Prestigio PER-5062B im Test: Schlanker WiFi-Reader zum fetten Preis

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Die Auswahl im Bereich der WiFi-Reader mit Touch-Screen wächst – unter der Bezeichnung „PER-5062B“ bietet nun auch Prestigio ein 6-Zoll-Gerät an, mit dem man online E-Books shoppen kann. Wie bei Thalias Oyo wurde dabei für das Display nicht auf klassisches E-Ink, sondern auf SiPix-Technologie gesetzt. Dank MP3-Feature kann man den PER-5062B auch als Hörbuch-Player nutzen. Mit einem Preis von 250 Euro liegt Prestigios neuer Reader allerdings deutlich über vergleichbaren Geräten. Geliefert wird das Gerät mit USB-Kabel, Kopfhörer sowie einer Schutzhülle.

“Wahrscheinlich der schmalste Reader der Welt“

Als „the world’s probably slimmest“ wird Prestigios neuer E-Reader beworben, und tatsächlich ist das 6-Zoll-Gerät mit 240 Gramm nicht nur sehr leicht, sondern mit 8 Millimetern auch ziemlich schmal. Und noch eine Besonderheit fällt auf: Neben Thalias Oyo ist der PER 5062B eines der ersten Geräte auf dem deutschen Markt, das mit einem SiPix-Display ausgeliefert wird, einer E-Paper-Technologie, die ähnlich funktioniert wie E-Ink. Dank WiFi-Schnittstelle kann man E-Books drahtlos auf das Gerät bringen, auf den Komfort eines E-Stores wie bei Oyo, Kindle oder LumiRead muss man dabei allerdings verzichten. Ein integrierter Browser ermöglicht aber den Download von Lesestoff über die Online-Portale kommerzieller Anbieter. Neben der WiFi-Schnittstelle gibt es den üblichen Mikro-USB-Port, einen Einschub für SD-Karten sowie eine Kopfhörerbuchse. Musik hören kann man aber auch ohne Kopfhörer: der Prestigio PER-5062B hat an der Unterkante externe Lautsprecher.

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Ghosting-Effekte: Das Display ist ein Schwachpunkt

Die Bedienung ist dank kapazitivem Touch-Screen sehr komfortabel – nicht nur das Umblättern, sondern auch die Navigation in den Menüs klappt problemlos mit dem Finger. Allerdings muss man im Vergleich mit Touch-Screens auf Tablets und Smartphones mit einer gewissen Verzögerung bei der Eingabe rechnen. Abstriche muss man auch bei der Qualität der Darstellung auf dem Display machen. Zum einen ist der Kontrast nur auf dem eher mittelmäßigen Niveau des Oyo-Readers, zum anderen werden auch die einzelnen Buchstaben nicht ganz sauber dargestellt. Bei Abbildungen kommt es zum „Ghosting“, d.h. man erkennt noch Spuren der zuvor dargestellten Seite. Andere Geräte mit derselben Auflösung von 600x800 Pixel bei 16 Graustufen liefern ein deutlich besseres Seitenbild. Die Geschwindigkeit der Seitenwechsel wiederum kann sich durchaus mit aktuellen E-Readern anderer Hersteller messen.

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Per Fingertipp im Wörterbuch nachschlagen

Die Standardformate epub wie auch PDF öffnet der Prestigio PER-5062B problemos, egal ob mit oder ohne Adobe-DRM. Dank Reflow-Funktion werden auch PDF-Seiten so umgebrochen, dass man sie bequem lesen kann. Wer möchte, kann parallel zur Lektüre Musik hören – die MP3-Abspielfunktion läuft nämlich auch im Hintergrund weiter, wenn man zurück zur Buchansicht wechselt. Die wichtigsten Funktionen kann man über die Tasten unter dem Display anwählen, etwa vorwärts/rückwärts blättern, Textzoom und Lautstärke. Vor allem das Umblättern klappt so auch beim einhändigen Lesen. Mit der Menütaste ruft man die jeweils verfügbaren Funktionen auf, bei der Buchansicht u.a. das Schreiben bzw. Aufrufen von Anmerkungen und das Setzen von Lesezeichen. Ein sehr nützliches Feature ist auch das Wörterbuch: Per Fingertipp lassen sich im englischen Lexikon unbekannte Worte nachschlagen.

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Prestigios Reader dürfte es in Deutschland schwer haben

Direkt vom Hauptmenü aus lässt sich der integrierte Webbrowser aufrufen. Mit ihm kann man eine Google-Suche starten, auf der mobilen Wikipedia vorbeischauen oder bei den einschlägigen Portalen E-Books herunterladen. Besonders attraktiv ist das „Surfen“ auf dem monochromen 6-Zoll-Touch-Screen nicht. Auch bei der Eingabe von Daten über die träge reagierende virtuelle Tastatur kommt keine Freude auf. Insgesamt bietet sich ein zwiespältiges Bild: Der Prestigio PER-5062B kann vieles genauso gut wie andere aktuelle E-Reader, rangiert bei der Display-Qualität eher im Mittelfeld, mit einem Preis von 250 Euro dagegen in der Spitzenkategorie. Mehr oder weniger dieselbe Leistung (abgesehen vom integrierten E-Store) bietet Thalias Oyo für 110 Euro weniger, der LumiRead von Libri für 70 Euro weniger. In dieser Kombination dürfte Prestigios Lesegerät es schwer haben, in Deutschland viele Käufer zu finden.

Prestigio PER-5062B Specs


Display

6 Zoll SiPix Touch-Screen,
600x800 Pixel (16 Graustufen)

Betriebssystem

Linux

Schnittstellen

USB, WLAN

Prozessor

Samsung S3C2416 (900 MHZ)

Interner Speicher

2 GB, erweiterbar durch Mikro-SD-Karte (max. 32 GB)

E-Book-Formate

epub (DRM), PDF, Mobi, HTML, txt, etc.

