Kindle Touch im Test: Verdammt nah dran am echten Tablet

Im Krieg gegen die Knöpfe zieht Amazon mit der Konkurrenz gleich – das neue Kindle Touch lässt sich (fast) ausschließlich per Fingertipp auf dem Display bedienen. Übrig geblieben sind nur noch ein Home-Button und der Einschaltknopf. Die WLAN-Version des Touch-Screen-Readers mit kontraststarken Pearl-E-Ink gibt’s ab sofort für 129 Euro, für die 3G-Version muss man noch mal sechzig Euro drauflegen. Neben der Bedienung per Fingerwisch glänzt das neue Kindle Touch mit einer Akku-Laufzeit von zwei Monaten, Speicherplatz für 3000 E-Books und über 75.000 lieferbaren deutschen Titel. Im deutschsprachigen Kindle-Store lassen sich ausführliche Leseproben herunterladen. Externe Lautsprecher, Kopfhörerbuchse und integrierter MP3-Player machen das Kindle Touch auch zum Hörbuch-Player. Englischsprachige E-Books kann man sich dank „Text-to-Speech“-Funktion sogar vorlesen lassen. Wer auf maximalen Komfort zum günstigen Preis setzt, liegt mit dem neuen Kindle Touch goldrichtig. Unser Testurteil: Sehr gut („Five thumbs up“). Alles weitere verrät der Testbericht von E-Book-News…

Weniger Tasten, mehr Gewicht

Auf den ersten Blick unterscheidet sich das neue Kindle Touch kaum vom Basismodell der vierten Kindle-Generation, das bereits seit 2011 in Deutschland erhältlich ist (siehe unseren Testbericht). Weggefallen sind allerdings die Umblättertasten am linken und rechten Gehäuserand, ebenso die Funktionstasten neben dem Home-Button. Nimmt man das Gerät in die Hand, fällt sofort ein weiterer Unterschied auf: das Kindle Touch bringt spürbar mehr Gewicht auf die Waage (genauer gesagt je nach Version dreißig bis vierzig Gramm), die Dicke des Gerätes hat ebenfalls merklich zugenommen. Das Display liegt zudem etwas tiefer eingebettet im Gehäuse, damit auch die Infrarot-Sensoren für das Touch-Screen Platz finden. Dreht man das Kindle Touch auf die Rückseite, bemerkt man ein weiteres Feature – nämlich zwei externe Lautsprecher. An der Unterkante findet man zudem den Mikro-USB-Port, den Einschaltknopf sowie die Kopfhörerbuchse.

Easy-Reach-Technik: Lektüre per Fingertipp

Wer vom klassischen Tasten-Kindle auf das Kindle Touch umsteigt, muss sich zunächst etwas umgewöhnen. Auf dem Homescreen gibt es eine neue Kopfleiste mit Back-Button, Direkt-Link zum Kindle-Store, Such-Maske sowie Menübutton. Über den Menü-Button lassen sich alle wichtigen Einstellungen erreichen, etwa die Amazon Account-Daten, Zugangsdaten für das drahtlose Netzwerk sowie Privacy-Optionen. Will man auf dem Homescreen durch die persönliche Bibliothek navigieren, blättert man per Fingerwisch weiter, entweder von links nach rechts oder von oben nach unten. Öffnet man ein E-Book, ändert sich die Bedienung: der Bildschirm ist in verschiedene „aktive“ Bereiche aufgeteilt (Amazon nennt das die „Easy-Reach“-Technik). Tippt man auf den Seitenkopf, werden verschiedene Menüschaltflächen eingeblendet. Die rechten drei Viertel des unteren Seitenbereichs sind für das Vorwärtsblättern reserviert, ein schmaler Streifen am linken Seitenrand für das Zurückblättern. Per Fingerwisch von oben nach unten springt man zum nächsten Kapitel vor, ein Fingerwisch von unten nach oben blättert zurück zum vorherigen Kapitel.

