Oasis, Epos, Saga & Co.: E-Reading-Roundup zur Frankfurter Buchmesse

buchmesse-ereading-roundupPünktlich zur Buchmesse erscheinen nicht nur Bücher, sondern auch neue E-Reader & E-Book-Abos. In diesem Oktober legen die großen Anbieter sich mächtig ins Zeug: Amazon Deutschland bringt mit der zweiten Generation des Kindle Oasis eine überarbeitete Version des High-End-Lesegerätes an den Start, wasserdicht, mit hochauflösenden 7-Zoll-Display (300ppi) und Audio-Features (Bluetooth-Schnittstelle für Kopfhörer/Boxen, Audible-Anbindung). Das nur 194 Gramm leichte Gerät hat eine Rückseite aus Aluminium und kann dank Schnelllade-Funktion in zwei Stunden aufgeladen werden. Sofern E-Book- und Hörbuchversion eines Titels bereitstehen, kann man nahtlos von der Lektüre zur Audioversion wechseln. Das neue Gerät wird in zwei Versionen angeboten: mit 8 GB Speicher kostet es 230 Euro, mit 32 GB Speicher zahlt man 260 Euro bzw. 320 Euro (WLAN/3G).

Tolino Epos trifft Tolino Select

Die Tolino-Allianz schafft ebenfalls mehr Platz auf dem Display: mit dem Tolino Epos dürfen die deutschen Buchhändler nun mit einen fast acht Zoll (7,8 Zoll) großen E-Reader auftrumpfen, die Auflösung beträgt 1872×1404 Pixel (entspricht 300ppi). Das 260 Gramm leichte Gerät hat 6 GB Speicher und kommt mit SmartLight-Feature, d.h. die „Farbtemperatur“ wird dank warmweißen und kaltweißen LEDs automatisch je nach Tages- oder Nachtzeit angepasst. Wie zuvor der Tolino Vision 4 HD ist auch das neueste Modell der Tolino-Allianz dank Nanoversiegelung wasserdicht. Für nie versiegenden Lesestoff sorgt nicht nur die Möglichkeit, via Onleihe ausgeliehene E-Books auf dem Epos zu lesen — zeitgleich zur Reader-Premiere ist auch das neue E-Book-Abo „Tolino Select“ gestartet. Monat für Monat stellen die Tolino-Kuratoren vierzig Titel zur Auswahl, von denen man bis zu vier ausleihen kann.

Legimi bringt E-Book-Abo auf Pocketbook Lux

Ein Reader-Angebot komplett mit E-Book-Abo (bzw. umgekehrt) macht derzeit Pocketbook in Kooperation mit dem polnischen Unternehmen Legimi: wer für monatlich 17,99 Euro ein Zwei-Jahres-Abo für die E-Book- & Hörbuch-Flatrate abschließt, erhält den PocketBook Touch Lux 3 mit vorinstallierter Legimi-App „kostenlos“ dazu. Sind Titel sowohl als E-Book wie als Hörbuch verfügbar, kann man nahtlos hin- und herwechseln. Auch nicht schlecht: Für einen Euro mehr, also 18,99 Euro pro Monat erhält man statt Touch Lux 3 den „offenen“ Android-Reader InkBook Prime.

Bookchoice lindert die Qual der Wahl

Unlimitierter Zugang zu Millionen Büchern (im Fall von Legimi: zehntausenden) wollen E-Book-Abos in der Regel bieten, überfordern damit viele Leser, Stichwort: Paradox of Choice. Nicht nur die Tolino Allianz setzt deswegen auf Limitierung und Kuratierung. Die niederländische Plattform Bookchoice stellt ihren Kunden monatlich werden den Kunden acht ausgewählte E-Books und Hörbücher zur Auswahl. Seit Oktober ist Bookchoice nun auch für deutsche Leser nutzbar.

