Drahtlose Konkurrenz für Kindle: WiFi-Reader von Sony, txtr & Irex starten bis Ende 2009

WiFi für E-Reader-Sony txtr und Irex bringen neue Geraete auf den Markt_Pixelio_Heinrichs-Noll.gifLange Zeit war Amazons Kindle in der Liga der WiFi-fähigen Reader allein auf weiter Flur. Das ändert sich nun schlagartig: Sony präsentierte diese Woche mit dem „Reader Daily Edition“ einen drahtlosen E-Reader mit 7-Zoll-Display, das Berliner Startup txtr kündigte für seinen 6-Zoller die Kooperation mit E-Plus an, und Irex ließ verlauten, sein WiFi-fähiger 8-Zoll-Reader werde mit Content von Barnes&Noble versorgt. Die drei Geräte sollen bis Ende 2009 in den Handel gelangen.

Mit Sonys „Reader Daily Edition“ Tag für Tag drahtlos einkaufen- ohne zusätzliche Kosten?

Die Karten im E-Book-Geschäft werden bis Ende des Jahres neu gemischt: neben epub als Standard für E-Book-Formate wird es einen neuen Standard für High-End-Reader geben: WiFi. Bisher gab es nur zwei Möglichkeiten, drahtlos in E-Book-Stores zu shoppen – entweder musste man in den USA leben und einen Amazon Kindle besitzen, oder zur Gemeinde der iPhone und iPod-Touch-Fans gehören. Grundsätzlich kommt der kommerzielle Lesestoff für alle E-Reader
aus dem Internet. Bisher allerdings zumeist über die USB-Schnittstelle von PC oder Laptop. Sony will nun als erster Konkurrent die digitale Nabelschnur kappen: das diese Woche präsentierte Geräte namens „Reader Daily Edition“ wird über das UMTS-Netz von AT&T drahtlos mit Sony „eBook Store“ verknüpft. Der Name des 7-Zoll-Readers ist durchaus ernst gemeint. Da die User keine direkten Mobilfunk-Gebühren bezahlen müssen, können sie bequem nicht nur Bücher, sondern auch ihre Zeitung Tag für Tag online beziehen. Wer nicht kaufen will, kann aber auch leihen. Dank eines Features namens „Library Finder“ dürfen Sony-Kunden über den ebook Store E-Books aus ihrer lokalen Bibliotheken ausleihen. Erstmal müssen die WiFi-Freunde jedoch abwarten: Ausgeliefert wird Sonys neuer Reader ab Dezember.

In Deutschland gibt’s nicht umsonst: txtr-Kunden können aber auf eine WiFi-Flatrate hoffen

Ein echter Erlkönig ist bisher der txtr-Reader aus Berlin. Er wird zum ersten Mal auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober ins Rampenlicht gerückt. Doch wissen wir seit dieser Woche zumindest ein bisschen mehr. Denn txtr hat gegenüber der Presse den Mobilfunkanbieter Ecotel als Kooperationspartner für sein neues Lesegerät vorgestellt. Über das von Ecotel genutzte EDGE-Netz von E-Plus wird sich „txtr“ mit dem txtr-Onlineshop verbinden. Allerdings gibt’s an der Spree nichts umsonst: gegenüber heise online widersprach txtr anderslautenden Berichten aus der Blogosphäre. Die txtr-Nutzer sollen stattdessen zwischen unterschiedliche Gebührenmodellen wählen können, zum Beispiel Prepaid oder eine Flatrate. Das Angebot im txtr-Store soll von Comics bis zu PDFs und PowerPoint-Präsentationen reichen – und natürlich jede Menge E-Book-Belletristik. Die Berliner setzen ähnlich wie andere Wettbewerer auf die Kombination von freien E-Books und kommerzieller Ware. Dafür stehen Kooperationpartner wie libri und ciando ebenso wie gutenberg.org. Insgesamt verspricht txtr die „umfassendste Angebot kommerzieller epub-Titel in Deutschland“. Zumindest ab Ende 2009.

Nicht T-REX, sondern Irex: 8-Zoll-Reader mit WiFi

„Wir werden die Dynamik des Marktes verändern“, verspricht Kevin Hamilton, Nordamerika-Chef von Irex Technologies. Auch bei Irex weiß man nämlich, dass der direkte Draht vom Kunden zum E-Book-Store das A&O im Business ist. Der ebenfalls für Ende 2009 erwartete 8-Zoll-Reader von Irex wird deswegen die Leser mit dem Online-Store von Barnes&Noble verbinden. Das kündigte Irex diese Woche an. Nach PlasticLogic, deren Reader für 2010 angekündigt ist, wird Irex damit der zweite Geräte-Partner des größten US-Buchhändlers mit ingesamt fast 800 Filialen. Damit können Irex-Nutzer beim Online-Shoppen von B&N’s neuer Preispolitik profitieren – gerade erst hat man nach dem Vorbild von Amazon einen neuen Schwellenpreis für E-Books von 9 Dollar 99 eingeführt. Eine Klasse für sich sind der Irex Reader wie auch Sonys Daily Edition allerdings beim Bedienungskomfort. Denn die Lesegeräte kommen mit Touch-Screen in den Handel. Doch schon WiFi alleine hat natürlich seinen Preis: keines der Geräte dürfte bei der Markteinführung weniger als 299 Dollar kosten – soviel muss man für den aktuellen Kindle bezahlen.