Vom Zweifinger-Zoom bis zu X-Ray

Wie gewohnt lässt sich auch auf dem Kindle Touch die Leseansicht komfortabel auf die eigenen Bedürfnisse zuschneiden. Neben acht Zoomstufen stehen drei Schriftarten sowie drei verschiedene Zeilenabstände bzw. Zeilenbreiten zur Verfügung. Der Schriftgrößen-Zoom lässt sich am einfachsten mit einer Zweifinger-Geste direkt auf der jeweiligen Seite einstellen, wie man es vom Smartphone oder Tablet her gewohnt ist. Da es keinen analogen Button mehr für die Leseansicht gibt, muss man für die übrigen Textfunktionen zunächst mit einem Fingertipp das Menü einblenden, um dann links unten die Schaltfläche „Aa“ zu aktivieren. Direkt daneben findet man die Schaltfläche „Gehe zu“, mit der sich einzelne Kapitel direkt ansteuern lassen. Bei manchen Titeln wird zudem die Funktion „X-Ray“ angeboten. Das X-Ray-Menü bietet eine grafische Darstellung der Häufigkeit bestimmter Namen und Begriffe, und führt per Fingertipp zu einer kompletten Liste der jeweiligen Fundstellen im Text. Wer sich an „Ghosting-Effekten“ auf dem Display stört, kann übrigens unter Einstellungen/Seite aktualisieren den Screen-Refresh bei jedem Umblättern aktualisieren.

Social-Reading-Funktionen

Besonders bequem funktionieren auf dem Kindle Touch die erweiterten Textfunktionen wie etwa das Markieren von Passagen. Hat man mit dem Finger einen Abschnitt markiert, wird eine Menüauswahl eingeblendet – wahlweise kann man den Text über soziale Netzwerke weiterempfehlen, mit der virtuellen Tastatur eine Notiz hinzufügen oder den Text übersetzen lassen. Inwieweit der Kindle Reader Twitter, Facebook und Co. einbindet, kann man im Konfigurationsmenü unter „Leseoptionen“ einstellen. Zu den Social-Reading-Features gehört neben den „beliebten Markierungen“, also der Anzeige besonders häufig von Kindle-Nutzern markierter Textstellen auch das Hervorheben von Textstellen bzw. das Anzeigen von Notizen derjenigen Kindle-Anwender, denen man auf kindle.amazon.com folgt. Wer möchte, kann zudem sämtliche Anmerkungen, die zuletzt gelesene Seite wie auch thematische E-Book-Sammlungen auf dem Amazon-Server sichern.

Kindle Touch als Hörbuch-Player

Während die Basis-Version des Kindle 4 völlig ohne Sound-Funktionen daherkommt, steht beim Kindle Touch die volle Bandbreite zur Verfügung. Zunächst mal ist das neue Kindle ein Hörbuchplayer, sowohl über die externen Lautsprecher wie auch über Kopfhörer. Bei Audible heruntergeladene Hörbücher lassen sich Audiobooks in einer speziellen Menüansicht sogar kapitelweise abspielen. Die Lautstärke muss man mangels externer Buttons allerdings immer auf dem Touchscreen regeln. Lädt man Musikfiles im MP3-Format via USB-Verbindung zum Desktop-PC in den Kindle-Ordner „Music“, kann man die Tracks auch beim Lesen von E-Books im Hintergrund abspielen. Mit von der Partie ist natürlich auch die „Text-to-Speech“-Funktion, die aber wie bisher nur bei ausgewählten englischsprachigen Kindle-Books funktioniert.

Deutlicher Mehrwert gegenüber der Basisversion

Insgesamt bekommt man für 129 Euro – und damit für 30 Euro mehr als bei der Kindle-Basisversion – einen deutlichen Mehrwert, und das nicht nur, was die Audio-Features betrifft. Dank Touch-Screen ist auch die Nutzung des experimentellen Webbrowsers deutlich benutzerfreundlicher geworden. Die Akkulaufzeit hat sich mit nun zwei Monaten sogar verdoppelt. Beim E-Ink-Kontrast und der Reaktionsgeschwindigkeit des berührungsempfindlichen Displays liegt das Kindle Touch zudem gleichauf mit dem Kobo Touch und Sonys PR-T1. Ob sich der Umstieg für Nutzer des Kindle 3 („Kindle Keyboard“) bzw. dem „normalen“ Kindle 4 auf das Kindle Touch lohnt, ist allerdings fraglich. Wer vor allem mobil lesen möchte, ist mit der Basisversion für 99 Euro wohl genauso gut bedient. Eins ist jedoch klar: Solange das Kindle Fire in Deutschland noch nicht erhältlich ist, wird man mehr Tablet-Gefühl als mit dem Kindle Touch auf keinem anderen Amazon-Gerät bekommen. Unser Testurteil: jeweils ein „Sehr gut“ für Display/Kontrast, Usability sowie Content, und somit auch insgesamt ein „Sehr gut“ („Five thumbs up“).