Audio-Features

MP3-Player, 3,5 mm Kopfhörerbuchse, externe Lautsprecher

Preis

249 Euro (E-Book-News)

„Five thumbs up!“: Neues Test-Siegel von E-Book-News zeigt Bewertung von E-Readern auf einen Blick

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Um die Testberichte zu aktuellen E-Readern übersichtlicher zu machen, fassen wir ab jetzt die Ergebnisse in einem Testsiegel zusammen. Das Notenspektrum reicht von „sehr gut“ bis „mangelhaft“. Graphisch verdeutlicht werden die Ergebnisse mit einem Daumen-Symbol – wird die Bestnote erreicht, heißt es: „Five thumbs up“. In die Bewertung gehen drei Bereiche ein: Display/Kontrast, Usability sowie Content. Die ersten Reader, die das Testsiegel von E-Book-News bekommen haben, sind der Acer LumiRead (Note 1,7) sowie Thalias Oyo (Note 2,0).

Wer die Bestnote erreicht, bekommt fünf blaue Daumen

Pünktlich zur Weihnachtszeit ist der E-Reader-Markt in Bewegung gekommen – zahlreiche neue Lesegerät buhlen um die Gunst der Kunden. Soll es E-Ink sein oder LCD? WiFi, UMTS oder USB? Sind die Geräte ihr Geld eigentlich wert? Um die Entscheidung zu erleichtern, wird E-Book-News die Ergebnisse der Testberichte nun in einem Testsiegel zusammenfassen. Wichtigstes Element sind dabei die fünf blauen Daumen – wer sie bekommt, hat die Bestnote „sehr gut“ erreicht, oder auch: „five thumbs up“. Die blauen Daumen tauchen rechts neben der Gesamtnote noch einmal auf – verteilt auf die Bereiche Display/Kontrast, Usability sowie Content.

Lesespaß = Kontrast plus Usability plus Content

Der Lesekomfort steht und fällt mit der Qualität des Displays, bei E-Ink geht es dabei vor allem um den Kontrast und die Auflösung. Deswegen fließt dieser Bereich mit einem Drittel in die Gesamtbewertung mit ein. Unter Usability verstehen wir die Benutzerfreundlichkeit von Gerät und graphischer Benutzeroberfläche – wie leichtgängig sind Tasten oder Touchscreen, wie sind die Menüs optisch aufgebaut, was ist mit der Menüsprache, wie komfortabel lässt sich das Gerät konfigurieren, insbesondere bei der Leseansicht? Zu guter Letzt steht und fällt der Lesespaß natürlich auch mit der Lektüre – bewertet wird deswegen auch: kann man epub-Dateien und PDFs öffnen, welches DRM-Konzept wird benutzt, und natürlich: wieviele deutschsprachige E-Books sind verfügbar?

„Triple Wow, two thumbs up“: Kindle 3 erntet euphorische Testberichte – aber auch Detailkritik

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„Triple Wow, Five Stars. Two Thumbs Up“ – die ersten Kindle 3-Reader haben Tester in den USA deutlich beeindruckt. Nach einigen positiven Hands-On-Berichten kann Amazons neuestes Lesegerät damit nun auch im Dauertest überzeugen. Das Kindle 3 ist kleiner, leichter und zugleich besser ausgestattet als sein Vorgänger – etwa mit kontrastreicherem Display, längerer Akkuleistung und verdoppeltem Speicherplatz. Für besondere Aufmerksamkeit sorgt auch der Preis. Mit 139 $ ist die neue WiFi-Only-Version des Kindle 3 weit und breit der günstigste E-Reader mit Netzzugang. E-Book-News fasst hier die wichtigsten Testergebnisse zusammen.

Das kontrastreiche Display des Kindle 3 überzeugt alle Tester

Das Kindle 3 kommt, für die einen früher, für die anderen etwas später. Gerade hat Amazon neue Lieferdaten bekannt gegeben: Wer vor dem ersten August den Pre-Order-Button gedrückt hat, könnte das Lesegerät schon in der nächsten Woche in den Händen halten. Alle anderen müssen aber wohl noch bis weit in den September warten. Zahlreiche US-Tester haben Amazons neuesten Reader jedoch schon auf Herz und Nieren geprüft. Das auffälligste neue Feature ist natürlich das verbesserte E-Ink-Display mit Pearl-Technologie. Dessen deutlich verbesserte Kontrastleistung konnte man auch schon beim großen Bruder, dem 9-Zoller Kindle DX bewundern, das bereits seit etwa zwei Monaten ausgeliefert wird. Beim Kindle 3 ist die Wirkung auf die Tester vergleichbar: von „a thing of beauty“ spricht ireaderreview, Stephen Windwalker von Kindle Nation meint sogar, „nachdem ich eine Weile auf dem Kindle 3 gelesen haben, wundere ich mich, warum ich mich so selten über den schlechten Kontrast auf dem Kindle 2 beschwert habe.“

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Mehr Platz für Text: Kindle 3-Display mit neuem Layout

Ähnlich wie beim DX trägt allerdings auch das schwarze Gehäuse (laut Amazon: „Graphite“) zum Kontrasterlebnis bei. Die Tester von ireaderreview machen auf eine weitere „Sehenswürdigkeit“ aufmerksam. Der verfügbare Platz auf dem 6 Zoll großen Display wird beim Kindle 3 weitaus besser ausgenutzt: „Die Kopfleiste ist verschwunden, die Laufleiste befindet sich jetzt am Seitenfuß, und auch der Abstand zwischen der letzten Zeile und der Laufleiste wurde verkleinert. So passen nun bei Fontgröße 4 statt 15 Textzeilen bis zu 19 Textzeilen auf das Display.“ Wie bereits Melissa J. Perenson (PC World) bei ihrem ersten Hands-On-Report bemerkt hatte, kann der Leser jetzt zudem noch stärken Einfluss auf das Schriftbild nehmen: „Man kann endlich auch den Zeilenabstand wählen (small, medium, and large), und auch die Schrifttype (regular, condensed, sans serif)“. Positiv fiel in den Testberichten zudem der schnellere Page-Refresh auf, die gefühlte Reaktionszeit nach dem Drücken des Umblätterknopfes scheint sich deutlich verringert zu haben. Für viele Nutzer war die Trägheit der E-Ink-Displays bisher ja tatsächlich gewöhnungsbedürftig. David Carnoy von CNET weist darauf hin, dass man zwar vom Hoch- ins Querformat wechseln kann, diese Funktion allerdings nur über das Menu erreichbar ist. Im Gegensatz dazu sei die automatische Seitenausrichtung beim Kindle DX Standard, genauso wie beim iPad. Doch wenn man auch auf Tasten drücken muss beim Kindle 3 – Ergonomie und Geräuschentwicklung beim Tastenanschlag, so Carnoy, sei von Amazon spürbar optimiert worden. Dan Costa von PCMag betont zudem, Amazon habe erfreulicherweise den etwas schwer zu bedienenden Track-Point gegen einen leichtgängigen Richtungsknopf ausgewechselt.