Aus Nolim wird Saga: Lesen wie in Frankreich

Last not least: Nur sechs Zoll, dafür aber ausgefeiltes Design mit integriertem Cover bietet der neue Bookeen Saga, die Deutschland-Version des in Frankreich populären „Nolim“-Readers. Technisch mag der 6-Zoller nichts neues bieten, dafür soll ihn die äußere Form „buchähnlicher“ machen und durch die neue Haptik & Optik neue Leser für das E-Reading begeistern.

Kartellamt: Amazon ist „Marktführer bei E-Books“ – Rakuten/Kobo darf Tolino schlucken

tolino-schwimmt-sich-freiDarf der japanische Konzern Rakuten bzw. dessen Tochter Kobo die Tolino-Plattform schlucken? Das Bundekartellamt hatte einen Monat Zeit, diese für den deutschen E-Buchhandel nicht unwichtige Übernahme zu prüfen — und gab nun offiziell grünes Licht. Die geplante Fusion war erst zum Jahresende 2016 publik geworden, und steht im Zusammenhang mit dem Ausstieg des bisherigen Technik-Partners Telekom aus der Tolino-Allianz.

„Keine wettbewerblichen Probleme“

Die erwartbare Begründung der deutschen Kartellwächter: eine marktbeherrschende Stellung erreicht Kobo/Tolino auf diese Weise nicht. In den Worten von Kartellamt-Präsident Andreas Mundt klingt das so: „Die Plattform tolino hat im E-Book Markt in Deutschland neben dem Marktführer Amazon eine wichtige Marktposition. Der Erwerb durch Rakuten bringt aber keine wettbewerblichen Probleme mit sich.“

Der global agierende Online-Händler aus Japan sei zwar international gesehen ein wichtiger Player, Rakuten/Kobo dürfe hierzulande aber als ein „eher kleiner Wettbewerber“ gelten. Außerdem gehe es ja bei der Übernahme vor allem um die technische Ebene und den Vertrieb von Lesegeräten, weniger um den elektronischen Buchhandel selbst, der via Tolino-Plattform in Verantwortung der einzelnen Tolino-Partner passiert.

„Marktanteil von Tolino nur bei 30 – 40 Prozent“

Soweit, so unspektakulär. Interessant ist dann aber doch die Details der Marktanalyse, mit der die Entscheidung begründet wird – dort wird nämlich Amazon als uangefochtener Marktführer bezeichnet. „Für den Vertrieb von E-Books ist Amazon mit dem Kindle-Shop Marktführer und verkauft nahezu die Hälfte aller E-Books in Deutschland“, stellt das Kartellamt fest. Der Marktanteil der über Tolino abgewickelten Käufe liege dagegen bei ca. 30 bis 40 Prozent.

Mit anderen Worten: Selbst wenn aus Tolino jetzt Kobotolino wird, findet kein Kopf-an-Kopf-Rennen statt, sondern höchstens eine leicht verschärfte Aufholjagd zwischen Nummer Eins und Nummer Zwei auf dem deutschen Markt.

(via Buchreport)

[Anzeige] tolino #GoodNightStories – Lasst uns wieder träumen…

tolino-good-night-stories„Kann denn niemand die Zeit einfrieren?“, fragt müde Ritter Retro. Recht hat er. Denn die digitalisierte Welt hat uns tag und nacht fest im Griff. Sie hat Tausende von Klingeltönen und hört nicht auf zu vibrieren. Ständig sind wir erreichbar, checken permanent unsere Nachrichten, verlieren uns in unseren Mails. Doch das war nicht immer so, vor gar nicht allzu langer Zeit sah die Einschlafphase ganz anders aus… Wie, schon vergessen!?

Mit dem Finger auf der Seite einschlafen…

Die tolino #GoodNightStories laden dazu ein, dem digitalen Stress „Gute Nacht“ zu sagen. Die unter dem Hashtag-Motto verbreiteten Videos machen nicht nur Lust auf Lesen mit Buch oder E-Reader, in ihnen werden Gute-Nacht-Geschichten von prominenten Story-Tellern erzählt. Slam-Poet & Kreativ-Trainer Patrick Salmen etwa führt uns im neuesten Clip zurück in die Zeit, als wir noch beim Lesen im Bett eingeschlafen sind und mit dem Finger auf der letzen Seite wieder aufwachten.

