Smartphone über alles: bald größerer C02-Fußabdruck als Desktops, Laptops und Displays zusammen

bitkom-sagt-smartphone-und-app-boom-vorausSo, so, du hast ein E-Book auf dein nagelneues iPhone mit 5,8 Zoll-Display geladen, und meinst, das sei umweltfreundlich, weil keine Bäume dafür sterben mussten? Und hast zum Beleg dafür auf diversen Servern kreuz und quer über alle Welt verteilt ein paar Infos zu diesem Thema zusammengegoogelt? Hmmmm… Leider gibt es da ein paar schlechte Nachrichten. Denn wie zuletzt eine Studie der kanadischen McMaster-Universität zeigte („Assessing ICT global emissions footprint: Trends to 2040 & recommendations“), sind gerade Smartphones und mobile Apps dafür verantwortlich, dass der CO2-Fussabdruck der IT-Industrie sich in den letzten zehn Jahren fast verdreifacht hat. Bis 2040 wird er sich nochmal vervierfachen. In konkreten Zahlen: 2007 lag der Anteil der „Informations- und Kommunikations-Industrie“ noch bei ein Prozent am globalen CO2-Ausstoß, derzeit liegt er bei knapp drei Prozent, in den nächsten zwei Jahrzehnten droht der Anteil auf 14 Prozent zu steigen.

Herstellung für CO2-Bilanz entscheidend

Mit dem Energieverbrauch der Smartphones selbst bei laufendem Betrieb hat das allerdings wenig zu tun, das Problem sind die hohen Aufwendungen zur Herstellung — etwa das Schürfen und Verhütten der seltenen Erden für die Elektronik — wie auch die im Hintergrund ständig ratternden Serverparks, um all die datenhungrigen Apps ständig up to date zu halten und User-Anfragen zu bearbeiten. Von E-Book-Bibliotheken in der Cloud mal ganz abgesehen. Bis zu 45 Prozent des gesamten CO2-Fußabdrucks der IT-Branche werden bis 2020 alleine durch den Betrieb von Datenleitungen und Serverparks entstehen, schätzen die Autoren der McMaster-Studie.

Recycling-Quote „unter 1 Prozent“

Wird dann durchschnittlich alle zwei Jahre auch gleich noch das „alte“ Smartphone durch ein neues (ggf. noch mit größerem Display und noch mehr Elektronik) ersetzt, beginnt der Teufelskreis von neuem, außerdem entstehen natürlich noch weitere Probleme durch das Recycling bzw. Nicht-Recycling der gebrauchten Geräte — die Wiederverwertungsqote liegt nach Schätzungen der McMaster-Studie bei weniger als ein Prozent (!).

Letzlich sind die Zahlen insgesamt auch ein Beleg für den raschen Wandel der Informationsgesellschaft: in nur zehn Jahren hat das Smartphone den klassischen Büromaschinen-„Fuhrpark“kräftig durcheinandergewirbelt — dementsprechend wird der CO2-Fußabdruck des Smartphone in Kürze größer sein als der von Desktops, Laptops und Displays zusammen.

(via FastCoDesign.com)

Abb.: Glenn3095 (Public Domain/cc-0)

Schon mehr als 1,5 Milliarden Euro Umsatz: App-Markt in Deutschland boomt

apple_app_store.jpgDer App-Markt boomt weiter – 2017 wurden hierzulande 1,5 Mrd. Euro mit mobilen Anwendungen für Smartphones oder Tablets umgesetzt, und damit fast eine Verdreifachtung gegenüber 2013 erreicht, meldet der IT-Branchenverband BITKOM. Im Vergleich zu 2016 wuchs der Umsatz um vier Prozent, gegenüber 2015 um 17 Prozent. Zum Vergleich: das Marktvolumen im Bereich E-Books liegt in Deutschland bei ca. 500 Millionen Euro, der gesamte Buchmarkt bei 9 Millionen Euro — bei deutlich niedrigeren Steigerungsraten bzw. Stagnation.

Smartwatch & Wearables-Bereich heizt den Markt an

„Der Boom von Apps ist ungebrochen. Mit Wearables wie etwa der Smartwatch und Fitnessarmbändern erweitert sich das Ökosystem rund um Apps nochmals deutlich“, kommentiert BITKOM-Präsident Achim Berg. In den zwei größten Stores wurden im letzten Jahr insgesamt 1,8 Mrd. Downloads verzeichnet. Die Nase vorn hat Googles Play Store, zwei Drittel aller Apps wurden dort heruntergeladen, Apples App Store kommt auf einen Anteil von 35 Prozent.