Drahtlos glücklich: Die WiFi-Only-Version glänzt mit langer Akkuleistung

kindle3-e-reader-testberichte-roundup-reviewWas schon bei den Hands-On-Berichten auffiel, war natürlich auch die schlankere Form und das veränderte Gewicht. „Bei lächerlichen 241 Gramm in der WiFi-Version gibt’s keine Ermüdungserscheinungen im Arm, das Kindle 3 ist sogar leichter als viele Paperbacks“, so etwa Marc Chacksfield vom britischen TechRadar. Die 3G-Ausführung ist allerdings auch nur 6 Gramm schwerer. Ob man sich die UMTS-Version für 189 $ leistet oder zur WiFi-Only-Version für 139 $ greift, ist keine reine Preis- oder Geschmacksfrage. „Mit aktivierter Wireless-Funktion hält der Akku für zehn Tage, bei der WiFi-Only-Version sogar bis zu drei Wochen“, berichtet ireaderreview im ausführlichen Testbericht. Das liege auch daran, dass man beim teureren Modell keine Option hat, die UMTS-Verbindung abzuschalten und nur auf das drahtlose LAN zuzugreifen. Auch die Bandbreite dürfte übrigens ein Argument für WiFi only sein – „WiFi ist deutlich schneller als UMTS, so dass man schneller browsen und shoppen kann, und letztlich auch mehr Zeit zum Lesen hat“, so ireaderreview. Der verbesserte Browser macht dabei den Besuch der Amazon-Homepage viel komfortabler. Das gefiel besonders Stephen Windwalker (Kindle Nation): „Es ist viel einfacher geworden, auf den Amazon-Seiten eine Bestellung aufzugeben, Einstellungen auf der ‚Manage Your Kindle‘-Page zu ändern, oder überhaupt Texte auf den Seiten zu lesen. Langsam erfüllt Amazon das Versprechen, den Kindle-Reader zum wichtigsten Shopping-Portal des Unternehmens zu machen.“ Lob fand auch der spezielle „Artikel“-Modus des auf der Webkit-Engine basierenden Kindle-Browsers, mit dem sich die Ansicht einer Website auf die Textspalten begrenzen lässt, während Sidebars und anderes Bling-Bling ausgeblendet werden. Windwalker vergleicht den „Artikel-Modus“ mit Instapaper, schränkt aber ein: „Instapaper bleibt ungeschlagen in seiner Leistungsfähigkeit, Web-Content zu einem Digest zusammenzustellen, der sich dann in gut lesbarer Form auf das Display des Kindle-Readers bringen lässt.“

Kindle 3 als direkte Download-Plattform für Audible-Hörbücher

Erweiterte Multimedia-Funktionen wie auf dem iPad bringt das Kindle nicht mit. E-Ink ist immer noch schwarz-weiß, und ein Touchscreen hat Amazon der dritten Generation seines Readers auch nicht spendiert. Doch das Kindle ist zumindest nicht stumm. Schon bisher gab es auf Amazons Lesegeräten nicht nur die Text-to-Speech-Funktion, sondern auch die Möglichkeit, Musik, Podcasts oder Audiobooks zu hören. Der Kindle 3 ist nun zu einer Download-Plattform für Hörbücher von Audible avanciert. „Der Gebrauchsanleitung des neuen Kindle 3 zufolge kann man Hörbücher von Audible via Amazon kaufen und sie über die WiFi-Verbindung direkt auf den Reader laden“, so Stephen Windwalker. Ab September wird es im Kindle Store dafür offenbar eine eigene Rubrik geben. Wie ireaderreview bemerkt, ist das Kindle 3 zudem auch nicht taub: „Es gibt ein eingebautes Mikrofon, was Tür und Tor öffnet für Sprachsteuerung und freihändiges Lesen.“ Windwalker zufolge dürfte die Sprachsteuerung in Verbindung mit Text-to-Speech vor allem sehbehinderten Nutzern helfen. „Die sprachgesteuerte Text-to-Speech-Funktion erlaubt das Navigieren durch Menu-Optionen und Verzeichnisse, ohne das man dafür das Display lesen muss.“