Kindle Touch (WLAN/3G) Specs


Display

6 Zoll Pearl-E-Ink Touch-Screen, 600x800 Pixel, 16 Graustufen

Gewicht:

213/220 Gramm (WiFi/3G-Version)

Schnittstellen

USB, WLAN bzw. WLAN plus 3G

Interner Speicher

4 Gigabyte, benutzbar: 3 Gigabyte

E-Book-Formate

Kindle-Book, PDF, etc. (kein epub!)

Audio-Features

3,5 mm Kopfhörerbuchse, Externe Lautsprecher,Text-to-Speech

Preis

129 Eurobzw. 189 Euro

Jail-Break, DVD-Rip & DRM-Crack legal: US-Bürgerrechtler erkämpfen Ausnahmeregelungen beim Kopierschutz

electronic_frontier_foundation1Jubel bei US-Bürgerrechtlern: Die Electronic Frontier Foundation konnte erneut Ausnahmeregelungen in punkto Kopierschutz erkämpfen.So gehört zur angemessenen Nutzung eines iPhones in den USA nun der sogennante „Jailbreak“, also das Aufheben von Software-Sperren. Bisher war dies laut „Digital Millennium Copyright Act“ illegal. Apple-User sind jetzt nicht mehr an einen Netz-Provider gebunden, zudem können sie Software von Drittanbietern installieren, die nicht im App-Store angeboten wird. Erleichterungen gibt es auch für E-Book-Leser: die Aktivierung der Vorlesefunktion gehört zum „Fair Use“, bestehende Sperren dürfen umgangen werden.

Kopierschutz à la DMCA: die Tonerpatrone bleibt leer, das Garagentor bleibt zu

Zu den edelsten Pflichten des Librarian of Congress gehört nicht nur die Ernennung des Poeta Lauratus. In regelmäßigen Abständen verkündet der vom Präsidenten eingesetzte Chef der Parlamentsbibliothek auch aktuelle Entscheidungen zum Urheberrecht. Seit 1998 der Digital Millenium Copyright Act (DMCA) in Kraft trat, werden Beschwerden aus der Bevölkerung gesammelt und alle drei Jahre einem Kontrollgremium zur Entscheidung vorgelegt. Wird glaubhaft gemacht, dass die Kopierschutz-Bestimmungen die normale Nutzung eines Mediums deutlich beeinträchtigen, können sogenannte „Exemptions“, also Ausnahmen, verkündet werden. Diese Exemptions betrafen in der Vergangenheit eine breite Palette von Anwendungsfeldern, von alternativen Tonerkartuschen für Drucker über Ersatz-Fernbedienungen für Garagentore bis zu Kopierschutz von DVDs oder E-Books. Kein Wunder: denn tatsächlich werden die US-Bürger in ihrem Alltag auf Schritt und Tritt von den Auswirkungen der rigiden Kopierschutzbestimmungen verfolgt, die noch unter der Clinton-Regierung vom US-Kongreß verabschiedet wurden.

“Sperren auf Handys haben nur wenig mit Kopierschutz zu tun“

Zu den vehementesten Gegnern des DMCA gehört die 1990 gegründete Cyber-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation. Dementsprechend groß war nun auch der Jubel, als den Einwänden gegen das DMCA auf breiter Front stattgegeben wurde: „Wir sind begeistert, dass wir Jailbreaker, Entsperrer und auch Videokünstler von den überbordenden Auswirkungen dieses Gesetzen befreien konnten“, so EFF-Sprecherin Jennifer Granick. „Das Copyright Office erkennt an, dass die Sperren auf Mobiltelefonen vor allem die Kunden an einen bestimmen Netzbetreiber binden sollen, und nur wenig mit Kopierschutz zu tun haben.“ Ebenso profitieren Video-Künstler, die Videoschnippsel von DVDs für Remix-Kunstwerke nutzen und auf Plattformen wie Youtube veröffentlichen: „Nonkommerzielle Videos sind eine wichtige Online-Kunstform. Die kreativen Montagekünstler müssen jetzt keine Angst mehr haben, mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten, obwohl ihre Werke eigentlich dem Fair Use entsprechen.“ Auch zur Gewinnung von Ausschnitten für Dokumentarfilme und zu Bildungszwecken ist das Rippen von DVDs in den USA nun ausnahmsweise erlaubt.

