Alexa zum Anfassen: Amazons nächste Echo-Konsole erhält Touch-Screen

alexaErst erhielt das Fire Tablet via Software-Update das Alexa-Feature, nun geht’s andersherum: Amazon will der smarten Lautsprecher-Konsole Echo offenbar ein 7-Zoll-Touchscreen verpassen. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf zwei Branchen-Insider. Die neue Premium-Variante des digitalen Dosengeistes soll so noch komfortabler zu benutzen sein: „Das macht den Zugang zu bestimmten Inhalten einfacher, etwa Wetterberichte, Terminplaner oder Nachrichten“, argumentieren die anonymen Produkt-Enthüller — obwohl natürlich entsprechende Alexa-Skills für solche Anwendungen bereits existieren. Auch die äußere Form der Konsole werde sich durch das zusätzliche Screen komplett verändern.

Eine Art Fire-Tablet mit riesigen Lautsprechern?

Doch was für ein Gerät hättet man dann eigentlich vor sich? „Abgesehen von den Lautsprechern beschreibt der Bloomberg-Report ziemlich genau die bisherigen Tablets von Amazon“, merkt Nate Hoffelder von The Digital Reader an, und da ist was dran, zumindest solange man nicht von einem E-Ink-Display ausgeht. Die neue Echo-Konsole wäre ja letztlich so eine Art Fire Tablet mit sehr großen externen Lautsprecher, und dazu noch verbesserten Fähigkeiten der persönlichen digitalen Assistentin Alexa.

Neue Strategie im Kampf um das Smart Home

Ursache für den überraschenden Strategiewechsel ist Bloomberg zufolge die wachsende Konkurrenz im Smart-Home-Bereich durch Google und Apple — das neue Hybrid-Konzept soll Amazon wieder eine Nasenlänge Vorsprung verschaffen. Außerdem könnte Amazon die High-End-Variante der Echo-Konsole natürlich zu einem höheren Preis anbieten, solange es kein vergleichbares Produkt auf dem Markt gibt.

(via Fortune & The Digital Reader)

TouchMe: Thalias neuer Low-Cost-Reader mit Farb-LCD & Touch-Screen

Thalia kommt ins Tablet-Fieber: die Buchhandelskette vermarktet seit kurzem einen Low-Cost-Reader namens TouchMe. Der sieben Zoller mit Farb-LCD-Touchscreen kann nicht nur E-Books im epub-Format oder PDF-Format anzeigen, sondern auch Musik und Videos abspielen. Das knapp 300 Gramm schwere Gerät kommt mit 8 Gigabyte Speicher und einer Auflösung von 800 mal 480 Pixeln. Die meisten Funktionen können direkt über das resistive Touch-Screen bedient werden. Einzige Schnittstelle zur Außenwelt ist ein Mikro-USB-Port, eine WiFi-Karte ist nicht mit dabei. Mit einem Preis von 59,99 Euro kostet der TouchMe genauso viel wie Weltbilds eBook Reader 3.0, und nicht einmal halb so viel wie Thalias eigener E-Ink-Klassiker Oyo, der zum Weihnachtsgeschäft in überarbeiteter Form in die Regale gelangte. Konzipiert wurde der TouchMe vom Schweizer Unternehmen SmartScreens, das neben E-Readern auch Android-Tablets und Web-TV-Boxen im Angebot hat.

Optisch kommt Thalias TouchMe-Reader recht schick daher, der Homescreen ist als eine Art animiertes Puppenstuben-Wohnzimmer gestaltet. Auf dem Bücherbord kann man E-Book-Cover hin- und her schieben, das Antippen des Bilderrahmens ändert den Bildschirmhintergrund (=die Tapete), das Antippen der Stehlampe reguliert die Bildschirmhelligkeit. Das aktuelle gelesene E-Book wird als Ringbuch eingeblendet. Weitere Menüfunktionen lassen sich als Icons am unteren Rand durchscrollen. Umgeblättert wird per Fingerwisch oder über die Umblättertasten am rechten Displayrand. Die Lesefunktionen beschränken sich auf 5 unterschiedliche Zoomstufen, das Anlegen von Lesezeichen und das Markieren von Textpassagen. (Einen kurzen Überblick gibt ein von SmartScreens gedrehtes Youtube-Video).