Deutlich angestiegen ist in den letzten Jahren auch die Zahl der verfügbaren Apps — sie hat sich seit 2013 verdoppelt. In den führenden App Stores von Google und Apple werden mittlerweile rund sechs Millionen Anwendungen angeboten, 3,4 Millionen bei Google, 2,2 Millionen bei Apple. Doch auch der Amazon Appstore startet durch, dort gibt es bereits mehr als 600.000 Anwendungen Apps.

In-App-Shopping bleibt zentraler Umsatztreiber

Zum Erfolgrezept des App-Konzepts gehört auch weiterhin, dass die meisten Apps kostenlos heruntergeladen werden können. Der Löwenanteil des App-Umsatzes (1,2 Milliarden Euro, entspricht 79 Prozent) wird mit In-App-Shopping erzielt, zum Beispiel mit Upgrades bei Gaming-Apps (232 Millionen Euro, entspricht 15 Prozent) oder Werbung (91 Mio, entspricht . (sechs Prozent) — nur 91 Millionen Euro und damit 6 Prozent des Umsatzes direkt mit dem Kauf einer App.

Am beliebtesten sind Anwendungen für Soziale Netzwerke, Messenger, Streaming-Dienste und Spiele. Stark im Kommen sind außerdem Alltagshelfer wie Radar- oder Unwetteralarm-Apps sowie Fitness-und Gesundheits-Apps, die Schritte zählen oder zurückgelegte Strecken aufzeichnen.

Shades of Gray statt Klicki-Bunti: Hilft die Screen-Vergrauung gegen Smartphone-Sucht?

grauer-bildschirmEs gibt ja viele Wege, der Suggestivkraft des Smartphones zu entkommen: vom zeitweisen Verzichten („Smartphone-Fasten“) über Smartphone-freie Zonen (siehe den gerade angekündigten Handy-Bann in französischen Schulen) bis hin zu Ersatz-Fetischen à la Nokia-Handy oder gleich einer Holzattrappe. Ein ganz besonderer Trend tobt gerade in den USA: die absichtliche Screen-Vergrauung. Statt Millionen Farben wählen immer mehr Nutzer sozusagen „Fifty Shades of Gray“ zwischen den Non-Colors Weiß und Schwarz.

Tech-Ethiker Tristan Harris hat den Trend ausgelöst

Inzwischen kursieren auch diverse Kurzanleitungen im Netz, inspiriert wird die Bewegung dabei vom Tech-Ethiker & „Time Well Spent“-Gründer Tristan Harris, der sich als Ex-Googler besonders gut mit den subtilen Tricks der Aufmerksamkeitsökonomie auskennt — nutzen doch die Technik-Konzerne beim ausgefeilten Design der Benutzeroberflächen gezielt die Schwächen der Nutzer aus, um sie möglichst lange am Bildschirm zu halten oder sobald wie möglich wieder an das Screen zu locken.

Abhilfe gegen Neuromarketing-Tricks

Überhaupt sollen heutzutage ja Produktverpackungen wie auch das App-Layout durch entsprechende Farb- und Formgestaltung so anziehend wie möglich wirken — Neuromarketing-Beratungsfirmen wie Neurons Inc. schieben dafür auch schon mal Testpersonen in einen MRT-Scanner, um die Gehirnaktivität bei der Wahrnehmung bestimmter Designs ganz genau zu vermessen.

Mit dem Umschwenken auf Grautöne, so die These der farblosen Gegenbewegung, sollen all die Appelle an das Unterbewusstsein unterbunden werden, so dass der Nutzer wieder eine bewusste Auswahl treffen kann. Eigentlich ein perfektes Argument für Smartphones und Tablets, die statt Farb-LCD mit E-Ink-Display ausgestattet sind — und wohl zugleich die Begründung dafür, dass kein großer Hersteller sich bisher so richtig um die Markteinführung gekümmert hat. Es wären eher Arbeitsinstrumente, keine Spaß- und Konsum-orientierten Geräte…

