Unterhaltungs-Elektronik, belletristisch: Sony’s E-Reader jetzt im Mediamarkt

Sony wird seinen neuen E-Reader Daily Edition zukünftig auch in Elektronik-Verbrauchermärkten anbieten. Im Mediamarkt etwa soll das mit Touch-Screen ausgestattete Gerät demnächst ab 299 Euro erhältlich sein. Der ältere E-Reader PRS-505 ist bereit seit einigen Wochen dort zu kaufen. Offenbar will Sony den schleppenden Umsatz ankurbeln und Käuferschichten ansprechen, die über den Geräteverkauf in Buchhandlungen nicht zu erreichen sind.

E-Reader im Mediamarkt? Keine schlechte Idee: E-Book-Leser sind schließlich eher technikaffine Typen

Schon bisher konnte man sich fragen, ob Buchhandlungen der richtige Ort für den Verkauf von E-Readern sind: hier kaufen schließlich vor allem die normalen Buch-Leser. E-Book-Leser dagegen nutzen die Online-Stores im Internet, und als technikaffine Konsumenten ist ein Elektronik-Fachmarkt in punkto Geräte-Kauf für sie sicherlich die richtige Adresse. Tatsächlich können Sonys Umsätze in Deutschland auch nocht nicht so spektakulär gewesen sein: Buchreport spekulierte, weniger als 100.000 verkaufte E-Books im ersten Halbjahr 2009 wiesen darauf hin, dass auch die Zahl der verkauften E-Reader in Deutschland sich bisher in Grenzen halte. Außerdem sei es wohl nicht gelungen, die für den Erfolg des Amazon Kindle so wichtigen „Vielleser“ zu erreichen. Das wiederum dürfte aber auch daran liegen, dass es für die deutschen Vielleser eben nicht so viel neues zu lesen gibt. Zwei Drittel der Top-25-Bestseller aus dem Print-Bereich sind z.B. bei Libri immer noch nicht als E-Book zu haben. Gibt es in den USA hunderttausende kommerzielle E-Book-Titel zum Download, sind es in Deutschland nur etwas mehr als zehntausend. Immerhin: Libreka-Chef Ronald Schild zeigte sich gegenüber FOCUS Online „optimistisch, dass in sechs bis zwölf Monaten alle Titel der Bestseller-Listen auch als E-Books erhältlich sein werden“.

Entscheidung von Format: Sony setzt bei E-Books voll auf offenen epub-Standard

Sony setzt bei E-Books voll auf epub-Format.gifEpub avanciert zum MP3 der E-Book-Branche. Auch Sony setzt ab 2010 voll auf den offenen Standard: zugunsten von epub verzichtet man im Sony Store sogar auf das Sony-eigene BeBB-Format. Für den DRM-Schutz wird Sony auf die Dienste von Adobe zurückgreifen. Zugleich kündigte Sony an, im Herbst werde man nach dem PRS-300 und PRS-500 einen dritten E-Reader auf den Markt bringen: dieser soll „wie der Kindle das drahtlose Downloaden von E-Books ermöglichen“.

Sonys Entscheidung könnte epub endgültig zum MP3 der E-Book-Branche machen

Die Pressemitteilung war kurz, hatte es aber in sich: „In an effort to take the confusion out of digital book formats, Sony today announced its plan to convert its eBook store to the industry-standard EPUB format by the end of the year.“ Auch „Early Adopters“, die den älteren PRS-500-Reader besitzen, sollen durch ein Firmware-Update vom neuen Format profitieren können. Tatsächlich könnte das Format-Wirrwarr in der E-Lese-Community nun langsam ein Ende nehmen: mittlerweile können fast alle Reader auf dem Markt E-Books im epub-Format lesen – abgesehen von Amazons Kindle. Ähnlich wie auf dem Musikmarkt, wo das Synonym für Songs schon seit Jahren MP3 heißt, wird man wohl in Zukunft bei E-Book gleich an epub denken.

Amazon gerät unter Druck: wird das Kindle-Format jetzt zum „Betamax“ der E-Book-Branche?

Sonys Entscheidung dürfte den Druck auf Amazon erhöhen, den offenen Standard zu unterstützen. Zudem Sony die Preise in seinem E-Book-Store gerade unter die magische 10 Dollar-Grenze gesenkt hat. Wirklich nervös dürfte Amazon etwas ganz anderes machen. Die New York Times meldete nämlich heute über den Konkurrenten Sony: „Later in the year, the company will begin selling a third Reader that will, like the Kindle, allow users to buy e-books wirelessly.“ Ein WiFi-fähiger Reader, epub und ein Online-Store – kein Wunder, dass die mögliche Zukunft des Kindles in der Blogosphere schon einen Namen hat: Betamax. So hieß das Videosystem, das nach der weltweiten Verbreitung von VHS in den Achtziger Jahren den Kürzeren zog. Betamax-Rekorder gibt’s mittlerweile nur noch im Museum.