(via heise.de, macworld.com, pcworld.com, prnewswire.com)

Bild: Pixelio/Heinrichs-Noll

E-Reader erfolgreicher als Netbooks: InStat rechnet mit 28 Mio. verkauften Geräten im Jahr 2013

Der E-Book-Markt wird immer dynamischer: einem Bericht des us-amerikanischen Informationsdienstes InStat zufolge könnten weltweit im Jahr 2013 bereits 28 Millionen elektronische Lesegeräte verkauft werden. Da im Jahr 2008 erst etwa eine Million E-Reader abgesetzt wurden, wäre das eine Steigerung um das 30-fache. Die Zeiten der Nische sind vorbei: die E-Reader würden damit sogar die mobile Konkurrenz der Netbooks überholen.

Die großen der Branche betreten die E-Book-Arena: „At last it’s a real market“

Den größten Anteil an dieser rasanten Entwicklung hatten bisher Amazon und Sony: sowohl der Kindle wie auch die Lesegeräte der PRS-Serie beherrschen bisher den Markt. Das dürfte sich jedoch bald ändern: seitdem das E-Book-Geschäft keine Nische mehr ist, drängen auch andere Branchenriesen wie Samsung und Apple auf den Markt. Tech-On! zitiert Yasunori Yata von Sharp mit den Worten „At last it’s a real market. It’s time to show what we can do.“ Gerade der Erfolg des Kindle hat gezeigt, dass es nicht nur auf ein E-Ink-Display ankommt, sondern auch auf eine drahtlose Internet-Verbindung und einen gut bestückten Online-Store. Bisher war Amazon damit außer Konkurrenz — und konnte einen relativ hohen Gerätepreis fordern. Nun hat nicht zufällig Konkurrent Sony ebenfalls einen WiFi-fähigen Reader angekündigt, mit dem Leserinnen und Leser dann E-Books direkt aus dem Sony Store herunterladen können. Es geht aber auch umgekehrt: Barnes&Noble hat einen großen E-Book-Store eröffnet, ein dazu passender Reader von PlasticLogic wird aber erst für 2010 erwartet. Google dagegen setzt vor allem auf Content: gegen Ende des Jahres will der Suchmaschinen-Riese ebenfalls in den Onlineverkauf von E-Books einsteigen. (via Tech On! und pressetext)

Sony’s neuester E-Reader heißt Playstation Portable

Sonys neue Offensive Jetzt auch E-Books auf der portable Playstation PSP 3000.gifSonys Offensive auf dem E-Book-Sektor geht weiter: auch die portable Playstation (Sony Playstation Portable) wird ab Dezember zum E-Reader – allerdings kann man vorerst nur E-Comics auf die mobile Konsole downloaden, darunter X-Men, Spiderman, Transformers und Star Trek. Für den Content sorgen Partner wie Marvel, IDW Publishing und iVerse Media. Viele dieser E-Comics waren bisher schon als iPhone-App erhältlich.

Jetzt ist alles möglich: Games auf dem iPhone, E-Comics auf der Playstation

Die aktuelle PlayStation Portable von Sony (PSP 3000) eignet sich für E-Books tatsächlich sehr gut: sie ist auf Multimedia ausgelegt. Schon bisher konnte man nicht nur Gamen, sondern etwa Fotos betrachten, Musik hören, Filme anschauen oder im Internet surfen. Mehr Portable Media Player als reine Spielekonsole, tritt die PSP damit nicht nur in Konkurrenz zur Nintendo DS, sondern auch zu iPhone und iPod. In der Grundausstattung gibt es sie ab 158 Euro, also etwas günstiger als einen iPod Touch. Die E-Comics werden ähnlich wie viele Spiele online im Sony Store erhältlich sein – man kann sie also direkt auf die PSP herunterladen. X-Men, Superman, Spiderman & Co. sind also zukünftig doppelt präsent: als Game und als Comic. Doch was ist eigentlich mit „klassischen“ E-Books? Nintendo etwa bot vor einiger Zeit als Knüller für das Weihnachtsgeschäft schon mal ein ganzes Bundle von Buch-Klassikern für seine Konsole an. Eric Lempel, bei Sony zuständig für „PlayStation Network Operations“, sagte gegenüber dem Gamer-Blog Destructoidjedoch: „Strictly a comics service at the moment“. Allerdings betonte Lempel zugleich, natürlich ließen sich mit PSP-Anwendungen auch andere Gebiete abdecken, inklusive E-Books oder auch andere Formen der „interaktiven“ Lektüre.