95 Prozent der deutschen Teens nutzen Smartphone, nur wenige lesen damit E-Books

smartphone-jugendEine schöne Ergänzung zum gestrigen Post zum iPhone-Geburtstag: zehn Jahre nach Beginn des Smartphone-Booms nähert sich die Ausstattungs-Quote unter Jugendlichen der 100-Prozent-Marke. Erstaunliche 95 Prozent der Zwölf bis 19-jährigen in Deutschland besitzen nämlich mittlerweile ein Smartphone. Wie der „Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest“ (MPFS) im Rahmen der JIM-Studie 2016(= „Jugend, Information, Multi-Media“) herausfand, gibt es aber eine Disparität bei den Geschlechtern: Mädchen sind bei 97 Prozent angelangt, Jungen erst bei 93 Prozent Ausstattungs-Quote.

Dafür liegen die männlichen Jugendlichen aber bei PC/Laptop, fester Spielekonsole und Internet-TV deutlich vorn. Einen E-Reader wiederum nennen 15 Prozent der Mädchen ihr eigen, aber nur magere 5 Prozent der Jungen. Auch bei Tablets sind die jungen Damen Trendsetter: 31 Prozent besitzen eins, dagegen nur 29 Prozent der Jungen.

Bei der „Medienbeschäftigung“ liegt das Lesen von Büchern mit knapp 20 Prozent übrigens bei Mädchen und Jungen deutlich vor der Lektüre von E-Books — die schmökern in ihrer Freizeit nur drei Prozent der Jugendlichen täglich, weitere drei Prozent zumindest mehrmals pro Woche. Eine verschwindend geringe Zahl: es ist offenbar deutlich einfacher, dieser Altersgruppe Musik, Games, Video oder Online-News nahe zu bringen.

Insofern sind all jene Verlage eindeutig auf der richtigen Spur, die mit E-Lese-Apps im WhatsApp-Stil mehr jugendliche Publikum zur E-Book-Lektüre auf dem Smartphone motivieren wollen — denn gelesen (und auch getextet) wird grundsätzlich ja sehr viel via Display von iPhone & Co…

Story meets Gaming: „Mission X“, Carlsens neues Label für Text-Adventure-Apps

mission-x-carlsens-neues-textadventure-labelDas Buch der Zukunft, es ist medial enhanced, es ist total social, alles klar soweit, aber ist es auch interaktiv? Und vor allem: wie interaktiv? Carlsen wagt gleich einen großen Schritt nach vorn — und präsentiert auf der Frankfurter Buchmesse mit „Dark Ride“ eine veritable Text-Adventure-App, zugleich der Auftakt für das neue Label „Mission X“. Damit will der Verlag bei der Smartphone- & WhatsApp-Generation punkten, die mobil liest und vor allem auch mobil chattet, was das Zeug hält.

Sprung zurück nach vorn

Mit dem scheinbaren medialen Rückgriff — immerhin gibt’s Text-Adventures schon seit den 1970er Jahren, mein erstes E-Book war auch tatsächlich ein Text-Adventure auf dem Heimcomputer — könnte Carlsen damit am Ende ganz vorne mitspielen. Über die notwendige Technik in der Jackentasche verfügen ohnehin laut JIM-Studie 92 Prozent der 12 bis 19jährigen.

Kompetenzfeld Storytelling

„Story meets Gaming“ nennt Mareike Hermes — Leiterin Business Development bei Carlsen — das Konzept. Tatsächlich scheinen sich ja über das gemeinsame Element des Storytellings Buch- und Gamesbranche immer mehr anzunähern, und die Verwertungsketten werden in beide Richtungen immer engmaschiger.

Technologie von „Experimental Game“

Technologische Unterstützung erhält Carlsen auf dem neu eingeschlagenen Weg vom Berliner Startup „Experimental Game“. Die erste App des neuen Labels Mission X soll ab November für iOS verfügbar sein, eine Android-Version wird es ab Anfang 2017 geben. Neben der deutschen sind auch englische und spanische Fassungen geplant.