Im Vergleich zum Nook sehen die Tester einige Usability-Mängel

Trotz aller Lobeshymnen gab es jedoch auch Kritik am neuen Kindle 3. Viele Tester waren etwa mit der Unterstützung des PDF-Formats noch nicht ganz zufrieden. Dan Costa von PCMag spricht bei der Formatfrage sogar von der Achilles-Ferse des Kindle-Reader. Bis auf weiteres setzt Amazon bekanntlich auf ein eigenes E-Book-Format. Das verhindert nicht nur das Shoppen außerhalb des Kindle-Stores. Die Ausleihe aus digitalen öffentlichen Bibliotheken fällt mangels Unterstützung des Brachenstandards epub natürlich ebenfalls flach. Nach Meinung vieler Tester fällt darum das Kindle 3 im Vergleich zum Nook von Barnes&Noble in punkto Usability doch etwas ab. Außerdem gibt es, wie ireaderreview kritisiert, im Gegensatz zum Nook beim Kindle keine Ausleih-(„LendMe“-)Funktion, mit der Leser E-Books untereinander für begrenzte Zeit austauschen können. (Stephen Windwalker allerdings lobt im Vergleich zu Apples iTunes die besseren Synchronisierungsfunktionen zwischen verschiednen Kindle-Geräten wie auch den Kindle-Apps auf Desktops, Tablets und Mobiles.) Weitere Negativpunkte betreffen die technische Ausstattung. Ähnlich wie bei mobilen Apple-Gadgets lässt sich etwa auch beim Kindle der Akku nicht selbst austauschen. Vermisst wird zudem ein Einschub für externe SD-Karten. „Auch wenn der Kindle 3 mit 4 Gigabyte jetzt doppelt so viel internen Speicher besitzt, wäre etwas mehr Flexibilität für viele Leute sicher wünschenswert“, so ireaderreview. Das Hauptproblem des bisherigen Kindle-Ökosystems betrifft US-Leser kaum – es gibt vor allem englischsprachige E-Books bei Amazon, und außer der neuen UK-Version bisher auch keinen weiteren nationalen Kindle-Store. Die von allen US-Testern einstimmig geäußerte Kaufempfehlung für Amazons Kindle 3 dürfte daher gerade für deutsche Kunden bis auf weiteres nur mit Einschränkung gelten.

Die wichtigsten Reviews im Überblick:



1. Dan Costa, PCMag:

„The latest edition’s improvements aren’t revolutionary, but the Amazon Kindle remains the best dedicated ebook reader on the market.“

2. David Carnoy, CNET

„The third-generation Kindle’s winning combination of noteworthy upgrades–an improved screen, better battery life, lighter weight, and lower price–vaults it to the top of the e-book reader category.“

3. Stephen Windwalker, Kindle Nation

„This Kindle 3 is a Triple Wow. Five Stars. Two Thumbs Up. And, because Amazon stays true to its core vision of catalog, convenience and connectivity for the Kindle, it is by far the best ebook reader ever made.“

4. ireaderreview

„The 1-sentence review would be – If you love to read, or want to read more, then the Kindle 3 is absolutely perfect unless you need support for library books.“

Multimedial, aber nicht sehr mobil: Elektronisches Lesen auf dem iPad im Praxis-Test

iPad-als-E-Reader-ibooks-bestseller-testbericht.gifDas iPad ist ein Tablet PC, besitzt aber auch E-Reader-Qualitäten. Mit iBooks hat Apple dem großen Bruder des iPhones eine komfortable E-Bibliothek spendiert. Zusätzliche Apps erschließen iPad-Nutzern die ganze Palette des elektronischen Lesens -- vom E-Comic bis zu E-Mag & E-Newspaper. Doch kann ein Multimedia-Tablet wirklich mit klassischen Lesegeräten konkurrieren? E-Book-News hat die Basisversion des iPad (16 GB/WiFi) getestet.

Das iPad zeigt, wie Multimedia auf dem E-Reader aussehen könnte

Multimedia auf dem E-Reader? Für viele Deutsche ist das ein klarer Fall. Einer Emnid-Umfrage aus dem Frühjahr 2010 zufolge möchte über die Hälfte potentieller Käufer einen eReader „als multimedial einsetzbares Kommunikationsgerät verwenden”. Das elektronische Papier ist aber noch nicht ganz soweit. Erst 2011 dürften Produkte mit stromsparender und blendfreier Farb-Darstellung den Massenmarkt erobern. Somit steht im Mittelpunkt des E-Lese-Hypes zur Zeit Apples iPad. Glaubt man aktuellen Studien von Statista.com, könnte das neue Tablet mit 9,7-Zoll-Display binnen kurzem zum meistgenutzen E-Reader avancieren. Dabei sprechen die technischen Daten eher dagegen: das hintergrundbeleuchtete LED-Display ist bei direktem Sonnenlicht kaum benutzbar, der Akku reicht nur für ca. 10 Stunden Betrieb, und das Gewicht liegt mit 680 Gramm (bzw. 730 Gramm für die 3G-Versionen) deutlich über anderen Lesegeräten. Teuer ist das iPad obendrein -- das „magische Gerät zu einem revolutionären Preis“ (Apple-Werbung) schlägt bereits in der Basisversion (WiFi+16 Gigabyte Speicher) mit 499 Euro recht tief ins Kontor. Doch wir wollten es wissen, und zückten am Tag des iPad-Starts die Kreditkarte. Die Gravis-Webseite reagierte zwar etwas träge -- doch die Bestellung wurde aufgenommen. Nach zehn Tagen klingelte der UPS-Mann an der Bürotür. Inklusive Lieferung kostete uns die Sache 504 Euro.

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Wie es sich für ein Touch-Screen-Gerät gehört, gibt’s beim iPad kaum Schaltknöpfe

Die Art der Verpackung inszeniert das iPad als ähnlich unkompliziertes Gerät wie iPhone oder iPod Touch: öffnet man den Karton, blickt man direkt auf das Tablet, es wird nur durch eine Klarsichtfolie geschützt. Darunter befindet sich ein schmaler Umschlag mit Start-Informationen, dann kommen noch ein kurzes USB-Kabel und ein Steckdosen-Adapter hinzu. Das war’s.
Wie es sich für ein Touch-Screen-Gerät gehört, hat auch das iPad kaum Schaltknöpfe. Direkt unter dem Display befindet sich der „Home“-Button, mit dem Apps in Richtung Desktop verlassen werden. Am oberen Rand ist der Ein- und Ausschaltknopf, am rechten Rand ein Lautstärke-Regler und die Arretierung für den G-Sensor. Mit ihr kann die automatische Bildschirmausrichtung unterdrückt werden. Ansonsten gibt es noch eine Kopfhörerbuchse sowie ein kleines Mikrophon oben links. Der Anschluss für USB/Stromnetz ist wie gewohnt an der unteren Kante. Wer genau hinschaut, wird rechts daneben noch kleine Gitterchen erkennen -- dahinter verstecken sich die Lautsprecher.

