Zweimal „Sehr Gut“: Warentester loben Kindle Voyage & Tolino Vision

warentest-ereader-kindle-tolinoDie wackeren Warentester wagen sich an alles heran: sie schnüffeln an Hackfleisch, observieren Saugroboter, und sie lesen auch schon mal eine halbe Stunde unter Wasser, um spritzgeschützte E-Reader zu testen. Für den aktuellen E-Reader-Test im Februar-Heft konnten die Tester gleich mit zwei Lesegeräten in die Wanne steigen: dem Tolino Vision 2 wie auch dem Kobo Auro H20. Obwohl nicht wasserdicht, gewann den Test aber ganz knapp ein anderers Gerät: Amazons Kindle Voyage(Gesamtnote Sehr gut / 1,4) – beim Flaggschiff des Online-Riesen gefiel den Testern vor allem die gute Handhabung.

Tolino bei Preis-Leistungsverhältnis vorn

Dicht auf den Fersen ist Amazons Flaggschiff aber der Tolino Vision 2 (Gesamtnote: Sehr gut / 1,5): im Bereich des epub-Universums darf das letztes Jahr gestartete Gerät denn auch als eigentlicher Testsieger gelten. Mit einem Preis von 129 Euro – gegenüber 189 Euro beim Kindle Voyage – bietet die Tolino Allianz zudem das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Wichtigstes Bewertungskriterium (Gewichtung: 40 Prozent) beim Reader-Test war auch diesmal wieder die Bildqualität, hier erreicht der Tolino genau wie das Kindle die Bestnote „Sehr Gut“.

Kopierschutz immer noch ein Ärgernis

Alle anderen unter die Lupe genommenen Lesegeräte wurden insgesamt nur mit Gut (z.B. Pocketbook Touch Lux 2, Kobo Aura H20) bzw. in einem Fall u.a. wegen mangelnder Bildqualität mit befriedigend (Icarus E1051) bewertet. Einziger echter Kritikpunkt auf dem kompletten Reader-Parcours war wie schon bei den Reader-Tests der vergangenen Jahre das leidige Thema Kopierschutz, das bis auf weiteres Kindle- und epub-Welt voneinander trennt: „Die Kopierschützerei verkompliziert Leben und Lesen. Schöner wäre es, wenn der Kopier­schutz fiele“, so die Stiftung Warentest.

Tipp: Den E-Reader-Test gibt’s online & als PDF-Download zum Preis von 2,50 Euro, das komplette Test-Heft 02/2015 kostet elektronisch 4,49 Euro.

Leuchtende Beispiele: Stiftung Warentest kürt Kindle Paperwhite & Tolino Shine zum Testsieger

Die Warentester waren mal wieder im E-Leseland unterwegs: diesmal nahmen sie nicht nur 16 klassische E-Reader unter die Lupe, sondern auch 4 Tablets. Besonders angetan zeigten sich die Experten des westberliner Prüfinstituts von der Kombination E-Ink plus Glimmerlicht: sie hievten Amazons Kindle Paperwhite (Note 1,6) ebenso auf’s Siegertreppchen wie den neuen Tolino Shine (Note 1,9) sowie den bewährten Kobo Glo (2,0). Die Bildqualität der getesteten Lesegeräte war mit 40 Prozent Gewichtung tatsächlich auch das zentrale Testkriterium, neben Bereichen wie Handhabung (20 Prozent), Konstruktion (15 Prozent) oder „Bücher Laden“ (10 Prozent). Ganz weit unten landeten in den meisten dieser Bereiche vor allem Low-Cost-Reader von Trekstor & Co.

Lese-Tablets fallen bei Testern durch

Beeindruckt war man dagegen auch von der Akkuleistung aktueller High-End-Geräte: „Bei mitt­lerer Beleuchtung und zwei Stunden Lesedauer pro Tag hielt der Akku des Kindle Paperwhite im Prüf­institut 31 Tage durch“, loben die Tester. Der Sony-Reader PRS-T2 – ohne Glowlight besonders sparsam – machte sogar erst nach 91 Tagen schlapp. Nicht wirklich überzeugt zeigten sich die Warentester dagegen von Lese-Tablets wie dem Kindle Fire, Apples iPad Mini oder Kobo Arc. Die seien zwar funktional vielseitig und auch zur Lektüre im Dunkeln geeignet – doch zugleich nicht nur deutlich schwerer und mit weitaus weniger Akkulaufzeit gesegnet, sondern bei hellem Umgebungslicht nur schlecht zur Lektüre zu benutzen. Viellesern wird deswegen zurecht zu einem klassischen E-Reader geraten.