Mal wieder Zeit für’s (Vor-)Lesen nehmen

Ein schönes Plädoyer für die Macht des Erzählens: Geschichten regen unsere Phantasie an, sie lenken die Gedanken des Alltags in eine andere Richtung. Vor allem Gute-Nacht-Geschichten haben eine beruhigende Wirkung. Vermisst ihr auch die Gute-Nacht-Geschichten von früher, zu denen man immer wunderbar einschlafen konntet? Die #GoodNightStories motivieren auch, sich mal wieder bewusst Zeit für das Lesen zu nehmen, sich in Geschichten zu verlieren, oder, noch besser: jemandem eine Gute-Nacht-Geschichte vorzulesen. Viel Spaß beim Träumen….

Tipp: Good-Night-Box gewinnen

Ab dem 25. März startet das tolino Good-Night-Box Gewinnspiel mit vielen tollen Preisen. Was war früher eure Lieblings-Gute-Nachtgeschichte? Erzählt eure Lieblings-Gute-Nachtgeschichte, egal ob als Text, Bild oder Video. Postet die Geschichte unter dem Hashtag #GoodNightStories und schon nehmt ihr an einem tollen Gewinnspiel teil. Unter allen Teilnehmern verlost tolino 40 Good-Night-Boxen. Das Gewinnspiel beginnt am 25. März und endet am 08. Mai 2016.
Und diese Preise gibt es zu gewinnen:

  • Platz 1: tolino vision 3 HD inkl. Schutzhülle, ein Städtetrip von mydays und tolino Schlafmaske
  • Plätze 2-30: tolino vision 3 HD inkl. Schutzhülle und tolino Schlafmaske
  • Plätze 31-40: Buchpaket und tolino Schlafmaske

(Weitere Infos findet ihr auf http://mytolino.de/goodnightstories)

Schreibwettbewerb für Jugendbuch & All-Age: Tolino & Loewe Verlag suchen Gewinnerbuch

schreibwettbewerb-tolino-loewe-jugendbuch-all-ageGemeinsam mit dem Loewe Verlag startete tolino media Selfpublishing im Dezember 2015 einen Schreibwettbewerb im Genre Jugendbuch bzw. All-Age Roman. Das Gewinnerbuch wird im Frühjahr 2017 als Printausgabe des Loewe Verlags erscheinen und  als eBook von tolino media über die Buchhandelspartner der tolino Allianz verkauft werden. Bis 31. März 2016 können Autoren ihre Geschichte hier einreichen: http://www.tolino-media-services.de/blog/teilnahme-wettbewerb/

„Selfpublishing-Image aufbessern“

Wie schon bei der im Herbst erschienen Printreihe setzt tolino media bei Vertrieb und Marketing auf die Reichweite der Buchhändler und die Bekanntheit der Marke tolino. Jördis B. Schulz, Director tolino Publishing, steckt die Ziele fest: „Wir bieten damit unseren Autoren bessere Möglichkeiten, ihre Leser zu erreichen und starke Partner in der Buchbranche zu finden. Gleichzeitig stärken und verbessern wir das Image des Selfpublishing im Buchmarkt.“

Auch Buch-Blogger in der Jury

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Auch die Jury spiegelt die vielfältigen Perspektiven der Buchbranche wider und setzt sich aus Vertretern des Loewe Verlags, von tolino media, Buchhändlern und Buchbloggern zusammen. Auf Verlagsseite entscheiden Christoph Gondrom, stellvertretender Geschäftsführer, die Programmleiterin Sabine Hildebrandt und Autorin Mechthild Gläser. Lena Groesdonk von „mybookblog“ und das Duo Stefanie und Kay Hasse von „his & her books“ vertreten die Bloggerszene.

Hinweis: Dieser Artikel ist Teil einer Serie, die im Vorfeld des Self Publishing Day 2016 erscheint. Der diesjährige SPDay findet am 9.April 2016 in München statt.