(via boersenblatt.net & buchreport.de)

Pew Studie: Zahl der E-Book-Leser in USA stagniert, Smartphone- & Tablet-Lektüre boomt

pew-research-ereading-usa-2016Die Lektüre-Rate auf E-Readern stagniert, während Tablet und Smartphone am klassischen E-Reader vorbei in der Gunst der US-Leser nach vorn ziehen — doch am allerpopulärsten bleiben gedruckte Bücher. So lässt sich die neueste „Book-Reading“-Studie von Pew Research zusammenfassen.
Etwas genauer: Fast drei Viertel der US-Amerikaner haben in den letzten 12 Monaten ein Buch gelesen, der Anteil der Print-Leser liegt bei 65 Prozent, 28 Prozent haben elektronisch geschmökert. Was dabei besonders auffällt: Die Rate der E-Book Leser ist seit 2014 mehr oder weniger konstant geblieben, d.h. es gibt keinen Zuwachs mehr. Ähnlich, doch auf niedrigerem Niveau, sieht es bei den Hörbüchern aus.

Tablet-Nutzung seit 2011 verdreifacht

Die eigentliche Dynamik findet also bei den Verschiebungen der Gerätenutzung statt – in den USA griffen die LeserInnen während der letzten fünf Jahre immer häufiger zu Tablet & Smartphone, im Jahr 2016 dreimal bzw. zweimal so häufig wie 2011. Wobei bei der Nutzung insgesamt das Tablet auch leicht vor dem Smartphone liegt.

E-Book-Only-Phänomen bleibt begrenzt

Trotz weiter sinkender Preise bleibten Tablets ganz offenbar eher ein Ober- und Mittelschichtphänomen, je suburbaner, bildungsferner und ärmer die Leser, desto höher die Nutzungsrate von Smartphones. Für Hispanics und Schwarze ist das „Cellphone“ der wichtigste Zugang zu elektronischen Büchern. Die meisten Digital-Only-Leser (Landesdurchschnitt liegt bei 6 Prozent) findet man allerdings bei den jungen bis mittelalten Gutverdienern.

Smartphone über alles: E-Reader-Nutzung halbiert, Tablet-Nutzung stagniert (in USA)

Pew-Research-Smartphone-Tablet-Ereader-USA-2015Das Wachstum in der E-Book-Branche löst sich endgültig von der klassischen Geräteplattform E-Reader – das zeigen neue Zahlen von Pew Research für den US-Markt: nur noch 19 Prozent der Befragten gaben an, ein elektronisches Lesegerät zu besitzen, im letzten Jahr waren es noch 32 Prozent. Dem Absturz bei E-Ink steht Stagnation bei Spielekonsolen, MP3-Playern und Tablets gegenüber, zugleich starkes Wachstum bei Smartphones.

Mehr Smartphones, größere Displays

68 Prozent der erwachsenen US-Bevölkerung besitzt mittlerweile eins, bei den unter Dreißigjährigen sogar 86 Prozent, der Markt nähert sich also jenseits des Atlantiks schon der Sättigung. Zugleich ersetzen iPhone, Android-Phone & Co. als mobile Universalgeräte zunehmend die mobilen Spezialgeräte. Eine besondere Rolle spielt dabei offenbar die wachsende Display-Größe, siehe aktuelle 5-Zoller wie iPhone 6s Plus oder Galaxy S6, die mobile Lektüre oder mobiles Surfen noch komfortabler macht.

Tablets haben den Zenit ebenfalls erreicht

Dass sich E-Reader nach ihrem kurzen Vorstoß in den Mainstream wieder zum Nischengerät zurückentwickeln, hat natürlich genauso mit dem Erfolg von Tablets zu tun: Pew zufolge besitzt fast jeder zweite US-Amerikaner ein iPad oder Android-Tablet. Doch die Boom-Zeiten sind auch bei den Flachrechnern vorbei – nach Stagnation im Jahr 2014 wurden in den ersten Quartalen 2015 nach Angaben von Statista weltweit erstmals weniger Geräte ausgeliefert als im Jahr zuvor. Schuld daran dürfte auch in diesem Fall das Smartphone sein.