Lesen und lesen lassen: Text-to-Speech bei E-Books

Von einer speziellen Ausnahme beim Kopierschutz profitieren auch die Nutzer von E-Books. Gerade für Blinde und Sehbehinderte ist es wichtig, über eine automatische Vorlesefunktion zu verfügen. Technisch ist das kein Problem, die Qualität computergenerierter Stimmen ist mittlerweile ziemlich gut. Als erstes Lesegerät bot Amazons Kindle Reader zweitweise sogar eine standardmäßige Text-to-Speech-Funktion, sie wurde nach einem Urheberrechtsstreit mit Hörbuchproduzenten allerdings stark eingeschränkt. Viele E-Book-Formate enthalten mittlerweile eingebaute Sperren, die das Vorlesen verhindern. Bereits 2003 und 2006 hatte das Copyright Office entschieden, dass man zum Zweck der Aktivierung einer Vorlesefunktion den Kopierschutz von E-Books umgehen darf. Diese Ausnahmeregelung wurde nun erneut bestätigt. Leichter haben dürften es zukünftig übrigens auch E-Book-Leser, die ein iPad nutzen: denn nach einem Jailbreak sind sie nicht mehr auf App Store oder iBooks-Angebote angewiesen. Sowohl alternative E-Reader-Programme wie auch DRM-freie elektronische Bücher können nach der Entsperrung problemlos auf das Gerät übertragen werden. Einziges Manko: eine komfortable Jailbreak-App für Apples Tablet gibt’s noch nicht.

Vorlese-Funktion für das iPad: vBookz-App bringt E-Books zu Gehör

vbookz-ipad-app-e-books-vorlesenMit vBookz wird das iPad zum Vorlesegerät: die neue E-Reader-App bringt eine technisch ausgereifte Text-to-Speech-Funktion von Acapela mit. Ingesamt lassen sich auf diese Weise mehr als 30.000 E-Books aus dem Public-Domain-Bereich wahlweise lesen oder anhören. Die Basisversion für englische Sprache kostet 3,99 Euro. Per In-App-Shopping kann man sie mit zahlreichen weiteren Sprachen nachrüsten, darunter Deutsch, Französisch und Spanisch.

iBooks ist zwar schön bunt, die E-Books bleiben aber stumm

Apples hauseigene E-Reader-Software iBooks ist zwar schön bunt, bleibt aber stumm. Eine Vorlesefunktion ähnlich wie bei Amazons Kindle bringt das Tablet nämlich nicht mit. Allerdings kann man diese Funktion auch bei Amazons Reader für viele kommerzielle E-Books nicht nutzen. Denn kaum war dieses interessante Feature im letzten Jahr vorgestellt worden, brach ein Sturm der Entrüstung bei den Verlagen los – sie sahen die synthetische Stimme als Konkurrenzprodukt für Audiobooks. Sogar von Hörbuch-Piraterie war die Rede – dabei kann man eine künstliche Stimme nicht wirklich mit einem geschulten Sprecher vergleichen. Komfortabel ist eine Vorlesefunktion wie sie vBookz liefert allerdings schon – für viele sehbehinderte Nutzer ist sie sogar eine wichtige Voraussetzung, um überhaupt von E-Books auf dem iPad profitieren zu können.

vBookz macht den Wechsel zwischen Lesen und Hören besonders leicht

Mit vBookz gibt es jetzt eine tönende Alternative zu iBooks, die mit ihrem animierten Bücherregal optisch eng an das Original anknüpft. Plagiatsvorwürfe dürfte das nicht auslösen, denn auch Apple hat sich ja beim virtuellen Bookshelf von der iPhone-App eines Drittanbieters inspirieren lassen. Das entscheidende ist bei vBookz aber natürlich das Hear-and-Feel. Was Acapela, Europas führender Entwickler von Text-to-Speech-Software in die von Mindex International vermarktete App gepackt hat, kann sich wirklich hören lassen – einen Eindruck der Sprachsynthese bekommt man übrigens auf acapela.tv, einer Testseite mit vielen netten Browser-Apps. Die Bedienung der App ist darauf ausgelegt, leicht zwischen lesen und hören wechseln zu können, und auch ausgewählte Passagen zu Gehör zu bringen. Ob man vBookz wirklich, wie von Mindex behauptet, zum Fremdsprachen-Lernen nutzen sollte, darf man aber wohl getrost bezweifeln.