„Plug&Play“ à la iPad: ohne USB-Verbindung keine Freischaltung

Eigentlich könnte man das iPad jetzt sofort in Betrieb nehmen, gilt es doch als ein vollwertiger PC in Tablet-Form. Das iPad ist aber ein ironischerweise ein „Plug&Play“-Gerät im wahrsten Sinne des Wortes. Man muss erst eine USB-Verbindung zu Laptop oder Desktop herstellen und das iPad via iTunes freischalten. Dazu sollte die neueste iTunes-Version 9.1 installiert sein, sonst wird das iPad vom System nicht richtig erkannt. Außerdem braucht man natürlich ein gültige iTunes-Account. Die ganze Prozedur hat allerdings auch Vorteile -- die Multimedia-Bibliothek wird zwischen den beiden Computern synchronisiert. Ab jetzt verfügt man tatsächlich über ein mobiles Endgerät, das sich per WLAN mit dem Internet verbindet. Und natürlich über einen E-Reader. Fehlt nur noch der elektronische Lesestoff. Bei der Synchronisierung werden bereits vorhandene E-Book-Apps für iPhone oder iPod Touch auf das iPad übertragen. Sie lassen sich problemlos öffnen -- etwa Lars Reppesgards Buch über das „Google Imperium“, das wir bei textunes gekauft hatten. Grundsätzlich keine schlechte Adresse -- mehr als 1000 sehr schön gemachte E-Book-Apps gibts dort mittlerweile. Standardmäßig werden auf dem iPad die „alten“ iPhone-Apps aber nur in einem iPhone-großen Fenster geöffnet. Die Ansicht lässt sich zwar auf die volle Bildschirmgröße des iPads skalieren, doch sieht das Schriftbild dann arg pixelig aus. Etwas besser gefiel uns das Ergebnis bei E-Comics, z.B. bei der Star Trek-Countdown-Reihe von idw. Doch wirklich befriedigend ist das nicht. Immerhin ermöglichen Anbieter wie textunes oder idw, vorhandene E-Books & E-Comics mit der optimierten E-Reader-App für das iPad kostenlos upzudaten. Allerdings muss man die einzelnen Titel zuvor per In-App-Shopping gekauft haben. Wer direkt im App Store shoppen war, geht leider leer aus.

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iBooks bietet kommerzielle Titel, aber auch kostenlosen Lesestoff aus dem Public Domain-Bereich

Der Königsweg zum ersten echten E-Book für das iPad läuft ohnehin über iBooks. Das virtuelle Bücherregal wertet die E-Bibliothek deutlich auf -- vor allem, wenn die E-Books ein richtiges Cover mitbringen. Die Lektüre via Touch-Screen funktioniert äußerst intuitiv. Hält man die E-Reader-App im Querformat, hat man den Eindruck, ein aufgeschlagenes Buch vor sich zu haben. Das animierte Umblättern verstärkt das Look&Feel des analogen Lesens. Doch auch sonst kann sich iBooks sehen lassen. Apples iTunes für Bücher ist schließlich auch eine virtuelle Buchhandlung. Momentan wird man dort jedoch nicht unbedingt jeden aktuellen Titel erhalten können. Anders als etwa in den USA sind hierzulande noch längst nicht alle großen Verlage mit im iBoot. Bedenken sollte man natürlich auch, dass via iBooks geshoppte Titel nur auf dem iPad lesbar sind. Eine iBooks-Version für iPhone bzw. iPod Touch gibt es noch nicht. Wer kopiergeschützte E-Books auf verschiedenen mobilen Geräten nutzen will, sollte eher auf die Kindle App für das iPad setzen. Sehr viele deutsche Titel gibt es im Kindle-Store freilich bisher auch nicht. Am besten haben es zur Zeit noch Klassiker-Freunde. Dank der Kooperation zwischen Apple und Project Gutenberg gibt es nämlich immerhin mehr als 30.000 kostenlose Public Domain-Titel. Dieselben Ressourcen nutzt übrigens auch eine App namens vBookz, die man für 4,99 Euro im App Store herunterladen kann. Im Unterschied zu iBooks bringt vBookz dafür eine Text-to-Speech-Funktion mit -- auf Wunsch kann man sich die E-Books von einer synthetischen Männer- oder Frauenstimme vorlesen lassen.

Die eigentliche Stärke des iPads als E-Reader liegt bei grafisch aufbereiteten Online-Inhalten

Längeres Lesen auf dem iPad ist allerdings anstrengend. Das liegt nicht nur am hintergrundbeleuchteten Display, sondern auch am Gewicht des Gerätes. Die meisten E-Reader wiegen zwischen 170 und 200 Gramm -- man kann sie längere Zeit in der Hand halten, ähnlich wie ein Taschenbuch. Bei fast 700 Gramm geht freihändig gar nichts mehr. Nicht zufällig wurden in den Promo-Videos Personen gezeigt, die sich auf dem Sofa lümmeln und Apples Tablet dabei auf den Knien balancieren. Das scheint die optimale Leseposition zu sein, es sei denn, man verfügt über die offizielle iPad-Bücherstütze. Auch die Mobilität wird durch das Gewicht stark eingeschränkt -- anders als etwa Sony Reader oder Kindle steckt man das iPad nicht so einfach mal in die (Um-)Hängetasche. Relativ schnell hatten wir den Eindruck: Das iPad ist in erster Linie ein Multimedia- und Surftablett für den Gebrauch zu Hause oder im Büro. Gerade dort, wo es um grafisch aufbereitete Online-Inhalte geht, kann das Gerät seine Stärken ausspielen. Aufwändig gestaltete Apps von Publikationen wie der New York Times, von Focus oder Wired bieten tatsächlich ein völlig neues Leseerlebnis. Auch als E-Comic-Reader kann Apples Tablet punkten -- mit dem 9,7-Zoll-Display entspricht es ohnehin genau dem Format amerikanischer Comichefte. Ob Marvells Superheroes, Mawils Supahasi oder die franko-belgischen Klassiker -- kein Gadget dürfte sich momentan besser für elektronische Bildergeschichten eignen. Wer jedoch vor allem E-Books bequem unterwegs lesen möchte, ist bis auf weiteres mit einem leichten und kleinen E-Ink-Gerät am besten bedient -- und das zu einem weitaus günstigeren Preis.