Von der Hardware- zur App-Strategie

Für die E-Book-Branche bedeutet das: App-zentrierte Strategien werden in den nächsten Jahren noch wichtiger, Geräte- und Contentkonzepte driften noch weiter auseinander. Selbst Amazon hat es nach dem Erfolg des Kindle Readers nicht geschafft, mit dem Kindle Fire auf den Tablet-Markt nennenwerte Marktanteile zu gewinnen. Der Versuch, mit dem Fire Phone den Smartphone-Markt zu erobern, ist gerade erst krachend gescheitert. In Zukunft gilt wohl im Buch-Business erst recht: wer smart ist, lässt die Finger von der Hardware – viel wichtiger ist die Präsenz auf den Displays…

(via The Digital Reader & Business Insider)

Mobil macht mobil: Bitkom prophezeit Smartphone- & App-Boom ohne Ende

bitkom-sagt-smartphone-und-app-boom-vorausPünktlich zur IFA in Berlin prophezeit Bitkom einen erneuten Verkaufsrekord bei Smartphones: mehr als 25 Millionen Geräte werden bis Ende 2015 in Deutschland verkauft, so der IT-Branchenverband unter Berufung auf Marktforschungs-Daten von EITO und GfK. Der Umsatz steige auf 9 Milliarden Euro, das ist schon fast so viel, wie mit klassischer Unterhaltungselektronik erzielt wird – dort werden 10 Milliarden Euro erwartet, der Markt geht mit Minus 3 Prozent leicht zurück.

Tablets wachsen auch, aber langsamer

Fast schon traditioneller Wachstumstreiber bei Mobilgeräten bleiben auch Tablets. Mehr als 7 Millionen Geräte werden bis Ende 2015 über den Ladentisch gehen, und einen Umsatz von 7 Milliarden Euro einbringen. Das Wachstum hat sich allerdings auf knapp 2 Prozent verlangsamt. Klassische E-Reader werden in der aktuellen Prognose nicht erwähnt – sie dürften wohl 2015 bei knapp 1,5 Millionen verkaufter Geräte liegen (2014: 1,2 Millionen).

Senkrechtstarter Smartwatch

Ein echter Senkrechtstarter sind derzeit Wearables, also Geräte, die direkt am Körper getragen werden, vom Fitness-Armband bis zur Smartwatch. Den Prognosen zufolge wird der Absatz für dieses Jahr bei insgesamt 1,72 Millionen Geräten liegen und Umsätze von 240 Millionen Euro bringen. Nur etwa ein Drittel der verkauften Geräte sind Smartwatches, sie erzielen aber zwei Drittel des Umsatzes.

Die Deutschen sind App-Aficionados

25 Millionen Smartphones, 7 Millionen Tablets, fast 2 Millionen Wearables – die Phalanx neuer Geräte vergrößert am Ende natürlich auch den Hunger der Deutschen nach mobilem Content: Erstmals werden in diesem Jahr laut Bitkom wohl mehr als eine Milliarde Euro mit Apps für Smartphones, Tablets und Smartwatches umgesetzt.

Und zwar eher indirekt – denn die meisten Apps können kostenlos heruntergeladen werden. 75 Prozent der Umsätze werden im Anschluss an den Download über In-App-Shopping generiert, nur 15 Prozent direkt über den Kaufpreis. Werbung in Apps sorgt für weitere 12 Prozent der Erlöse.

Abb.: Glenn3095 (Public Domain/cc-0)

Telefonbuch über alles: Wird E-Reading bald zum reinen Phone-Reading?

vom-ereading-zum-phone-readingKlassische E-Reader sind ja als Haupt-Umsatztreiber schon seit einer Weile abgeschrieben, demnächst könnte dem Tablet (zumindest als Lesegerät) ein ähnliches Schicksal drohen: „Die Zukunft des E-Reading findet auf dem Smartphone statt. Man wird auf dem Smartphone lesen, und man wird auf Papier lesen“, zitierte das Wall Street Journal letzte Woche Judith Curr, Chefin des Simon & Schuster-Imprints Atria Books. Schaut man sich an, wie groß die Displays bei den Smartphone-Marktführern Samsung (Galaxy-S-Reihe) und Apple (iPhone 6 sowie iPhone 6 Plus) jetzt schon sind, klingt das gar nicht mal nach einer so steilen These.

Zahl der Smartphone-Leser steigt

Die WSJ kann den absehbaren Trend aber auch ganz gut mit Nielsen-Daten zum Leseverhalten untermauern: In nur wenigen Jahren hat in den USA die Zahl der Smartphone-Leser stark zugenommen – jeder zweite (54 Prozent) schmökert mittlerweile ab und zu auf iPhone & Co., vor drei Jahren waren es erst 24 Prozent. Mitterweile lesen 14 Prozent der Smartphone-Nutzer ausschließlich auf dem Gerät, 2012 waren es erst 9 Prozent.