Zu den netten Kleinigkeiten im App-Repertoire des TouchMe gehören ein Kalender, ein Taschenrechner, mehrere einfache Spiele sowie eine Tonaufnahmefunktion. Von der technischen Ausstattung her ähnelt der TouchMe insgesamt stark dem Weltbild-Reader – so lassen sich etwa Bilder anzeigen und MP3s abspielen, entweder via Kopfhörer oder über die eingebauten Lautsprecher. Anders als Weltbilds per Tasten zu bedienender sieben Zoller kann der TouchMe zudem aber auch Filme abspielen. Zentrale Schwachstelle beider Geräte ist aus Leserperspektive das hintergrundbeleuchtete LCD-Display und die damit verbundene niedrige Akkuleistung – mehr als 6 bis 8 Stunden Betriebsdauer versprechen die Hersteller nicht. In der Praxis kann die Nutzungszeit aber deutlich darunter liegen, vor allem, wenn auch die Multimedia-Funktionen zum Einsatz kommen.

TouchMe (Thalia) Specs


Display

7 Zoll TFT-Display, 800×480 Pixel, resistives Touchscreen

Gewicht

297 Gramm

Schnittstellen

Mikro-USB, SD-Karteneinschub, Kopfhörerbuchse, Mikrofon

Speicher

8 GB intern, 32 Gigabyte extern

E-Book-Formate

epub (DRM), PDF (DRM)

Multimedia-Formate

MPG, WMV, AVI etc. (Video); MP3, WMA etc. (Audio), JPG, GIF etc. (Bilder)

Text-Funktionen

5 Schriftgrößen, Anmerkungen

Weitere Features

Kalender, Rechner, Spiele

Preis

59,99 Euro (Thalia)

E-Papyrus aus Korea: Samsung präsentiert E-Reader mit 5-Zoll-Display

samsung-sne-50k-e-book-read.gifDie 5-Zoll-Klasse bekommt Zuwachs: mit Samsungs neuem E-Reader SNE-50 k („Papyrus“) setzt nach Bookeen nun ein weiterer Hersteller auf kleinere Displays. Das vorerst nur für den koreanischen Markt vorgestellte Modell hat zwar keine WLAN-Karte, dafür aber ein Touch-Screen, der mit einem Stift bedient wird. Ein „Poor Man’s Kindle“ ist es wohl nicht: für den Content sorgt immerhin Koreas größte Buchhandelskette Kyobo.

Samsungs E-Reader kann dank Stift und Touch-Screen wie ein PDA benutzt werden

Samsung setzt offenbar auf Multi-Funktionalität: dank Stift und Touch-Screen lassen sich mit dem SNE-50k E-Reader Terminpläne bearbeiten und Memos schreiben. Der eingebaute 512 MB-Speicher reicht dementsprechend nicht nur für 400 E-Books, sondern auch für 8000 einseitige Notizen. An Business-Kunden richtet sich offenbar auch die Möglichkeit, über einen virtuellen Druckertreiber PowerPoint-, Word- oder PDF-Dateien in .bmp-Dateien umzuwandeln, die dann auf den E-Reader übertragen werden können. E-Books lassen sich auf Samsungs neuen Lesegerät u.a. im epub-Format lesen. Das Umblättern erinnert wiederum stark an das Leseerlebnis auf einem PDA. Denn der unter dem Codenamen „Papyrus“ entwickelte E-Reader hat keine Knöpfe — auch dafür ist der Stift da.

E-Books werden auf Samsungs neuem Lesegerät 40% günstiger sein als die Printfassung

Noch gibt es kaum Lesestoff für den E-Reader, doch das wird sich schnell ändern: Kyobo konvertiert monatlich etwa 1000 Bücher in elektronische Formate. Der Preis des E-Readers (zur Zeit etwa 270 Dollar) könnte sich auf Dauer für viele Leser lohnen: denn die E-Books sollen etwa 40% günstiger sein als die Papierversionen, teilte Samsung mit. Doch es gibt — ähnlich wie in Deutschland — offenbar auch noch viele Verlage, die eher zurückhaltend sind, ihre Bestseller auf den E-Book-Markt zu werfen.