Fünf ist Trümpf: Die neue Liga der 5-Zoll-Reader

Die neue Liga der 5-Zoll E-Reader Bild_Pixelio_Kathrin Antrak.gifGanz klein kommt ganz groß raus. Bookeen mit dem Opus, Sony mit dem PRS 300 und Bebook mit dem geplanten Mini: alle setzen auf kleinere, handlichere E-Reader mit 5-Zoll-Display. Auch die Russen sind in der Offensive: mit dem Pocketbook 360 geht der osteuropäische Netronix-Distributor Pocket-Book ebenfalls mit einem Lesegerät für die Hosentasche an den Start. Preis und Leistung unterscheiden sich jedoch deutlich – obwohl keines der Geräte über ein Touch-Screen verfügt oder WiFi-fähig ist.

Je kleiner das E-Ink-Display, desto günstiger der gesamte E-Reader

Ein wichtiges Argument für die Mini-Reader ist offenbar der Preis: E-Ink-Displays sind das teuerste Element eines Lesegerätes, verkleinert man die Fläche, sinken auch die Kosten. Was allen 5-Zoll-Displays gemeinsam ist: das Display ist zwar kleiner, die Auflösung bleibt aber wie bei 6-Zoll-Readern, nämlich 600 mal 800 Pixel. Trotzdem wird man im Vergleich zum 6-Zoll-Reader öfter umblättern müssen, wenn man nicht kleinere Buchstaben in Kauf nehmen möchte. Zentral für die Mini-Reader-Strategie ist wohl auch der Mobilitäts-Faktor: bisherige Geräte sind einfach zu sperrig, um sie immer dabei haben zu können. Ausschlaggebend für die Kaufentscheidung dürfte am Ende die Kombination von Preis und Komfort sein. Allerdings: zum Preis der meisten 5-Zoll-Geräte gibt es auch jetzt schon einen iPod Touch — inklusive Farbdisplay, WLAN-Fähigkeit und Touch-Screen.

Fünf ist Trümpf: die Preisspanne der 5-Zoll-Reader reicht von 150 bis 280 Euro

  • Der PRS-300 von Sony kommt zwar nur mit 512 MB internem Speicher, kann aber 8 Graustufen darstellen. Der Reader bringt jedoch außer USB keine weitere Schnittstellen mit — kann also auch keine SD-Karte aufnehmen. Spartanische Ausstattung — spartanischer Preis: Mit etwa 150 Euro wird der PRS 300 der günstigste Reader auf dem Markt sein.
  • Das BeBook Mini vom niederländischen Hersteller Endless Ideas hat bis auf das 5-Zoll Display die gleichen Leistungsdaten wie das ursprüngliche BeBook 1 (512 MB interner Speicher, Einschub für SD-Karte). Es soll ab Ende August für 199 Euro erhältlich sein, also rund hundert Euro günstiger als die bisherige 6-Zoll-Variante.
  • Schon seit ein paar Wochen im Handel ist das Cybook Opus vom französischen E-Reader-Hersteller Bookeen (etwa 250 Euro). Es kann wie das BeBook 4 Graustufen darstellen, bietet aber nicht nur mehr internen Speicher (1 MB) als das BeBook, sondern als Zusatz auch eine „Accelerator-Funktion“ — je nach Position des Gerätes wird eine Buchseite auf dem Display im Hoch- oder Querformat dargestellt.
  • Eine Klasse für sich ist dagegen das russische Pocket-Book. Es bietet zwar dank SD-Karten-Slot und Accelerator-Funktion mehr Komfort, wird aber in Deutschland vorraussichtliche zwischen 260 und 280 Euro kosten.
  • Bild: Pixelio/Kathrin Antrak

    Sony bietet mehr als eine Million E-Books und vier verschiedene E-Reader

    Sony und Google weiten ihre Kooperation aus: schon bisher waren für die Nutzer der Sony E-Reader bereits mehr als 500.000 Public-Domain-Titel kostenlos als E-Book verfügbar. Jetzt sollen es bereits mehr als eine Million Titel sein. Profitieren werden von dem größeren Angebot auch die Käufer der neuen Sony Reader PRS 300 und 600, die im Herbst in den Handel kommen.

    „Ihr wolltet mehr Bücher? Sony hat Euch erhört!“

    Wohl noch nie waren soviele Bücher so bequem für umsonst lesbar – aber auch noch nie war Public Domain so exklusiv: lesen dürfen auf diese Weise nur Sony-Kunden in den USA und Kanada.
    Auf seiner Internet-Präsenz gibt sich Sony trotzdem ganz volksnah: „You said you wanted more books and we heard you“! Und mächtig stolz: Man gebe den Kunden mit dem neuen Angebot die größte, umfassendste Auswahl von E-Books, die derzeit verfügbar sei. Außerdem seien die epub-Versionen aus der GoogleBooks-Bibliothek für das Lesen mit einem der aktuellen Sony-Reader optimiert. Auch andere Anbieter von E-Books, wie etwa Barnes&Noble, kommen derweil an Google nicht mehr vorbei und integrieren den Public Domain-Bestand in ihre Verkaufsplattformen. Es gibt allerdings eine große Ausnahme: Amazon-Kunden haben bisher nichts von GoogleBooks.