Warnung vor Amazons goldenem Käfig

Wie schon gewohnt gehen die Warentester bei ihren Bewertungen und Empfehlungen aber etwas merkwürdige Wege. Das Kindle Paperwhite wurde zwar eindeutig zum Testsieger erkoren, Kindle-Nutzer werden aber zugleich ausdrücklich vor dem „goldenen Käfig“ gewarnt: das Kindle öffne „fast ausschließ­lich elektronische Bücher mit dem Amazon-Dateiformat Mobi“, E-Books könne man daher nur bei Amazon selbst kaufen. Was so natürlich nicht stimmt – denn unabhängige Plattformen wie xinxii oder Smashwords bieten auch DRM-freie mobi-Dateien an. Zudem, so Stiftung Warentest, sei mit Kindle-Geräten die Onleihe nicht möglich, die auf epub plus Adobe-DRM basiert. Auch das stimmt nur bedingt: zumindest mit dem Kindle Fire und entsprechenden Zusatz-Apps wie Aldiko oder Bluefire ist das Ausleihen von E-Books problemlos möglich.

Tolino Shine besser als Kobo Glo?

Bemerkenswert ist auch das unterschiedliche Abschneiden von Kobo Glo und Tolino Shine: das Einkaufen im E-Store des Kobo Glo wird nur mit befriedigend bewertet, die Handhabung der aufwändig designten Nutzeroberfläche kommt nur auf die Note 2,5. Der Tolino Shine kommt bei der Handhabung dagegen trotz des zum Testzeitpunkts noch fehlenden Firmware-Updates (mit wichtigen Features wie Markieren oder Anmerkungen erstellen) und Software-Fehlern bei der Helligkeitsregulierung auf die Note 2,2. Auch die Bewertung der Konstruktion mit 1,9 verwundert – schließlich wirkt der Tolino vom Äußeren weitaus weniger wertig, die Slider-Taste wie auch die Abdeckung von USB-Anschluss und SD-Slot scheinen nicht sehr stabil. In der Gesamtbewertung der Warentester hat der Tolino Shine mit der Note 1,9 sogar knapp die Nase vorn – was durch den Preisunterschied (Tolino: 100 Euro – Kobo Glo: 130 Euro) ein besseres Preis-Leistungsverhältnis suggeriert.

Den vollständigen Testbericht findet man im Juni-Heft der Stiftung Warentest. PDf-Download des kompletten Heftes für 4,49 Euro, der Reader-Test ist aber auch direkt online zum Preis von 2,50 Euro zugänglich.

Abb.: Stiftung Warentest

Stiftung Warentest lobt iPad Mini & Nexus 7 – Kindle Fire dagegen erntet Kritik

Alle Jahre wieder nehmen die Experten von Stiftung Warentest aktuelle Tablet PCs unter die Lupe – was natürlich jedesmal auf einen Wettkampf à la „Schlag das iPad“ herausläuft. Im Dezember-Heft 2012 treten gleich 13 Android-Flachrechner ab 7 Zoll gegen Apples Edel-Gadget der dritten Generation an, die Spannbreite reicht dabei von Acer bis Toshiba. Kurz zusammengefasst lautet das Ergebnis: „Es muss nicht immer iPad sein“. Knapper Testsieger bei den Großen wurde nämlich Samsungs neues Galaxy 10.1 („Gut 1,9“), bei den kleineren Tablets dagegen hatte Googles Nexus 7 die Nase vorn („Gut 2,4“). Bei den kleinen Tablets nicht mit im Rennen war allerdings Apples iPad Mini. Dafür gab’s aber einen separaten „Schnelltest“ von iPad Mini, iPad 4 sowie Amazons Kindle Fire HD. Hier konnte Apples 7-Zoller durchaus punkten: es sei ein „gelungener, wenn auch teurer Einstieg in die Welt der kleinen Tablets“, gratuliert Stiftung Warentest. Deutliche Kritik hagelte es dagegen in Sachen Kindle Fire HD: „Kein echter Androide“, lautet das Urteil.