Bis 2010 könnten in Korea jährlich etwa 2 Milliarden Dollar mit E-Books umgesetzt werden

Allzu große Erwartungen wurden durch Samsungs Vize-Präsident Lew Jae-young zwar gegenüber der Korea Times gedämpft: „Der E-Book-Markt in Korea steckt noch in den Kinderschuhen, deswegen rechnen wir nicht sofort mit Riesenprofiten. Doch immerhin gibt der E-Reader uns die Chance, einen Fuß in der Tür zu haben, wenn die Marktdynamik zunimmt.“ Doch die Dynamik könnte womöglich ziemlich schnell einsetzen: die Buchhandelskette Kyobo erwartet,dass bereits 2010 mit E-Books in Korea etwa 2 Milliarden Dollar umgesetzt werden.

E-Reader im Schul-Einsatz: Gute Idee, aber bitte mit Touch-Screen!

E-Reader-in-der-Schule_Gute Idee aber bitte kein Kindle.gifAmazon macht gute Lobby-Arbeit. Mittlerweile wird in den USA diskutiert, alle Schüler mit einem E-Reader auszurüsten. Natürlich mit mit einem Kindle-E-Reader. Das Democratic Leadership Council fordert nun, unter dem Motto „A Kindle in Every Backpack“ einen Testlauf mit rund 400.000 Schülern durchzuführen. E-Books für die Schule: eine gute Idee. Doch ist der Kindle-Reader dafür geeignet? Technisch ist das Gerät veraltet: längst gibt es Alternativen wie etwa den iRex 1000s, mit denen sich Dokumente auch bearbeiten lassen. Apropos Touch-Screen: das One-Laptop-per-Child-Projekt hat mit dem OLPC XO2 für 2010 ein Gerät mit Dual-Touchscreen angekündigt — gehört die Zukunft vieleicht der Kombination von Laptop und E-Reader?

Die nächste Generation der E-Reader erlaubt das Bearbeiten und Kommentieren von Dokumenten

E-Ink-Displays können bisher nur eins: Texte und — mit Einschränkungen — Bilder schwarz auf weiß darstellen. Die nächste Generation der E-Reader wartet mit einigen technischen Neuerungen auf: schnellerer Seitenaufbau, Farb-Displays und vor allem: Touch-Screens. Das ermöglicht eine wichtige Ergänzung: Informationen auf dem Display lassen sich damit direkt bearbeiten und kommentieren. Im Fall des iRex 1000s etwa wird dazu ein spezieller Stift eingesetzt, der auf dem Display schreiben kann. Die Technik stammt von Wacom, einem Anbieter, der sich auf Stifttabletts spezialisiert hat.

Der perfekte E-Reader für die Schule ist so etwas wie die „Schiefertafel 2.0“

In der Praxis sieht der E-Reader der Zukunft ein wenig aus wie die Schiefertafel 2.0. Der iRex-Hersteller hat dank der Stift-Tablett-Funktion bereits einige Erfolge in Nischenmärkten erzielt: so benutzen viele Piloten den E-Reader als „Electronic Flight Bag“. Sie haben also damit etwa Kartenmaterial und technische Instruktionen immer zur Hand. Nun visiert iRex mit seinen Geräten — die über 10-Zoll-Displays mit 16 Graustufen verfügen — auch den E-Newspaper- und Schulbuchmarkt an. Das einzige Manko der neuen Geräte liegt bisher auf der Software-Seite: offene Standards wie epub werden noch nicht unterstützt.

Aber mal ganz unter uns: Braucht man in der Schule nicht doch eher voll funktionsfähige Laptops?

Ein anderes Gerät hat sich in den Schulen der westlichen Welt bereits seit Jahren etabliert: das normale Laptop. Schulbücher im PDF-Format kann man natürlich so auch sehr gut lesen und gleichzeitig produktiv tätig sein. Gar nicht so unwahrscheinlich ist, dass E-Reader und Laptop in wenigen Jahren zu einem Gerät verschmelzen. Das zeigt ein Blick auf das für 2010 angekündigte OLPC XO-2 (siehe Foto), die zweite Generation des „100-Dollar-Laptops“ für Entwickklungsländer. Dabei handelt es sich nämlich um ein Dual-Touchscreen-Modell: Die beiden Screens werden in diversen Modi verwendbar sein. Horizontal ergibt sich ein normaler Laptop, der per Touchscreen-Tastatur bedient wird. Vertikal nebeneinander könnten zwei Seiten wie in einem Buch dargestellt werden, und flach aufgeklappt dient das Dual-Touch-Display als großes Tablet, z.B. um Landkarten darzustellen. Das neue Gerät soll übrigens nur 75 Dollar kosten: Wäre doch auch für die „Erste Welt“ was…