integrierte Leiterplatte auskommt. Hauptsache bleibt eben, dass die Produkte einen Hauch von Start-Up-Kultur atmen. Die ja nun — siehe etwa die Vox-Serie „Höhle des Löwen“ — definitiv im Mainstream angekommen ist.

(via Amazon Watchblog)

Triby: Smartes Küchenradio mit E-Ink-Display & inklusive Alexa

triby-smartes-kuechenradio-mit-eink-und-alexaKein echtes Smarthome ohne intelligentes WLAN-Küchenradio. Mit dem „Triby“ hat das US-Startup Invoxia ein ganz besonderes Exemplar auf den Markt gebracht – es besitzt nicht nur ein E-Ink-Display zum Anzeigen von aktuellen Infos, es ist zugleich das erste Gerät eines Drittanbieters, das Amazons Dosengeist „Alexa“ an Bord hat. Invoxia promotet Triby als „Family Friendly Portable Speaker, Connected Message Board and Speakerphone“ — via Smartphone-Anbindung lassen sich nämlich nicht nur Nachrichten und Emoticons aufs Display beamen, Triby fungiert via Bluetooth-Verbindung mit dem Smartphone auch als Telefon-Freisprechanlage.

Was Echo kann, kann Triby auch

Die Alexa-Integration ermöglicht grundsätzlich alle Funktionen, die auch Amazons smarte Lautsprechersäule „Echo“ bietet — heftet man das formschön und farbenfroh designte Gadget mittels der Rückseiten-Magneten an die Kühlschranktür, erweitert man die Küche also um einen persönlichen digitalen Assistenten, der weitaus mehr kann, als nur auf Zuruf den Lieblings-Radiosender einzuschalten, die persönliche Playlist oder ein Hörbuch abzuspielen. Und natürlich funktioniert das alles komplett berührungslos, wie bei der Echo-Säule wartet Triby im Stand-By-Betrieb auf das „Wakeword“, standardmäßig „Alexa“.

Triby auch in Deutschland lieferbar

Triby an sich ging schon vor einiger Zeit noch ohne Alexa-Anbindung an den Start, und zwar über Amazons-Startup-Förderschiene „Amazon Launchpad“. Zusammen mit dem „Alexa Voice Service“ (AVS) folgt nun der Roll-Out im großen Stil — anders als Echo wird Triby plus Dosengeist von Amazon.com auch nach Deutschland geliefert, die geistlose Version ist hierzulande schon seit Herbst 2015 lieferbar. Die Kundenbewertungen sind allerdings eher mittelmäßig, und in den USA hat Triby mit Alexa-Erweiterung in ersten Hands-On-Berichten auch nicht ganz so gut abgeschnitten.

Strategie für die Zeit nach „Peak Smartphone“

Das Konzept an sich — sprich die Entkopplung von Echo & Alexa — dürfte aber zukunftsweisend sein: Amazon ist hier der Konkurrenz à la Siri oder Cortana mehr als nur eine Nasenlänge voraus, ironischerweise trotz der Fire-Phone-Bauchlandung. Gerade erst wurde von Branchenbeobachtern der „Peak Smartphone“ ausgerufen, bei iPhone & Co. ist die Grenze des Wachstums erreicht. Höchste Zeit also, sich in Richtung Smart Home und Internet der Dinge zu bewegen. Triby ist insofern nur der Anfang einer neuen Expansions-Strategie: Amazons Technologien dürften uns demnächst in weitaus mehr Gegenständen begegnen als nur smarten Kühlschrankmagneten…