Der Leser als Reader: „tolino books“ bringt ausgewählte Self-Publishing-Titel gedruckt in Buchhandlungen

tolino-books-startetAusgewählte Titel von Indie-Autoren auch gedruckt in die Buchhandlung bringen – das versprach Tolino Media schon beim Start der Selfpublishing-Plattform im Frühjahr. Seitdem ist einiges passiert: das Tolino-Team hat 30 bereits als E-Book veröffentlichte Texte in eine Longlist aufgenommen, aus der Buchhändler von Thalia, Hugendubel, Weltbild sowie Sortimenter und Einkäufer eine Shortlist von zehn Selfpublishing-Romanen erstellten, darunter „Kalter Zwilling“ (Catherine Shepherd), „Der 1. Mann“ (Nika Lubitsch) und „Tödliche Saat“ (Elke Bergsma).

„Self-Publishing mit hoher Qualität“

Diese Tolino-Top 10 kommt nun ab Mitte November als Sonderpräsentation unter dem Label tolino books in den Buchhandel vor Ort. „Wir gehen damit einen neuen Weg, weil wir überzeugt sind, dass im Selfpublishing Bücher mit hoher Qualität entstehen“, so Jördis Schulz, Director tolino Publishing bei tolino media. Man glaube daran, dass diese Titel „eine interessierte Leserschaft auch im stationären Handel erreichen können“.

tolino media übernimmt Lektorat & Cover-Design

Ganz dem Zufall überlassen möchte man die Sache aber wohl nicht – ähnlich wie bei vergleichbaren Programmen von Amazon wurde noch einmal ein Menge Arbeit in Layout von Cover und Text gesteckt: man habe „mit Lektoren und Grafikern zusammengearbeitet“, um Printversionen zu erstellen, die sowohl Buchhändler wie auch Kunden überzeugen würden.

Regelmäßige Reihe, produziert von einem Verlag

In Zukunft solle aus dem Pilotprojekt eine regelmäßige Reihe werden: „Es braucht nur eine entsprechende Organisation. Daher würden wir das Projekt gerne mit einem Verlag weiterführen“, so Schulz weiter. Die zehn Auftakt-Titel der tolino Books kann man schon auf der Frankfurter Buchmesse in die Hand nehmen – am tolino media-Stand (Halle 3.0, J35) werden am 17.10. auch viele der Autoren präsent sein.

Die ersten zehn tolino Books:

  1. Kalter Zwilling (Catherine Shepherd)
  2. Der 1. Mann (Nika Lubitsch)
  3. Tödliche Saat (Elke Bergsma)
  4. Sylter Wolken (Sarah Mundt)
  5. Hot Dogs zum Frühstück (Elke Becker)
  6. Snow Angel (Izabelle Jardin)
  7. I‘m dreaming of You (Claire O´Donoghue)
  8. Flammenherz (Petra Röder)
  9. Sturmfänger (Jasmin Romana Welsch)
  10. Die Rückkehr des Sandmanns (Markus Ridder)

Große Buchmarkt-Rochade: Hugendubel übernimmt eBook.de

eBook-de-jetzt-hugendubelGroße Rochade auf dem deutschen Buchmarkt: zum 1. Juli übernimmt Hugendubel die Mehrheit an Libris Buchhandelsportal eBook.de, das zu den Pionieren im deutschen E-Book-Handel gehört. In Zukunft hat eBook.de also Familienanschluss: Seit der Aufspaltung des Weltbild-Konzerns ist Hugendubel wieder als eigenständiges Familienunternehmen unterwegs, und gilt als größte inhabergeführte Buchhandlung in Deutschland. Der Digitalanteil am Umsatz lag bei Hugendubel schon bisher bei über 30 Prozent – mit der Technologie und Man-Power von eBook.de dürfte sich das wohl noch deutlich steigern lassen.

eBook.de-Team bleibt in Hamburg

Hugendubel behält vorerst das vollständige eBook.de-Team, das am bisherigen norddeutschen Standort die Arbeit fortsetzt. „Mit mehr als 15 Jahren Erfahrung gehören die Hamburger zu den ersten und führenden eBook-Unternehmen in Deutschland und können uns somit perfekt ergänzen“, sagt Dr. Maximilian Hugendubel, geschäftsführender Gesellschafter von Hugendubel. Mehr „Multichannel“ heißt für Hugendubel natürlich auch: mehr Rückbau im stationären Bereich – viele der größeren Filialen mussten in letzter Zeit bereits geschlossen werden.