iPad 16 GB-Version mit WiFi -- Specs

  • Display: 9,7-Zoll hintergrundbeleuchtete LED
  • Auflösung: 1024x768
  • Interner Speicher: 16/32/64 Gigabyte
  • Prozessor: 1 Gigahertz Apple A4
  • Gewicht: 680 Gramm (WiFi-Version)
  • Akkulaufzeit: ca. 10 Stunden
  • Unterstützte E-Book-Formate: epub (mit/ohne Kopierschutz)
  • Schnittstellen: USB, Bluetooth, WiFi, 3G
  • Preis: 499 Euro (Home of Hardware)

Nicht nur für Taikonauten: Hanvon N516 „Weltbild-Edition“ im Test

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Mit dem Hanvon N516 hat Weltbild als erster deutscher Anbieter einen E-Reader unter 150 Euro auf den Markt gebracht. Besondere Features des 5-Zoll-Readers sind ein seitliches Trackwheel zum bequemen Umblättern und ein eingebautes Mikrophon für Audio-Memos. Das 170 Gramm leichte Gerät wird komplett mit Lederetui, 2 Gigabyte Speicherkarte und Kopfhörern geliefert. E-Book-News hat den N516 getestet.

Mit dem Hanvon N516 positioniert sich Weltbild im Low-Price-Segment

Weltbild gehört zu den fünf größten Adressen im deutschen Online-Buchhandel. Um sich im E-Book-Business zu positionieren, bietet das Portal seit letztem Jahr auch E-Reader an, darunter Geräte von iRiver, Bookeen wie auch Hanvon. Die meisten rangieren im Bereich zwischen 239 und 299 Euro -- mit der „Weltbild Edition“ des Hanvon N 516 für 149 Euro ist Weltbild seit April 2010 nun aber preislich sogar Sonys EinsteigermodellPRS-300 alias Reader Pocket Edition um eine Nasenlänge voraus. Das Unternehmen Hanvon hat seinen Hauptsitz in Peking und ist vor allem im Bereich von Handschriftenerkennung und Fingerabdruck-Scans bekanntgeworden. Seit 2008 ist Hanvon nun auch auf dem E-Reader-Markt aktiv -- nicht nur im absoluten Low-Price-Segment. Mit dem ebenfalls von Hanvon produzierten Hexaglot N518 hat Weltbild auch eine etwas luxuriösere 5-Zoll-Variante mit Touch-Screen im Angebot.

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Die „Weltbild-Edition“ wird auch unter dem Namen „Wise eReader“ vermarktet

Die Grundversion von Hanvons N516-Reader kam bereits vor zwei Jahren auf den Markt -- und war sogar schon im Weltraum. Die „Taikonauten“ der Shenzhou 7-Mission hatten das Lesegerät nämlich dabei, als sie im September 2008 die Erde umkreisten. Doch zurück zum irdischen Lesen: Die „Weltbild Edition“ -- international auch als „WiseReader“ vermarktet -- wird nicht nur zusätzlich mit einer 2 Gigabyte-Speicherkarte geliefert, sondern bietet neben einer Audio-Buchse auch einen integrierten Lautsprecher sowie ein Mikrophon. Zum Lieferumfang gehören neben Kopfhörern, USB-Ladekabel und Steckdosenadapter auch ein schwarzes Lederetui. Mit nur 170 Gramm ist der Hanvon N516 deutlich leichter als Sonys 5-Zoll-Lesegerät und liegt wegen der leicht aufgerauhten Kunststoffoberfläche auch angenehmer in der Hand. Mit den seitlich angebrachten Nummerntasten tritt Hanvon deutlich in Sonys Fußstapfen, ähnlich wie beim PRS-300 befinden sich zudem unter dem Display verschiedene Richtungs- und Funktionstasten. Größter Unterschied zu allen hier bisher reviewten Geräten dürfte das sogeannte „Trackwheel“ an der linken Kante des Hanvon N516 sein, ein kleines Hebelchen, das zum bequemen Umblättern nach oben oder nach unten bewegt werden kann. WLAN oder Bluetooth kann man für 150 Euro natürlich nicht verlangen: Der Lesestoff gelangt über die Mikro-USB-Schnittstelle auf den E-Reader.