„Einkaufs-Terminal für Amazon-Angebote“

Amazons Tablet läuft zwar grundsätzlich mit einer aktuellen Android 4.1-Oberfläche, doch hat der Online-Händler beim Frontend kräftig nachgeholfen. Deswegen loben die Warentester zwar die Akkulaufzeit, monieren aber zugleich, das Kindle Fire HD sei „durch seine zahlreichen Softwarebeschränkungen eher ein Einkaufs-Terminal für Amazon-Angebote als ein richtiges Android-Tablet“. Tatsächlich ist Amazons eigener App-Store ähnlich stark „kuratiert“, also gefiltert, wie Apples App Store (den die Tester ebenfalls als „geschlossener“ und „weniger flexibel“ als den offenen Google Play Store kritisieren) . Zudem können natürlich mit der E-Reader-App des Kindle Fire nur E-Books aus dem Kindle-Store bzw. im Kindle-Format gelesen werden, also keine epubs – was die Tester dem Tablet ebenfalls ankreiden. Zur recht: benutzerfreundlich war die Trennung der E-Lesewelt in Kindle- und epub-Format noch nie.

Getestet wurden nur vorinstallierte Apps

Hier zeigt sich jedoch auch eine Einschränkung des Testverfahrens: denn ausprobiert wurden die Geräte nur im Lieferzustand, d.h. mit den vorinstallierten Apps. Tatsächlich lassen sich ja alternative, epub-fähige E-Reader-Apps wie etwa Bluefire problemlos nachinstallieren, was den Nutzwert von Amazons Lese-Tablets deutlich erhöht. Was den Testern ebenfalls auffiel: zum Lesen dicker Romane sind LCD-Screens von Tablets nicht ganz so gut geeignet wie klassische E-Ink-Reader. Solche Geräte hat Stiftung Warentest jedoch zum letzten Mal vor mehr als zwei Jahren getestet – schade eigentlich, gerade die Weihnachtssaison wäre eine gute Gelegenheit für einen neuen Anlauf gewesen. Die Schnelltests von iPad 4/iPad Mini sowie Kindle Fire HD kann man kostenlos im Web lesen, den kompletten Tablet-Testbericht gibt’s für 2,50 zum Download (PDF-Format).

Abb.: Stiftung Warentest, Heftcover Dez. 2012

Ein Hauch von Jurassic Park: E-Reader-Testbericht der Stiftung Warentest bietet wenig Neues

stiftung-warentest-e-reader-testberichtKnapp vor der Frankfurter Buchmesse hat die Stiftung Warentest zum ersten Mal verschiedene E-Reader auf Herz und Nieren geprüft. E-Book-News hat den Testbericht getestet – und war eher ernüchtert. Mit der aktuellen 6-Zoll-Version des Kindle ist ausgerechnet der momentan leistungsfähigste E-Reader nicht dabei. Der Verzicht auf die „Weltbild-Edition“ des Hanvon 516 verfälscht zudem das Ranking der günstigsten mit „Gut“ bewerteten Lesegeräte. Ohnehin dürfte das Warentest-Ranking spätesten ab Oktober obsolet sein – dann kommen zahlreiche neue E-Reader auf den Markt, die vom Preis-Leistungsverhältnis her die Testsieger des Warentest-Vergleichs ziemlich alt aussehen lassen dürften.

Stress-Test für E-Reader: Stabilität und Haltbarkeit als Kriterium

Wer bisher eine unabhängige Kaufempfehlung in Sachen E-Reader suchte, wurde jenseits der Blogosphere schlecht bedient. Die Computerzeitschrift c’t testete im November 2009 den Nutzwert von sieben Lesegeräten, die amerikanische Nonprofit-Organisation EFF veröffentlichte in diesem Jahr einen E-Reader-Testbericht, der um das Thema Datenschutz kreiste. Das war’s mehr oder weniger. Nun hat sich mit der Stiftung Warentest Deutschlands größte Verbraucherschutz-Organisation dem Thema Elektronisches Lesen angenommen (übrigens in der Rubrik „Computer und Telefon“). Insgesamt fünfzehn E-Reader haben die Berliner Tester zur Brust genommen, darunter Bookeens Cybook Opus, die Sony Reader Pocket Edition und den Hanvon W516. Zumeist Geräte, die bereits seit Mitte 2009 auf dem Markt sind. Der aktuellste E-Reader im Fuhrpark war die 16 Gigabyte 3G-Version von Apples iPad. Getestet wurde nicht nur die Nutzerfreundlichkeit, sondern auch Stabilität und Haltbarkeit, etwa bei Wärme, Kälte oder Feuchtigkeit.