Libri wieder neutraler b2b-Partner

Für Libri ist der Abschied von eBook.de die Chance, sich wieder als stärker als neutraler Dienstleister für den unabhängigen Buchhandel aufzustellen. Denn dass der „Zwischenhändler“ im Internet auch auf eigene Rechnung Bücher und E-Books an den Endkunden verkauft und somit zugleich Konkurrent auftrat, war für die Buchhändler ein ständiges Ärgernis. Daran konnte auch der Relaunch der ursprünglich als „libri.de“ angetretenen Plattform nichts ändern. Doch jetzt ist die Scharte ausgewetzt: „Der bisherige eBook.de-Eigentümer Libri wird sich ausschließlich auf die Rolle des Technologie- und Logistikpartners konzentrieren“, heißt es in der aktuellen Pressemitteilung von Hugendubel.

Tolinos neue Plattform für Selfpublisher nutzen – ein erster Eindruck

tolino-self-publishing-frontendDas für Selfpublisher wohl bedeutendste Ereignis der Woche oder sogar des Jahres ist die neue Selfpublishing-Plattform der Tolino-Allianz, zu finden unter www.tolino-media.de. Auf den ersten Blick macht die Plattform einen guten Eindruck, alles wirkt aufgeräumt und benutzerfreundlich, einige gute Ideen sind eingebaut. Will man ein neues E-Book hochladen, werden einem zwei Felder angeboten, in die man die Dateien nur hineinziehen muss. Eine ist für den Inhalt, als Formate sind Worddokumente und epub erlaubt, das andere Feld ist für das Cover im jpg-Format (unbedingt Mindestgröße beachten).

Upload mit Hindernissen

Mein erster Uploadversuch schlägt fehl, der zweite und dritte auch. Angeblich wird mein Format nicht erkannt. Da ich weiß, dass es bei Kollegen funktioniert, wechsle ich den Browser. Was bei Chrome nicht klappte, geht dann beim Internetexplorer mit der gleichen Datei problemlos. Allerdings nicht mit allen. Ein E-Book wird von der Plattform partout nicht akzeptiert, wobei es genauso entstanden ist wie die anderen Bücher: erstellt mit Jutoh, geprüft mit EpubCheck und für fehlerfrei befunden, und abschließend noch mit Calibre getestet. Als Meldung von Tolino bekomme ich, ich solle doch bitte ein valides epub hochladen. Mmh. Ich kann das Problem nur an den Support weiterreichen.

„Polizeiarbeit“ statt „Krimi“?

Auf der nächsten Seite werde ich bei den funktionierenden E-Books durch zahlreiche Felder geführt, die es auszufüllen gilt. Autor, Titel, Seitenzahl sind normale Angaben, die einfach nötig sind. Witzig ist, dass das sehr beliebte Genre Krimi mit Mystery zusammengefasst ist und man auch bei der späteren Auswahl nicht einfach Krimi ankreuzen kann. Ich wähle „Polizeiarbeit“, denn die anderen gefallen mir noch weniger. Ob die Leser nach diesen Genres suchen?

Autorenvita & Impressum automatisch erstellt

Schwierig bis problematisch sind auf dieser Seite die Felder zur Autorenvita und zum Impressum, denn sie sind Pflicht. Und sie werden im E-Book erscheinen. Der Gedanke dahinter mag sein, dass diese Angaben in einem guten E-Book nicht fehlen dürfen. Das wissen erfahrene Selfpublisher aber schon länger und haben diese Angaben in ihren E-Books bereits. Da man diese Felder aber ausfüllen muss und sie dann von der Tolino-Software ins E-Book eingearbeitet werden, werden sie dann dort doppelt sein. Sollte man seine eigenen vorher rausnehmen? Das ist erstens viel Arbeit und wirft ein bestehendes Inhaltsverzeichnis durcheinander, und zweitens kann ich in den Pflichtfeldern die Angaben kaum so machen, wie ich sie möglicherweise im Einzelfall brauche oder gerne hätte.