Drei Zoomstufen sind nicht genug -- vor allem nicht bei epub-Dateien

Nach dem Einschalten erscheint ein Splash-Screen, das Hanvon N516 braucht dann knapp 25 Sekunden, um komplett hochzufahren. Das Hauptmenü ist sehr übersichtlich -- neben dem Eintrag „Weiterlesen“ findet man dort die „Bibliothek“, die Audio-Funktionen, die Systemeinstellungen sowie das Handbuch (sehr gute Idee!). Sehr viel einstellen lässt sich beim Hanvon N516 nicht, abgesehen von der gewünschten Sprache. Also auf zu den E-Books -- die Bibliothek lässt sich am schnellsten über den mit „Menü“ bezeichneten Knopf unter dem Display erreichen. Eingeteilt ist die E-Bibliothek bei der „Weltbild Edition“ in deutsche und englische Titel sowie DRM-geschützte E-Books. Das Gerät liest alle gängigen Formate (EPUB, PDF, TXT, HTXT, HTML und Word-Docs), sowie in Verbindung mit Adobe Digital Editions kopiergeschützte epub- und PDF-Dateien. Dank einer aktivierbaren Reflow-Funktion (über die „Null“ bei den Nummerntasten) lassen sich auch mehrspaltige PDF-Dokumente angenehm lesen. Ein Menübalken in der untersten Zeile zeigt jeweils die aktivierte Option an. Erst auf den zweiten Blick findet man den Knopf für Lesezeichen: er ist direkt unter den Nummerntasten eingefügt worden. Direkt wählbar ist mit einem Extraknopf unter dem Display das Hoch- bzw. Querformat. Mit dem Zoom-Knopf direkt daneben lassen sich drei Fontgrößen einstellen -- ähnlich wie bei Sonys PRS-300. Wie bei Sony dürfte hier gelten: fünf Zoomstufen wären besser. Immerhin klappt es bei normalen Textdateien wie auch bei PDFs ganz gut. Schwierig wird es bei bestimmten epub-Dateien, in unserem Fall Henning Mankells neuer Krimi „Feind im Schatten“. Dort ist die kleinste Zoomstufe bereits so groß, dass nur wenige Zeilen auf das Display passen. Das dürfte an der Formatierung der E-Books selbst liegen -- manchmal werden bei der Konvertierung von Word-Dateien o.ä. in epub wohl unbeabsichtigt feste Fontgrößen festgelegt. Theoretisch sollte sich die Software eines E-Readers über eine solche Einschränkung aber auch hinwegsetzen können.

Zu viel direktes Sonnenlicht verträgt das E-Ink-Display leider nicht

Das E-Ink-Display des Hanvon N516 kann vom Kontrast her mit dem Sony PRS-300 locker mithalten, nur der Screen-Refresh dauert ein bisschen länger. Besonders hitzeempfindlich scheint das Display des Hanvon N516 aber nicht zu sein, die maximale Umgebungstemperatur beträgt 40 Grad Celsius (normalerweise eher 50 Grad). Das Handbuch warnt deswegen auch davor, mit dem Hanvon N516 zu lange in direktem Sonnenlicht zu lesen. Sieht man mal von solchen kleinen Unzulänglichkeiten ab, ist der Hanvon N516 als zur Zeit konkurrenzlos günstiges Einsteigergerät durchaus zu empfehlen. Vor allem das geringe Gewicht und das Trackwheel machen das Lesen unterwegs äußerst komfortabel. Hier schlägt das Hanvon N516 sogar den Konkurrenten Sony, dessen Einsteigermodell PRS-300 satte 50 Gramm mehr auf die Waage bringt.

Specs: Hanvon N516 E-Reader „Weltbild-Edition“

  • Display: 5-Zoll E-Ink-Display mit 8 Graustufen, 800x600 Pixel
  • Unterstützte Formate: EPUB (DRM), PDF (DRM), TXT, HTXT, HTML, Microsoft Word
  • Lieferumfang: USB-Netzadapter, USB-Kabel, Ohrhörer, Lederetui, 2 GB SD-Karte
  • Speicher intern: 512 MB (64 MB RAM)

Mit WLAN & Touch-Screen ins Leseland: E-Reader Pocketbook 302 im Test

Pocketbook-302-E-Reader-Test E-Book.gifMit dem neuen Modell „302“ stößt Pocketbook nun in die obere Liga vor: Touch-Screen und WLAN-Funktion machen das Lesegerät zu einer echten Konkurrenz für Amazon, Sony und das Berliner Startup txtr. Der Lesestoff kommt drahtlos aus Pocketbooks E-Store „Bookland.net“ – bisher allerdings nur Public Domain. E-Book-News hat den neuen Reader getestet – einen Live-Eindruck vermittelt zudem unser Youtube-Video.

Mit dem 302 stößt Pocketbook in die Erste Liga vor

„E-Books sind die Taschenbücher des 21. Jahrhunderts2, behauptete vor kurzem der Chef von Penguin Books. Wenn das stimmt, ist der E-Reader-Hersteller Pocketbook schon vom Namen her voll im Trend. Mit günstigen 5- und 6-Zoll-Lesegeräten hat das ukrainische Unternehmen seit letztem Jahr auch zahlreiche deutsche Kunden gewinnen können. Äußerlich ähneln die von Netronix gefertigten Reader der Cybook-Serie aus Frankreich. Doch bei der Software geht Pocketbook eigene Wege – und bietet etwa PDA-ähnliche Features wie Kalender, Notizblock und einige Spieleprogramme wie Schach oder Sudoku. Mit dem neuen Modell „302“ stößt Pocketbook nun in die erste Liga vor: Touch-Screen und WLAN-Funktion machen das Lesegerät zu einer echten Konkurrenz für Amazon, Sony und das Berliner Startup txtr.

Anti-Reflexfolie macht das Display fast blendfrei

Zum Lieferumfang gehören Netz- und USB-Kabel, 4GB-Micro-SD-Karte sowie ein Lederetui. Komplettiert wird das Ganze durch Kurzanleitung und Garantiekarte – die Gewährleistungdauer beträgt übrigens bei den zur Zeit vertriebenen Geräten drei Jahre. Auch sonst zeigt sich Pocketbook spendabel: In den Einführungswochen gibt’s außerdem noch eine Anti-Reflexfolie für das Display dazu. Die wichtigsten Schnittstellen des Pocketbook 302 kann man von außen gar nicht sehen: nämlich WLAN- und Bluetooth-Karte. Auffällig ist aber: Neben dem Einschub für Mikro-SD-Karten, Netzanschluss und 3,5 mm Kopfhörerbuchse besitzt das Pocketbook 302 gleich zwei USB-Schnittstellen – darunter einen Mini-USB-Port. Die inneren Werte liegen auf einer Linie mit vergleichbaren Geräten: Im Innern werkelt eine Samsung-CPU mit 400 Mhz, das E-Ink-Display kommt allerdings nicht von E-Ink Corp., sondern von Vizplex. Wie üblich sollte man das Gerät vor der Inbetriebnahme ersteinmal gründlich aufladen – das kann entweder über den USB-Port geschehen oder über das Netzkabel. Sobald Spannung anliegt, leuchtet während des Ladezyklus eine rote LED auf der Frontseite – wenn sie erlischt, hat der Akku seine volle Kapazität erreicht.