    Mit dem Google-Books-Angebot kann Sony die neuen E-Reader PRS 300 & PRS 600 besser vermarkten

    Sonys Strategie ist klar: die Preise für kommerzielle E-Books sind im Sony-Store deutlich höher als bei Amazon oder Barnes&Noble. Der privilegierte Zugang zu Google Books bietet somit einen zusätzlichen Kaufanreiz für einen der Sony-Reader. Bald gibt’s ohnehin mehr Modelle: denn wie diese Woche bekannt wurde, kommen im Herbst mit dem PRS-300 und dem PRS-600 gleich zwei neue Reader auf den Markt, einmal mit 5-Zoll, einmal mit 6-Zoll-Display. Vielleicht werden ja auch einige Besitzer des älteren PRS-500 zu den Käufern gehören: mit ihrem schon etwas betagten Gerät kommen sie nämlich nicht in den Genuss des neuen PublicDomain-Angebots.

    Sony weiß vieles, doch niemand kennt die Leser besser als Google…

    Für viele Beobachter verträgt sich allerdings der Public Domain-Anspruch wenig mit der exklusiven Kontrolle durch Branchenriesen wie Sony oder Google. Doch nicht nur das. Google Books selbst geriet in letzter Zeit verstärkt in die Kritik – nicht aus Gründen des Urheberrechts, sondern auch aus Sicht des Datenschutzes. Ein offener Brief von US-Bürgerrechtsorganisationen legte vor wenigen Tagen noch einmal deutlich den Finger auf die Wunde: „Under its current design, Google Book Search keeps track of what books readers search for and browse, what books they read, and even what they ‚write‘ down in the margins“. In der deutschsprachigen Presselandschaft blieb das bisher allerdings eher eine Randnotiz.

    Sony senkt E-Reader-Preis: PRS-505 jetzt günstiger als Bookeens Cybook

    sony-reader-prs-505-jetzt-gunstiger-als-cybookIts not a trick, it’s a sony: Nun ist auch Sonys E-Reader PRS-505 für 249 Euro zu haben. Seit der Markteinführung im Frühjahr musste man für das Lesegerät immerhin 50 Euro mehr berappen. Die Rabattschlacht geht sogar noch weiter: Während der Ferienzeit gibt es für die Käufer des Sony-Readers zwei Gratis-E-Books sowie einen Reisegutschein im Wert von 100 Euro dazu. Einlösen kann man den Reisegutschein beim Kooperationpartner berg-meer.de, für die E-Books gibt es einen Aktionscode zum Download direkt bei Sony. Geshoppt werden kann ab sofort: bei Online-Portalen wie Libri und Buch.de ist der PRS 505 bereits zum neuen Schwellenpreis zu haben. (mehr …)

    Mehr als eine Handvoll Dollar: So viel kostet die Produktion eines Amazon Kindle

    Karten auf den Tisch: Amazon verdient mit dem E-BookReader Kindle pro Gerät etwa 170 Dollar. Die Rechnung ist einfach. Der Herstellungspreis des Kindle liegt bei ca. 185 Dollar, der Verkaufspreis des E-Book-Readers bei 360 Dollar. Publik gemacht hat die Kalkulation iSuppli, ein Dienstleister, der sich auf „Teardown Reports“ spezialisiert hat. Teure Gadgets werden auseinandergeschraubt, die Einzelteile inspiziert und deren Preis berechnet. So soll Transparenz für Mitbewerber hergestellt werden. Teuerstes Einzelteil des Kindle ist das E-Ink-Display. Es schlägt mit 60 Dollar zu Buche. Gleich nach dem Display des Kindle kommt die W-LAN-Karte: (mehr …)

    E-Reader bleiben mediale Aschenputtel auf CEBIT 2009

    Smartphones, Netbooks und Navigationssysteme waren die gefragten Gadgets auf der CEBIT, Internet-Security, Webciety und mobiles Internet die Themen-Trends. Von Büchern war am Ende auch die Rede, nur nicht von E-Books, sondern von vollen Auftragsbüchern. Dem E-Book-Reader blieb dagegen nur ein mediales Aschenputtel-Dasein auf dem Computer- und Technik-Ball der Nationen. Der Heise-Newsticker sprach nicht zu unrecht von den „versteckten“ Geräten auf der CEBIT, und machte immerhin noch zwei kleine Highlights aus: (mehr …)