Was wird Tolino aus dem E-Book machen?

Das führt unmittelbar zum schwierigsten Problem: Wie wird das E-Book aussehen? Nachdem man alle Felder ausgefüllt hat, was ziemlich einfach geht, muss man noch einen Preis angeben und erhält eine Zusammenfassung seiner Angaben. Sind alle Dateien vorhanden und die Pflichtfelder ausgefüllt, darf man auf „Veröffentlichen“ klicken. Ab jetzt übernimmt Tolino. Nur, was macht Tolino daraus? Was werden die Leser sehen? Trotz intensiver Suche finde ich keine Möglichkeit, mein E-Book vor der Veröffentlichung testweise herunterzuladen und zu prüfen. Jeder, der bereits E-Books erstellt hat, weiß, wie wichtig das ist. Keine Software arbeitet perfekt, aber ein guter Selfpublisher möchte seinen Lesern Qualität abliefern.

Qualitätssicherung als Problem

Dieses Problem ist umso drängender, weil Tolino mein vorher von mir abgeliefertes epub verändert. Es werden Seiten hinzugefügt, aber an welche Stellen? Passt das da und wie sieht das dann aus? Zur Katastrophe kann die Angelegenheit werden, wenn man kein epub sondern eine Word-Datei hochgeladen hat. Für gewöhnlich ist eine Word-Datei so von sichtbaren und unsichtbaren Steuerzeichen durchsetzt, dass eine Konvertierung im ersten Wurf nicht gelingt. Und das dann blind zu wagen, ohne das Ergebnis kontrollieren und verbessern zu können, ist abenteuerlich. Vom Hochladen einer Word-Datei kann ich nur abraten. Auf dem Endprodukt, das der Leser dann vor Augen hat, steht nämlich der Name des Autors und nicht „Made bei Tolino“. Und kein Autor möchte wohl, dass die Leser schon beim äußeren Erscheinungsbild denken „Der kann das nicht.“

Hat man es gewagt, auf „Veröffentlichen“ zu klicken, kann man anhand der Statusmeldungen sehr schön verfolgen, wie weit der Veröffentlichungsprozess gediehen ist. Wenn sich das E-Book verkauft, kann man das in Statistiken nachvollziehen genauso wie das verdiente Honorar. Über die Qualität der Statistiken lässt sich von meiner Seite aus nichts sagen, denn so weit ist es noch nicht. Bis ein E-Book im Shop ist, dauert es ein paar Tage. Aber wenn das Honorar hoch genug ist, wird man da sicher über das eine oder andere hinwegsehen ☺

Fazit: Konzeptionelle Entscheidungen gefordert

Fazit: Die technischen Probleme beim Upload sind Kinderkrankheiten und werden demnächst behoben sein. Die konzeptionellen Probleme bei den Pflichtfeldern erfordern eine Entscheidung, was Tolino will. Will man die Selfpublisher zu ihrem Glück der vollständigen Angaben zwingen oder lässt man ihnen die Freiheit, alle notwendigen Angaben selbst einzubauen. Ich bin für das Letztere, denn gute Selfpublisher sind Profis, denen man nichts mehr zum Impressum sagen muss. Allen, die es noch nicht wissen, könnte man einen einfachen Leitfaden zum Erstellen eines guten E-Books zur Verfügung stellen. Ein absolutes Muss für eine Plattform mit Qualitätsanspruch ist eine herunterladbare Testversion des jeweiligen E-Books. Hier darf Tolino nicht hinter anderen Shops zurückstehen, denn spätestens, wenn die ersten Reaktionen kommen, weil die E-Books nicht so aussehen wie erwartet, kann schnell eine negative Stimmung hochkochen. Das wäre schade, denn eigentlich ist die neue Plattform sehr zu begrüßen, sowohl für die Autoren als auch die Leser. Schon jetzt sind gute Ideen erkennbar und wenn die Probleme behoben sind, kann die neue Tolinoplattform für Selfpublisher eine Menge in der Buchwelt bewegen und für Leser neue Welten öffnen. Dazu demnächst mehr.