Alle Testsieger sind nicht zufällig E-Ink-Geräte

Unter der Überschrift „Bücherschrank fürs Handgepäck“ gibt es zunächst eine Übersicht zu Vor- und Nachteilen von E-Readern. Die kontrastreiche E-Ink-Technik scheint die Tester auf jeden Fall überzeugt zu haben, denn sowohl ein LCD-Gerät von Ectaco wie auch das Display des iPads bekamen vergleichsweise schlechte Noten. Lobend erwähnt wurde auch die stromsparenden Eigenschaften elektronischer Tinte: „Bei vielen Readern war der Akku im Test auch nach 14 Tagen Dauerbetrieb noch nicht leer“. Nachteil sei jedoch das langsame Umblättern: „Die E-Book-Reader mit diesen Bildschirmen brauchen zum Blättern durchschnittlich knapp zwei Sekunden“. Zum Testsieger erkoren die Warentester Bookeens 5-Zoll-Reader Cybook Opus, den 6-Zoll-Reader iRiver Story sowie den eher exotischen 8-Zoller iRex Digital Reader 800S. Nur auf Platz sieben kam Hanvons WiseReader 516, der als baugleiche „Weltbild-Edition“ für derzeit 149 Euro zudem das günstigste Gerät im Ranking darstellen würde. Die Warentester nahmen jedoch leider nur die teurere Variante in den Vergleich mit auf. Somit darf als „günstigster Guter“ Sonys Pocket Edition für 172 Euro firmieren.

Ratlos bei drahtlos – eine veraltete und unvollständige Auswahl

Die einzigen drahtlosen Geräte im Test waren Amazons altes Kindle DX sowie Apples iPad. WiFi-Reader wie das Pocketbook 302 oder der Onyx Boox 60 tauchen im Testbericht dagegen nicht auf. Der Verzicht auf solche den Branchenstandard epub ebenso wie Adobes DRM unterstützenden Geräte beeinflusst deutlich das Testergebnis. Wirklich begeistern konnten sich die Warentester für Kindle und iPad dann nämlich nicht: „E-Books von Amazon und Apple laufen auf fast allen anderen Readern nicht. Die Geräte von Amazon und Apple wiederum können E-Books mit anderem Kopierschutz nicht darstellen“, bemängeln sie. Außerdem sind iPad und das 9-Zoll-Kindle DX natürlich deutlich teurer als die meisten anderen E-Reader – das neue 6-Zoll-Kindle dagegen ist mit knapp 150 Euro günstiger als alle von den Warentester geprüften Lesegeräte. Da die Tester nur den alten Kindle DX zur Verfügung hatten, konnte auch das neue Pearl-E-Ink-Display nicht in die Bewertung einfließen.

Testurteil: nur bedingt zu empfehlen

Zu Recht kritisieren die Warentester ein allgemeines „Chaos bei Formaten und Kopierschutz“. Da zudem „selbst die größeren Anbieter nur wenige Zigtausend Bücher im Sortiment“ hätten, könnte der Durchbruch von E-Books auf dem Massenmarkt noch etwas auf sich warten lassen. Gleichzeitig stellen sie fest, der Gerätemarkt sei derzeit im Umbruch: „Die Anbieter Foxit, Interead und Irex […] waren für Rückfragen nicht mehr erreichbar.“ Ebenso richtig ist jedoch, dass ab Oktober zahlreiche neue Anbieter mit neuen Konzepten auf den Markt drängen – insbesondere der deutsche Buchhandel selbst, wie Thalia mit dem Oyo-Reader oder Libri mit dem LumiRead beweisen. Besonders vielversprechend scheinen aber auch die neuesten E-Reader-Generationen von Pocketbook und Sony zu sein, die ebenfalls in Kürze in den Handel gelangen. Die neuen Geräte sind nicht nur technisch aktueller als sämtliche im Warentest-Vergleich vertretenen E-Reader, sondern bewegen sich auch im äußerst konkurrenzfähigen Preissegment zwischen 150 bis 200 Euro. Diesen Hinweis sollten die Warentester fairerweise vor ihren leider bereits bei Erscheinen veralteten E-Reader-Testbericht stellen, dessen Vollversion man im Internet für 2,50 Euro herunterladen kann.