Nicht nur Google scannt Bücher: Blue Leaf bietet Digitalisierung für jedermann

Blue-Leaf.gifWer Bücher partout nicht mehr in Papierform lesen möchte, dem kann jetzt geholfen werden: Blue Leaf heißt ein neuer Scan-Service, der auf Wunsch jeden Schmöker in PDFs, epub, Kindle-Book oder sogar ein MP3-Hörbuch umwandelt. Mit vier US-Cent pro Seite und einer Grundgebühr von 14 Dollar pro Titel kostet der Spaß allerdings genauso viel wie eine Hardcover-Ausgabe.

Blue Leaf nimmt Nutzern die Mühe des seitenweisen Scannens ab


Scanner haben zur Zeit einen schlechten Ruf: einerseits, wenn sie in Verbindung mit dem Wort „Körper“ genannt werden, andererseits, wenn es um Googles Büchersuche geht. Doch das war nicht immer so: Schon lange bevor es E-Reader und kommerziell produzierte E-Books gab, digitalisierten Enthusiasten Teile ihrer Papier-Bibliothek selbst, um sie auf Laptops oder anderen Geräten lesen zu können. Auch heute kann es sich natürlich noch lohnen, etwa ein Lehrbuch oder ein Standardwerk einzuscannen, um es unterwegs bequem lesen zu können. Allerdings braucht man dafür eine Menge Geduld. Blue Leaf Book Scanning nimmt Nutzern die Mühe des seitenweisen Einlesens und Bearbeitens mit OCR-Software jetzt ab. Der us-amerikanische Dienstleister wirbt mit hoher Scan-Auflösung (bis 600 dpi), geringer Fehlerquote (0,4 Prozent) und schneller Ausführung (zwischen 4 und 8 Tagen nach Posteingang). Posteingang? Ja, denn natürlich muss man die Bücher einschicken, um den Service nutzen zu können. Die Daten kommen je nach Wunsch auf CD/DVD gespeichert zurück, oder online per E-Mail. Das schonend („non-destructive“) eingescannte Buch kommt postwendend und portofrei zurück ins Haus.

Neben einfacher Digitalisierung bietete Blue Leaf Text-To-Speech an


blue leaf book scanning audiobook mp3 e-book.pngWie es sich für einen guten Dienstleister gehört, liefert Blue Leaf auch gleich ein paar Argumente mit, warum man den Service in Anspruch nehmen könnte: „Ich kann jetzt meine Seminarlektüre in MP3s umwandeln und mir beim Workout auf dem iPod anhören“, freut sich eine junge Studentin auf der Webseite des Anbieters. Tatsächlich bietet Blue Leaf nämlich nicht nur OCR an, sondern auch Text-to-Speech, basierend auf der allerneuesten Neospeech-Technologie. Die Preise klingen auf den ersten Blick recht akzeptabel: Grundgebühr pro Titel sind 14 Dollar, die ersten 50 Seiten sind gratis, danach kostet jede digitalisierte Seite 4 US-Cent. Ein 200-Seiten-Wälzer wird so für knapp 20 Dollar ebookisiert, für 400 Seiten zahlt man 28,95 Dollar. Bestimmte Formate wie Kindle-Book oder epub gibts nur mit zusätzlichem Aufpreis von 12 Dollar, für das Audiobook muss man 14 Dollar hinzurechnen. Wenn’s wirklich pressiert (Prüfungsphase) oder jemandem ein Titel ganz besonders wichtig ist (Urlaubslektüre), dürfte das alles wohl noch bezahlbar sein. Vor allem, wenn Blue Leaf wirklich hält, was es verspricht, dürften die maßgeschneiderten E-Books auf jeden Fall ihr Geld wert sein. Die Beispiel-PDFs und MP3s machen nämlich einen sehr guten Eindruck. Auch die Scans großformatiger Bildbände eignen sich gut, um sie etwa auf einem Tablet-PC zu betrachten. Nicht zuletzt dürfte solch ein High-End-Service auch für kleinere Verlage sinnvoll sein, die ältere, noch nie elektronisch erfasste Titel ohne große Kosten online publizieren wollen, etwa via Google Books.

Macht die Vorlesefunktion des Kindle 2 Amazon zum Daten-Piraten?

Das Vorlesen von Büchern kann Copyright-Piraterie sein! Wer das bisher nicht glauben wollte, wurde letzte Woche eines besseren belehrt: Amazon will die automatische Vorlese-Funktion des Kindle 2 in Zukunft wieder deaktivieren. Begründung: Viele Autoren würden sich unwohl („uncomfortable“) bei dem Gedanken fühlen, dass die Roboter-Stimme ihre Bücher vorliest, ohne dass man sie um Erlaubnis fragt. (mehr …)