Hamster mit Schluckauf: Tolinos Self-Publishing-Plattform ist online

tolino-self-publishing„Blut der Bäume“, „Engelslust“, „Der Hamster hat Schluckauf“: seit heute sind auf tolino-media.de die ersten Indie-Titel online – und über die E-Stores von Thalia, Weltbild, eBook.de sowie viele Partner-Shops lieferbar. Die neue Self-Publishing-Plattform der Tolino-Allianz erlaubt Selbstverlegern das einfache Hochladen, Bearbeiten und Veröffentlichen von E-Books im epub-Format, die Technologie im Hintergrund liefert neobooks (Droemer/Knaur). Der Manuskript-Upload funktioniert mit Word-Dokumenten wie auch epub-Dateien, die Cover müssen als jpeg formatiert sein.

Ernsthafte Konkurrenz für KDP?

Zu den Tolino-PublisherInnen der ersten Stunde gehören prominente AutorInnen wie Elke Bergsma, Bela Bolten, Daniela Felbermayr oder Nika Lubitsch (E-Book-News-Lesern als Gäste der Indie-Lounge bekannt). Mit dem Start der neuen Self-Publishing-Plattform der Tolino-Allianz bekommt Amazons Kindle Direct Publishing (KDP) erstmals ernsthafte Konkurrenz aus Deutschland, in punkto Marktanteil bei E-Books liefern sich Tolino-Allianz und der Kindle Store schon jetzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Bisher war Distributor notwendig

Bisher waren Self-Publishing-AutorInnen jedoch auf einen Distributor angewiesen, um via Tolino zu publizieren, manche beschränkten sich von vornherein auf KDP. Das hat sich nun geändert: „Mit der großen Reichweite des tolino Ökosystems und attraktiven Konditionen – die Autoren erhalten 70% vom Nettoverkaufspreis – sind wir ein interessanter Partner für alle, die ihre digitalen Bücher selbst veröffentlichen möchten“, so Thomas Forstpointner, Director tolino Publishing.

Buchhandel als Option für erfolgreiche Autoren

Ein besonderer Vorteil gegenüber Amazons KDP sei zudem die Zusammenarbeit mit neobooks, so Forstpointner weiter: „Besonders erfolgreichen Autoren bieten wir die Chance, ihre Titel in den Buchhandel zu bringen“. Mit der zusätzlichen Chance auf einen Verlagsvertrag schlägt die von Droemer Knaur gelaunchte Self-Publishing-Plattform neobooks bereits seit 2010 die Brücke zwischen traditionellem Verlagsgeschäft und Indie-Publishing.

Nimm das, KDP: Tolino Allianz startet eigenes Self-Publishing-Portal

tolino-self-publishingIt’s Self-Publishing, stupid! Die Gran Tolino-Koalition zeigt sich lernfähig: sieben Jahre nach dem Start von Amazons „Kindle Direct Publishing“ will nun auch die E-Reading-Allianz von Thalia, Weltbild, Libri & Co. ein eigenes Portal für selbst verlegte elektronische Bücher starten. Indie-Autoren können ab April 2015 dort ihre E-Books direkt hochladen, entweder im epub- oder im Word-Format, und in einem Online-Editor bearbeiten, als Tantieme winken 70 Prozent der Nettoerlöse. Das berichtete heute Matthias Matting auf seinem Blog selfpublisher-bibel. Offiziell vorgestellt wird das neue Modell auf der Leipziger Buchmesse.