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Das Touch-Screen wird mit dem Stylus oder den Fingern bedient

Zum Starten drückt man den Einschaltknopf an der Oberkante des Lesegerätes – was der Reader mit einer grün aufleuchtenden LED und einem Splashscreen quittiert. Nach etwa acht Sekunden erscheint der Desktop. Auf dem oberen Viertel werden die beiden zuletzt geöffneten Dokumente angezeigt. Den meisten Raum nehmen Icons ein, die zu den wichtigsten Funktionen führen. Neben allgemeinen „Einstellungen“ sowie Hilfsprogrammen und Spielen unter „Software“ geht es hier vor allem zum Content: über „Bücher“, „Bilder“ oder „Musik“ kommt man zu den gewünschten Dateien, mit „Nachrichten“ sind in diesem Fall RSS-Feeds gemeint.
Bedient wird das Pocketbook 302 vor allem über das Touch-Screen – die meisten Funktionen kann man direkt mit den Fingern nutzen, für besonders kleine Schaltfelder – etwa die virtuelle Tastatur – empfiehlt sich allerdings der Stylus. Dieser spezielle Bedienstift sitzt ähnlich wie beim Onyx Boox an der linken oberen Gehäusekante, ist allerdings recht kurz geraten. Nicht ganz unwichtig ist aber auch der runde Druckknopf direkt unter dem Display – er ist die „Escape“-Taste, mit der man Anwendungen, aber auch Untermenüs wieder verlassen kann. Am linken und rechten Geräterand gibt es außerdem noch je zwei Funktionstasten, die u.a. zum Umblättern genutzt werden.

Kommerzielle Titel gibt’s bei Pocketbooks E-Store „Bookland“ leider noch nicht

Im normalen Lesealltag lässt sich das Pocketbook jedoch ebenso einfach bedienen, wie man es von iPhone oder iPod Touch gewohnt ist. Das Umblättern etwa erledigt man mit einem „Finger-Swipe“ von rechts nach links bzw. umgekehrt. Die Fontgröße kann mit einer Fingerbewegung von oben nach unten geändert werden. Für den Lesekomfort empfiehlt es sich, über „Einstellungen“ den serifenlosen Standardfont gegen einen Font mit Serifen zu wechseln – Auswahl gibt es genug. Ausgeschaltet ist im Lieferzustand übrigens der G-Sensor, der für die automatische Seitenausrichtung sorgt. Wer öfter im Querformat lesen möchte, sollte den Sensor über „Einstellungen/Aussehen/Bildschirmorientierung“ aktivieren. Der größe Vorteil eines WLAN-Readers ist natürlich: der Lesestoff kommt drahtlos direkt aus dem Netz. Vorher muss allerdings das Netzwerk konfiguriert werden. Die notwendigen Angaben lassen sich über das Menü Einstellungen/Verbindungen machen. Im WLAN-Modus kann z.B. die Art der Verschlüsselung ausgewählt (WEP oder WPA) und der Netzwerkschlüssel eingegeben werden. Dann geht’s los: Pocketbooks E-Store Bookland.net ist bereits integraler Bestandteil der Bibliothek. Ruft man den Menüpunkt „Bücher“ auf, steht „Bookland“ an oberster Stelle. „In-App-Shopping“ wird hier jedoch nicht geboten – kommerzielle Titel gibt es für deutsche Kunden nämlich bisher noch nicht. Das Angebot beschränkt sich auf Public Domain-Bücher in zahlreichen Sprachen. Kauft man im Internet bei Libri oder anderswo ein DRM-geschütztes E-Book, muss man es also per USB-Kabel auf den E-Reader übertragen.

Ob Austattung, Nutzerfreundlichkeit oder Preis: Pocketbook ist eine ernsthafte Konkurrenz für Amazon & txtr

Die Internet-Fähigkeiten des Pocketbook 302 halten sich ansonsten in Grenzen. Der mitgelieferte „Minibrowser“ hat im Vergleich zum Onyx Boox deutliche Schwächen. Gut nutzen lässt sich dagegen der RSS-Feedreader – bei den aktuellsten Nachrichten und den Trends der Blogosphere bleibt man somit auch per E-Reader immer auf dem Laufenden. Zumindest, soweit das WLAN reicht. Überhaupt machen neben der leichten Bedienbarkeit die zahlreichen Zusatzprogramme den eigentlichen Reiz der Pocketbook-Reihe aus. Auch beim „302“ kommen neben einigen Spielen wie Schach, Patiencen oder Sudoku noch der Taschenrechner, das Wörterbuch sowie ein Kalender dazu. Insgesamt kann Pocketbooks neuer Reader locker in der Oberliga der elektronischen Lesegeräte mithalten – nicht nur bei Austattung und Nutzerfreundlichkeit, sondern auch beim Preis. Mit 295 Euro ist das Pocketbook 302 auf Augenhöhe mit Kindle, txtr und Onyx Boox. Sobald Pocketbook kommerzielle Titel in seinem E-Store anbietet, dürfte das Gerät auch auf dem deutschen Markt zu einem ernsthaften Konkurrenten werden.

Pocketbook 302 Specs:

  • Display: 6-Zoll E-Ink-Vizplex mit 16 Graustufen, Touch-Screen, 800×600 Pixel
  • Speicher: 512 MB (SD-Card bis 32 GB möglich)
  • Gewicht: 280 Gramm
  • Unterstützte Formate: EPUB (DRM), PDF (DRM), TXT, HTXT, HTML, Microsoft Word
  • Lieferumfang: USB-Netzadapter, USB-Kabel, Lederetui, 4GB-Micro-SD-Karte
  • Schnittstellen: USB, WLAN- und Bluetooth
  • Besondere Features: G-Sensor, Touch-Screen, Internet-Browser
  • Preis: 295 Euro (Digital Readers.de)