Dazu kommt natürlich noch: in den Vereinigten Staaten besitzt fast schon jeder ein Smartphone, mit 64 Prozent der Erwachsenen nähert sich das Land der Vollaustattung (Pew Research prognostiziert 80 Prozent für 2019) der Bevölkerung mit hochmobilen Lesegeräten, mit denen man nicht nur überall lesen, sondern auch von überall aus E-Books shoppen kann.

Mitnahme-Effekt

Oyster-Mitgründer Willem Van Lancker hatte für das WSJ zu diesem Thema einen klugen Satz parat: „Das beste Lesegerät ist das, was man dabei hat.“ Lesen per Smartphone erfordere keine Vorausplanung – offenbar ein entscheidendes Kriterium auch bei der Nutzung der Flatrate-App: jeder zweite Oyster-Kunde liest auf dem Smartphone. Auch Amazon scheint das bereits zu spüren: die Kindle-App, so hat das WSJ erfahren, wird häufiger auf iPhone 6 oder iPhone 6 Plus genutzt als auf dem iPad.

Muss Literatur für’s Mini-Screen oberflächlich sein?

Doch was wird aus der Literatur, wenn man sie nicht auf ein sechs-, sieben-, acht- oder neun-Zoll Display zwängt, sondern auf ein vier- oder fünf-Zoll-Display? Zwingt die kleine Oberfläche zur großen Oberflächlichkeit in Stil und Aufmachung? Ist das Lesen auf dem Smartphone am Ende die „Antithese zur vertieften Lektüre“?

Dazu findet man noch einen sehr klugen Satz im WSJ-Artikel: „Die Leute sollten sich keine Gedanken darüber machen, wie die Leute lesen, sondern froh sein, dass sie lesen“, sagt Anna Todd, eine Bestseller-Autorin, deren Erfolg sich auf die Storytelling-Plattform Wattpad gründet. Was via Wattpad veröffentlicht wird, landet sogar in neun von zehn Fällen auf dem Touch-Screen eines Mobilgerätes.

Abb.: Daz Smith (cc-by-2.0)

Bitkom: Jeder achte Deutsche liest E-Books auf dem Smartphone

jeder-vierte-deutsche-liest-ebooks-auf-smartphoneFast jeder hat schon eins, und fast alle machen fast alles damit: dem Branchenverband Bitkom zufolge nutzen sechs von zehn Bundesbürgern (ca. 44 Mio.) ein mobiles Telefon mit Touch-Screen-Display, wobei das Telefonieren längst zur Nebensache geworden ist. Knapp drei Viertel der Nutzer greifen mobil auf soziale Netzwerke zu, lesen Online-News, spielen Games oder hören Musik, ergab eine aktuelle Umfrage. Immer öfter ist das Smartphone auch ein veritabler E-Reader – 23 Prozent und damit fast ein Viertel der Nutzer (d.h. ein Achtel aller Bundesbürger) lesen via Telefon E-Paper oder E-Books. Die Zahl der E-Book-Käufer ist allerdings deutlich geringer.

Smartphone bleibt wichtigste Lese-Plattform

Insgesamt bleibt das Smartphone damit vor Tablets und dedizierten Lesegeräten wie dem Kindle oder Tolino die wichtigste Plattform für Elektronisches Lesen – schon allein die bloßen Verkaufszahlen sind beeindruckend: 2014 wurden hierzulande 24 Millionen Smartphones verkauft, in diesem Jahr sollen es mehr als 25 Millionen Geräte sein. Dagegen gingen 2014 lediglich 8 Millionen Tablets und knapp über 1 Million klassische E-Reader über den Ladentisch.

Auch Senioren lieben Smartphones

Eine Frage des Alters ist die Smartphone-Begeisterung der Deutschen übrigens nicht mehr, denn laut BITKOM-Umfrage laden auch immer mehr Senioren der Altersgruppe 65 plus zusätzliche Apps auf ihr Gerät, greifen mobil auf Facebook und Twitter zu, knipsen Fotos oder surfen im Internet. Mit dazu beitragen dürfte wohl auch der Trend zu immer größerem Bildschirmdurchmesser, rein flächenmäßig unterscheiden sich große Smartphones und kleine E-Reader mit 4- oder 5-Zoll-Screen nicht mehr.

Abb.: Johan Larsson/Flickr (cc-by-2.0)