Indies bei Tolino-Allianz bisher kaum präsent

Prinzipiell ändert sich für Self-Publisher selbst gar nicht viel – denn schon bisher wurde die Tolino-Plattform durch Distributoren mit Indie-Titeln versorgt, die bei unabhängigen Self-Publishing-Portalen hochgeladen wurden. Für die Branche insgesamt ergibt sich durchaus eine neue Lage: denn schon bisher lieferten sich Amazon und die Tolino Allianz ein Kopf-an-Kop-Rennen um Marktanteile. Preiswert angebotene Indie-Titel spielten jedoch in den Shops von Thalia, Weltbild & Co. kaum eine Rolle, wie ein Blick auf die Bestseller-Rankings zeigt. Das könnte in Zukunft anders werden – und die strategische Position der deutschen Buchhändler stärken.

Print-Option soll stationären Buchhandel einbinden

Das neue Tolino-Portal soll laut selfpublisher-bibel technisch auf bereits existierenden Ansätzen beruhen (epubli?, Neobooks?), wie ein Blick auf eine online ausgeschriebene Stellenanzeige (Projektleiter Self-Publishing tolino Media) verrät, ist neben Social-Media-Aktivitäten auch der Aufbau einer eigenen Autoren-Community geplant. Ähnlich wie bei manchen Selfpublishing-Verlagsportalen ist auch eine Print-Option vorgesehen: besonders erfolgreiche Indie-Autoren erhalten die Chance, ihr Buch in Papierform in eine von 1.500 Partnerbuchhandlungen zu bringen.

Tolino schwimmt sich frei: Pakt mit Libri wasserdicht, neuer Reader dito

Die Tolino-Allianz bekommt Zuwachs: ab sofort ist auch das Online-Portal eBook.de mit an Bord, vormals unter dem Namen Libri.de bekannt. Für den unabhängigen Buchhandel eine gute Nachricht – denn dahinter steckt bekanntlich der gleichnamige Barsortimenter Libri. Die neuen Tolino-Tabs wie auch die wasserdichte Variante des Tolino-Vision-Readers werden somit über die von Libri bestückten White-Label-Shops kleinerer Buchhandlungen wie auch vor Ort selbst in den Handel gelangen.

„In den nächsten Jahren wird der eBook-Markt weiterhin stetig wachsen und in Deutschland, insbesondere im Bereich Belletristik, einen Anteil von über 15 Prozent am Konsumentenbuchmarkt ausmachen“, prognostiziert Per Dalheimer, Geschäftsführer der eBook.de NET GmbH. Diesen Wachstumsmarkt wolle man auch weiter maßgeblich mitgestalten. Der Marktanteil von eBook.de liegt bisher im niedrigen einstelligen Bereich – das Tolino-Label dürfte nun für neue Aufmerksamkeit sorgen.

Gerade rechtzeitig. Die Tolino-Allianz hatte zuletzt mit herben Rückschlägen zu kämpfen: der E-Store der Telekom (PagePlace) wurde nach knapp 12 Monaten wieder abgeschaltet, Bertelsmann gab das nahende Ende des Buchclubs bekannt. Nicht zuletzt hatte es im Vorfeld der FBM13 schon mal den Versuch gegeben, über einen Deal mit der Börsenvereins-Tochter MVB der Tolino-Modellpalette den Weg ins stationäre Geschäft zu bahnen. Der Versuch war jedoch krachend gescheitert, u.a. am Geld, denn das Tolino-Projekt verschlingt erhebliche Entwicklungskosten.

Damals hieß es, für das Entréebillet hätten die Indies eine sechsstellige Summe aufbringen müssen. Stattdessen lautete die Devise dann erstmal: Nolino statt Tolino. Regionale Ketten wie Osiander oder die Mayersche setzten faute de mieux auf Geräte von Drittherstellern, insbesondere von Pocketbook. Libri dagegen hatte schon seit 2009 mit Sony kooperiert – doch die Japaner möchten aus dem Reader-Geschäft aussteigen. Somit musste ohnehin Ersatz her. Unter den Barsortimentern in Deutschland ist Libri nach KNV die Nummer Zwei — und hatte offenbar anders als die MVB genügend Mittel flüssig, um die Einlasskontrolle zum Tolinoversum zu passieren.