Die Digital Reader-Software gibt’s ab Dezember im Sony Store – und zwar nicht nur in den USA…

Also erstmal nur Superman, und nicht James Joyce. Aber immerhin: Die europäischen PSP-Fans müssen nicht in die Röhre schauen: Die Digital Reader-Software, die zum Lesen der E-Comics nötig ist, können PSP-Besitzer ab Dezember im Sony Store herunterladen, und zwar sowohl in den USA wie auch in Europa. Die Playstation-Comics lassen sich mit dem Digital Reader Panel für Panel lesen, es ist aber auch eine Seitenansicht möglich. Sony hat angekündigt, das Comic-Angebot solle zukünftig monatlich aktualisiert werden. Völliges Neuland wird mit dem Comic-Service übrigens nicht betreten: Schon seit einigen Jahren gab es unter PSPlern eine aktive Manga-Szene – allerdings wurden die Bildergeschichten meist nur inoffiziell gescannt und getauscht. Die Ansicht erfolgte über den Photo Viewer der PSP. Es gibt aber auch ein paar kommerzielle Angebote: Seven Seas Entertainment etwa bietet mehrere Manga-Serien (z.B. Amazing Agent Luna) für die PSP zum kostenlosen Download an.

Entscheidung von Format: Sony setzt bei E-Books voll auf offenen epub-Standard

Sony setzt bei E-Books voll auf epub-Format.gifEpub avanciert zum MP3 der E-Book-Branche. Auch Sony setzt ab 2010 voll auf den offenen Standard: zugunsten von epub verzichtet man im Sony Store sogar auf das Sony-eigene BeBB-Format. Für den DRM-Schutz wird Sony auf die Dienste von Adobe zurückgreifen. Zugleich kündigte Sony an, im Herbst werde man nach dem PRS-300 und PRS-500 einen dritten E-Reader auf den Markt bringen: dieser soll „wie der Kindle das drahtlose Downloaden von E-Books ermöglichen“.

Sonys Entscheidung könnte epub endgültig zum MP3 der E-Book-Branche machen

Die Pressemitteilung war kurz, hatte es aber in sich: „In an effort to take the confusion out of digital book formats, Sony today announced its plan to convert its eBook store to the industry-standard EPUB format by the end of the year.“ Auch „Early Adopters“, die den älteren PRS-500-Reader besitzen, sollen durch ein Firmware-Update vom neuen Format profitieren können. Tatsächlich könnte das Format-Wirrwarr in der E-Lese-Community nun langsam ein Ende nehmen: mittlerweile können fast alle Reader auf dem Markt E-Books im epub-Format lesen – abgesehen von Amazons Kindle. Ähnlich wie auf dem Musikmarkt, wo das Synonym für Songs schon seit Jahren MP3 heißt, wird man wohl in Zukunft bei E-Book gleich an epub denken.

Amazon gerät unter Druck: wird das Kindle-Format jetzt zum „Betamax“ der E-Book-Branche?

Sonys Entscheidung dürfte den Druck auf Amazon erhöhen, den offenen Standard zu unterstützen. Zudem Sony die Preise in seinem E-Book-Store gerade unter die magische 10 Dollar-Grenze gesenkt hat. Wirklich nervös dürfte Amazon etwas ganz anderes machen. Die New York Times meldete nämlich heute über den Konkurrenten Sony: „Later in the year, the company will begin selling a third Reader that will, like the Kindle, allow users to buy e-books wirelessly.“ Ein WiFi-fähiger Reader, epub und ein Online-Store – kein Wunder, dass die mögliche Zukunft des Kindles in der Blogosphere schon einen Namen hat: Betamax. So hieß das Videosystem, das nach der weltweiten Verbreitung von VHS in den Achtziger Jahren den Kürzeren zog. Betamax-Rekorder gibt’s mittlerweile nur noch im Museum.

Sony sucht 20 deutsche Tester zum Start des E-Readers PRS 505

It’s not a trick: Sony und die Buchhandelskette Thalia suchen 20 deutsche Tester für den neuen E-Reader PRS 505. Anlass ist die offizielle deutsche Markteinführung des elektronischen Lesegerätes im März, die zeitlich parallel zur Leipziger Buchmesse stattfindet. Die Tester in spe können sich bis zum 4. März bei Thalia.de bewerben. Werden sie ausgewählt, (mehr …)